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EXPO 2000 "Spezial"

Auf der EXPO möchte die deutsche Wirtschaft technische Kompetenz auf Weltniveau demonstrieren und dass sie bereits "heute schon" für die Zukunft gewappnet sei. Dass sie aber trotz allem Medienrummel auch nur mit Wasser kocht, belegen unsere drei Berichte...

von: padeluun Wetterfrosch [email protected]
am: 00. Fnord 0000,

EXPO Security

Während der EXPO2000 arbeiten Polizei, Feuerwehr und Geheimdienste so eng zusammen wie noch nie.

Die Besucher der ersten Weltausstellung in Deutschland sind gut behütet: Damit bei Unfall, Diebstahl oder technischen Defekten trotzdem alles reibungslos läuft, wird es während der EXPO2000 eine Sicherheitszentrale geben, in der Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, Verkehrsplaner und Techniker so eng zusammen arbeiten wie nie zuvor. Die Betriebs- und Sicherheitszentrale (BUSZ) der EXPO2000 war schon zu den beiden Großmessen im Februar 2000 einsatzbereit.

Untergebracht sind in der BUSZ auch Beamte von Bundesgrenzschutz, Bundeskriminalamt, Landeskriminalamt und vom polizeilichen Staatsschutz (KFI 4). "Wir wollen, daß jeder den direkten Kontakt zum anderen hat, und alle die gleichen Ausgangsinformationen haben", erklärt der stellvertretende Sicherheitschef der EXPO2000, Hermann Fraatz. Es gibt insgesamt 150 Mitarbeiter, die in der BUSZ rund um die Uhr im Einsatz sein werden.

In den Räumen zwischen den Messeeingängen West 3 und West 4 arbeiten an 32 Arbeitsplätzen Kollegen von EXPO2000, vom Verkehrsleitsystem move, von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten, Deutsche Bahn AG sowie von der EXPO beauftragten private Sicherheitsleute gemeinsam zusammen. Auch die Störtrupps von Strom-, Gas-, Wasser und Kommunikationslieferanten werden von hier gelenkt. So sollen Abstimmungswege so kurz wie möglich gehalten werden, damit im Ernstfall alles Schlag auf Schlag geht. Die Kollegen müssen nicht erst herum telefonieren, um den richtigen Ansprechpartner zu finden, sondern sitzen mit ihm an einem Tisch. Jeder Arbeitsplatz ist mit einem Computersystem ausgestattet, auf dessen Bildschirm jederzeit die aktuellsten Informationen gesendet werden. So hat jeder den selben Sachstand, sieht dasselbe Bild vom Einsatzort und hat die selbe Karte dazu wie sein Kollege.

Um das Geschehen auf dem gesamten Gelände zu überwachen, gibt es während der Weltausstellung ca. 250 Videokameras, die ihre Bilder direkt in die Sicherheitszentrale senden. Dort sind neben 42 Fernseh-Bildschirmen auch drei Großbildleinwände installiert. Kommt es zu einem Unfall, oder gibt es einen Stau, weil eine Rolltreppe ausgefallen ist, dann können die Sicherheitsmitarbeiter das Bild vom Ort des Geschehens auf eine Großbildleinwand schalten, so daß jeder Kollege jedes Detail genau sehen kann. Im Notfall ist dann für Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste jeder Punkt auf dem Gelände innerhalb von drei bis vier Minuten erreichbar.

Das ausgeklügelte Sicherheitskonzept beinhaltet neben der BUSZ auch ein Polizeikommissariat im Nordriegel, eine Polizeistation im Europa-Center und Beamte an jedem Eingang, zwei komplette Löschzüge der Feuerwehr werden direkt auf dem Gelände stehen, Notfallambulanzen wird es in Halle 19 und auf der Plaza geben. Die BUSZ selbst wird zwei Unterstationen in Halle 12 und auf der Plaza haben. Am Flughafen Hannover ist zusätzlich ein Abschiebeknast entstanden.

Der Innenausbau der Zentrale hat zehn Wochen gedauert. Dabei sind insgesamt rund 25 Kilometer Computer- und Telefonkabel und fünf Kilometer Videokabel verlegt worden.

So viele Unwägbarkeiten und Unsicherheiten es bei einer Großveranstaltung wie der Weltausstellung auch geben mag, eines steht für Hermann Fraatz fest: "Die EXPO2000 wird sicher, mit Sicherheit." <tom>'

Spass mit WaveLAN

'PIEEP' - Das war der Metall-Detektor am Eingang Ost, "Was ist das denn?" fragte ein lieber Sicherheitsbeamte bei dem Anblick auf mein Notebook "Das ist ein Laptop." entgegnete ich. Mit einem sehr stutzigem Gesicht liess er mich passieren.

Ich hatte nur ein Ziel: 76 Wavelan-Roboter. Sie waren der eigentliche Grund, weshalb ich auf der Expo war. Mit schnellen Schritten eilte ich zu Halle 4: kein einziger Roboter weit und breit. Trotzdem setzte ich mich ersteinmal in ein Treppenhaus und schaute was meine Wavelankarte sagte ... Netz! Irgendwo mussten sie also doch sein...

Nach kurzem Fussweg kam ich in einen grossen, dunklen Raum, in dem dutzende Milchglas-Halbkugeln im Schrittempo dicht an dicht rumkurvten. Sofort setzte ich mich in die nächste Ecke und spielte ein bischen mit tcpdump. "Komisch", dachte ich, "die 168.192.68.92 macht aber eine Menge Traffic, gleich mal portscannen". "Hmm, telnet, ftp, http und ssh offen, das wird bestimmt lustig." Bei einer telnet-Verbindung wurde komischer Weise kein Login abgefragt, stattdessen tauchte ein schönes Menü auf - das Menü des sog. Accesspoints, der Zentralstelle des WaveLAN-Netzes.

Eine kleine Auswahl an Einstellungen, die ich per Zifferndruck vornehmen konnte: Filtern von TCP/IP Packeten bzw. Multicast Adressen, ARP-Packete per Menürsteuerung verschicken, meine eigenen Privilegien ändern uns letztendlich den Accesspoint herunterfahren. Ein Mittschnitt der Telnet-Sitzung und ein paar TCP-Dumps liegen auf [Externer Link]http://www.fnordhausen.de/projekte/expo/.

Naja, ich finde es sehr blamabel, dass _jeder_ diese Einstellungen vornehmen konnte. Bevor ich aber das ganze meldete, wollte ich noch einen Freund anrufen, und ihn fragen was noch so interessant wäre. Als ich dann zu wählen begann, machte mich eine Frau darauf aufmerksam, dass telefonieren in dieser Halle verboten sei. Während im Hintergrund mein Laptop mit der Wavelankarte weiterblinkte, erklärte sie weiter, dass das die "Motorik der Funk-Roboter stören könnte."

Nun wollte ich auch wissen, was denn die Verantwortlichen dazu sagen. Also fragte ich eine nette Dame von der Halle 4, ob sie denn wüsste wen ich da aufsuchen müsste. Sie war gleich so freundlich und hat mich zu den Leuten vom Fraunhofer Institut gebracht.

Dort angekommen hielt ich eine kleine Vorführung vor ca. sechs Leuten. Mittendrin ging einer der Anwesenden (ja, einer im Anzug) schnell mit seinem Handy ein paar Meter weg und telefonierte sichtlich nervös. Während dessen zeigte ich dem Rest der Gruppe wie simpel das doch alles war. Danach kam der Herr im Anzug wieder auf mich zu und sagte, dass das Fraunhofer Institut in Dortmund mittlerweile Bescheid wüsste und, dass sie gerade herausfänden, von wem der Accesspoint stamme. Er erklärte weiter, dass an diesem Projekt fünf Firmen und Instituionen (neben dem Fraunhofer) beteiligt wären, und die Koordination untereinander nicht sehr gut klappen würde.

Danach liess ich mir ein bischen die Technik zeigen. In so einem Roboter (ca. 50 cm bis max. 2 m gross) befindet sich ein Steuerrechner mit Lucent Wavelan Orinoco Silver Karte, ein grosser IR-Sensor um Hindernisse zu erkennen, ein Hardware MPEG-Decoder, ein Sony-Beamer und zwei bis vier Akkus. Der Roboter empfängt via 802.11 kurze MPEG-Clips von einer Windows-Maschine, decodiert diese und wirft sie mit dem Beamer an die Milchglasscheibe.

Gesteuert wurden die Roboter mit einen gewöhnlichen SuSE-Linux, auf der eine Software zum Steuern lief. Das Programm lief nach dem Prinzip: Klicken - ziehen - los lassen. Mit zwei gut steuerbaren überwachungskameras konnte man den ganzen Raum überwachen.

Zu dem Problem mit dem Accesspoint nahm man sinngemäss wie folgt Stellung: "Wir konnten ja nicht wissen, dass jemand mit Laptop und Wireless-LAN hier auftaucht und rumspielt." Auf Nachfrage sicherte man mir zu, dass ich gerne mir Freunden wieder herkommen könnte.

Radio HANNO

Das hannoversche RADIO HANNO hat zur EXPO 2000 weder Kosten noch Mühen gescheut, um den geschätzten Besuchermassen ein interessantes und informatives Programm zu bieten.

Wie in jedem Jahr gestalten die flotten Damen und Herren in grün/weiss auf über vierzig Funkkanälen ein packendes und unterhaltsames LIVE-PROGRAMM rund um die Uhr!

Dieser kleine Leitfaden soll es Ihnen, liebe Hörerin, lieber Hörer erleichtern, den Spass an RADIO HANO erheblich zu steigern...

Allerdings möchten wir hier auf einige rechtliche Sachverhalte hinweisen:

1. der besitz sogenannter "Scanner" ist grundsätzlich erlaubt, solange dass gerät ein "CE"-zeichen trägt.

2. verboten ist das gezielte abhören des BOS-funks. (polizeifunk) ein gerät, das bei der beschlagnahme durch die polizei die frequenzen der BOS-funkdienste eingespeichert hat, kann dann auch beschlagnahmt werden.

3. sollte zufällig BOS-funk empfangen werden, so ist es verboten, die inhalte des BOS-funk an dritte zu verbreiten.

Frequenzen

Um das Abhören von Radio Hanno zu erleichtern, haben wir hier alle gebräuchlichen Frequenzen zusammengestellt.

Gelegentlich wechseln unsere unermüdlichen Reporter in Uniform mal die Frequenz für die Live-Berichterstattung. Dabei bedienen sie sich einer internen Kanalbezeichnung.

Grundsätzlich unterscheiden sich der 2-meter ("kleines Gerät", Frequenzen 172 bis 174 MHz) und der 4-meter ("grosses Gerät", 84 bis 88 MHz).

Zur EXPO wurden mehrere Funkkreise gebildet. So wird der normale Funkverkehr der hannoverschen Polizei auf anderen Frequenzen als der Funkdienst für EXPO-Aufgaben abgewickelt. Zusätzliche Frequenzen werden als Reserve vorgehalten. Zur Logistik der Polizei gehören auch Handys, verschlüsselte Textübertragung und verschleierte Funkaussendungen. Auch tummeln sich einige andere interessante Funkdienste im äther. Die Tabelle links verschafft eine übersicht.

Codes

Die flinken Reporter von RADIO HANNO bedienen sich im Funkverkehr gewisser Codes zur Bezeichnung häufiger Begriffe. Dies soll das Abhören des hannoverschen Lokalradios interessanter machen. <tom>

 
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