Schwierige G36-Nachfolge – Unrealistische Anforderungen an das künftige Sturmgewehr der Deutschen Bundeswehr?

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von Björn Müller (Facebook / Twitter). Er ist Journalist in Berlin mit dem Schwerpunkt Sicherheits- und Geopolitik. Dieser Artikel basiert auf dem Manuskript der NDR-Sendung “Streitkräfte und Strategien” vom 15.06.2019.

Seit Ende der 1990er Jahre ist das Sturmgewehr G36 von Heckler & Koch das Standardgewehr der Deutschen Bundeswehr. Die Soldaten haben Vertrauen in diese Waffe. Aus ihrer Sicht hat sich das Gewehr bewährt, auch bei Auslandseinsätzen etwa in Afghanistan. Vor mehr als vier Jahren sorgte das G36 jedoch für Negativ-Schlagzeilen. Versuche hatten gezeigt, dass die Waffe bei Hitzeentwicklung deutlich an Treffgenauigkeit verliert. Unter Druck schlechter Berichterstattungen in den Medien und ohne die Untersuchungsberichte weiterer Arbeitsgruppen und Kommissionen abzuwarten, kündigte die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die Ausmusterung des Gewehrs an. Schliesslich zeigte sich, dass die Bundeswehr-Soldaten im Gefecht keine Probleme mit dem Gewehr hatten und dadurch auch nicht gefährdet wurden. Trotzdem: Die Truppe soll ein neues Sturmgewehr bekommen. Der bürokratische Prozess für das Nachfolgemodell ist bereits angelaufen. Es zeichnet sich allerdings schon jetzt ab, dass die Soldaten möglicherweise auf die neue Waffe länger warten müssen als vorgesehen. Denn an der Ausschreibung gibt es Kritik.

Ein Bundeswehrsoldat der Schnellen Eingreiftruppe in Masar-i-Scharif, Afghanistan, ausgerüstet mit einem G36.

Ein Bundeswehrsoldat der Schnellen Eingreiftruppe in Masar-i-Scharif, Afghanistan, ausgerüstet mit einem G36.

Seit Ende April 2017 läuft das Ausschreibungsverfahren für ein neues Standardgewehr der Deutschen Bundeswehr. Das jetzige Modell G36 soll zügig ersetzt werden wegen vermeintlicher technischer Schwächen, wie die Treffungenauigkeit bei höheren Temperaturen.

Die Zweifel an der Zuverlässigkeit der Waffe waren vor vier Jahren zum sogenannten “G36 Skandal” eskaliert. Das Verteidigungsministerium und der G36-Hersteller Heckler & Koch lieferten sich einen erbitterten Kleinkrieg. Es ging um die Frage, ob das Unternehmen mit dem G36 eine Waffe geliefert hatte, die nicht den Anforderungen der Truppe entsprach. Das Ministerium verklagte Heckler & Koch sogar auf Schadenersatz; verlor jedoch den Gerichtsprozess (siehe auch Robert Birnbaum, “Zuverlässig statt ungenau“, Tagesspiegel, 14.10.2015). Trotzdem galt das G36 als nicht mehr zeitgemäße Waffe, die für alle Einsatzszenarien der Bundeswehr vom Baltikum, über Afrika bis Afghanistan geeignet war.

Nun sollen für 245 Millionen Euro 120’000 Sturmgewehre beschafft werden. Doch auch um die G36-Nachfolge bahnt sich ein Konflikt an. Im Oktober 2018 wurde publik, dass alle eingereichten Sturmgewehre bei der Erprobung durch die Bundeswehr durchgefallen sind. Das Unternehmen Heckler & Koch, das sich ebenfalls um den Auftrag beworben hat, kritisierte in einem im Mai bekanntgeworden Schreiben an das Verteidigungsministerium massiv die in der Ausschreibung genannten Kriterien. Die völlig unrealistischen Anforderungen an das kommende Sturmgewehr würden zur Beschaffung einer Waffe führen, die den Bedürfnissen der Truppe nicht gerecht werde. Eine zentrale Rolle spielt das geforderte maximale Gewicht von 3,6 kg. Dazu Daniel Soudry, Fachanwalt für Vergaberecht im Verteidigungsbereich:

Und hier setzt der Vorwurf von Heckler & Koch an. Dass man sagt, entweder werden alle Anforderungen erfüllt und das Gewicht überschritten, oder das Gewicht wird eingehalten und die Anforderungen an die Nutzung der Waffen werden nicht erfüllt. Also mit anderen Worten eine Art ‘Quadratur des Kreises’. Und das wäre dann so ein klassischer Fall, wenn das zutrifft, indem dann das Vergaberecht sagt, hier wird etwas gefordert, was von Bietern eigentlich nicht erfüllbar ist. Und so was lässt sich dann durchaus vergaberechtlich angreifen.

Die Ausschreibung macht keine Vorgaben für das Kaliber des neuen Sturmgewehrs. Zulässig sind daher neben dem gebräuchlichen NATO-Standard-Kaliber 5,56 mm auch das größere Kaliber 7,62 mm. Glaubt man Heckler & Koch wäre dieses schwere Kaliber die einzig vernünftige Wahl für die kommende Waffe. Nur mit dem Kaliber 7,62 mm ließen sich die Bundeswehr-Anforderungen mit Blick auf die Durchschlagskraft und Präzision erfüllen. Das Problem ist allerdings, dass die neue Waffe nicht mehr als 3,6 Kilogramm wiegen darf. Diese Gewichtsvorgabe lässt sich nach Ansicht der Waffenherstellers offenbar nur mit dem kleineren Kaliber 5,56 mm erfüllen. Laut Heckler & Koch ist der Brief an das Verteidigungsministerium kein Rüge-Schreiben. Ein solches würde eine Klage vorbereiten. Warum aber dann die Intervention?

Mit Blick auf die Ausschreibung zur Nachfolge des Gewehrs G36 sind wir unserer Verpflichtung als Fachfirma nachgekommen, unsere Kunden kompetent und umfassend bei der Auswahl des neu zu beschaffenden Sturmgewehrs zu beraten. Ziel dieser explizit technischen Information ist es, dass für die Soldatinnen und Soldaten eine überlegene Standardwaffe zur erfolgreichen Durchführung ihres Auftrages für alle realistischen Einsatzszenarien beschafft werden kann. — Florian Bokermann, Director Public Affairs & Government Relations des Rüstungsunternehmens Heckler & Koch.

Der Waffenersteller also klüger als die Experten der Bundeswehr? Nicht unbedingt. Heckler & Koch zielt mit dem Schreiben offenbar darauf ab, das Verteidigungsministerium zu bewegen, die Ausschreibung den Unternehmens-Vorstellungen anzupassen. Offensichtlich erfüllen die beiden Modelle, mit denen sich Heckler & Koch um den Großauftrag beworben hat – die Modelle HK433 und HK416 – nicht den von der Bundeswehr aufgestellten Anforderungskatalog. Beide Waffen haben das Kaliber 5,56 mm. Heckler & Koch fordert offenbar, die Gewichtsvorgabe von 3,6 kg für das neue Sturmgewehr zu lockern. Denn dann könnte das Unternehmen mit seinem Modell HK417 antreten. Diese Waffe hat das Kaliber 7,62 mm und ist die schwere Version des HK 416, mit der sich Heckler & Koch an der Ausschreibung beteiligt hat, aber durchgefallen ist.

Klar ist: Unternehmen haben naturgemäß ein Interesse daran, ein Produkt zu verkaufen, das sie bereits entwickelt haben und wofür ihre Produktion bereits ausgelegt ist. Für Nachbesserungen und Neuentwicklungen müsste Heckler & Koch mit viel Geld in Vorleistung gehen, ohne sicher sein zu können, den Auftrag am Ende zu bekommen. Zumal die Firma laut Geschäftsbericht eine hohe Schuldenlast drückt (H&K AG, “Quarterly Report: Results for the Year Ended December 31, 2018“).

HK416 A5 - 11" – Kal. 5,56 MM X 45 NATO

HK416 A5 – 11″ – Kal. 5,56 MM X 45 NATO

Eine Änderung der Ausschreibung ist allerdings nicht in Sicht. Das zuständige Beschaffungsamt der Bundeswehr hält stattdessen eine Nachbesserung der eingereichten Sturmgewehre für machbar und erwartet sie auch. Ein Sprecher des Beschaffungsamtes der Bundeswehr meinte dazu: “Die Forderungen zum Nachfolger des G36 sind anspruchsvoll, aber erfüllbar. Wir sind zuversichtlich, dass der Wettbewerb eine geeignete Waffe hervorbringen wird.” Der Fachjournalist und Sachverständige für Handfeuerwaffen, Lars Winkelsdorf, sieht das allerdings anders. Er schlägt in dieselbe Kerbe wie Heckler & Koch:

Also mir liegen zahlreiche Unterlagen vor; und tatsächlich ist es so, dass die Bundeswehr hier eine ‘Eier-legende-Vollmilch-gebende-Vollblut-Rindsau’ verlangt. Wir haben einerseits Forderungen nach Wirkung, nach weitreichender Präzision. Andererseits soll die Waffe möglichst leicht sein. Und hier sind zahlreiche physikalische Faktoren, die sich bereits gegenseitig ausschließen.

Bei einer ersten Testphase waren dann auch tatsächlich alle eingereichten Waffen für den G36-Nachfolger durchgefallen, auch das HK416 von Heckler & Koch. Irritierend ist jedoch: Frankreichs Armee beschafft gerade das bei der Bundeswehr gescheiterte HK416 als neues Standardgewehr. Einsatzorte und Szenarien von Deutschen und Franzosen gleichen sich seit geraumer Zeit immer mehr an – beide stehen von Afghanistan über Afrika bis ins Baltikum gemeinsam in Einsätzen. Zudem ist Frankreichs Konzept einer Interventionsarmee deutlich mehr auf Kampfeinsätze ausgerichtet, als das Konzept der Bundeswehr. Da wirkt es verwunderlich, dass eine Waffe, die den Franzosen genügt, bei der Bundeswehr sang und klanglos durchfällt. Auf Nachfrage heißt es dazu aus dem Beschaffungsamt der Bundeswehr nur: “Die Anforderungen der französischen Streitkräfte an ihr neues Sturmgewehr unterscheiden sich signifikant von denen der Bundeswehr”.

Ein durch Frankreich ausgewähltes Produkt könnte auch im deutschen Vergabeverfahren relevant werden. Bei dieser Auswahl wären dann die Informationen zu den französischen Spezifikationen und Ergebnissen der Produkterprobungen sehr hilfreich. — Zitat aus dem Bundesministerium der Verteidigung im Jahre 2015.

Inzwischen läuft eine zweite Testreihe der Kandidaten zum G36-Nachfolger, die im Spätsommer abgeschlossen sein soll. Hierzu sollten die bietenden Unternehmen verbesserte Modelle einreichen. Heckler & Koch hat das offenbar nicht getan, sondern tritt anscheinend mit seinen bisherigen Modellen an und setzt auf eine Änderung der Sturmgewehr-Kriterien. Der andere, öffentlich bekannte, Mitbewerber – das Unternehmen Haenel – wollte sich nicht dazu äußern (Haenel hat jedoch gegenüber dem polnischstämmigen Journalisten Remigiusz Wilk an der EnforceTac verraten, dass sie der Bundeswehr die zweite Generation des MK 556 Sturmgewehrs offeriert hätten).

Für Winkelsdorf sind die Vorgaben der Bundeswehr-Ausschreibung nicht nur technisch unerfüllbar, der Waffenexperte hält zugleich die ganze Konzeption des G36-Nachfolgers für völlig misslungen:

Man sucht ein Gewehr als Werkzeug für alle infanteristischen Aufgaben in der Bundeswehr. Und hier wäre es tatsächlich sinnvoller, wenn die Bundeswehr ihren Soldaten eine gemeinsame Plattform zur Verfügung stellen würde. Hier hätte auf Ebene des Ministeriums selbst zunächst ein klarer Katalog entwickelt werden müssen, welche Waffensysteme überhaupt gebraucht werden für zukünftige Einsätze und vor allem für welche Truppenteile.

Das hieße, statt möglichst viele Wünsche aus der Truppe an das kommende Sturmgewehr in ein Modell zu pressen, sollte die Bundeswehr aus den jeweiligen Einzelinteressen eine Gewehr-Plattform definieren. Daraus ließen sich dann sinnvolle Modell-Varianten für die jeweiligen Endnutzer, wie Fallschirmjäger oder Soldaten des Seebataillons entwickeln und beschaffen. Nochmals Winkelsdorf:

Beispiel wäre die amerikanische Waffenfamilie des M16, wo es zahlreiche verschiedene Versionen gibt. Von der Kurzvariante für Spezialkräfte bis hin zu Präzisionsgewehren. Aber auch auf russischer Seite sehen wir, dass von der Kalaschnikow zahlreiche Spezialversionen für Panzerbesatzungen, für Infanteristen und sogar als leichtes Maschinengewehr gefertigt werden.

Doch die Bundeswehr will weiterhin ein neues extrem leistungsfähiges Standardgewehr für alle Soldaten beschaffen. Der Eindruck bleibt, wie bei vielen Rüstungsprojekten der Bundeswehr, wird einmal mehr eine Goldrandlösung angestrebt. Diese stünde im krassen Widerspruch zum Anspruch des Wehrressorts bei der Beschaffung pragmatischer vorzugehen, um so den Zulauf von Waffensystemen zu erleichtern. Ob sich die Anforderungen der Bundeswehr für das neue Sturmgewehr erfüllen lassen, muss sich erst noch zeigen. Klar ist offenbar schon jetzt: Die Beschaffung des G36-Nachfolgers wird sich in die Länge ziehen.

Update vom 12.10.2019
Die Beschaffungsentscheidung zum neuen System Sturmgewehr Bundeswehr wird nach derzeitigem Zeitplan im 2. Quartal 2020 erwartet — das entspricht einer Verzögerung von einem Jahr. Über die Ergebnisse der zweite Testphase herrscht derzeit Stillschweigen. Auch wen das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr nicht erklärt hat, ob eines der nachgereichten Sturmgewehre die anspruchsvollen Tests erfolgreich bestanden hat, lässt die Tatsache über die erwartete Beschaffungsentscheidung den Rückschluss zu, dass mindestens eine der Waffen alle geforderten Kriterien erfüllt hat. (Quelle: Jean-Phillipp Weisswang und Waldemar Geiger, “System Sturmgewehr Bundeswehr: Entscheidung 2020 erwartet“, ES&T – Europäische Sicherheit & Technik, 12.10.2019).

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Chinese Tanks – Part 2: Today’s Types, Training and Doctrine

by Sébastien Roblin. He holds a Master’s Degree in Conflict Resolution from Georgetown University and served as a university instructor for the Peace Corps in China. He has also worked in education, editing, and refugee resettlement in France and the United States.

According to the Military Balance 2019, the Chinese People’s Liberation Army (PLA) may possess the largest active-duty tank fleet on the planet, with about 5,800 tanks in operational service. However, Chinese tanks remain relatively little known in the Western world. Therefore, in a two-part series, we first briefly surveyed the operational history of mainland Chinese tank forces, and the development of indigenous Chinese tanks through 1990. In this second part, we look at the organization and role of contemporary PLA tank units and review Chinese tanks currently in PLA Ground Force, Navy and Air Force service, as well as models exported abroad. Finally, Louis Martin-Vézian provided offiziere.ch with a comprehensive illustration of the last sixty years of Chinese tank design.

Type 99A tank at Theme Exhibition of the 90th Anniversary of Chinese People's Liberation Army.

Type 99A tank at Theme Exhibition of the 90th Anniversary of Chinese People’s Liberation Army.

 
Training & Doctrine
It is usually a mistake to over-fixate on technical capabilities when less easily quantified qualities of doctrine, training, and leadership have a more decisive impact on an armed force’s combat effectiveness. In these regards, the PLA has much ground to make up: it fought its last war in 1979, an episode which revealed major shortcomings in its military capabilities. For all their considerable mass, PLA Ground Forces lacked the speed, flexibility, and proficiency in combined-arms and inter-service operations.

In 1991, Saddam Hussein’s massive mechanized army, which included about 1,500 Chinese Type 59 and Type 69 tanks, was dealt a crushing defeat in the Gulf War by modern Western militaries. Appreciating how technologically and doctrinally outdated its forces were, the PLA began reevaluating its People’s War doctrine, which advocated drawing foreign invaders in for guerilla warfare and battles of attrition.

In some respects, PLA Ground Force modernization has focused equally on mechanizing PLA infantry units on foot with a mixture of tracked and wheeled Armoured personnel carriers, and more heavily armed Infantry Fighting Vehicles. At the same time, resources shifted away from the PLA Ground Forces to the PLA Navy and Air Force as U.S. sea and air power, not Soviet land power, became perceived as China’s most significant military threat.

Another massive round of reorganization was kicked off 2014/15 with Xi Jinping’s order to downsize military ranks by 300,000 personnel even as defense spending increased. Many ground forces formations were eliminated or reorganized in pursuit of a leaner, more capable brigade-centric force.

Historically, PLA service has been a prestigious, life-long occupation for its officers, incentivizing maintenance of a large army. Military exercises were often rigidly scripted and unrealistic, with OPFOR unit commanders encouraged to lose so as not to cause the non-OPFOR team to lose face.

Internal military documents reveal senior PLA commanders are frankly aware of these shortcomings. As described in these articles by Don Tse and Gary Li, the PLA reorganized its 195th Mechanized Infantry Brigade into an U.S.-style Brigade Combat Team to serve as an OPFOR unit in training exercises, lavished with air, artillery, electronic warfare, and nuclear/chemical weapons support.

In 33 exercises held at Zurihe, Inner Mongolia from 2014 to 2016, the OPFOR unit defeated elite Chinese armor brigades equipped with Type 96 and Type 99 tanks 32 times, typically inflicting 70% losses—most suffered before visual contact.

Rather than burying these embarrassing outcomes, the Xi Jinping government publicized them widely to promote its military reform project, even featuring one of the skirmishes in a documentary, along with an interview with the defeated unit’s sobbing political officer (see this Chinese video minutes 7-11).

PLANM personnel in a ZTD-05 amphibious assault vehicle during the training exercise in inner Mongolia.

PLANM personnel in a ZTD-05 amphibious assault vehicle during the training exercise in inner Mongolia.

 
Organization
Prior to 2017, PLA tanks were organized into 17 tank brigades and roughly 24 mechanized infantry brigades (including regular, light and amphibious types). There was also one full armor division (the 6th) and seven mechanized infantry divisions. All but one of the PLA’s eighteen Group Armies (corps) incorporated one armored brigade each and one to three mechanized brigades.

However, in a major reform later in 2017, the number of Group Armies was paired down to thirteen, and the mechanized and armored divisions disbanded. In the place of mechanized and armored brigades, PLA tanks are now spread out to 78 to 80 combined arms brigades. These are composed of combined arms battalions, as well as a supporting battalion each of artillery, air defense, reconnaissance, a combat support battalion (engineering, C2, EW), and several logistical battalions.

A combined arms battalion consists of one company of 14 tanks plus three mechanized infantry companies, each with 12 infantry fighting vehicles. Supporting assets, all self-propelled, include two HQ-17 SAM systems (similar to the Russian TOR), six 35-millimeter anti-aircraft guns, a medium battery of 120-millimeter artillery (or possibly self-propelled mortars), and a six-vehicle anti-tank battery with HJ-10 fiber-optic-wire-guided missiles.

The PLA also operates seven amphibious combined arms brigades equipped with landing ships and Type 63A tanks. Meanwhile, the PLA Navy’s Marine Corps recently expanded from two to six brigades, equipped with Type 05 amphibious fighting vehicle. Two each are deployed in Guangdong, Shandong and Fujian provinces. Finally, the PLA Air Force operates six mechanized airborne brigades equipped with ZBD-03 airborne infantry fighting vehicles.

Role of Tanks in Chinese National Security
Following the Sino-Soviet split during the Cold War, China’s armored forces primarily were oriented toward countering a potential Soviet invasion — a danger highlighted by violent clashes on the Sino-Soviet border in 1969. Modern-day Russia maintains a ground army, recent alignment between Beijing and Moscow on foreign policy appear to have diminished fear of conflict. In 2018, Russia even invited 3,000 Chinee troops to participate in its massive Vostok 2018 military exercise.

China is also involved in an escalating security competition with India along its Himalayan border, the site of a brief 1962 war in which armored units did not see action (save possibly some PLA self-propelled artillery). While mountainous terrain impedes armored operations, China has invested heavily in building up road infrastructure in adjacent Tibet and recently deployed a Type 15 light tank specifically for operations in mountainous terrain.

The PLA also maintains capabilities for an amphibious invasion of Taiwan, even if such a destructive and risky contingency is unlikely in the near term. Tanks would play an essential role in supporting any amphibious landing in Taiwan, which is defended by M-60 Patton tanks.

Other more hypothetical scenarios in which armor might play a role include potential conflicts with Japan, Vietnam, and the Philippines over disputed islands or intervention in the event of the collapse of North Korea or strife on China’s southeast Asian flank.

As Beijing, and even Chinese action movies, increasingly evoke a national self-image as a global power, Chinese armor may also be deployed abroad for peace-enforcement and anti-terrorist missions, or in defense of economic interests or allied governments. This is particularly true in Africa, where China has a tremendous commercial presence and recently opened a permanent military base in Djibouti. Thus, future Chinese deployments might incorporate increased force protection measures, even if China — compared to other states — does not have to show an excessive number of fallen soldiers in UN peacekeeping missions so far (see statistics below).

Arguably, Beijing may fear internal challenges to the Communist Party of China rule more than any foreign adversary. Thus, the PLA’s huge tank fleet — and particularly its more dated types — may be valued as an emergency measure to quash mass protests such as those that occurred in Tiananmen Square in 1989, or to contain large-scale uprisings by ethnic minorities such as occurred in Tibet in 2008 and Xinjiang in 2009. In the latter incident, at least one source state tanks were used passively to block streets and control rioting. Regarding the ongoing protests in Hong Kong, the Chinese defense ministry spokesman Wu Qian stated that the PLA could be deployed to Hong Kong to maintain social order at the request of the city’s government.

The Mainstay: Type 96 Main Battle Tank
The Type 96, a 47-ton main battle tank in a similar class to the Russian T-72B3, is at the heart of PLA modernization. It comes with most of the characteristics associated with Russian-style tanks: a three-man crew, explosive reactive armor (ERA) tiles, and a carousel autoloading 125-millimeter gun with a maximum rate of fire of six rounds per minute (rpm) and capability of firing Refleks-type ATGMs. The Type 96’s octagonal turret is fitted with modular composite armor for easy upgrade or repair and features side storage spaces that double as spaced armor. The later Type 96A model added an angular wedge of ERA to the turret and Shtora-style laser-jamming systems on either side to foul the guidance of certain types of anti-tank missiles. The tank’s gunner benefits from modernized fire control systems derived from the Type 99 and improved thermal imagers extending night vision from 800 meters to 2 kilometers.

The Type 96’s ZTP-98 gun is rated to penetrate 500 to 600 millimeter RHA equivalent at two kilometers. Its armor protection falls within a similar range, though reinforced in later models with FY-4 ERA (equivalent to Russian Kontakt-5) that ostensibly may improve equivalent armor thickness by as much as 60%.

Overall, Type 96 tanks remain at a disadvantage head-to-head versus heavier 60- to 70-ton Western tanks, but it can perform most other battlefield tasks (including engaging T-72/T-90 type tanks) satisfactorily and is comparatively inexpensive to manufacture. However, when trotted out for the competition in Russia’s 2014 tank biathlon, the Type 96A’s proved slower to accelerate and overall deficient in power compared to the Russian T-90. This is because increases in protection, and therefore weight, had not been matched by increasing the power of its 780 horsepower V12 engine.

The latest Type 96B model debuted in 2016 with improved thermal imagers, a more powerful 1,130 horsepower diesel engine of apparently Ukrainian origin (boosting speed from 35 to 40 miles per hour / 55 to 65 km/h), and improved suspension and ventilation. The new model won a gold medal at the 2016 biathlon, completing a course 2 minutes and 11 seconds faster than competing Russian T-72B3s (see video below).

However, in the following year’s events Type 96B tanks broke down, in 2017 due to lost track roller and in 2018 due to an overheated engine (they still scored second place).

The PLA operates 2,500 Type 96s of various models and intends for it to replace all of its older tanks eventually. Compared to the more formidable Type 99, the lighter Type 96 may be more practical for operations on difficult terrain and less developed infrastructure in sub-tropical southern China and mountainous Tibet, as well as for deployment in the second wave of an amphibious landing.

The Thoroughbred: Type 99 Main Battle Tank
The Type 99 represents China’s effort to build a tank with defensive and offensive capabilities comparable to top Western tanks like the M1 Abrams or Leopard 2. As such, it is arguably more capable — and more expensive at $2.5 million each — than strictly necessary for Beijing’s ground forces. It is the prize horse of the PLA’s stable, while the Type 96 serves as the workhorse.

A prototype model dubbed the Type 98 (40 built) first showed up in the 1998 May Day parade — itself an evolution of the Type 90-II tank, which was inspired by the Russian T-72 and T-80.

Today, the PLA has roughly 850 Type 99s in service, 250 which are newer and heavier 64-ton Type 99A or 99A2 models with redesigned turrets and modernized systems. The Type 99 tank is reserved for elite Chinese tank units, particularly in northern China and around Beijing, where the flatter terrain and improved infrastructure pose fewer problems for its heavier weight.

Like the Leopard 2, the Type 99 sports a 1,500 horsepower diesel engine, and can attain brisk speeds of 50 miles per hour (80 km/h), or 37 miles per hour (about 60 km/h) off-road. Early Type 99s carry a similar auto-loading 125-millimeter gun to the Type 96, though with a faster maximum rate of fire (8 rpm). However, later 99A2 variant sport a longer smoothbore cannon, implying higher muzzle velocity and penetration. The A model also introduced an additional commander’s sight to supplement the gunner’s with hunter-killer capability and an improved weather sensor. In addition to GPS and battlefield datalinks, Type 99 also has a stealthy laser-based communication system.

The Type 99’s composite armor is thought to be of comparable effectiveness to that on an M1 Abrams (800 millimeter RHA equivalent or higher) and is boosted by explosive reactive armor tiles. The 99A model sports second-generation Relikt-style ERA employing radar to time detonation of the tiles versus incoming projectiles, theoretically enabling it to defeat tandem shaped-charge missiles and degrade penetration of kinetic projectile. Additional defensive systems on the Type 99 include:

  • A Laser Warning Receiver to warn the crew if a laser targeting system is painting it.
  • JD-03 Infrared Jammers that may disrupt semi-automatic and heat-seeking missile guidance systems.
  • A laser dazzler which could be used to damage opposing tank optics and potentially inflict permanent blindness on enemy crews. As the Chinese military used laser dazzlers in 2018 to harass U.S. military aircraft operating around Camp Lemonnier in Djibouti, there is a reason to believe there may be little hesitation to use tank-mounted dazzlers for blinding attacks.

Reportedly China has tested a 140-millimeter gun on Type 99, bringing to mind similar large-caliber guns tested on the Leclerc, CATTB Abrams, and Leopard 2. However, such weapons remain over-kill, particularly given the limited scope of land warfare threats to China.

Chinese Type 15 light tank in live demonstration at China AirShow, November 2018.

Chinese Type 15 light tank in live demonstration at China AirShow, November 2018.

The Light Brigade: China’s New Type 15 Mountain Tank, and other Amphibious and Airborne Tanks
Unlike Western militaries, the PLA has long clung to the concept of “light tanks” due to concerns that marshy rice paddies in southern China would not support the weight of a full main battle tank. This initially led China to develop the Type 62 light tank — a Type 59 tank downgraded with thinner armor (maximum 50 millimeters) and a weaker rifled 85-millimeter gun to reduce weight to just 23 tons.

Type 62 tanks were retired from PLA service in 2017, but not so China’s Type 63 amphibious tanks, which are derived from Soviet PT-76 tanks using a cast-steel turret and up-gunned with 85-millimeter guns. The modernized 20-ton Type 63A model is upgraded further with a low-recoil rifled 105-millimeter gun, GPS, a more powerful 581 horsepower diesel engine, a thermal imager, and a fire control system allowing it to fire laser-guided missiles while swimming. The Type 63A’s improved water jets can propel it to 17 miles per hour (about 27 km/h).

The PLAN Navy Marine Corps also operates more modern ZTD-05 amphibious tanks, derived from the ZBD-05 amphibious fighting vehicle. The ZTD-5 mounts a stabilized rifled 105-millimeter gun which can also fire laser-guided anti-tank missiles while swimming, as well as a coaxial machine-gun and turret-mounted 12.7-millimeter anti-aircraft machine-gun. The aluminum tank weighs 26.5 tons and can attain a maximum speed of 23 miles per hour (37 km/h). Both vehicles can swim long distances, and are primarily intended for potential use in an amphibious invasion of Taiwan.

Unusually, China’s airborne (paratrooper) forces fall under PLA Air Force rather than PLA Ground Force control. PLA paratroopers adhere a mechanized airborne rather than a light infantry organization, with paratroopers dropped alongside ZBD-03 airborne fighting vehicles (see video below), inspired by the Russian BMD-3.

Three of the thinly armored vehicles can be parachute dropped from a single Il-76 or Y-20 transport plane. The vehicle’s one-man turret mounts a stabilized 30-millimeter autocannon, an HJ-73 or HJ-8 anti-tank missile launcher and a coaxial machine gun. Up to five infantrymen can be carried in the hull. The agile vehicles can sprint up to 42 miles per hour (about 68 km/h) and are also amphibious.

Type 88A tanks during the opening of the International Army Games at the Korla training ground in the Xinjiang Uygur autonomous region in 2018.

Type 88A tanks during the opening of the International Army Games at the Korla training ground in the Xinjiang Uygur autonomous region in 2018.

Second Generation Tanks: Type 79 and 88
As detailed in part one, the PLA developed numerous tanks during the 1980s. Three models, the Type 69, 79 and 88, were produced in modest numbers for domestic service, but the PLA was never fully satisfied with their capabilities. Around 500 of the latter two models remain operational in the Beijing military region, mainly in training and reserve capacities.

While the 100-millimeter gun armed Type 69 tank was retired in 2017, 200 of the improved Type 79 variant introduced in 1984 linger on. These are fitted with rifled 105-millimeter Type 83 guns, infrared sights, Marconi fire-control systems, and NBC-detection systems, and have also had ERA added.

The nearly 40-ton Type 88 (produced 1988—1995) incorporated the same Western systems onto a new hull design with five roadwheels (debuted in the Type 80 prototype model) and featured a German-built 730-horsepower diesel engine, increasing speed to 35 miles per hour (about 56 km/h). The later 88A and 88B subvariant introduced a longer-barreled Type 83A gun, a faster (13 rpm) loading mechanism, explosive-reactive armor tiles, and new targeting sensors.

Oldie but Goody: Type 59 First Generation Tanks
In 1956, the Soviet Union transferred the schematics for its now ubiquitous T-54A tank to China, which sported a potent 100-millimeter gun and up to 203 millimeters of frontal turret armor. The Chinese entered their version into mass production two years later, minus the T-54’s gun stabilization and infrared searchlight, and built 10,000 Type 59s before production ended in 1985.

A capable design when it was introduced, Type 59 tanks are outclassed by modern tanks and anti-tank weapons; however, it remains adequate for infantry support purposes in less contested environments. China retains more than 1’900 Type 59s in active units and thousands more in reserve. Of the Type 59s in 2015 serving in 69 battalions, around 1,300 were only lightly upgraded with modernized fire control systems. Another 500 are Type 59-IIs mounting more capable rifled 105-millimeter Type 83 guns (derived from UK’s L7).

Finally, there about 650 Type 59D models which entered service in 1995, boasting new FY-series ERA tiles, relatively modern fully-stabilized fire control systems, thermal sights, and anti-tank missile launch capability based on the Russian AT-10 Stabber (range 3.2 miles / about 5 km). Some D variants have higher-velocity Type 83A cannons.

That the PLA maintains so many Type 59s in service shows an enduring commitment to maintaining “mass” in its armored forces, even as it slowly incorporates more modern designs.

Modern Chinese Export Tanks
During the Cold War, China exported thousands of Type 59, 63, 69, and 79 tanks across Africa, Asia, and the Middle East. Type 59s saw extensive action in the Vietnam War (a Type 59 tank stormed the gates of the presidential palace in Saigon), Indo-Pakistani Wars, and the Iran-Iraq and Gulf Wars. Type 59s and 69s also participated in counter-insurgency conflicts in Myanmar, Sri Lanka, and Sudan.

Modern Chinese tank exports are on a much more modest scale. Since the 1980s, China began exporting newer tanks abroad under the VT-designation (see table below), making it little more obscure that a VT-1, for example, is effectively a Type 90-II tank.

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Russlands Luftverteidigung & Flugabwehrsysteme in Syrien: Mehr Schein als Sein?

von Roger Näbig (Twitter / LinkedIn). Er arbeitet als Rechtsanwalt und freier Journalist in Berlin mit dem Fokus auf globalen Konflikten, Verteidigung, Sicherheit, Militärpolitik, Rüstungstechnik & Kriegsvölkerrecht. Darüber hinaus hält er Vorträge zu verteidigungspolitischen Themen. For an English version see here.

Russland hat weder die militärischen Mittel noch die politische Absicht, in Syrien eine für Israel, die USA und ihre Verbündeten unüberwindliche Flugverbotszone zu errichten. Allerdings sind die im Syrien-Konflikt gewonnenen Erkenntnisse über die russische Luftverteidigung und die eingesetzten Flugabwehrsysteme nicht auf Russlands “A2AD”-Zonen in Europa direkt übertragbar.

Panzir-S1 auf dem Militärflugplatz Hmeimim (Syrien).

Panzir-S1 auf dem Militärflugplatz Hmeimim (Syrien).

Russland rüstet Syrien schon seit Sowjetzeiten exklusiv mit seinen Flugabwehrsystemen aus und schult deren Soldaten in ihrer Bedienung nach russischer Doktrin. Syriens Luftverteidigung besteht hauptsächlich aus modernisierten, aber dennoch veralteten S-200VE (NATO Code: SA-5 Gammon – Langstrecke) sowie moderneren 9K40 Buk-M2 (SA-17 Grizzly – Mittelstrecke), die durch Panzir-S1 (SA-22 Greyhound – Nahbereich) ergänzt wurden. Russland soll zudem die syrische Luftverteidigung komplett neu aufgebaut und mit ihren Flugabwehr- und Radaranlagen auf den Militärbasen in Hmeimim (Luftwaffe) und in Tartus (Marine) verknüpft haben. Die beiden russischen Stützpunkte an der syrischen Mittelmeerküste selbst werden nach offiziellen Verlautbarungen durch drei Luftverteidigungsschichten geschützt, wobei teilweise auch syrische Systeme mit eingebunden sind: Den äußeren Ring bilden S-400 Triumf (SA-21 Growler), S-300V4 (SA-23 Gladiator) und vermutlich syrische S-200VE, den mittleren seegestützte S-300FM (SA-N-20) sowie Buk-M2E, den inneren schließlich Osa-AKM (SA-8 Gecko), S-125 Petschora-2M (SA-3 Goa) nebst Tor-M1 (SA-15 Gauntlet) und Panzir-S2 für die unmittelbare Nahbereichsverteidigung (Mikhail Khodaryonok, “Three Layers of Russian Air Defense at Hmeymim Air Base in Syria“, TASS, 12.02.2016).

Trotz der Verknüpfung beider Luftverteidigungssysteme und intensiver Ausbildung syrischer Soldaten musste die syrische Flugabwehr mit ihren russischen Systemen seit 2014 einige Niederlagen hinnehmen. Israel hat in den letzten Jahren hauptsächlich mit Kampfflugzeugen der 4. Generation (F-15, F-16) mehr als 250 Luftangriffe auf Ziele in Syrien geflogen, bei denen nur eine eigene Maschine verloren ging.

Die USA führten 2017 Luftangriffe gegen einen syrischen Militärflugplatz sowie ein Jahr später zusammen mit Großbritannien und Frankreich gegen drei mutmaßliche Produktionsstätten für chemische Waffen aus (siehe dazu “Chemical Weapons in Syria: Red Lines or Proving Grounds“, offiziere.ch, 04.08.2018). Beim ersten Angriff im April 2017 wurden 59 Tomahawk Marschflugkörper, abgefeuert von den beiden US-Zerstörern USS Porter und USS Ross, gegen den Militärflugplatz asch-Schaʿirat (süd-östlich von Homs) in Westsyrien eingesetzt, von denen 58 Tomahawks ihr Ziel getroffen haben (“ISI First to Analyze Shayrat Airfield Missile Attack“, ImageSat International, 05.11.2017). Nachdem Russland immer wieder auf seine überragende Luftverteidigung in Syrien hingewiesen hatte und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Russland von den USA kurz vor dem Angriff vorgewarnt wurde, stellte dies eine blamable Leistung dar. Kurzerhand erklärte das russische Verteidigungsministerium, nur 23 der Marschflugkörper hätten ihr Ziel tatsächlich erreicht – eine Behauptung, die durch die Analyse von Satellitenbildern widerlegt werden kann (siehe unten). Vielmehr scheint es, dass Russland seine eigenen Flugabwehrsysteme gar nicht aktiviert hatte und nur die älteren syrischen Systeme zum Einsatz kamen. Warum also blieb Russland untätig, obwohl es die Mittel hatte und vorgewarnt war?

Trump’s bombardment of Syria’s Shayarat with 59 Tomahawk cruise missiles -- click on the image to enlarge (compiled by Louis Martin-Vézian of CIGeography).

Trump’s bombardment of Syria’s Shayarat with 59 Tomahawk cruise missiles — click on the image to enlarge (compiled by Louis Martin-Vézian of CIGeography (Facebook / Twitter).

Bevor diese Frage beantwortet werden kann, muss man sich zuerst mit dem häufig anzutreffenden Missverständnis über die angebliche Fähigkeit russischer Flugabwehrsysteme vom Typ S-400 und S-300V4 auseinandersetzen, dass diese eine undurchdringbare Flugverbotszone im Radius von bis zu 400km erschaffen können. Auf dem Papier sind die technischen Daten beider Systeme zwar beeindruckend, allerdings beeinflussen in der militärischen Realität bei der Bekämpfung feindlicher Kampfflugzeuge viele Faktoren deren tatsächliche Reichweite und Effizienz. So ist die für die S-400 vorgesehene 40N6 Rakete mit 380 km Reichweite gerade erst Ende Oktober 2018 zur Serienproduktion zugelassen worden (Franz-Stefan Gady, “New Long-Range Missile for Russia’s S-400 Air Defense System Accepted Into Service“, The Diplomat, 23.10.2018). Selbst wenn diese in größeren Stückzahlen verfügbar sein sollte, dann können auf diese Entfernung nur große Ziele, wie Tank-, Transport- und Frühwarnflugzeuge in einer Flughöhe von mehr als 10 km erfasst und bekämpft werden (Robert Dalsjö, Christofer Berglund und Michael Jonsson, “Bursting the Bubble – Russian A2/AD in the Baltic Sea Region: Capabilities, Countermeasures, and Implications“, Swedish Defence Research Agency Report, 04.03.2019). Die für den Einsatz von Flugabwehrraketen erforderliche genaue Zielerfassung von Kampfflugzeugen der 5. Generation mit Tarnkappenfähigkeiten (F-35, F-22) und tieffliegenden Marschflugkörpern stellt für russische Flugabwehrsysteme ein bislang wohl unüberwindliches technisches Problem dar (Guy Plopsky, “Russia‘s Air Defenses in Syria: More Politics than Punch“, BESA Center Perspectives Paper, No. 618, 18.10.2017). Aufgrund des sogenannten “Radarhorizontes” können selbst ältere Kampfflugzeuge der 4. Generation im Tiefflug erst in ca. 30-40 km Entfernung sowie Marschflugkörper bei einer Flughöhe von rund 50 m erst in ca. 25 km erkannt und erfasst werden (Roger McDermott, “Russian Air Defenses and the US Strike on Al-Shayrat“, Eurasia Daily Monitor, Volume 14, Issue 50, 11.04.2017), was durch A-50 AWACS Flugzeuge nur bedingt zu lösen ist. Schließlich kann die Radarerfassung durch luftgestützte elektronische Kampfführung, z.B. durch den Einsatz hierauf spezialisierter Kampfflugzeuge wie der EA-18G Growler, die bei dem Angriff auf den syrischen Militärflugplatz zum Einsatz kam, stark eingeschränkt werden.

Beim Luftangriff auf Damaskus und Homs im April 2018 auf drei mutmaßliche syrische Forschungs- und Produktionsstätten für Chemiewaffen wurden 105 US-amerikanische, britische sowie französische see- bzw. luftgestützte (Stealth-)Marschflugkörper eingesetzt, die aus unterschiedlichen Himmelsrichtungen anflogen. Nach Angaben des Pentagons erreichten alle abgeschossenen Lenkwaffen die vorgegebenen Ziele. Auch bei diesem Angriff wurde Russland vorgewarnt – und auch bei diesem Angriff durch die westliche Koalition auf dessen engsten Verbündeten im Nahen Osten blieben die russischen Flugabwehrsysteme inaktiv. Vielmehr behauptete das russische Verteidigungsministerium, die syrische Flugabwehr allein habe mit ihren S-200, S-125, Osa, Buk und Strela Flugabwehrsystemen 71 Marschflugkörper abgeschossen (am Internationalen Flughafen Damaskus, am Militärflugplatz asch-Schaʿirat und an weiteren Militärflugplätzen, eine Darstellung, die von der Koalition bestritten wird). Diese Aussage spiegelt deutlich die ambivalente Haltung Russlands wieder, denn zu keinem Zeitpunkt hat Russland bei Luftangriffen auf syrisches Gebiet seine eigenen Flugabwehrsysteme in den Dienst der syrischen Armee gestellt. Dafür gibt es zwei Erklärungen: Erstens will Russland nicht in einen eskalierenden Konflikt mit den USA oder Israel hineingezogen werden, was aus einem aktiven Einsatz seiner Luftverteidigungssysteme folgen könnte und zweitens gilt Russlands politisch-militärisches Interesse allein dem Schutz seiner beiden eigenen Militärbasen in Syrien (siehe auch Damien Sharkov, “Criticisms aside, was Russia Capable of Halting the U.S. Strike?“, Newsweek, 08.04.2017).

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Graphic compiled by Louis Martin-Vézian of CIGeography (Facebook / Twitter).

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Auch andere Indizien weisen auf diesen Erklärungsansatz hin. Im Juni 2017 wurde in einem Bericht des russischen Fernsehens erklärt, dass Russland keine Koalitionsflugzeuge im Kampf gegen die Terrororganisation “Islamischer Staat” (IS) angreifen werde, so lange diese einen Abstand von mehr als 60 km zum Militärflugplatz Hmeimim einhalten. Während syrische Kampfflugzeuge Begleitschutz für russische Kampfbomber flogen, wurde dies im Gegenzug von russischer Seite nicht getan. Als im Juni 2017 eine US-amerikanische F/A-18E Super Hornet eine syrische Su-22 abschoss, entschloss sich Russland auch aus politischen Gründen dazu, eine deutliche Warnung auszusprechen: In denjenigen syrischen Gebieten westlich des Euphrats, in denen die russische Luftwaffe Kampfeinsätze im syrischen Luftraum durchführt, würden alle bemannten oder unbemannten Flugobjekte, einschließlich derjenigen der internationalen Koalition gegen den IS, von der russischen Flugabwehr als Luftziele verfolgt (“Russian Missile Defense to Track US-Led Coalition Aircraft in Syria – MoD“, Sputnik, 19.06.2017). Es blieb bei der Warnung: Als im Februar 2018 bei Deir ez-Zor im Osten Syriens US Kampfflugzeuge den Euphrat auch zum Westufer hin überflogen, um einen Angriff syrischer Einheiten mit Unterstützung des privaten russischen Militärunternehmens “Gruppe Wagner” zurückzuschlagen, rührte sich weder die russische Flugabwehr noch die russische Luftwaffe, obwohl hier sogar das Leben eigener Staatsbürger auf dem Spiel stand.

Sometimes conflicts do arise, and we are naturally concerned about the possibility of military confrontation between the Iranian and Israeli forces in Syria. We do everything possible to prevent it. To prevent the escalation of the conflict. — Levan Dzhagaryan, russischer Botschafter in Teheran, zitiert in Anna Ahronheim, “Russia Concerned about Military Confrontation between Israel and Iran“, The Jerusalem Post, 19.07.2018.

Militärisch interveniert Russland auch nicht bei israelischen Luftangriffen u.a. auf iranische Militäreinrichtungen in Syrien. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Moskau den wachsenden Einfluss Teherans und der schiitischen Milizen in Syrien mit wachsenden Unbehagen und Misstrauen beobachtet. Russland sieht im Iran länger schon mehr den lästigen Konkurrenten, der mit ihm um die Vormacht in Syrien buhlt, als den willigen “Waffenbruder” im blutigen Bürgerkrieg. Syrien hingegen braucht den Iran als Verbündeten, der ihm die fehlenden, kampferprobten Bodentruppen zur Verfügung stellt. Daher ist es wenig überraschend, dass Russland tatenlos wegsieht, wenn Israel iranische Stellungen in Syrien bombardiert, solange keine russischen Soldaten oder Einrichtungen zu Schaden kommen (Amir Tibon, “Everyone Wants to Get Iran Out of Syria. But No One Knows How to Do It“, Haaretz, 26.08.2018). Russland hat zudem die Sorge, dass die israelisch-iranische Dauerfehde seinen syrischen Verbündeten mittelfristig in einen Krieg mit Israel hineinziehen könnte, der Russland selbst mehr schaden als nutzen würde. Gleichzeitig will Moskau Damaskus nicht zu sehr düpieren und Teheran nicht zu sehr verärgern, weshalb sich die syrische Luftverteidigung bei Angriffen auf iranische Waffenlager und Raketenfabriken mit der israelischen Luftwaffe messen darf (Lidia Averbukh und Margarete Klein,  “Russlands Annäherung an Israel im Zeichen des Syrien-Konflikts“, SWP-Aktuell 2018/A 45, August 2018). Dass dieser politische Spagat langfristig zu Problemen führen würde, war absehbar.

Was dann im September 2018 folgte, war für Russland der bislang größte politische Fehlschlag im syrischen Luftkrieg überhaupt: Der versehentliche Abschuss seines eigenen Il-20 Seeaufklärers mit einer fünfzehnköpfigen Besatzung über dem Mittelmeer durch eine syrische Flugabwehreinheit russischer Bauart (vermutlich S-200VE), die zuvor vergeblich versucht hatte, vier israelische F-16I im syrischen Luftraum zu bekämpfen. Nach diesem Debakel entschied sich Russland im Oktober 2018, Syrien die schon seit längerem zugesagten drei S-300 Batterien mit jeweils acht Startern auszuliefern. Ein Grund dafür dürfte wohl auch gewesen sein, dass der Vorfall Identifikations- und Kompatibilitätsprobleme der syrischen S-200 mit den moderneren russischen Systemen offenbarte, neben allgemeinen Mängeln bei der Koordination der Luftabwehr beider Länder untereinander. Russlands Verteidigungsminister Sergei Schoigu begründete die von Israel immer wieder scharf kritisierte Auslieferung mit dem Ziel, zukünftig eine eindeutige Identifikation russischer Flugzeuge durch die syrische Flugabwehr garantieren sowie weitere Verluste durch den versehentlichen Beschuss des Verbündeten vermeiden zu wollen. Für Syrien stellt diese Entscheidung eine wesentliche Steigerung und Verbesserung seiner Luftverteidigungsfähigkeiten dar, auch wenn die maximale Bekämpfungsreichweite der S-300 geringer ist, so sind doch die verwendeten Raketen wesentlich wirkungsvoller.

Sowjetische Boden-Luft-Rakete S-200 (Foto: Vitaly V. Kuzmin).

Sowjetische Boden-Luft-Rakete S-200 (Foto: Vitaly V. Kuzmin).

Die Luftangriffe Israels auf den Internationalen Flughafen von Damaskus und nahegelegene Waffenlager im Januar 2019 sind ein Indiz für die Fortschritte Syriens beim Ausbau seiner Luftverteidigung. Es gelang syrischen Buk-M2 und Panzir-S2 Flugabwehrbatterien immerhin einige israelische Raketen der ersten Angriffswelle abzufangen (Sebastien Roblin, “Israel Kamikaze Drones are Destroying Syria’s Air Defences“, The National Interest, 26.01.2019), doch dies konnte nicht verhindern, dass Israel letztlich militärisch die Oberhand behielt. Die syrischen Systeme waren dem israelischen “Sättigungsangriff” mit mehreren weiteren Wellen an Raketen, gelenkten Bomben, Marschflugkörpern und sogenannten Selbstmord-Drohnen “Harop” gegen die ursprünglichen Ziele und zusätzlich gegen die syrischen Flugabwehreinheiten nicht gewachsen. Neben den iranischen Waffenlagern wurden u.a. zwei syrische Panzir-S2 getroffen und zerstört. Ein Video (siehe unten), das den Endanflug einer israelischen Lenkwaffe auf das moderne russische SHORAD System zeigt, verbreitete sich im Internet wie ein Lauffeuer.

Der jüngste Schlagabtausch zeigt deutlich, dass Russland aus politischen Gründen weiterhin nicht selbst mit seinen eigenen, moderneren Flugabwehrsystemen in den Konflikt eingreifen will und es Israel daher wohl auch in Zukunft gelingen wird, die syrische Luftabwehr zu überwinden, wenn auch mit anderen Einsatzmethoden sowie unter Verwendung von mehr und besseren Waffensystemen. Zwar waren die an Syrien ausgelieferten S-300 Flugabwehrbatterien im Januar 2019 wahrscheinlich noch gar nicht voll einsatzbereit und vermutlich mangelte es den syrischen Soldaten auch an entsprechender Ausbildung, Moral bzw. Einsatzbereitschaft, doch Russland dürfte Syrien bislang auch eher ältere, weniger leistungsfähigere Exportversionen seiner Flugabwehrsysteme ausgeliefert haben. Ausserdem kamen die syrischen S-300 Flugabwehrbatterien auch bei späteren israelischen Luftschlägen – beispielsweise Mitte April 2019 – nicht zum Einsatz, was vermuten lässt, dass Russland ein für den Einsatz ausschlaggebendes Mitspracherecht hat (Sebastien Roblin, “Israeli F-16s Smashed a Syrian Missile Complex (And Russia Held Its Fire)“, The National Interest, 24.06.2019). Ob dies in Zukunft so bleibt, wird entscheidend davon abhängen, wie sich der Nahostkonflikt weiterentwickelt. Von daher sollte man mit Rückschlüssen für vergleichbare “A2AD”-Zonen in Europa, z.B. in Kaliningrad oder auf der Halbinsel Krim, vorsichtig sein. Auf jeden Fall kann Russland mit seinen teils älteren, im Dienste Syriens stehenden Flugabwehrsystemen wertvolle Einsatzerfahrungen sammeln, die es zur fortlaufenden Modernisierung der eigenen Systeme nutzen wird.

Dennoch belegen vor allem die langjährigen Einsatzerfahrungen Israels und der USA im Luftkrieg über Syrien, dass Russland auch in Osteuropa keine unüberwindbaren “A2AD”-Zonen aufbauen kann. Die Gesetze der Physik (Radarhorizont), elektronische Kriegsführung und Tarnkappenfähigkeiten bei Kampfflugzeugen der 5./6. Generation (F-35, FCAS) zeigen der russischen Luftverteidigung auch in Zukunft ihre Grenzen auf. Erwähnenswert sind auch die israelischen Erfolge bei der Bekämpfung russischer Flugabwehrsysteme durch Drohnen sowie die Anwendung der ehemals sowjetischen Taktik des “Sättigungsangriffes” aus den Zeiten des Kalten Krieges. Aber nur wenn die europäischen Staaten auch in Zukunft bereit und willens sind, mehr Geld für die Anschaffung moderner Kampfflugzeuge, Raketen, Marschflugkörper und Drohnen auszugeben, dann werden sie auch russische Flugabwehrsysteme im Konfliktfall wirkungsvoll stören bzw. bekämpfen können. Für Deutschland sollte dies ein Weckruf sein, sich hierbei nicht nur auf die NATO-Partner zu verlassen, sondern endlich die Nachfolge des fast 40 Jahre alten Tornado Kampfbombers zu klären, der u.a. in der ECR Version Einsätze zur Unterdrückung feindlicher Luftabwehr (“SEAD“) fliegt und vor allem die Entwicklung des Future Combat Air System mit Frankreich nunmehr zügig voranzutreiben.

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The Triple Shocks of 1979 and the Making of the Middle East

by Lt. Col. Chad M. Pillai. He is a U.S. Army strategist who has served in assignments in Europe, the Middle East, and Asia. Lt. Col. Pillai is a published author in a variety of journals and online forums to include offiziere.ch and received his Master of International Public Policy (MIPP) degree from the Johns Hopkins University, School of Advanced International Studies (SAIS). The opinion in this article reflect the author’s personal views and do not reflect the official position of the U.S. Government or the Department of Defense.

U.S. President Donald Trump holds an executive order imposing fresh sanctions on Iran in the Oval Office of the White House on June 24, 2019 in Washington, DC (Photo: Oliver Contreras).

U.S. President Donald Trump holds an executive order imposing fresh sanctions on Iran in the Oval Office of the White House on June 24, 2019 in Washington, DC (Photo: Oliver Contreras).

Presently, tensions between the United States and Iran remain high and, despite the defeat of the physical caliphate, the Islamic State remains a constant danger as seen by the Easter attacks in Sri Lanka. These facts, along with the return of Russia’s military intervention in Syria, can be traced back to three cataclysmic shocks that occurred 40 years ago, and which continue to reverberate today.

In 1979 the world witnessed the Iranian Revolution, the Siege of Holy Mosque in Mecca, and the Soviet invasion of Afghanistan. These had and continue to have a profound impact on both the regimes and people of the region and global powers to this very day. These three shocks, more than the traumas of the 2011 Arab Spring or the demise of the Ottoman Empire over a hundred years ago, continue to influence the strategic calculations of the United States and its European allies. The region’s centrality for global energy security remains a core national interest of the United States, and increasingly that of China who has been expanding its overseas presence to secure access to energy and raw materials to support its expanding economy.

A brief review of the triple shocks will highlight their interconnectedness these past four decades to the present day.

Shock #1 – The Iranian Revolution
On February 11, 1979, Mohammad Reza Pahlavi, the Shah of Iran, was overthrown and replaced by the Ayatollah Ruhollah Khomeini’s theocratic Islamic Government. The Shah had come to power in 1953 after the CIA and MI-6 orchestrated a coup against Prime Minister Mohammed Mossadegh. Andrew Scott Cooper, in his book “The Oil Kings“, chronicles the Shah’s rule and demonstrates that the Shah was the centerpiece for the U.S. strategy to contain the Soviet Union in the Middle East.

While the Shah’s regime acted as the proxy for the U.S. in the Middle East, the Government was extremely repressive towards its people while it spent vast sums of money on its military buildup (see also Paul Iddon, “In the 1970s the Shah sought to make Iran a military superpower“, offiziere.ch, 09.09.2018). Additionally, the Shah’s lavish lifestyle and attempts at forcing modernization reforms angered the traditional Shia clerics. Leading up to the 1979 revolution, Khomeini rallied the opposition against the regime. Eventually, the opposition to the Shah proved overwhelming, forcing him to flee Iran. Thousands hailed the Ayatollah’s return in Tehran as the remnants of the monarchy collapsed. To prevent another CIA-backed coup, the Ayatollah formed the Revolutionary Guards to crush dissent and western influence culminating in the November 1979 seizure of American hostages at the American embassy. The embassy seizure spawned 40 years of hostility between Iran and the United States.

Since 1979, Iran became the chief state-sponsor of terrorism throughout the Middle East and the world. It supported the rise of Lebanese Hezbollah during the Lebanese Civil War that led to the 1983 bombings of the Marine Barracks and U.S. embassy. In turn, Lebanese Hezbollah has become one of the most dangerous hybrid militant organizations in the Middle East that fought Israel to a draw in 2006 and served as a critical element in the preservation of the Assad Regime in Syria. However, from 1980-2001 and 2003, the Iranians were effectively blocked from expanding their influence in the region by Saddam Hussein and in the east by the prolonged conflict in Afghanistan to include the rise of the Taliban.

The events of 9/11 led to the fall of the Taliban, followed by Saddam Hussein’s regime in 2003, that effectively unshackled Iran and allowed it to expand its influence throughout the region dubbed the Shia Crescent by the King of Jordan in 2004. From 2003-2011, Iran waged an unofficial proxy campaign against the United States by supplying Iraqi insurgents material support – to include use of Explosive Formed Projectiles (EFPs) – which the United States claimed Iran was responsible for the deaths of over 600 service members. In 2011, Iran claimed a strategic victory as the United States abided by its agreement with the Iraqi Government to remove its combat forces and leave a small advisory force behind. In 2014, the rise of the Islamic State in Iraq and Syria provided Iran the opportunity to further its influence as its forces moved to support the Shia-led Government in Iraq and the Assad regime in Syria (see also Austin Michael Bodetti, “Iran Needs Afghans and Pakistanis in Syria“, offiziere.ch, 16.04.2016 and Galen Wright, “Iran Expands Presence in Syria With Special Forces Deployment“, offiziere.ch, 19.04.2016).

Brian Hook, the US special representative on Iran, checks what Saudi officials said were Iranian-made Huthi missiles and drones intercepted over Saudi territory and the remnants of a "cruise missile" that slammed into Abha airport, Saudi Arabia on June 12, during a visit to an army base in al-Kharj, south of the Saudi capital Riyadh, on June 21, 2019 (Photo: Fayez Nureldine).

Brian Hook, the US special representative on Iran, checks what Saudi officials said were Iranian-made Huthi missiles and drones intercepted over Saudi territory and the remnants of a “cruise missile” that slammed into Abha airport, Saudi Arabia on June 12, during a visit to an army base in al-Kharj, south of the Saudi capital Riyadh, on June 21, 2019 (Photo: Fayez Nureldine).

Iran’s presence in Syria has escalated tensions with Israel as Israel has conducted military strikes against Iranian equipment and personnel. In 2015, Iran capitalized on the Yemen Civil War by supporting the Houthi rebels against the Royal Yemeni Government and their Saudi Arabian and Emeriti backers (see also Yara Bayoumy and Mohammed Ghobari, “Iranian Support Seen Crucial for Yemen’s Houthis“, Reuters, 15.12.2014). The war in Yemen has intensified with Houthi ballistic missile and unmanned aerial vehicle attacks against Saudi Arabia and the United Arab Emirate, and attacks against shipping in the Bab el-Mandeb straits connecting the Red Sea to the Gulf of Aden.

In 2015, Iran signed the Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) with the United States, Russia, China, the United Kingdom, France, and Germany to limit its nuclear program in return for the lifting of crippling economic sanctions. In 2018, the United States withdrew from JCPOA and began to reinstitute sanctions against the Iranian regime for its malign activities in the Middle East. In 2019, the United States, as part of its Maximum Pressure Campaign, ended its waiver program for Iranian oil purchases to pressure the regime to re-negotiate JCPOA that would include rolling back its influence throughout the region. As a result, tensions have escalated recently with the United States enhancing its military presence in the area due to potential threats to the U.S. and its partner forces in the region.

Forty years after the Iranian Revolution, the United States and Iran remain one miscalculation away from war.

Shock #2 – The Siege of Mecca
On November 1979, Juhayman al-Otaybi and his band of radical extremists attacked Islam’s holiest shrine in Mecca. The events of the Siege of Mecca were detailed in “The Siege of Mecca: The 1979 Uprising at Islam’s Holiest Shrine” by Yaroslav Trofimov. Juhayman al-Otaybi felt that the Saudi regime had become too decadent and had swayed from the strict interpretation of the Koran. The siege lasted 15 days and required the Saudis to seek support from France to reclaim its holy site. During the attack, Juhayman al-Otaybi declared himself the Mahdi, Islam’s religious redeemer who would appear at the “End of Days”. During the siege, tied with the recent unrest in the region, there were even moments when the Saudi Regime accused Iran of orchestrating the attack on the holy site highlighting the growing tension between the King of Saudi Arabia and the new Ayatollah. The Saudi Government executed al-Otaybi and his primary ring leaders at the end of the siege. Most of the rest of the extremists were jailed then released, and later joined or provided the inspiration for terrorist groups such as Al-Qaeda and the Islamic State. For the Saudi Regime, it was not the first, nor the last time they made a deal with the devil. However, the third shock, the Soviet invasion of Afghanistan, provided the Saudis the opportunity to re-direct the anger of the Wahhabist extremist in their country by supporting their efforts to join the mujahedeen against the atheist Soviets.

Picture dated December 1979 in Jeddah of arrested Moslem gunmen belonging to the group commanded by Juhayman al-Otaybi, who seized the Mecca's Great Mosque. Some arrested gunmen were later executed.

Picture dated December 1979 in Jeddah of arrested Moslem gunmen belonging to the group commanded by Juhayman al-Otaybi, who seized the Mecca’s Great Mosque. Some arrested gunmen were later executed.

The siege of Mecca can be linked directly to the events of 9/11 and today with the continued global threat from Al-Qaeda and the Islamic State. The timeline of Islamic extremist leading up to 9/11 is laid out in the book “The Terror Timeline – Year by Year, Day by Day, Minute by Minute: A Comprehensive Chronicle of the Road to 9/11 – and America’s Response” by Paul Thompson.

The war in Afghanistan became fertile ground for extremists who became a pawn of the more significant geopolitical contest between the Soviet Union and the United States. The United States, as payback for Soviet support to the Communist Vietnamese, engaged in a covert war against the Soviets in Afghanistan. This covert war was detailed extensively in George Crile’sCharlie Wilson’s War: The Extraordinary Story of the Largest Covert Operation in History” and Steve Coll’sGhost Wars: The Secret History of the CIA, Afghanistan, and Bin Laden, from the Soviet Invasion to September 10, 2001“. The CIA’s support for Islamic elements in Afghanistan would come back to haunt the nation first with Sheikh Omar Abdul-Rahman, the “Blind Sheikh”, who assisted in the 1993 truck bombing of the World Trade Center. The 1993 event became a prelude to a shadowy war against the United States led by Osama Bin Laden leading up to the 9/11 attacks. This shadowy war included Al-Qaeda’s alleged role in the incident of Black Hawk Down in Somalia, the 1998 attacks against U.S. embassies in Kenya and Tanzania, and the 2000 attack against the USS Cole in the Port of Aden, Yemen. Despite these events, the U.S. security apparatus missed the clues about an attack on the homeland as detailed in “The 9/11 Investigations Report” and “The Looming Tower: Al-Qaeda and The Road to 9/11” by Lawrence Wright (also been filmed as a mini-series).

The American response to 9/11 would be America’s longest war in Afghanistan; however, it would be its invasion of Iraq in 2003 that would expand the war on terrorism regionally and globally. The war in Iraq gave rise to Abu Musab al-Zarqawi as the murderous leader of Al-Qaeda in Iraq. His psychological war against the West through videotaped beheadings would later inspire the Islamic State. Additionally, his attempts to ignite a sectarian civil war through targeted bombings of Shia holy sites gave Iran and Shia militia groups, to include those led by Muqtada al-Sadr, the rationale to persecute the Sunni community. Around this time, Al-Qaeda affiliates would form elsewhere in Africa and Yemen. In 2006 Zarqawi and then Bin Laden in 2011 were both killed by U.S. special operations, but their extremist ideology lived on and would morph into an even more ideological radical organization as a result of the Syrian Civil War and the Shia Government in Iraq’s crackdown on its Sunni minority.

Abu Bakr Al-Baghdadi and veterans of Al-Qaeda of Iraq reconstituted Al-Qaeda affiliate after the group’s defeat from the U.S. led counterterrorism campaign from 2006-2011. After the 2011 withdrawal of U.S. combat forces from Iraq, the Iraqi Government released large numbers of former Al-Qaeda members who proceeded to Syria to fight the Assad Regime. They became the core resistant elements fighting the Assad Regime and began imposing their will on the local Syrian population. Al-Baghdadi’s group’s extremist tactics led to their split with Al-Qaeda and the formation of the Islamic State of Iraq and Syria. The Islamic State established its headquarters in the Syria city of Raqqah and began its infiltration of Iraq, leading to the capture of Mosul in 2014. The Islamic State’s rapid assault against the Iraqi Army led to its disintegration as it fled Mosul, Ramadi, and other major Iraqi cities. Their attacks against the Kurds in Iraq and Syria and Baghdad led to an unusual situation where both the United States and Iran responded militarily to defeat their common enemy. In late 2014, Al-Baghdadi, taking a page from Juhayman al-Otaybi in 1979, declared himself the Mahdi in Mosul.

From 2014 to the present, the United States led a global coalition to defeat the Islamic State in Iraq and Syria. Simultaneously, Iran led its informal coalition by supporting Iraqi Shia militia, Lebanese Hezbollah, and Shia foreign fighters from Afghanistan and Pakistan. This unusual effort by two coalitions all led to the physical collapse of the Islamic State. During this period, the United States, European Nations, and even Iran suffered from directed or inspired attacks by the Islamic State. The Islamic State’s affiliates in Yemen and Afghanistan remain active and contribute to the instability in both countries. Additionally, it continues to inspire others to continue the fight as seen by the recent Easter attacks against Christians in Sri Lanka.

The threat to the Assad Regime by Islamic State and other Sunni extremist groups in Syria provided Russia the pretext needed to militarily intervene to defend its client state and critical interests in the region just as it had in 1979.

Shock #3 – The Soviet Invasion of Afghanistan
In December 1979, the Soviet Union invaded Afghanistan. The Soviet objective was to support its communist client Government that had assumed power in 1978 but had little support from most Afghans. From 1979-1989, the Soviet Union engaged in a bloody insurgency against the Afghan Mujahedeen chronicled in “The Bear Went Over the Mountain: Soviet Combat Tactics in Afghanistan“. As described above, Islamic extremists from the Middle East joined the war against the Soviets that led to the rise of Al-Qaeda. These extremist elements were indirectly supported by America’s covert war that included the transfer of stinger missiles to the Mujahedeen that had a devasting effect on Soviet forces. The financial drain of the war and human toll would contribute to the collapse of the Soviet Union two years after its withdrawal from Afghanistan.

Soviet troops withdraw from Afghanistan, 1988.

Soviet troops withdraw from Afghanistan, 1988.

The eventual withdrawal of Soviet and later Russian support for the Afghan Government led to an Afghan Civil War that saw the rise of the Taliban. In the 1990s, the Taliban went on a campaign to purge its enemies to include the Shia communities within Afghanistan. In 1998, the Taliban killed nine Iranian diplomats which almost provoked a war with Iran. During the same period, the Taliban was providing sanctuary to Bin Laden and his Al-Qaeda network when he was forced to flee Sudan after the 1998 Africa Embassy bombings. From 1998-2001, Bin Laden plotted further attacks the West culminating with the 9/11 attacks.

After 9/11, an unlikely trio formed when the Russians and the Iranians provided the U.S. aid to enter Afghanistan to overthrow the Taliban according to “America’s Secret War: Inside the Hidden Worldwide Struggle Between America and Its Enemies” by George Friedman. Eighteen years later, this unlikely trio would be on opposing ends as Iran and Russia began to support the Taliban as the Islamic State Khorasan threaten the stability in Afghanistan and the U.S. and NATO contemplated withdrawal. Like the situation in Syria, the Russians feared that an embolden Islamic State in Afghanistan would spread into the Central Asian States and then into Russia’s Islamic population across its southern peripheral areas to include Chechnya.

The Soviet war in Afghanistan led to the collapse of the Soviet Union which Russian President Vladimir Putin said during its annual address to the Federal Assembly of the Russian Federation 2005 was “a major geopolitical disaster of the century”. According to Putin, the collapse of the Soviet Union led to NATO’s expansion right to up to Russia’s doorstep, military intervention in the Balkans, and America’s war of the Middle East since 1991. Since coming to power, Putin’s objective has been to re-establish Russia as a great power and push back against the United States and the West. Russia’s actions included the 2008 Russia-Georgia War and its recent campaign to annex Crimea and support separatist in Ukraine since 2014. The 2011 NATO intervention in Libya affirmed Putin’s suspicion of the West that later drove his decision calculus to intervene in 2015 to support the Assad Regime militarily. For Putin, the annexation of Crimea, intervention in Syria, and support for the Taliban are about expanding Russia’s sphere of influence driven by its historical fear of strategic encirclement and invasion by its enemies. This fear today, though misunderstood, is no different from the Soviet view during the Cold War. As Benn Steil wrote in his book “The Marshall Plan: Dawn of the Cold War” that for the West “this view presumed that the problem of the Cold War had been driven by Marx, and not Mackinder. Ideology and not geography.” For Putin, it is about geography and the vulnerability it represents.

Al-Sisi positively glows with happiness as Putin presents him his gift during his visit in Cairo in February 2015: a Kalashnikov.

Al-Sisi positively glows with happiness as Putin presents him his gift during his visit in Cairo in February 2015: a Kalashnikov.

It is this logic that drives Russia’s tacit support for Iran in Syria, support for the JCPOA, and Russia’s efforts to disrupts the United State’s actions in the UN Security Council. For Russia, Iran is a useful tool to balance the United States in the Middle East. Russia is also expanding its relations with other nations in the Middle East to include Egypt and both Saudi Arabia and Turkey, whom both expressed interest in purchasing the Russia S-400 Air Defense System.

Forty years ago, the Soviet invasion of Afghanistan caused the collapse of the Soviet Union and the subsequent 18-year American war in Afghanistan has provided Russia the space needed to rebuild itself and project its influence in the Middle East again.

The aftermath of the Triple Shocks
The Iranian Revolution and the Soviet Invasion of Afghanistan coupled with threats to the energy supplies of the Middle East led to the Carter Doctrine where U.S.-President Jimmy Carter stated that the United States would use force to prevent a hostile power from controlling the Persian Gulf. These two events and the ongoing threat of terrorism influenced the creation of U.S. Central Command and U.S. Special Operations Command. In 1991, the United States employed the Carter Doctrine to expel Iraq from Kuwait and to ensure Iraqi did not threaten Saudi Arabia and its oil fields. Finally, the triple shocks of 1979 continue to influence U.S. national security strategy. In the 2018 National Security Strategy, it clearly articulates the three core interest in the Middle East is a region that is “not a safe haven or breeding ground for jihadist terrorists, not dominated by any power hostile to the United States, and that contributes to a stable global energy market.” (p. 48). The continued focus of the United States to counter the threat of terrorism, countering Iran’s malign influence, and compete against the growing Russian and Chinese influence in the Middle East are linked to triple shocks of 1979 continue to reverberate today and for the foreseeable future.

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Was kostet ein Kampfflugzeug?

Französischer Kampfjet Rafale am 21.Mai bei den Flugtests in Payerne.

Französischer Kampfjet Rafale am 21.Mai bei den Flugtests in Payerne.

Am 22. Mai 2019 hatte Adrian Köppel in einem Kommentar eine gute Frage zu den Kosten der in der Evaluierung stehenden Kampfflugzeugen gestellt, welche hier in diesem kurzen Beitrag etwas umfangreicher abgehandelt werden sollen. Im Bundesratsbeschluss von Mitte Mai 2019 wird festgehalten, dass das maximale Investitionsvolumen für die neuen Kampfflugzeuge 6 Milliarden Franken nicht übersteigen soll. Dieser finanzieller Höchstbetrag wurde in der Botschaft und im Entwurf des Planungsbeschlusses des Bundesrates Ende Juni noch einmal bestätigt. Bei einem Stückpreis von 150-200 Millionen Franken wird die zukünftige Flottengrösse wahrscheinlich 30 bis 40 Kampfflugzeuge umfassen. Zum Vergleich: Im “Konzept zur langfristigen Sicherung des Luftraumes” vom 27. August 2014 wird festgehalten, dass “[f]ür länger anhaltenden Luftpolizeidienst mit 2-4 Flugzeugen permanent in der Luft [..] 5 Staffeln mit insgesamt 55 Kampfflugzeugen nötig” wären. “Luftverteidigung ist noch anspruchsvoller”(S. 23).

Wir gehen von einem durchschnittlichen Preis eines Kampfflugzeugs inklusive Ausrüstung, Bewaffnung und Logistikpaketen von rund 200 Millionen Franken aus. — Bundesrat Guy Parmelin in Heidi Gmür und Christof Forster, “Wir Haben 8 Millionen Flugzeugexperten“, Neue Zürcher Zeitung, 10 November 2017.

Im Preis inbegriffen ist die gesamte Bewaffnung und Logistik (Grundstock an Ersatzteilen), die einsatzspezifische Ausrüstung (zum Beispiel Sensoren, Selbstschutzsysteme, Zusatztanks), die Ausbildungs- und Auswertungssysteme (zum Beispiel Simulatoren) und die Integration in die bestehenden Führungssysteme (Schweizerischer Bundesrat, “Botschaft zu einem Planungsbeschluss über die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge“, 26.06.2019, S.25). Das Beispiel der Beschaffung der F/A-18 C/D zeigt zudem, wie diese zusätzlichen Kosten den Endpreis nachhaltig beeinflussen: Hier machte das eigentliche Kampfflugzeug (“Fly-away-Preis“) nur rund 60% des Endpreises aus (siehe Tabelle unten rechts; Quelle: Christoph Vollenweider und Hans-Peter Hulliger, “Herausforderung neues Kampfflugzeug für die Schweiz“, Stiftung Lilienberg, Mai 2017, S. 7). Das ist auch der Grund, dass Christian Catrina, der Delegierte der Verteidigungsministerin für das Beschaffungsvorhaben Air 2030 an einer Pressekonferenz sagte, dass die Kosten der Beschaffung im Ausland nicht als Vergleich herangezogen werden können. Es sei meist nicht bekannt, was alles in den ausländischen Beschaffungspaketen enthalten sei (VBS, “Air2030: Start der Flug- und Bodenerprobungen für ein neues Kampfflugzeug in Payerne“, 08.04.2019, ab 49′).

Natürlich hat Catrina bei seiner Aussage recht: Ein direkter Vergleich ist kaum möglich. Es ist jedoch auch kein Geheimnis — Catrina deutet es sogar selber an — dass es nicht im Interesse der Beschaffer liegt, wenn Presse und Öffentlichkeit solche Vergleiche anstellen. Ist das Kampfflugzeug im Ausland billiger wird den schweizerischen Beschaffern eine unfähige Verhandlungstaktik vorgeworfen, ist das Kampfflugzeug im Ausland teurer, wird den Beschaffern Unehrlichkeit vorgeworfen und vor einem zu hohen Endpreis gewarnt. Wir wollen also auf solche Kritik und auf direkte Vergleiche verzichten, sind jedoch trotzdem der Meinung, dass indirekte Vergleiche über ungefähre Grössenordnungen und über die realistisch beschaffbaren Stückzahlen Aufschluss geben können. So hatte beispielsweise offiziere.ch beim Tiger Teilersatz anfangs Januar 2008 bereits frühzeitig gewarnt, dass das vorgesehene Beschaffungsbudget von 2,2 Milliarden Franken eher für 22, als für 33 Ersatzkamfflugzeuge reichen würde. Schlussendlich wurde dann im abgelehnten Fonds zur Beschaffung des Kampfflugzeugs Gripen E 3,126 Milliarden Franken für 22 Kampfflugzeuge beantragt (rund 142 Millionen Franken pro Stück). Die damaligen Mitbewerber waren rund eine Milliarde teurer (rund 188 Millionen Franken pro Stück). Ebenfalls interessant: Werden die ungefähr projektierten Beschaffungskosten der Schweiz beim Tiger Teilersatz mit den ausländischen Beschaffungskosten verglichen, so kann festgestellt werden, dass das schweizerische Beschaffungspaket im Vergleich zum Ausland eher teurer ausfällt (wieviel mehr ist jedoch schwierig zu eruieren).

Schauen wir die Beschaffungskosten der möglichen Kandidaten für ein neues Kampfflugzeug etwas näher an (zum Vergleich inklusive Gripen E):

Zwei der Kandidaten für den neuen Schweizer Kampfjet: Der Eurofighter Typhoon (links) und die Rafale.

Zwei der Kandidaten für den neuen Schweizer Kampfjet: Der Eurofighter Typhoon (links) und die Rafale.

Eurofighter Typhoon (Tranche 3): Basierend auf dem Tiger Teilersatz kann für die Schweiz ein ungefährer damaliger Stückpreis von rund 188 Millionen Franken geschätzt werden. Mitte September 2018 hat Katar 24 Eurofighter zu einem Preis von rund 6,6 Milliarden Franken in Auftrag gegeben (Stückpreis: 275 Millionen Franken). Der Preis ist deshalb relativ hoch angesetzt, weil das Beschaffungspaket zusätzlich neun Hawk T2 Trainingsflugzeuge, ein Basistraining der Piloten und einen gewissen Betriebsunterhalt umfasst. Zwischen 2020 und 2023 soll die Lieferung von 22 einsitzigen und sechs doppelsitzigen Eurofightern an Kuwait erfolgen, welche im April 2016 für 8,8 Milliarden Franken vereinbart wurde (Stückpreis: 314 Millionen Franken). Das Beschaffungspaket umfasst den Bau notwendiger Infrastruktur auf dem Al-Salem Luftwaffenstützpunkt, Logistik, operationelle Unterstützung, Unterhalt für drei Jahre und das Training der Piloten sowie der Bodencrew durch die italienischen Streitkräften. Anfangs 2019 wurde Oman die letzten beiden Kampfflugzeuge einer 12 Stück umfassenden und 2012 in Auftrag gegebene Beschaffung ausgeliefert, welche rund 4,6 Milliarden Franken umfasste (Stückpreis: 383 Millionen Franken; neun Einsitzer, drei Zweisitzer und inklusive acht Hawk Mk 166 Trainingsflugzeuge). Sowohl die Zweisitzervarianten, wie auch die zusätzlichen Trainingsflugzeugen drücken auch hier die Kosten des Beschaffungspakets in die Höhe. Sollte die Schweiz für den Eurofighter eine Offerte mit einem Stückpreis von 188-200 Millionen Franken erhalten, so würde die Flottengrösse bloss rund 30-32 Stück umfassen.

F/A-18 E/F Super Hornet (Block III): Für rund 4 Milliarden Franken aktualisierte Boeing 78 F/A-18 E/F Super Hornet der U.S. Navy von Block II zu Block III. Mit dem Verkauf neuer F/A-18 E/F war Boeing bis jetzt jedoch nicht ausserordentlich erfolgreich. Immerhin gab Kuwait Ende Juni 2018 22 einsitzige F/A-18 E und sechs zweisitzige F/A-18 F für rund 1,5 Milliarden Franken in Auftrag (Stückpreis: rund 54 Millionen Franken). Beim angegebenen Preis ist jedoch Vorsicht angebracht, da es sich dabei vermutlich um den “Fly-away-Preis” handelt. Der tatsächliche Stückpreis des F/A-18E liegt wahrscheinlich eher mindestens zwischen 90 und 100 Millionen Franken (je nach Beschaffungspaket eher noch höher). Im Mai 2013 hatte die australische Regierung bekannt gegeben, 12 Boeing EA-18G Growler für 1,5 Milliarden Franken kaufen zu wollen (Stückpreis: 125 Millionen Franken). Beim EA-18G Growler handelt es sich um eine Spezialanfertigung des zweisitzigen F/A-18F zur elektronischen Luftkriegsführung. Bis jetzt ist Australien die einzige Nation, welche den EA-18G Growler von den USA importieren konnte. Bis zum Juli 2017 wurden alle 12 Exemplare an Australien ausgeliefert. Sollte die Schweiz die F/A-18 E Super Hornet mit einem Stückpreis von unter 150 Millionen Franken beschaffen können, dann würde die Flottengrösse über 40 Kampfflugzeugen liegen.

Schwer beladen ist die Boeing F/A-18F Super Hornet 16954/250 am 25. April in Payerne eingetroffen.

Schwer beladen ist die Boeing F/A-18F Super Hornet 16954/250 am 25. April in Payerne eingetroffen.

Rafale: Die Rafale gilt neben dem Eurofighter als einer der teureren Kampfjets. So hatte sich beispielsweise Belgien Ende Oktober 2018 unter anderem aus Kostengründen gegen die Rafale und für 34 F-35A Lightning II entschieden. Nach langen und intensiven Bemühungen hatte schliesslich Ägypten 24 Rafale für rund 5,5 Milliarden Franken in Auftrag gegeben (vermutlich 16 Doppel- und 8 Einfachsitzer). In diesem Beschaffungspaket sind jedoch noch eine FREMM Fregatte (kostet runde 500 Millionen Franken) und eine grössere Anzahl von Lenkwaffen enthalten. Der Stückpreis der Rafale liegt damit bei rund 208 Millionen Franken. Kurz darauf hatte auch Katar 24 Rafale in Auftrag gegeben, jedoch zu einem rund 1 Milliarde Franken höheren Preisschild (Stückpreis: rund 270 Millionen Franken; später hatte Katar nochmals 12 Maschinen nachbestellt). Das Beschaffungspaket umfasst ebenfalls Lenkwaffen, die Ausbildung von 36 Piloten und 100 Technikern durch die französischen Streitkräfte. Die ersten fünf Rafale wurde anfangs Juni an Katar ausgeliefert. Darüberhinaus verfügt Katar über eine Option noch einmal 36 Maschinen zu kaufen (Dassault Aviation, “2018 Annual Report“, Mai 2019, S 43). Im September 2016 unterzeichneten die Verteidigungsminister Frankreichs und Indiens, Jean-Yves Le Drian und Manohar Parrikar einen Kaufvertrag über 36 Rafale für rund 8 Milliarden Euro (Stückpreis: 220 Millionen Franken; 28 Einfach- und 8 Doppelsitzer). Der “Fly-away-Preis” des Rafale soll nur rund 3,7 Milliarden Franken (rund 107 Millionen pro Stück) betragen; die zusätzlichen Kosten fallen auf das Logistikpaket (rund 387 Millionen Franken), die mitgelieferten Lenkwaffen (rund 780 Millionen), Anpassungsarbeiten (rund 1,9 Milliarden Franken), für Ersatzteile, Hangars und zwei Unterhaltswerkstätten in Ost- und Nordindien (zusammengefasst für rund 2 Milliarden Franken) sowie eine zugesicherte Einsatzverfügbarkeit von 75% für die ersten 5 Jahre (Rahul Bedi, “India signs deal with France for 36 Rafale fighters”, IHS Jane’s Defence Weekly, Jane’s Information Group, vol 53, issue 39, 28 September 2016, S. 5). Wie der Eurofighter, könnte auch die Rafale für die Schweiz in einem Preissegment zwischen 188-200 Millionen Franken liegen, was zu einer Flottengrösse von 30-32 Kampfflugzeugen führen würde.

F-35A: Vom F-35 existieren drei Varianten, wobei sich die Schweiz für die konventionelle Variante, den F-35A interessiert. Dies ist auch gleichzeitig die günstigste der drei Varianten. Lockheed Martin gibt als “Fly-away-Preis” einen Betrag von $89,2 million (rund 90 Millionen Franken) an. Wegen den positiven Skaleneffekten und der US-amerikanischen Exportförderung ist davon auszugehen, dass ein realistisches Angebot bei 80 Millionen Franken (“Fly-away-Preis”) liegen könnte. Ende Oktober 2018 entschied Belgien seine 54 F-16 durch 34 F-35A zu ersetzen, wobei ein ausschlaggebender Faktor für den F-35A und gegen den Eurofighter bzw die Rafale die günstigeren Beschaffungskosten waren (Stückpreis: rund 132 Millionen Franken). Im Beschaffungspaket enthhalten sind neben den Kampfflugzeugen, die Ausbildung der Piloten, Hangars und die Instandhaltung bis 2030. Im Vergleich könnte das von der Schweiz verlangte Beschaffungspaket um die 150 Millionen Franken pro Stück liegen, was zwar wahrscheinlich teurer als der F/A-18 E Super Hornet sein wird, technologisch jedoch den Zugang zu einer anderen Liga eröffnen könnte. Bei einem solchen Stückpreis, könnte die Flottengrösse rund 40 Kampfflugzeuge umfassen. Eine interessante Frage ist jedoch, ob die Betriebskosten des F-35A höher als bei den Konkurrenten ausfallen wird. Gemäss dem Pentagon soll die Flugstunde zwischen 28’000 und 29’000 Franken kosten, was ungefähr den Betriebskosten des F/A-18 C/D liegt (29’500 Franken in 2011; Schweizer Bundesrat, “Kampfjets: Betriebskosten Und Luftverschmutzung“, Schweizer Parlament, 13.02.2013).

Gripen E: Der Gripen E steht zwar seit Mitte Juni nicht mehr in der Evaluierung (siehe hier), da es sich jedoch wahrscheinlich für die Beschaffung am günstigste in Frage kommenden Kampfflugzeugen handelte, wollen wir den Gripen E trotzdem näher betrachten. Im September 2015 entschied sich Brasilien für die Beschaffung von 36 Gripen zu einem Preis von rund 4,6 Milliarden Franken (Stückpreis: 127 Millionen Franken), welche ab diesem Jahr ausgeliefert werden sollen. Auch hier sprachen die Kosten gegen die Rafale. Beim Tiger Teilersatz offerierte Saab der Schweiz 22 Gripen E für 3,126 Milliarden Franken (Stückpreis: 142 Millionen Franken). Es kann davon ausgegangen werden, dass der Gripen E auch bei der Beschaffug des neuen Kampfflugzeuges einen Stückpreis unterhalb der 150 Millionen Franken Grenze offerieren hätte können, und damit mit der F/A-18 E/F Super Hornet sowie dem F-35 zu den günstigstens Kampfflugzeugen gehört hätte. Dies gilt auch bezüglich den Betriebskosten, welche im Vergleich zu den restlichen Kampfflugzeugen am tiefsten liegen könnten (vermutlich entgegen dem Bericht von Jane’s Defence Weekly jedoch eher bei 10’000 Franken pro Flugstunde liegen wird). Beim Gripen E hätte die Flottengrösse wohl bei rund 40 Kampfflugzeugen gelegen.

Fazit
Die Beschaffungskosten eines Kampfflugzeuges sind massgeblich von dem zusammengeschnürten Beschaffungspaket abhängig, wobei der “Fly-away-Preis” am Beispiel der F/A-18 C/D nur grad um die 60% ausmachen können. Im Falle der Schweiz ist davon auszugehen, dass das Beschaffungspaket im Vergleich zu ausländischen Beschaffungen eher teurer ausfallen wird. Auch wenn ein direkter Vergleich mit ausländischen Beschaffungsvorhaben nicht möglich ist, kann ein indirekter Vergleich Aufschluss über ungefähre Grössenordnungen und über die realistisch beschaffbaren Stückzahlen geben.

Die günstigste Variante könnte nach Ausschluss des Gripen E die F/A-18 E/F Super Hornet darstellen (bis jetzt wurden 446 Einsitzer und 190 Zweisitzer produziert, welche überwiegend bei der U.S. Navy im Einsatz stehen). Die F-35A könnte jedoch in einem ähnlichen Preissegment liegen, da hier insbesondere die hohen Produktionszahlen zu Skaleneffekte führen. Nicht nur würde die Schweizer Luftwaffe einen bedeutend moderneren Kampfjet erhalten, sondern die weite Verbreitung und die hohen Stückzahlen (womöglich über 3’000) garantieren auch eine langandauernde Weiterentwicklung, Aufrüstung und Versorgung mit Ersatzteilen. Trotzdem stellen sich beim F-35A auch Fragen inwieweit die Systemkomponenten offen einsehbar oder als “Black Boxes” integriert werden (siehe dazu auch Roger Näbig, “F-35: Hightech Kampfjet oder 1,5 Billionen US$ Desaster?“, offiziere.ch, 16.09.2018). Im Vergleich zum F-35 ist die F-16 Block 70/72 (auch bekannt unter der Bezeichnung F-16V “Viper”) momentan zahlenmässig ein Nischenprodukt (berücksichtigt sind nur Neuanschaffungen, keine Erneuerungsprogramme — siehe dazu mein Kommentar weiter unten): Die Slovakei kauft 16 Stück für rund 1,8 Milliarden Franken, Bahrain die selbe Anzahl für rund 1,1 Milliarden Franken, Taiwan kauft 66 Stück für rund 8 Milliarden Franken und Marokko 25 Stück (mit einem massiven Zusatzpaket) für rund 3,8 Milliarden Franken. Ausserdem ist die F-16 Block 70/72 nicht Bestandteil der momentanen Evaluierung.

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Third Egyptian Wing Loong Deployment Located

Maxar imagery acquired in October 2017.

Satellite imagery acquired by Maxar reveals that Egypt has deployed the Wing Loong I unmanned aerial vehicle (UAV) to Dakhla airport near Mut, New Valley Governorate. Imagery first captured the UAV parked outside of a new hangar in October 2017. Dakhla is the third operational location with which the platform has been associated.

A review of imagery shows that the airfield was expanded to support the UAVs between 2015 – 2017. During that period, workers constructed a new parking ramp, four aircraft hangars, and a weapons storage area. Recent commercial imagery acquired in 2019 continues to show the UAVs operating from the airport.

The Wing Loong I, developed by China’s Chengdu Aircraft Industry Group, is a medium altitude long endurance (MALE) UAV. It’s powered by 100-hp ROTAX 914 push-propeller engine and is capable of carrying up to a 200-kg payload, including the 50-kg Blue Arrow-7 missile and other PGMs. In October 2018, Egypt released handheld video of the platform for the Air Force’s 45th anniversary where it appeared armed with the Blue Arrow-7.

Other locations the Wing Loong I have been spotted include Uthman air base near the Libyan border and Bir Gifgafa in the Sinai.

Egypt along with Saudi Arabia and the United Arab Emirates (UAE) remain the only operators in the region. Egypt reportedly ordered the more capable Wing Loong II in December 2018, joining Saudi Arabia as a future operator. The UAE already operates the Wing Loong II and has used the larger variant in the conflict in Yemen.

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Zelensky and a Black Sea Brouhaha

by Paul Pryce. With degrees in political science from both sides of the pond, Paul Pryce has previously worked as Senior Research Fellow for the Atlantic Council of Canada’s Canadian Armed Forces program, as a Research Fellow for the OSCE Parliamentary Assembly, and as an Associate Fellow at the Latvian Institute of International Affairs. He has also served as an infantryman in the Canadian Forces.

The location of the Kerch Strait

The location of the Kerch Strait

In April 2019, Ukrainians elected television personality Volodymyr Zelensky as their new President by a substantial margin (“Comedian Wins Ukrainian Presidency“, BBC News, April 22, 2019). With his lack of foreign and security policy experience, many observers have raised questions as to how Russia might seek to test Zelensky’s mettle. An early challenge has come in the form of a decree, signed by Russia’s President Vladimir Putin days after the Ukrainian presidential election, allowing residents of Ukraine’s Donetsk and Luhansk to obtain Russian citizenship. However, more alarmingly, the first year or so of the Zelensky presidency might be occupied more so by Russia’s efforts to cement its control over the Kerch Strait, which provides access between the Black Sea and the Sea of Azov, while countering the NATO presence in the Black Sea.

In early April, NATO organized a large-scale exercise – known as Sea Shield 2019 – in the Black Sea, incorporating naval vessels from Bulgaria, Canada, Greece, the Netherlands, Romania, and Turkey. This has prompted some consternation from Russian policymakers and defence planners, who see the NATO presence as a potential threat to Russia’s continued occupation of Crimea. Ukraine’s capacity to project power itself in the Black Sea has been constrained, ever since Russia seized most of the vessels in the Ukrainian Navy during the Crimean annexation in 2014. When the Ukrainian Navy have sought to transit the Kerch Strait in order to reach the Ukrainian port of Mariupol in November 2018, Russia has intervened and seized three of these vessels. A NATO presence in the Black Sea places an unwelcome check on such aggression.

The Russian test of Zelensky might not come in such a dramatic form as a military standoff in the Kerch Strait, however. Specifically, Russian policymakers might employ “lawfare” by seeking revisions to the Montreux Convention, a 1936 agreement that grants Turkey control over the Bosporus and Dardanelles Straits but also regulates the transit of naval warships through these bodies of water. According to the Convention, no one country could put more than nine naval vessels displacing more than 15,000 tons into the Black Sea, no group of non-littoral states could deploy to the Black Sea naval vessels weighing more than 45,000 tons, and no vessel from a non-littoral state could remain in the Black Sea for more than 21 days. Some Russian defence planners have written openly of the value in revising the Montreux Convention so that the length of stay for non-littoral states would be reduced, preventing NATO from maintaining a long-term naval presence in the Black Sea.

This would largely rely on Russian diplomacy with Turkey, as Turkish policymakers have been thus far resistant toward any proposed revision of the Montreux Convention. But moving the Turkish position on this issue might not be so difficult to achieve, given the recent breakthroughs in Russian-Turkish relations: Turkey has committed to purchase the S-400 missile defence system from Russia over NATO compatible systems, and now Turkey is considering purchasing the Sukhoi Su-57 air superiority fighter from Russia rather than continue to participate in the Lockheed Martin F-35 program (see also Paul Iddon, “How Turkey could be undermining its opportunities to field fifth-generation aircraft“, offiziere.ch, May 9, 2017). Were Turkey to be persuaded to support revisions to the Montreux Convention, the Ukrainian Navy would become substantially isolated in the Black Sea. Exercises like Sea Shield 2019 would become difficult or even impossible to implement, and it is doubtful that a combined Ukrainian-Romanian-Bulgarian fleet would alone be able to combat a determined attack by the Russian Navy’s Black Sea Fleet. As such, Zelensky would do well to prioritize the relationship with Turkey early in his presidency and prepare arguments as to why the current language of the Montreux Convention should be preserved. That might well lead to a Russian withdrawal from the Montreux Convention at a later date, but this would come at the cost of Turkish goodwill and would cast Russia as the clear aggressor against Ukraine and other Black Sea states in international public opinion.

The Ukrainian command ship Donbass is seen moored as workers build new terminal at the Port of Mariupol on the Azov Sea, eastern Ukraine on December 2, 2018. Tensions between Ukraine and Russia spiked on November 25, 2018 when Russian forces opened fire on and seized three Ukranian navy vessels off the coast of Russia-annexed Crimea, detaining the 24 crew members. It was the first open military confrontation between the rivals since 2014 when Russia annexed Ukraine's Crimea peninsula and pro-Russian separatists in the east entered into conflict with Ukrainian forces, a war that has since killed around 10,000 people. (Photo: Genya Savilov).

The Ukrainian command ship Donbass is seen moored as workers build new terminal at the Port of Mariupol on the Azov Sea, eastern Ukraine on December 2, 2018. Tensions between Ukraine and Russia spiked on November 25, 2018 when Russian forces opened fire on and seized three Ukranian navy vessels off the coast of Russia-annexed Crimea, detaining the 24 crew members. It was the first open military confrontation between the rivals since 2014 when Russia annexed Ukraine’s Crimea peninsula and pro-Russian separatists in the east entered into conflict with Ukrainian forces, a war that has since killed around 10,000 people. (Photo: Genya Savilov).

In the longer term, especially in the event of a Russian withdrawal from the Montreux Convention, Ukrainian defence planners will need to give some thought toward countering Russia’s emerging anti-access/area denial (A2AD) doctrine. In recent years, the Russian Navy’s Caspian Fleet has used small diesel-electric submarines to launch Kalibir cruise missiles against targets in Syria. The deployment of similar forces to the Black Sea, along with the development of sensors at crucial points like the Kerch Strait, would allow Russia dominance over the Black Sea and the Sea of Azov. The Ukrainian Navy’s current fleet lacks any vessels with dedicated anti-submarine warfare (AWS) capabilities, which demonstrates just how much work lies ahead for Zelensky and his new government.

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What Peace has meant for Deforestation in Colombia

by Austin Michael Bodetti. He researches the intersection of Islam, culture, and politics in Africa and Asia.

The conclusion of a five-decade armed conflict between the Colombian military and the Revolutionary Armed Forces of Colombia (FARC) in November 2016 represented a critical step toward ending the conflict in Colombia (see also here: Michael Martelle, “Colombian Defense After FARC“, offiziere.ch, May 24, 2017). In the regions that have achieved peace, Colombians have gained countless opportunities.

Common Alternative Revolutionary Force, the FARC is nowadays a political party in Colombia. In May 2019, its leader Rodrigo "Timochenko" Londono, speaks during a press conference in Bogota.” width=”620″ height=”413″ class=”size-full wp-image-36094″ /> Under the name Common Alternative Revolutionary Force, the FARC is nowadays a political party in Colombia. In May 2019, its leader Rodrigo “Timochenko” Londono, speaks during a press conference in Bogota.

The resultant stability in these regions has empowered the petroleum industry, which fuels much of the Colombian economy. As neighbors from Brazil to Venezuela have struggled to move past political stalemates, Colombia is reaping the benefits of the peace process. Even so, the almost end of Colombia’s decades-long civil war has harmed the South American country in one respect: deforestation has increased across the country in the time since the 2016 demilitarization of the FARC.

By opening the doors to further economic development in a former war zone, the conclusion of a political settlement between the Colombian government and FARC has reintroduced the wood industry to forests that used to double as battlegrounds. Colombia’s half-century of political violence had the benign side effect of preventing the private sector from exploiting the country’s old-growth forests, a promise of security that components of the Amazon Rainforest in Brazil and Peru never enjoyed.

The end of the conflict allowed illegal logging to spread throughout Colombia as criminals once afraid of coming between FARC and the Colombian military moved to take advantage of the opening provided by a peace treaty. In 2016, the region of the country affected by deforestation grew to 178,597 hectares, an increase of 44 percent from 2015, when combat slowed, but FARC remained active.

“Almost three-quarters of the country’s municipalities reportedly lost more than one hectare of virgin forest, primarily due to coca cultivation, large-scale agriculture, road infrastructure projects, and illegal mining,” observed Colombia Reports in 2017. “The rapid increase in deforestation goes against promises made by the national government at the 2015 Paris climate change summit, where it promised to reduce deforestation in the Amazon region to zero. Germany, Norway, and the United Kingdom jointly vowed to support Colombia’s promised effort with one hundred million dollars.”

In a pattern that resembles Colombia’s experience, Laos, Myanmar, and other countries with histories of conflict have wrestled with explosions in deforestation after peace processes enabled the wood industry to enter forests no longer isolated by ethnic conflict and political violence. The excitement of peace has distracted Colombian politicians from confronting a plethora of environmental issues.

“Colombia faced one of the most dramatic increases in tree cover loss of any country, with a 46 percent rise compared to 2016, and more than double the rate of loss from 2001–2015,” noted the World Resources Institute in 2018. “Almost half of the increase happened in just three regions on the border of the Amazon biome — Meta, Guaviare, and Caquetá — with new hotspots of loss advancing into previously untouched areas. The rapid increase in tree cover loss happened as peace came to the country.”

Despite the connection between deforestation and peace in Colombia, observers must refrain from viewing the conflict there as a boon for the natural environment. In fact, FARC even participated in illegal logging on a smaller scale — as did many other paramilitaries, including militias supporting the Colombian government’s anti-FARC campaigns. Conflict, like peace, complicated environmental degradation.

“Colombia’s conflict has had several negative impacts on the environment,” reflected the United Nations Environmental Program after Colombia and FARC’s political settlement. “In the last decades different armed groups and criminal gangs gained control over large parts of the territory, where they exploited natural resources or taxed extraction to finance their operations. As a consequence, environmental destruction from unregulated extraction of minerals and other natural resources, illicit crops, deforestation and the unregulated use of hazardous chemicals like mercury has taken place.”

Grazing land previously covered in tropical forest in Caqueta Department, southern Colombia.

Grazing land previously covered in tropical forest in Caqueta Department, southern Colombia.

Now that FARC has refocused its energy on politics and the Colombian government no longer needs to expend quite as many of its resources on counterinsurgency and counterterrorism, environmental protection must become a priority for Colombians across the political spectrum. Colombia suffers from not only deforestation but also air pollution, biodiversity loss, and water pollution. The UN Development Program has also described the country as “at high risk from climate change impacts”.

“Colombia has enjoyed impressive economic growth in recent years, but it remains one of the world’s most unequal countries,” the Organisation for Economic Cooperation and Development said of Colombia in a 2014 environmental impact assessment. “Its rich biodiversity and ecosystems are coming under significant pressure from extractive industries, livestock grazing, road traffic and urbanisation. Internal armed conflict has undermined the rule of law, exacerbated many environmental pressures, and restricted access to protected areas and the management of natural resources.”

A comprehensive environmental policy would represent the most effective solution to Colombia’s challenges. The Colombian government can look to well-resourced environmental organizations such as the Amazon Conservation Team, Friends of the Earth, and the Nature Conservancy for assistance. One of the Colombian government’s closest allies, the United States, has instructed its intelligence agencies and military to prepare for climate change. They too could help Colombia prepare for global warming.

“The water, coasts and mountains of Colombia directly benefit 80 percent of the population—and are critical to protecting against climate impacts,” observed the American environmental organization Conservation International. “Colombia is one of the countries most vulnerable to these impacts, due to its large coastal, marine, and mountain ecosystems that provide direct benefits to its population.”

Despite the peace deal and the disarmament of the FARC, the Colombian government does not have control over all areas, even for lack of infrastructure. In 2018, this included an estimated 1,000 - 2,000 FARC dissidents who oppose disarmament.

Despite the peace deal and the disarmament of the FARC, the Colombian government does not have control over all areas, even for lack of infrastructure. In 2018, this included an estimated 1,000 – 2,000 FARC dissidents who oppose disarmament.

Countries such as Iraq and Sudan show how climate change can exacerbate political violence, and South Sudan offers a startling example of how conflict can accelerate the effects of global warming. For its part, Colombia demonstrates that peace can have unintended consequences for the natural environment. If Colombian politicians succeed in stopping deforestation by arranging a thorough environmental policy, their country can become a model for others on the cusp of peace, such as Afghanistan, which has its history of deforestation as well as many other environmental issues tied to conflict.

The peace process has given Colombians the opportunity to pool their political resources and put them toward ending deforestation and supporting the environmental movement. Only then can Colombia begin to ready itself for the effects of global warming, the newest threat to a country that escaped its latest conflict only a few years ago. This considerable responsibility falls to Colombian politicians.

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Rückblick: Krieg in der Ostukraine 2014/15 – Direktes Eingreifen Russlands im Spätsommer 2014 (Teil 2/4)

von Dr. Phil. Fritz Kälin, Militärhistoriker, Stab MND. Dieser Artikel wurde zuvor auf dem Blog der OG Panzer veröffentlicht — ich danke dem Autor und der OG Panzer für die Erlaubnis einer Zweitveröffentlichung.

Diese Artikelserie schildert den Kriegsverlauf in der Ostukraine mit Fokus auf die intensivsten Kampfhandlungen der Jahre 2014 und 2015. Als sich abzeichnete, dass die aufmarschierten russischen Truppen keine direkte Invasion in die Ukraine lancieren würden, wagte sich die ukrainische Armee (zusammen mit Truppen des Innenministeriums sowie diversen Freiwilligenformationen) an die Rückeroberung der von Separatisten kontrollierten Donbassgebiete. Moskau erhöhte daraufhin seinen Einsatz substantiell.

Separatisten in einem Vorort von Donezk, Januar 2015 (Foto: Alexander Ermochenko).

Separatisten in einem Vorort von Donezk, Januar 2015 (Foto: Alexander Ermochenko).

Juli 2014, Beginn der Artillerieüberfälle aus Russland
Im Laufe des Juli/August 2014 hatte die vom ukrainischen Innenministerium geführte “Antiterror-Operation” (ATO) weite Gebietsteile und grössere Städte wie Slowjansk und Mariupol wieder unter Kontrolle der Regierung gebracht. Trotz Zufuhr von Waffen und Militärpersonal aus Russland gerieten die Separatisten in arge Bedrängnis. Ausserdem kontrollierten die ukrainischen Kräfte immer mehr Grenzgebiete zu Russland. Die von den Separatisten ausgerufenen Volksrepubliken Donezk und Luhansk drohten voneinander sowie vom russischen Territorium abgeschnitten zu werden. Dies hätte sie in eine militärisch aussichtslose Lage versetzt.

Auch beim Beschiessen des Feindes gilt: Wichtiger als aufwendige Präzisionsmunition, wird das indirekte Massenfeuer von Artillerie und Raketen. Jenes sei “die massivste Bedrohung für Landstreitkräfte”. — Björn Müller, “Wie die Bundeswehr den Landkrieg der Zukunft gewinnen will“, Pivot Area, 22.09.2017.

Über den ukrainischen Truppen im Grenzgebiet schwebten aber bereits Vorboten einer tödlichen Bedrohung: Drohnen als fliegendes Auge für eine Serie von Artillerie-Feuerüberfällen, in denen die russische Armee ab dem 9. Juli von eigenem Territorium aus die ukrainischen Einheiten im Grenzraum dezimierte. Nach ukrainischen Angaben kam es bis zum 5. September 2014 zu über 120 solcher Angriffe (Bellingcat Investigation Team, “Bellingcat Report – Origin of Artillery Attacks on Ukrainian Military Positions in Eastern Ukraine Between 14 July 2014 and 8 August 2014“, Bellingcat, 17.02.2015). Pro Artillerieschlag sollen bis zu 2’000 Schuss eingesetzt worden sein.

Dr. Phillip A. Karber unterstreicht bei seinen Vorträgen, dass Russland Artilleriestreumunition einsetze, welche viele westliche Länder (z.B. die Schweiz und jüngst sogar die USA) aus ihren Arsenalen entfernt haben (Phillip A. Karber, “‘Lessons Learned’ from the Russo-Ukrainian War“, The Potomac Foundation, 08.07.2015, S. 16ff). Die Bundeswehr warnt in einem Thesenpapier vor einseitigem Verlass auf teure Präzisionsmunition. Auch in der Schweiz sollte bei der Diskussion um die Erneuerung der Artillerie trotz (berechtigtem) Fokus auf Präzisionsfeuer im Kampf im überbauten Gelände diese Trendumkehr auf dem modernen Schlachtfeld nicht ignoriert werden. In den Worten von Karber: “We like to talk about precision. They [the Russians] talk about precision targeting / massed fires”. In der Ostukraine folgten diesen Worten Taten.

Separatisten feuern im Februar 2015 mehrere BM-21 Grad Raketen auf Ziele in Debaltseve ab.

Ein besonders verheerender Artillerieschlag erfolgte am 11. Juli frühmorgens bei Zelenopillya. Dort campierten ukrainische Grenzschützer und Elemente von vier Brigaden in höchstens zehn Kilometern Entfernung zur russischen Grenze auf offenem Feld. Aus Russland abgegebene Salven von 122mm-Raketenwerfern BM-21 vernichtete innert drei Minuten den Fahrzeugpark von etwa zwei mechanisierten Bataillonen, tötete etwa 30 ukrainische Soldaten und verletzte gegen 100 (teils schwer).

Die ukrainischen Truppen im südöstlichsten Grenzraum (vier Brigaden) gerieten zwischen den “Amboss” der Separatistengebiete und den “Hammer” russischer Artillerie. Der in Teil 1 behandelte “Raid” der 95. Luftlandebrigade anfangs August war deshalb primär eine Rettungsaktion für ihre unglücklichen Kameraden entlang dieser Grenzzone.

Rückzug der ukrainischen Truppen am 29. August 2014.

Rückzug der ukrainischen Truppen am 29. August 2014.

24. August 2014: Invasion am ukrainischen Unabhängigkeitstag und die Falle von Ilovaisk
Offensichtlich rechnete die Ukraine nicht damit, dass Russland seinen direkten Einsatz noch weiter erhöhen würde. Die ATO wurde fortgesetzt, vor allem von Norden auf Luhansk und von Südwesten in den Rücken von Donezk. Eine durch Freiwilligenbataillone gebildete Spitzen der Ukrainer kämpfte sich bis Ilovaisk voran. Von dort bedrohten sie die Verbindungslinie der Grossstadt Donezk zu den übrigen Separatistengebieten. Der 24. August, der Unabhängigkeitstag der Ukraine, begann unter diesen Umständen zunächst vielversprechend. Doch im Laufe des Tages verdichteten sich die Meldungen, dass nicht mehr nur Gerät und Bedienmannschaften aus Russland, sondern reguläre russische Truppenverbände direkt in die Kämpfe eingriffen. Das Zuwarten des Kremls auf dieses symbolträchtige Datum beinhaltete eine naheliegende politische Botschaft.

The Russians wanted to show us that our independence doesn’t mean anything to them. — Generalleutnant Ruslan Khomchak, Kommandant der ukrainischen Streitkräfte in Ilovaisk, zitiert in Lucian Kim, “The Battle of Ilovaisk: Details of a Massacre Inside Rebel-Held Eastern Ukraine“, Newsweek, 04.11.2014.

Die russische Armee hatte 44 Battalion Tactical Groups (BTGs) in Eingreifreichweite zur Ukraine zusammengezogen. Mit bis zu 4’000 regulären Soldaten in sechs BTGs drangen sie am 23./24. August aus dem Grenzraum östlich / südöstlich des Donbass in die Ukraine ein; den durch die Artillerieschläge bereits geschwächten ukrainischen Verbänden in die Flanke (Karber, “‘Lessons Learned’ from the Russo-Ukrainian War” S. 37f). Das ukrainische Spitzenelement in und um Ilovaisk (gemäss ukrainischen Angaben rund 1’400 Mann) wurden eingekesselt. Der Versuch, zu deren Entsetzung zwei Kampfgruppen zusammenzufassen, wurde durch Artilleriefeuer und direkte Angriffe russischer Truppen zunichtegemacht. Der russische Präsident Vladimir Putin appellierte am 29. August öffentlich an die Separatisten, den eingeschlossenen ukrainischen Kräften einen “humanitären (Rückzugs-)Korridor” zu öffnen. Ein entsprechendes Übereinkommen zwischen den Konfliktparteien kam zustande, erwies sich später jedoch für die Ukrainer als tödliche Falle: Ihre beiden Kolonnen aus rund 60 vollbesetzten, grösstenteils ungepanzerten Fahrzeugen erlitten Verluste in der Höhe von mehreren hundert Toten, Verletzten und Gefangen. Die Niederlage von Ilovaisk unterminierte das Vertrauen der ukrainischen Freiwilligenformationen in Staat und Armee. Sie fühlten sich in Ilovaisk von den Streitkräften im Stich gelassen, wenn nicht sogar durch die Regierung in Kiew mutwillig “verheizt” (Alec Luhn, “Anatomy of a Bloodbath“, Foreign Policy, 06.09.2014).

Zusammensetzung der regulären Kampftruppen
Bei den russischen BTGs handelte es sich vereinfacht ausgedrückt um die materiellen und personellen “Filetstücke” grösserer Verbände, deren restlichen Teile auf den Heimstützpunkten verblieben. Die 44 BTGs nahe der urkainischen Grenze wurden aus 66 Divisionen oder Brigaden aus ganz Russland zusammengezogen (Gene Thorp, “Russia’s Buildup on the Ukraine Border“, Washington Post, 2 May 2014). Sie waren nicht ad hoc zusammenwürfelt, sondern haben in dieser Form als Einheit trainiert. Eine BTG enthält alle für den Kampf der verbundenen Waffen notwendigen Komponenten – einschliesslich Luftabwehr – ist jedoch schwach an Infanterie und Logistik. Dies deckt sich mit den Fronterfahrungen, dass solche BTGs nur wenige Tage lang ein intensives Feuer aufrechterhalten konnten und dann weitgehend “verstummten”, bis sie wieder frisch auf munitioniert wurden. Ob der Nachschub von den “humanitären Hilfskonvois” geliefert wurde, wie von Karber behauptet, kann nicht definitiv beantwortet werden (Phillip Karber, “The Russian Military Forum: Russia’s Hybrid War Campaign: Implications for Ukraine and Beyond“, Center for Strategic & International Studies, 10.03.2015, ab 38′).

Französische Freiwillige, Anhänger pro-russischer Rebellen, stehen am 28. August 2014 auf dem Lenin-Platz in der Stadt Donezk vor zerstörtem ukrainischen Militärgerät (Foto: Mstislav Chernov).

Französische Freiwillige, Anhänger pro-russischer Rebellen, stehen am 28. August 2014 auf dem Lenin-Platz in der Stadt Donezk vor zerstörtem ukrainischen Militärgerät (Foto: Mstislav Chernov).

Der Kreml setzte ausserhalb Russlands möglichst Berufs- und Vertragssoldaten ein – nicht nur wegen ihres besseren Ausbildungsstandes, sondern weil ihre Verluste innenpolitisch weniger Probleme verursachen als tote Wehrpflichtige. Die Zahl rekrutierter Freiwilliger reichte für die Bedienmannschaften des komplexeren Geräts sowie die mechanisierten und luftmobilen Formationen. Für die Alimentierung der Masse an Infanterie brauchte es aber weiterhin Wehrpflichtige. Im Donbass wurde die Infanterie mehrheitlich durch “Freiwillige” gestellt (laut Karber sind darunter Söldner, lokale Einheimische, Tschetschenen und sogar eigens dafür freigelassene Gefängnisinsassen; Karber, “The Russian Military Forum”, ab 40′). Die russisch-separatistischen Truppen im Donbass waren deshalb gemessen am Raum knapp an Manpower.

Truppenmangel bestand ebenso auf ukrainischer Seite. Die Ereignisse auf der Krim und im Donbass belegen den heute anerkannten Bedarf nach rasch kriegsbereiten Kräften. Dadurch, dass der 2014/15 zeitweise intensiv geführte Krieg seither als eingefrorener Konflikt fortschwelt, müssen beide Seite neue Antworten auf die alte Frage der Durchhaltefähigkeit ihrer Armee und Gesellschaft finden. Kein ganzes Jahr nach ihrer Abschaffung wurde in der Ukraine die Wehrpflicht im Mai 2014 wieder eingeführt. Seit Ende Oktober 2016 werden Wehrpflichtige nicht mehr für Einsätze an der umkämpften Front eingesetzt. Andererseits sind (wie auch in Polen und den baltischen Staaten) Vorbereitungen im Gang, um im Falle einer grossen Invasion den Widerstand gegen die Besatzung aufrechtzuerhalten.

While there is some coordination between the regular army and volunteer battalions, it varies with the battalion, ranging from barely satisfactory to poor. — Ivo H Daalder et al., “Preserving Ukraine’s Independence, Resisting Russian Aggression: What the United States and NATO Must Do“, February 2015, S. 12

Ukrainische Freiwilligenbataillone – Problematische Patrioten
In der Stunde der Gefahr meldeten sich mehr zur Verteidigung ihrer Nation, als der ukrainische Staat auf die Schnelle auszubilden und auszurüsten imstande war. Oligarchen sprangen in die Lücke und finanzierten eine Reihe sogenannter Freiwilligenbataillone (Robert Beckhusen, “Does the Ukrainian Conflict Represent a New, Privatized Form of Warfare?“, War Is Boring, 17.05.2014). Solange es nur gegen vergleichsweise schwach bewaffnete Separatisten ging, mögen die freiwilligen ad hoc-Einheiten den ausgezehrten Heereskräften eine Entlastung gebracht haben. Trotzdem wäre der militärische Wert bei einer Bildung einer nur schon minimal trainierten und ausgerüsteten Heeresreserve grösser gewesen. Durch die Sicherstellung des staatlichen Gewaltmonopols wäre eine Heeresreserve auch politischer unproblematischer gewesen, denn die rechtsextremen Exponenten unter den Freiwilligen liefern der Gegenseite ein höchst willkommenes Feindbild. Ausserdem könnten diese Gruppierungen für eine sich nach Westen orientierende Ukraine langfristig eine erhebliche Hypothek darstellen. Ein Bericht der Think Tanks Brookings Institution, Chicago Council on Global Affairs und Atlantic Council vom Februar 2015 fordert, dass die Freiwilligenformationen der Armee oder der Nationalgarde unterstellt werden (Daalder et al., S. 6). Die Situation erinnert an die junge Weimarer Republik, die zur Wiederherstellung der Ordnung im Innern auf extrem nationalistisch gesinnte “Freikorps” zurückgreifen musste.

Einen nicht minder befremdlichen Eindruck vermittelt das Sammelsurium “nicht regulär-militärischer Kämpfergruppen”, die in den selbsternannten Volksrepubliken im Donbass über weite Gebietsteile herrschen. Der Mangel an regulären Soldaten für die infanteristischen Kampfbedürfnisse führte auf beiden Seiten dazu, dass auf Freiwillige mit nicht selten fragwürdigen Motiven zurückgegriffen wurde. Eine ähnliche Arbeitsteilung zwischen schweren Waffen einer regulären Armee und “irregulärer Infanterie” findet in Syrien derzeit zwischen der türkischen Armee und verbündeten syrischen Milizen statt.

Ukrainian soldiers are briefed by a commander before fighting commences against militants, close to Ilovaysk town, near of Donetsk in August 10, 2014 (Photo: Roman Pilipey).

Ukrainian soldiers are briefed by a commander before fighting commences against militants, close to Ilovaysk town, near of Donetsk in August 10, 2014 (Photo: Roman Pilipey).

 
Die Hafenstadt Mariupol
Zusätzlich zur Frontlücke, welche durch die Verluste bei Ilovaisk aufgerissen wurde, griffen Separatisten und russische Truppen entlang des südlichsten Grenzabschnitt an. Die naheliegende Absicht könnte gewesen sein, entlang des Asowschen Meeres eine direkte Landverbindung zur Krim einzunehmen, denn bereits im Mai/Juni hatten die Separatisten und ukrainischen Sicherheitskräfte hart um diese wichtige Stadt gerungen. Die wenigen ukrainischen Kräfte vor Ort fielen zurück, um das am Meer gelegene Mariupol zu verteidigen, welche jedoch nichts gegen die drohende Umfassung der Stadt ausrichten konnten. Die einzige Reserve der Ukrainer bestand in der 95. Luftlandebrigade, die sich nach ihrem “Raid” in Slowjansk (fast 40 km nördlich von Mariupol) neu sammelte.

Verstärkt durch ein unterwegs “angedocktes” Bataillon der 97. Brigade stiess die 95. zuerst von Nord nach Süd quer durch das von Gegner eingenommene (oder zumindest durchstossene) Gebiet bis Mariupol. Von dort ging es weiter in eine nördlich gelegene Ortschaft mit einer wichtigen Brücke in West-Ost-Richtung. Dort positionierte die Brigade ihre Artillerie und teilte sich in zwei Teile zu je zwei Bataillonen auf. Diese bewegten sich aggressiv im Rücken des Gegners in nördlicher bzw. südlicher Richtung. Brigadekommandant Mychajlo Sabrodskyi begründete diese höchst riskante Kräfteaufteilung so (zitiert nach Karber): “If I operate as a Brigade I am too predictable. I had to confuse. I had to take the initiative away from them. I had to have them so confused they didn’t know what was happening.” (Modern War Institute, “Dr. Phillip Karber Explains Russian Operations in Ukraine“, West Point, 13.04.2017, 50′). Seine an zentraler Lage zurückgelassene Artillerie konnte beide Teile der Brigade weiter unterstützen. Offenbar lohnte sich das Risiko, denn die Front stabilisierte sich daraufhin östlich von Mariupol. Zur – gemessen am damaligen Gesamtzustand der Ukrainischen Armee – beachtlichen Leistung dieser 95. Luftlandebrigade sei ergänzt, dass dieser Verband vor dem Krieg an der Seite westlicher Streitkräfte an Friedensmissionen und am Irakkrieg teilgenommen hatte.

Es gibt gegensätzliche Deutung des Kampfes um Mariupol. Laut Karber rettete die 95. Luftlandebrigade die Stadt. Gemäss dem Journalisten und Russland-Kennert Lucian Kim führte fortbestehende Gefahr für Mariupol zur ukrainischen Zustimmung zum ersten Minsk-Abkommen am 5. September 2014 (Lucian Kim, “The Battle of Ilovaisk: Details of a Massacre Inside Rebel-Held Eastern Ukraine“, Newsweek, 04.11.2014). Dass die Frontlinie seither östlich und nicht westlich von Mariupol verläuft (zufällig entlang der “Schildkröten Stellung” der deutschen Heeresgruppe Süd im Frühherbst 1943), scheint doch eher der Verdienst der ukrainischen Truppen als der internationalen Diplomatie zu sein.

Kiew stimmte dem ersten Minsker-Abkommen in einer Position der Schwäche zu. Die direkt einmarschierten russischen Kampfverbände hatten die Kräfteverhältnisse entlang der gesamten Front umgekehrt. Trotzdem könnte der ukrainische Widerstand einige Pläne Moskaus durchkreuzt haben. Denn auch nach dem Zustandekommen dieses “Waffenstillstandes” kam es immer wieder zu schweren Kämpfen. Diese sind Gegenstand des nächsten Teils.

Ein ukrainischer Kämpfer steht neben einem zerstörten UAF BM-21 Grad Raketennwerfer nach der Schlacht von Ilovaisk.

Ein ukrainischer Kämpfer steht neben einem zerstörten UAF BM-21 Grad Raketennwerfer nach der Schlacht von Ilovaisk.

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Press and Internet censorship in Turkey

Article 26 paragraph 2 of the Turkish constitution guarantees freedom of the press and expression. At the same time, it legitimizes a regulatory system for “publications by radio, television, cinema or similar means”. Finally, in paragraph 2, the above mentioned rights of freedom are again undermined by a large number of arbitrarily applicable exemptions. At the same time, a vague formulation about the protection of “the reputation or rights of others and their private or family life” opens the door to restrict freedom of the press and expression. Nevertheless, the government often uses the argument “support of a terrorist organization” as justification for any repression. Accordingly, many journalists find themselves behind bars: at the end of December 2018, there were 68 in jail – no other country (followed by China, Egypt, and Saudi Arabia) imprisoned so many journalists. On average, jailed Turkish journalists spend more than a year in detention awaiting trial, and after that, imposing long prison sentences is the norm. In some cases, even sentences of life without parole have been handed down (“Turkey: Massive Purge“, Reporters Without Borders, 2018).

Cartoon by Tjeerd Royaards.

Cartoon by Tjeerd Royaards.

While Turkey has never been a model for guaranteeing freedom and human rights, the situation has worsened in stages after 2006, 2013, and 2016. The EU has criticized Turkey from early on, and the relationship is often strained not the least because of apparent shortcomings in freedom and human rights. Despite an association agreement in 1963 and a customs union at the end of 1995, the EU renounced accession negotiations in 1997 (to the annoyance of Turkey in contrast to the Eastern European countries and Cyprus), which in the short term led to a break in talks between the EU and Turkey. Quasi for reconciliation, at the end of 1999, Turkey was categorized as an “applicant country” by the European Council. At the same time, the European Council stated that the fulfillment of the Copenhagen criteria would be a prerequisite for the opening of accession negotiations or entry to the EU. The Copenhagen criteria include “institutional stability, democratic and constitutional order, respect for human rights and respect for and protection of minorities”.

In fact, at the beginning of the 2000s, Turkey was trying to meet these criteria. For example, a comprehensive reform of Turkish civil law was undertaken, the death penalty was abolished even in times of war, torture was forbidden, the freedom of assembly and demonstration expanded, and the rights of the Kurds were strengthened. Ironically, today’s Turkish President Recep Tayyip Erdoğan and his Justice and Development Party (Adalet ve Kalkınma Partisi, AKP) were behind many of these reforms. Nevertheless, the new standards were often paper tigers, because, in practice, it proved lacking. For instance, in its report last year, Amnesty International stated that torture is still occurring among people in police custody and that public authorities do not effectively prevent it (“Turkey 2017/2018“, Amnesty International).

Amnesty International activists ride a boat on the Spree, Berlin. They demand the release of Taner Kılıç, founder and president of the Turkish section of Amnesty International. Kılıç was detained by Turkish authorities on 6 June 2017 and charged with use of the smartphone program ByLock and membership of a terrorist organization. One of Turkey's supreme courts declared in September 2017 that having ByLock installed on the phone of an accused person was sufficient to establish that person's membership of the Gülen movement. He remained in detention until 15 August 2018.

Amnesty International activists ride a boat on the Spree, Berlin. They demand the release of Taner Kılıç, founder and president of the Turkish section of Amnesty International. Kılıç was detained by Turkish authorities on 6 June 2017 and charged with use of the smartphone program ByLock and membership of a terrorist organization. One of Turkey’s supreme courts declared in September 2017 that having ByLock installed on the phone of an accused person was sufficient to establish that person’s membership of the Gülen movement. He remained in detention until 15 August 2018.

The limited successes of the reform efforts were short-lived. As early as 2006, an intensification of the anti-terrorist legislation led to an increase in journalist arrests. There were also restrictions on the use of the Internet. In May 2007, Law No. 5651 on the regulation and the fight against crime on the Internet came into force. This law was initially promoted to combat sexual exploitation and abuse of children, prostitution, and gambling, but over the years it has increasingly been used as a basis to block all kinds of content the government finds disagreeable. Based on this law, in addition to blocking websites, access to Facebook, Twitter, YouTube, Instagram, WhatsApp, and Skype is repeatedly temporarily blocked, the connection speed is throttled, or access to the Internet is completely blocked (Burcu Selin Yılmaz, Hümeyra Doğru, and Volkan Bahçeci, “What If You Cannot Access the Internet in the Surveillance Society? Individuals’ Perceptions Related to The Internet Censorship and Surveillance in Turkey“, Journal of Media Critiques, vol. 3, no. 11, 10 September 2017, p. 74f). This law has been used as the basis for completely blocking all content on Wikipedia since the end of April 2017. However, the Internet is not only partially blocked: since November 2011, there is also a nationwide filter system. Finally, for the first time, in September 2012, an Internet user was sentenced to one year in prison for insulting the Turkish President Abdullah Gül on Facebook. The increasing censorship of Internet content is also reflected in the evaluation by Freedom House: since 2009, this rating has steadily worsened and has been rated as “not free” since 2016.

A further sustained restriction of freedom of the press and expression – both in the classical sense as well as on social media – took place in 2013. This was due to several events, which, together with social media and conventional reporting had a negative impact on the then-Prime Minister Erdoğan, his political environment, and the AKP. Starting in 2012 and particularly in 2013, several hundred Turkish officers were jailed for past or suspected coups or attempted coups. Overlapping, the conflict with the Kurdistan Workers’ Party (PKK) flared up from October 2011 to March 2013 (and later again from 2015). However, the most influential were the demonstrations starting in late May 2013 in Istanbul against a planned construction project on the grounds of Gezi Park. These demonstrations increasingly became a nationwide, anti-government protest and culminated in December 2013 with the publication of massive allegations of corruption against the AKP government.

The Turkish media have embarrassed themselves. While the whole world was broadcasting from Taksim Square, Turkish television stations were showing cooking shows. It is now very clear that we do not have press freedom in Turkey. — Koray Çalışkan, a political scientist at Istanbul’s Boğaziçi University, cited in Constanze Letsch, “Social Media and Opposition to Blame for Protests, Says Turkish PM“, The Guardian, 3 June 2013.

Because of the lack of coverage by pro-government media, social media played a decisive role in organizing the demonstrations and protests for the Occupy Gezi movement (Erkan Saka, “Social Media in Turkey as a Space for Political Battles: AKTrolls and Other Politically Motivated Trolling“, Middle East Critique, vol. 27, no. 2, 3 April 2018, p. 161). As a result, access to social media and anti-government content on the Internet has been severely restricted. When incriminating recordings of the corruption scandal were published on YouTube and Twitter, the government reacted by temporarily blocking these services entirely. Erdoğan described social media as “the worst menace to society” and the government arrested Turkish Twitter users for the first time. Despite Erdoğan’s negative attitude towards social media, in the fall of 2013 the AKP announced that it wanted to build a 6,000-strong team of young, tech-savvy party members, which would silence government-critical voices on social media (like a Troll army; Erkan Saka, “The AK Party’s Social Media Strategy: Controlling the Uncontrollable“, Turkish Review, vol. 4, no. 4, 7 August 2014, p. 418–23).

2011 protests against internet censorship in Turkey.

2011 protests against internet censorship in Turkey.

The press in Turkey can hardly be called free. Almost all media companies are owned by large holding companies that have connections to political parties. Around a dozen journalists, who had reported positively about the demonstrators during the protests in 2013, were fired. After facing massive amounts of pressure in their media companies in 2014, hundreds of journalists who had previously investigated corruption cases quit their jobs. Law No. 5651, which was strengthened by the AKP in February 2014, expanded state monitoring capabilities. Internet service providers (including Internet cafés and free Wi-Fi providers) were required to keep their users’ activity data up to two years instead of the original one year. This data had to be provided at the request of the authorities without requiring any judicial order (Bilge Yesil and Efe Kerem Sozeri, “Online Surveillance in Turkey: Legislation, Technology and Citizen Involvement“, Surveillance & Society, vol. 15, no. 3/4, 9 August 2017, p. 545). However, parts of the strengthening, such as the two-year retention period, were reversed in December 2016 by a Turkish Constitutional Court ruling.

Starting in 2014, charges against journalists and students for insulting government officials increased. From the beginning of Erdoğan’s presidency at the end of August 2014 until the failed coup attempt in mid-July 2016, 1,845 people were charged with insulting the Turkish president – a criminal offense punishable by up to four years in jail under Turkish law. As a gesture of national solidarity Erdoğan dropped almost all the charges after the failed coup attempt (except for pro-Kurdish parliament members and the German satirist Jan Böhmermann). Since then, however, there have been new charges.

A Turkish soldier who took part in the attempted coup is kicked and beaten by the crowd (Photo: Selcuk Samiloglu).

A Turkish soldier who took part in the attempted coup is kicked and beaten by the crowd (Photo: Selcuk Samiloglu).

After the failed coup attempt in mid-July 2016, repression has once again noticeably increased. To date, more than 96,000 people (including 319 journalists) have been arrested, and around half a million have been investigated (including more than 2,000 young people under the age of 18), more than 150,000 people have been fired (including more than 6,000 academics and nearly 4,500 judges). In addition, 189 media outlets were closed during this period (“Monitoring Human Rights Abuses in Turkey’s Post-Coup Crackdown“, Turkey Purge, 19 April 2019). As of November 2016, 114,000 websites were blocked for political or social reasons. These include news agencies as well as online forums reporting on LGBTI issues, ethnic minorities (especially pro-Kurdish content), and social unrest or show anti-Muslim content.

Page views of the Turkish Wikipedia https://tr.wikipedia.org/ in 2017.

Page views of the Turkish Wikipedia https://tr.wikipedia.org/ in 2017.

Since December 2016, a large number of VPN providers and Tor entry nodes have been blocked. Public censorship can be bypassed with a reasonably stable connection if the Tor client uses OBFS4 bridges. However, this approach only works if web pages are blocked; there is no solution if the overall connection to the Internet is throttled or the connection is blocked entirely (Yılmaz, Doğru, and Bahçeci, p. 78f). Offiziere.ch is aware of a case in which a relatively reliable, permanent connection was made with 15 bridges. In TorBox version 0.2.3, the possibility to use bridges is experimentally implemented, but not yet in a user-friendly way (there is a well-documented configuration file for savvy users). A more user-friendly implementation will be provided with the pre-version 0.2.4 – planned for the middle of this year. Currently, the following VPN providers are available in Turkey: ExpressVPN, NordVPN, AstrillVPN, PrivateVPN, and CyberGhost. Like Tor with OBFS4, they also rely on obfuscated protocols. In any case, the VPN user is well advised to additionally use Tor over VPN so that the VPN provider can only recognize an encrypted, target-anonymized data stream.

Also, in mid-March 2018 ProtonMail was blocked. ProtonMail is an email provider located in Switzerland, which specializes in the free or cost-effective offering of user-friendly encrypted email communication. According to information from ProtonMail customer service the service was accessible again after a few days for users located in Turkey, but based on the information available to offiziere.ch there were at least repeated temporary restrictions. Particularly piquant is that the blocking was carried out by Vodafone Turkey, which is part of the British Vodafone Group. Once again there are companies in democratic states supporting censorship in authoritarian states.

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