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DRM - Digitales Kurzwellenradio

Seit einiger Zeit existiert mit Digital Radio Mondiale der Versuch, Kurz- und Mittelwelle mit Hilfe digitaler Technik wieder attraktiver zu machen. Um dieses Projekt und darum, wie man davon Gebrauch machen kann, soll es in diesem Artikel gehen.

Jeder kennt die Probleme bei der Frequenz-Vergabe für FM-Sender im UKW-Bereich, der in seiner Kapazität hier und da bereits an seine Grenzen stößt. War früher einmal FM die Rettung vor der bandbreitenintensiven AM, so rückt seit einiger Zeit AM wieder verstärkt in das Blickfeld der Medienschaffenden. Daran "schuld" sind digitale Übertragungsverfahren wie QAM und COFDM, die bereits bei DAB und DVB zum Einsatz kommen. Sie ermöglichen die parallele Übertragung von Daten auf Subträgern, was die benötigte Bandbreite verringert, und bieten eine höhere Übertragungsqualität.

Um das ganze etwas zu forcieren, wurde 1996 die Initiative Digital Radio Mondiale gegründet, der sowohl Inhaltsanbieter als auch bekannte Hardware- und Softwarehersteller und Broadcaster angehören. Aus Deutschland sind dies u.a. das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen, T-Systems, Telefunken, Bosch, Atmel und die Deutsche Welle. 2001 wurde das entwickelte digitale Übertragungsverfahren bei der ETSI standardisiert, im März 2002 kam noch die IEC Public Available Specification hinzu. Inzwischen hat auch die Bundesregierung dieses Projekt als wichtig eingestuft und 3.9 Millionen für die Forschung und Entwicklung in diesem Bereich locker gemacht.

Empfang

Für den Empfang genügt bereits ein einfacher Weltempfänger, allerdings sind einige Modifikationen nötig. Baupläne hierzu gibt es unter http://home.t-online.de/home/sat-service/sat/deutsch/deutsch.htm.

Folgende Anforderungen sollte der Empfänger erfüllen:

  • Bandbreite über 10 kHz
  • möglichst rechteckige ZF-Filterkurve mit geringem Ripple
  • speziell für DRM optimierte AGC
  • treffsichere und stabile Oszillatoren mit geringem Phasenrauschen
  • bestes Großsignalverhalten und gute Dynamik

Für die Zeit bis zum Aufkommen von Hardwaredecodern hat sich ein 12-kHz-ZF-Ausgang als Standard durchgesetzt, weil die Soundkarte des PC als A/D-Umsetzer herhalten muß. Sie sollte daher eine Abtastrate von 48 kHz beherrschen, keine Eingangs-AGC besitzen und einen linearen Frequenzgang bis mindestens 17 kHz aufweisen.

Die Demodulation müssen derzeit noch Softwareprogramme übernehmen. Hier gibt es zwei Projekte: das Fraunhofer Softwareradio und die an der TU Darmstadt entwickelte Open-Source-Software "Dream".

Eine genaue Einführung in die Technik findet sich bei http://www.drm-info.de . Die Systemspezifikation ist im ETSI-Standard ES 201 980 gegeben.

Wie geht es weiter?

Die derzeitigen Sendungen haben eher Testcharakter als "richtigen" Informationsgehalt, trotzdem wurde kürzlich der offizielle Start des digitalen Mittelwellenradios bekanntgegeben . Man kann damit rechnen, daß sich im nächsten Jahr die ersten Hardware-Receiver für DRM auf Messen zeigen werden.

 

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