Gripen E/F: finanzierbares risikoreiches Mittelmass

Der F-5 Tiger hat rund 30 Jahre auf dem Buckel. Spätestens 2015 muss er definitiv ausgemustert werden.

Der F-5 Tiger hat rund 30 Jahre auf dem Buckel. Spätestens 2015 muss er definitiv ausgemustert werden.

Seit über 3,5 Jahren sucht die Schweizer Armee nach einem neuen Kampfflugzeug, denn spätestens 2015 müssen die 54 F-5 Tiger der Schweizer Luftwaffe ausgemustert werden. Da die Tiger-Flotte bloss mit 22 neuen Kampfflugzeugen ersetzt werden soll, wird von einem Tiger Teilersatz (TTE) gesprochen. Im Januar 2008, als das Evaluationsverfahren eingeleitet wurde, beschloss die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats (SiK-N), dass Evaluationsverfahren zur Beschaffung des neuen Kampfflugzeugs mit einer Subkommission eng zu begleiten. Der Grund lag in der Beschaffung leichter Transport- und Schulungshelikopter (LTSH), was schliesslich im Kauf des Eurocopter EC 635 mündete (Rüstungsprogramm 2005), die in den Augen der SiK-N nicht optimal abgelaufen war.

Am Dienstag, 21. August 2012 stellte die Subkommission die Ergebnisse ihrer Untersuchengen vor und veröffentlichte ihren Bericht. Der Bericht wurde mit Spannung erwartet, da der Typenentscheid des Bundesrates Ende November 2011 einigen Unmut verursachte. Durch Informationslecks wurde öffentlich bekannt, dass bei der Wahl des Kampfflugzeugs insbesondere finanzielle Faktoren ausschlaggebend waren und dass die Schweizer Luftwaffe dadurch mit dem Saab Gripen E/F nicht den leistungsstärksten der drei Bewerber erhalten würde (Mitbewerber waren noch der Eurofighter und die Dassault Rafale).

Vordergründing kam die Subkommission zum Schluss, dass das Evaluationsverfahren grundsätzlich korrekt durchgeführt wurde. Deshalb sprach sich die SiK-N mit 16 zu 9 Stimmen gegen eine Sistierung des Kaufs aus. Diese sehr allgemein gehaltene abschliessende Bewertung kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass im Bericht einige grundlegende Kritikpunkte aufgeführt wurden, welche die wohlwollende abschliessende Bewertung etwas relativiert.

Die Hauptkritik fiel auf die Luftwaffe und die Armasuisse, die zur Evaluierung zwei unterschiedliche Notenskalen und Notenbeschreibungen verwendeten, welche weit vom allgemeinen Sprachgebrauch entfernt waren. Zudem waren die militärischen Anforderungen und die Truppentauglichkeit wenig aussagekräftig formuliert worden. Wie von der Sonntagszeitung im Februar 2012 aufgedeckt, basierte der Typenentscheid überwiegend auf finanziellen Faktoren. Das hat Konsequenzen: In der Pressekonferenz sagte Nationalrat Thomas Hurter (SVP,SH), dass alle durch die Subkommission eingesehenen Unterlagen nur eine knapp befriedigende operationale Wirksamkeit des Gripens aufzeigen würden (die operationale Wirksamkeit wäre eigentlich mit 60% in die Gesamtbeurteilung eingeflossen). Im von der Sonntagszeitung veröffentlichten Evaluationsbericht vom November 2009 wurde sogar festgehalten, dass der Gripen E/F in keinen Bereichen die minimal erwarteten Anforderungen erfülle. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass diese Einschätzungen auf eine rein technische Evaluation basiert, denn die ersten Flugtests mit dem Gripen E/F wurden erst anfangs Mai 2012 in Schweden durchgeführt. Der Bericht der Subkommission hält fest: Technisch gesehen rangiert der Gripen auf dem letzten Platz, der technische Sieger war die Dassault Rafale (Quelle: Markus Häfliger, “Variante mit den meisten Unsicherheiten“, NZZ, 21.03.2012). Die abschliessende Beurteilung der operationale Wirksamkeit sowie des Luftpolizeidienstes wird mit “knapp befriedigend” angegeben und der Gripen E/F wird nur mit Vorbehalt empfohlen. Das bedeutet, dass bei einer definitiven Wahl des Gripen E/F Massnahmen zur Sicherstellung der Erreichung der erwarteten operationale Wirksamkeit getroffen werden müssen. So müssen beispielsweise die Lieferung des Gripen E/F, die Entwicklungskosten, der Lieferzeitplan sowie die ausstehenden politischen Entscheide mit Schweden ausreichend vertraglich abgesichert werden. Im Vordergrund steht dabei eine Staatsgarantie Schwedens.

Gripen C/D Testflug in der Schweiz im Spätsommer 2008. Der Gripen E/F wurde von Schweizer Testpiloten das erste Mal im im Mai 2012 geflogen (Foto: Copyright Saab AB).

Gripen C/D Testflug in der Schweiz im Spätsommer 2008. Der Gripen E/F wurde von Schweizer Testpiloten das erste Mal im im Mai 2012 geflogen (Foto: Copyright Saab AB).

Der Modellwechsel vom Gripen C/D zum Gripen E/F betrachtete die Subkommission als problematisch. Sie kritisierte, dass ab Juni 2009 der Projektgruppe der Armasuisse bekannt war, dass nicht der Gripen C/D sondern das Nachfolgemodell beschafft werden soll. Die Subkommission wurde davon jedoch erst im Frühling 2012 ins Bild gesetzt. Bezüglich diesem Punkt muss sich die Subkommission jedoch auch selber an der Nase nehmen: Der Wechsel war nie ein Geheimnis und sogar offiziere.ch wies in einem Artikel Mitte Juni 2010 auf diesen bevorstehenden Wechsel hin. Wir haben im selben Artikel festgehalten, dass die Beschaffung des Gripen E/F – also eines noch in der Entwicklung stehenden Kampfflugzeugs – im Widerspruch zur Beschaffungsstrategie der Armasuisse stehe.

Die Subkommission wirft in ihrem Bericht die Frage auf, ob der Gripen E/F als ein neues Kampfflugzeug gewertet werden muss. Im Gegensatz zum Gripen C/D werden beim neuen Gripen-Modell 98 technische Verbesserungen integriert. Die wichtigsten Unterschiede zeigen, dass mit diesen Verbesserungen die grundlegenden Charakteristiken des Kampfflugzeuges geändert werden:

  • Einbau eines leistungsstärkeren Triebwerks (General Electric F414G Mantelstromtriebwerk mit max. 98 kN Schub). Das neue Triebwerk soll nicht nur 25% mehr Schub produzieren, sondern auch über Supercruise-Fähigkeit verfügen. Das Triebwerk soll aber auch mehr Gewicht auf die Waage bringen.
  • Zusätzlicher interner Treibstoffbehälter (40% mehr Platz für Treibstoff, aber ebenfalls mehr Gewicht).
  • Neues Radarsystem mit einem Active Electronically Scanned Array (Raven AESA) von SELEX Galileo.
  • Infrarot-Zielsuch- und Verfolgungssensor.
  • Neue Avionik, inklusive Missionscomputer und Cockpit.
  • Neues System für die Elektronische Kriegsführung.
  • Zwei zusätzliche Waffenstationen.
  • Neues Fahrwerk.

Damit verändert sich alles, sowohl Leistung, wie auch Gewicht des Fliegers. Auch wenn das leistungsfähigere Triebwerk und die Vergrösserung des Tankvolumens für eine höhere Leistung und eine höhere Durchhaltefähigkeit sprechen würden, nimmt damit auch das Gewicht des Gripen zu, was die Verbesserungen wieder relativiert (Quelle: Othmar von Matt, “Kein Schweizer flog neuen Gripen“, Der Sonntag, 11.02.2012). Die Sub-Kommission kommt zum Schluss, dass es sich beim Gripen E/F nicht um eine Weiterentwicklung, sondern um ein neues Kampfflugzeug handelt (Quelle: “Neues Kampfflugzeug (TTE)“, Bericht der Subkommission TTE der Sicherheitspolitischen Kommission vom 20. August 2012, p. 26). Bei den Flugtests im Mai 2012 wurde der Fokus auf das Triebwerk und dessen Integration gelegt, die nächsten Flugtests sind für diesen Herbst geplant.

Der Bericht spreche von vagen Formulierungen, die Luftwaffe habe nicht immer sagen können, was sie genau wolle, wirft ein Journalist ein. Hurter: “Das war in der Armee schon immer so. Das muss dann die Diskussion klären.” — “Maurer hat keine Freude am Gripen-Bericht“, Tagesanzeiger, 21.08.2012.

Wann der Gripen E/F tatsächlich geliefert werden soll, ist unklar. Am 25. April 2012 gab der Bundesrat bekannt, dass die Auslieferung des Gripen E/F ab 2018 erfolgen soll. Da die F-5 Tiger 2015 ausgemustert werden sollte, ist es möglich, dass für diese drei Jahre eine Überbrückungslösung mit Gripen C/D ausgearbeitet wird. Die Subkommission wäre jedoch nicht erstaunt, wenn der vorgesehene Lieferungstermin noch einmal hinausgeschoben werden würde. Sie kritisierte in diesem Zusammenhang, dass weitere Verzögerungen dazu führen würden, dass die Lieferung der neuen Kampfflugzeuge “mit der Ersatzbeschaffung der McDonnell Douglas F/A-18 C/D ins Gehege” kommen könnte. Die 33 F/A-18 C/D müssen voraussichtlich zwischen 2025 und 2030 ersetzt werden. Aber es wird noch besser: Gemäss Aussagen von Vertretern der Luftwaffe wird bei der ersten Flugzeuglieferung im Jahre 2018 noch nicht alles gemäss den Spezifikationen funktionieren. Dies wird erst nach ein bis zwei technischen Aktualisierungen der Fall sein. Die volle operationale Einsatzfähigkeit dürfte damit erst zwischen 2023 und 2026 erreicht werden (Quelle: “Neues Kampfflugzeug (TTE)“, Bericht der Subkommission TTE der Sicherheitspolitischen Kommission vom 20. August 2012, p. 14f, 28).

Angesichts dieser Risiken ist es um so wichtiger, dass Saab Vertrauen ausstrahlt. Doch dies ist nicht der Fall: Die Business-to-Business-Meetings zwischen Vertretern von Saab und der Schweizer Zulieferer waren bis dato nicht sehr erfolgreich. Die Teilnahme der Schweizer Industrie war gering, weil viele schwedischen Zulieferanten den Meetings fernblieben. Gemäss Aussagen des Offsetbüros sei die Stimmung in der Schweizer Industrie bezüglich Saab nicht sehr gut – es bestehe der Eindruck, dass Saab seinen Worten keine Taten folgen lässt. Gemäss Aussagen des Offsetbüros wird Saab grosse Anstrengungen leisten müssen, um seine Offsetverpflichtungen erfüllen zu können.

Das Schweizer Test-Team, welches den Gripen F Demonstrator vom 2. bis zum 4. Mai 2012 in Schweden testen konnte. Von links nach rechts: Marzio Martinetti, Test Engineer VBS/Armasuisse. Håkan Wallin, Test Pilot at Saab. LtCol Fabio Antognini, Test Pilot Swiss Air Force. Bernhard Berset, Chief Test Pilot VBS/armasuisse. Richard Ljungberg, Chief Test Pilot at Saab. Gérald Levrat, OT&E Test Director Swiss Air Force and Henrik Paju, Chief Test Engineer at Saab. (Foto: Photo: Stefan Kalm, Saab).

Das Schweizer Test-Team, welches den Gripen F Demonstrator vom 2. bis zum 4. Mai 2012 in Schweden testen konnte. Von links nach rechts: Marzio Martinetti, Test Engineer VBS/Armasuisse. Håkan Wallin, Test Pilot at Saab. LtCol Fabio Antognini, Test Pilot Swiss Air Force. Bernhard Berset, Chief Test Pilot VBS/armasuisse. Richard Ljungberg, Chief Test Pilot at Saab. Gérald Levrat, OT&E Test Director Swiss Air Force and Henrik Paju, Chief Test Engineer at Saab. (Foto: Photo: Stefan Kalm, Saab).

Die Subkommission traf sich auch mit den Konkurrenzanbietern, um deren Eindrücke festzuhalten. Beim ersten Gespräch vom Dezember 2009 war das Feedback der Anbieter sehr positiv. Das Verfahren wurde als fair und professionell beurteilt. Beim zweiten Gespräch vom März 2012 fiel die Beurteilung der unterlegenen Kandidaten weniger positiv aus. Die Delegationen der beiden Anbieter wiesen die Subkommission auf einige aus ihrer Sicht offene Fragen hin. So waren sie erstaunt, dass die Wahl auf ein – aus ihrer Sicht – nicht existierendes Flugzeug gefallen war und sie fragten sich, wie die Beurteilung dieses Flugzeugs erfolgen konnte. Auch hatten sie Zweifel, dass der Gripen E/F bei der Lieferung im Jahr 2015 tatsächlich operationell sein würde. Beide Anbieter erwähnten, dass zwischen Anfang 2010 und der Typenwahl die Kontakte mit der Armasuisse nur noch planerischer Natur gewesen seien und hatten den Eindruck, dass Saab diesbezüglich bevorzugt wurde. Ob dem tatsächlich so war, konnte die Subkommission nicht abschliessend feststellen. Diesbezüglich besteht ein Unterschied zwischen den Aussagen der unterlegenen Anbieter und einer Liste von der Armasuisse über die erfolgten Kontakte. Gemäss dieser Liste pflegte die Armasuisse ähnlich viele und ähnlich regelmässige Kontakt zu den drei Anbietern. Den konkreten Inhalt dieser Kontakte konnte die Subkommission nicht verifizieren (Quelle: “Neues Kampfflugzeug (TTE)“, Bericht der Subkommission TTE der Sicherheitspolitischen Kommission vom 20. August 2012, p. 20).

Zusammengefasst schätzt die SiK-N die technischen, finanziellen, politischen und zeitlichen Risiken des Gripen-Kaufs als gross ein. Mit dem Gripen E/F sei das Flugzeug mit den grössten Risiken gewählt worden. Folgende wichtige Fragen wurden nicht abgeklärt: Was passiert, wenn bei der Lieferung nicht die erwartete Konfiguration eintrifft? Was passiert, wenn in dieser Phase, in der vielleicht die Hälfte der Summe bereits bezahlt ist, technische Schwierigkeiten auftreten? Was passiert, wenn Saab sich ausserstande erklärt, die weiteren Verbesserungen zum vorgesehenen Preis vornehmen zu können? Genügen prognostizierte 80-100 verkaufte Gripen E/F, um die langfristige Weiterentwicklung des Flugzeugs zu finanzieren (Vergleich: 559 Eurofighter bestellt und über 300 bereits ausgeliefert; vgl.: “Eurofighter’s Future: Tranche 3, and Beyond“, Defense Industry Daily, 06.08.2012)?

 
Fazit

Es geht noch billiger!

Es geht noch billiger!

Dass die Beschaffung eines Kampfflugzeugs durch eine Subkommission “begleitet” wird, kann vermutlich als schweizerische Eigenheit abgebucht werden und wird sich kaum in anderen Staaten wiederfinden. Dies erhöht die Transparenz der Beschaffung und kann als positiver Aspekt beurteilt werden. Trotz den Kritiken zeigt der Bericht auch eines klar auf: grundsätzlich lief bei der Evaluierung des Tiger Teilersatz alles mit rechten Dingen. Dies ist nicht selbstverständlich, denn solche Grossprojekte – insbesondere in der Rüstungsbranche – sind oft mit Korruption verbunden. Ebenfalls fand eine gründliche und gewissenhafte Datenerhebung bzw. Erprobung (im Falle des Gripen C/D) im Rahmen der Evaluation statt. Dies macht jedoch wenig Sinn, wenn schlussendlich nicht anhand der sorgfältig erarbeiteten Grundlagen, sondern hauptsächlich aufgrund von finanziellen Kriterien entschieden wird. Ebenfalls fragwürdig ist, wenn drei Kampfflugzeuge evaluiert werden, dann aber der Entscheid auf ein anderes Kampflugzeug (Gripen E/F) fällt, das nicht evaluiert wurde (vgl.: Hubert Mooser, “Falscher Eindruck“, Tagesanzeiger, 22.08.2012). Im Bericht der Subkommission wird aufgezeigt, weshalb die Wahl auf den Gripen E/F gefallen ist: gemäss der Einschätzung des VBS weist er das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis aller drei Kampfflugzeuge auf.

Andererseits ist der Typenentscheid eine logische Folge der engen finanziellen Rahmenbedingungen, die dem Projekt seit Beginn an zu schaffen machen. Eigentlich hätten die 54 F-5 Tiger durch 33 neue Kampfflugzeuge ersetzt werden müssen (siehe “Outtakes” weiter unten), doch aufgrund der finanziellen Rahmenbedingungen wurde diese Anzahl schon zu Beginn des Beschaffungsprojektes auf 22 Kampfflugzeuge reduziert. Auch wenn die Kritiken der Subkommission berechtigt sind, so hatte Bundesrat Maurer schlussendlich keine Wahl: besser ein finanzierbares risikoreiches Mittelmass als gar kein neues Kampfflugzeug. Wer nun aufgrund der tieferen Leistungsfähigkeit des Gripen E/F eine Sistierung der Beschaffung verlangt, zieht die falschen Konsequenzen aus dem Bericht. Wer die gewohnte hohe Qualität der beschafften Rüstungssysteme auch in Zukunft haben will, muss bereit sein den entsprechenden Preis zu zahlen – Sicherheit zum Nulltarif gibt es nun mal nicht! Im übrigen ist es keine Überraschung, dass Bundesrat Maurer die engen finanziellen Vorgaben bei der Beschaffung des neuen Kampfflugzeuges durch die Wahl eines Kampfflugzeuges auf einem etwas niedrigeren technologischen Niveau einhalten will: Dieses Vorgehen wird im Armeebericht 2010 unter “6.5 Möglichkeiten für finanzielle Einsparungen” als eine mögliche Sparvariante aufgeführt.

Die Ausgaben für Rüstungsbeschaffung hängen von zwei Faktoren ab: Quantität und Qualität. […] Das hiesse, dass bei Rüstungsbeschaffungen die üblicherweise an die Produkte gestellten sehr hohen Anforderungen etwas vermindert würden, sodass rein militärisch-technisch gesehen nicht mehr eine Idealbeschaffung möglich wäre, aber dennoch ein den (etwas reduzierten) Bedürfnissen entsprechendes, zuverlässiges Produkt beschafft werden könnte. Eine solche Minderung der qualitativen Anforderungen könnte bedeuten, dass das angestrebte Technologieniveau zumindest in einigen Bereichen zurückgenommen werden müsste. Es bestünde das Risiko, dass gewisse Güter nicht mehr nach Standards neuester Technologie beschafft werden könnten und dadurch der Anschluss an technologische Entwicklungen und die internationale Interoperabilität verloren gehen könnte. — “Armeebericht 2010“, 01.10.2010, p. 70f.

 
Outtakes
Der Bericht der Subkommission beantwortete auch eine Frage, die uns im Artikel “Tiger Teilersatz: F/A-18E/F” im August 2007 beschäftigte: wieviele Kampfflugzeuge benötigt die Schweizer Luftwaffe um ihre 54 F-5 Tiger zu ersetzen und dabei eine Durchhaltefähigkeit von 2 Monaten zu garantieren. Michael Grünenfelder, Chef Luftwaffendoktrin, führte auf, dass dazu total 66 Kampfflugzeige (6 Staffeln à 11 Kampfflugzeuge) notwendig wären. Das heisst, dass zu den bereits vorhandenen 33 F/A-18 C/D 33 neue Kampfflugzeuge beschafft werden müssten (Quelle: Michael Grünenfelder, “Weiterentwicklung der Luftwaffe bis 2015 – eine Strategie“, Air Power Revue der Luftwaffe Nr. 1, Beilage zur ASMZ 10 (2003), p. 21-30). Der Bericht der Subkommission bestätigt diese Zahl: “Wenn die Luftwaffe vier Flugzeuge permanent in der Luft haben muss, bricht bei 33 Flugzeugen die Flottenverfügbarkeit nach zwei Wochen zusammen. Bei 66 Flugzeugen kann die Luftwaffe ihren Luftpolizeidienstauftrag rund zwei Monate lang gewährleisten” (Quelle: “Neues Kampfflugzeug (TTE)“, Bericht der Subkommission TTE der Sicherheitspolitischen Kommission vom 20. August 2012, p. 14). Am Anfang der Beschaffung wurde im Dokument “militärische Anforderungen” vom 19. Dezember 2007 33 neue Flugzeuge vorgesehen. Der Projektgruppe war jedoch von Anfang an klar, dass sich mit 2,2 Milliarden Franken kaum 33 neue Kampfflugzeuge finanzieren lassen (vgl. auch: Patrick Truffer, “Tiger Teilersatz: Update 01“, offiziere.ch, 21.01.2008). Aus Kostengründen wurde die Neubeschaffung schliesslich auf 22 Kampfflugzeuge reduziert – die Zahl 33 kam in der zweiten Offerte anfangs 2009 bereits nicht mehr vor. Die 33 F/A-18 C/D erreichen zusammen mit den 22 Gripen E eine Durchhaltefähigkeit von rund 4 Wochen (Quelle: Schweizer Bundesrat, “Botschaft zur Beschaffung des Kampfflugzeugs Gripen“, 14.11.2012, p. 14).

 
Update vom 25.08.2012
Das könnte das Aus für den Gripen bedeuten: die FDP zieht in Betracht eine Beschaffung des Gripens nicht zu unterstützen. Ohne die FDP wäre eine Parlamentsmehrheit unwahrscheinlich.

Die FDP will eine starke Luftwaffe. Dazu gehören aber taugliche Flugzeuge, die fliegen, ihren Auftrag erfüllen können und technisch wie auch finanziell berechenbar sind. Unsere Leute haben denn auch knallharte Fragen, Forderungen und Bedingungen gestellt. Ob der zuständige Bundesrat diese beantworten und erfüllen kann, wird sich weisen. Ich habe erhebliche Zweifel. […] Sofern die massiven Zweifel bestehen bleiben, bleibt nichts anderes übrig, als rasch den Evaluationsprozess für ein anderes Flugzeug einzuleiten. Sonst stürzt der Gripen in der Volksabstimmung ohnehin ab. Das müssen wir verhindern. Wir wollen auf jeden Fall einen modernen Kampfjet. Deshalb werden wir die Rückweisung des Gripen-Projekts immer mit der Forderung nach einer Alternative verknüpfen. — Philipp Müller, FDP Parteipräsident in René Zeller, “Der Gripen erfüllt die Anforderungen nicht“, NZZ, 25.08.2012.

Übrigens schloss gestern das VBS mit Schweden ein Rahmenabkommen für die Beschaffung von 22 Kampfflugzeugen Gripen ab. Es gilt allerdings nur, wenn die Schweiz auch tatsächlich beschliesst, Gripen-Flugzeuge zu kaufen (Quelle: “FDP zweifelt am Gripen-Kauf, Schweiz schliesst Abkommen“, Handelszeitung, 25.08.2012).

 
Weitere Informationen

  • Die Schweiz und Schweden haben sich mit einem Rahmenabkommen auf die Details beim Gripen-Kauf geeinigt. Der neue Jet wird erst 2023 voll operativ sein. Bis dahin wird der Bund wohl Gripen C/D mieten. Auch Nationalrat Christoph Blocher (SVP,ZH) verlangt konkrete Antworten auf die noch offenen Fragen –> Daniel Friedli und Sarah Nowotny, “Schweiz muss länger auf fertigen Gripen warten“, NZZ, 26.08.2012.
  • Es wird je länger desto besser: Mitten in die entscheidende Phase der Beschaffung eines Kampfjets kommt jetzt ein neues Angebot aus Deutschland. Gemäss Recherchen des “Sonntags” hält der Hersteller EADS eine neue Offerte bereit: Die Schweiz soll 33 Occasions-Eurofighter kaufen können – für ungefähr jene 3,2 Milliarden Franken, welche die 22 Flieger des noch nicht gebauten Kampfjets Gripen E/F kosten. -> Othmar von Matt, “Statt Gripen: Deutschland bietet der Schweiz Occasions-Jets an“, Der Sonntag, 25.08.2012.

 
Weitere Artikel zur Beschaffung des Gripen E/F auf offiziere.ch

This entry was posted in Cartoon, Switzerland, Technology.

40 Responses to Gripen E/F: finanzierbares risikoreiches Mittelmass

  1. Roland says:

    Man muss sich die Frage stellen, ob unsere Militärstrategen auf dem neuesten Stand der Technologie sind.
    Es ist kaum verständlich, warum sich die Flugzeugbeschaffer, die ja von Militärs beraten werden, nicht die Frage stellen:
    Was ist der modernste Stand der Technik in der Zukunft, nämlich ev. 2018, wenn der Gripen ausgeliefert werden soll. Es ist davon auszugehen, dass der Gripen E/F seine volle operationelle Einsatzfähigkeit erst zwischen 2023 und 2026 erreichen wird!

    Hier ein ganz einfaches Beispiel, das auch jeder nicht-Militärexperte verstehen kann:
    Wenn über der Schweiz im Jahre 2026 eine hochbewaffnete feindliche Stealth-Drohne allerneuester Technologie im Luftraumbereich von 400 Km vor der Schweiz, seine Kreise zieht und die Drohne „sieht“ eine Gripenstaffel starten.
    Was passiert dann?
    Dann passiert der ganz banale Fall eines Angriffs, der in 11 000 Meter driftenden Stealthdrohne auf die Gripenstaffel.
    Sie erfasst und identifiziert durch Bildanalyse den Flugzeugtyp – schickt eine der neuesten Hellfire-Raketen in Richtung der startenden Staffel und innert Sekunden ist die Staffel Militärgeschichte.
    Die Drohne ist dann allerdings schon 600 Km weiter geflogen und nicht mehr im Bereich unserer konventionellen Flak und die 54 Waffensysteme und 1.200 Lenkwaffen – die mit größter Wahrscheinlichkeit zum Teil durch weitere Drohnen bereits ausgeschaltet wurde.
    Sie wäre so oder so wirkungslos gewesen weil die Geschosse nicht in diese Höhen reichen.
    Da würde sich das Patriot Boden-Luft-System anbieten.
    Ob der Bundesrat, im Lichte dieser Betrachtungen, mit seiner Entscheidung die Gripen E/F zu kaufen klug war, ist zu bezweifeln. Die Waffenentwicklung zwischen 2013 bis 2026 ist technologisch kaum wirklich einzuschätzen, und jede neu eingesetzte Erfindung kann die Waffenentwicklung um Jahrzehnte beschleunigen.
    Wir erhalten ein modernisiertes altes Flugzeug! Der bemannte Kampfflieger wird ohnehin an Bedeutung verlieren. Und was wollen unsere Abfangjäger abfangen?
    Es wäre interessant zu erfahren wie sich unser Generalstab zu diesem Szenario stellt.

    • Hammond says:

      “Es wäre interessant zu erfahren wie sich unser Generalstab zu diesem Szenario stellt.”
      Der Generalstab würde wohl sagen, dass man schon die diversen Systeme gegen eine Solche Bedrohung bis 2020 oder 2022 beschaffen könnte, nur wird es höchstwahrscheinlich an der Finanzierungsbereitschaft seitens des aktuellen Parlaments & Volks scheitern. Ein weiteres Hindernis sind auch die etablierten Medien, welche kaum eine Ahnung der aktuellen Trends der Sicherheitslage haben – oder wie viele dieser Medien haben die Zeichen der globalen Klimaabkühlung (Arabischer Winter etc.) frühzeitig erkannt und entsprechend benennt? Von diesen singen immer noch viele kurzsichtige “I believe it is peace for our time” & “And now I recommend you to go home and sleep quietly in your beds” (Neville Chamberlain).

  2. Beda Düggelin says:

    Schade, dass Roland mit seinen “gescheiten Kommentaren” nicht mit seinem ganzen Namen geradestehen kann, diese Kommentare sind leider nicht sehr hilfreich, sondern einfach defaitistisch!

    • Roland Keller says:

      Vielen Dank für die Kommentare und die Kritik.
      Mein Name ist Roland Keller, um das geklärt zu haben.
      Wenn man sich um sein Land Gedanken macht, ist man nicht defaitistisch, sondern besorgt.
      Was macht den Gripen so unwiderstehlich? Ist er, falls er dann 2026 einsatzbereit ist, ein modernes System? Wohl kaum, sonst würde es keine Stürme von Kritik hageln.
      Unser Land ist luftraumtechnisch kaum wirklich zu verteidigen. Um den kleinen Luftraum der Schweiz zu verteidigen, würden wir Flugzeuge brauchen, die nach dem Start mit Mach 3 in die Höhe steigen müssten. In einem fast senkrechten Flug kämen für den Piloten einige +G’s zusammen.

      Man hätte sich vielleicht noch einmal die Suchoi Su-35BM ansehen sollen. Da hätten wir einen Mehrwert auch in technologischer Hinsicht. Die Russen sind hervorragende Aerodynamiker. Das hat nichts mit Russenfreundlichkeit zu tun.
      Unsere Luftfahrtindustrie könnte nur davon profitieren.
      Die Schweiz muss sparen – also sucht man sich die neuste Technologie zum günstigsten Preis. Da wäre man mit einer an die Schweiz angepassten Version dieses Flugzeugtyps wahrscheinlich gut bedient.
      Details siehe offiziere.ch: „Neue Generation von Kampfflugzeugen: Su-35BM – Update 01

      Die Gegenargumente sind mir natürlich bekannt.

      offiziere.ch, Zitat:
      „Ein generelles Ausschlusskriterium für die Evaluierung eines russischen Kampfflugzeugs war auch die schlechte Ersatzteilversorgung.“

      Aber die Schweiz ist ein Hitec-Land! Was die Russen nicht können, können wir herstellen und gegebenenfalls verbessern. Technologietransfer. Was spricht dagegen? Wir beliefern ja auch die NASA und ESA.
      Im Verteidigungsfall auf die NATO zu vertrauen, Kooperationen hin oder her, ist auch kein zuverlässiges Mittel mehr.
      So wie unser Land zur Zeit dasteht, sieht es so aus, als müssten wir uns auf uns selbst besinnen, das heisst sowohl für Alleingänge als auch für Kooperationen attraktiver sein.

      Zur Zeit weckt die Schweiz die Begehrlichkeiten einer pleiten EU.
      Ob im Verteidigungsfall die NATO zur Schweiz steht?

      Das Bestreben, die Schweizer Milizarmee zu reduzieren und damit die Wehrbereitschaft und den Wehrwillen zu schwächen, ist genau die verkehrte Strategie.
      Ich verweise auf : Albert Stahel http://www.videoportal.sf.tv/video?id=25d5cdc5-a33e-4df3-a4bb-45d101cfed1b

      Ein Blick nach Afghanistan zeigt wie Sandalenkrieger mit einer hochgerüsteten Armee wie die der Alliierten umgehen. Ich war selbst 1987 mit den Mudjahedin unterwegs und konnte erleben wie effizient eine Sandalenarmee sein kann.

      Hier – liegt die Chance unseres Landes. Wir sollten vermehrt Guerillataktik üben und auf starke Kampfhelikopter setzen. Wir verfügen über ein hervorragendes Milizsystem, das sich genau für diese Aufgabe eignen würde.
      Für 3.1 Milliarden CHF liessen sich genug Helikopter und Luftabwehrraketen anschaffen.
      Warum sollten wir nicht eigene Stealth-Drohnen bauen oder den Engländern die neuesten Modelle abkaufen? Ferner sind fast alle ausgedienten Kampfflieger zum Umbau als Drohne geeignet. Ein gutes Beispiel wäre die Phantom F-4-Q.

      Hier noch ein interessanter Film:
      http://www.focus.de/wissen/videos/superbombe-kampf-jets-und-drohnen-toeten-zerstoeren-und-drohen-mit-high-tech-waffen_vid_30470.html

      • Hammond says:

        @R. Keller
        “[…] würden wir Flugzeuge brauchen, die nach dem Start mit Mach 3 in die Höhe steigen müssten. In einem fast senkrechten Flug kämen für den Piloten einige +G’s zusammen.”
        Das ist nur bedingt mit dem Rest kohärent, was Sie schreiben. Einerseits soll das unbemannte Zeitalter sein (Kampfdrohnen), aber dann doch wieder nicht (Su-35BM).
        Wäre es nicht eher passender, dass nebst unbemannten/bemannten Patrouillen im Schweizer Luftraum zur Identifikationshilfe zusammen mit Bodenradars (zB. Dual Band Radar (X&S)) und einem potenten Luftabwehrsystem die Flugzeug-, Raketen & tief fliegenden Marschflugkörpern? Denn immerhin fliegen beispielsweise die Raketen eines gewissen Pfeilsystems bedeutend schneller als Mach 3. Um dieses zu bekommen, müsste jedoch auch die USA zustimmen, weil die Co-Produzent sind.

        • R says:

          zitat: “Das ist nur bedingt mit dem Rest kohärent, was Sie schreiben. Einerseits soll das unbemannte Zeitalter sein (Kampfdrohnen), aber dann doch wieder nicht (Su-35BM).”

          R: Su-35BM wäre eine günstige Alternative. Wenn man sparen will. Aber unsere Chance ist sicher: Guerillataktik üben und auf starke Kampfhelikopter setzen und Topausbildung. Wir verfügen über ein hervorragendes Milizsystem, das sich genau für diese Aufgabe eignen würde.
          Das Eurofighterangebot ist verlockend aber für eine Schweiz unter Druck eine Abhängigkeitsfalle.

    • @Beda Düggelin: Ich möchte hier festhalten, dass es sehr wohl Gründe gibt anonym zu bleiben und auf diesem Blog auch ausdrücklich erlaubt ist (vgl.: “Weshalb Anonymität notwendig ist?“). Es geht hier in erster Linie um Inhalte. In diesem Sinne sollten Sie vielleicht Ihren Kommentar noch einmal lesen und beurteilen.

  3. Michael says:

    Sollte das neue Angebot von EADS tatsächlich Exsistieren, und nicht eine “Der Sonntag” Ente sein, dann sollte die Beschaffung des Grippen eindeutig überdacht werden. 33 Eurofighter mit gebrauchsspuren sind deutlich besser als 22 noch nicht einmal gebaute Grippen.

    http://www.sonntagonline.ch/ressort/aktuell/2479/

    • So einfach ist es dann doch nicht. Was bei diesem “Schnäppchen” genau unter die Lupe genommen werden müsste, wären die Betriebskosten der nächsten 20 Jahre. Ausserdem wird der Occasion-Eurofighter höchst wahrscheinlich kein Active Electronically Scanned Array (AESA) Radar aufweisen (vgl.: Patrick Truffer, “Ex Tiger Teilersatz: Eurofighter“, offiziere.ch, 04.09.2010).

      • Michael says:

        Über den Rüstungsstand der “Flight one”-Eurofighter muss man glaube ich nicht diskutieren, die sind “mager” ausgerüstet. Für Airpolice und Show-of-Force würde es aber reichen und man hätte wenigstens 33 Plattformen die man aufrüsten kann. Wenn 33 Maschinen für den Festpreis von 3,2 Milliarden geliefert werden können, dann ist das deutlich sicherer als die Zusage möglicherweise 22 Flieger zu diesem Preis zu bauen. Und der Bau ist ja auch noch längst nicht gesichert, da die Abnahme des Musters in Schweden noch nicht ansatzweise garantiert ist. Und auch beim Gripen ist eine Nachrüstung und “Updates” vorgesehen -> Operational vl. 2022. Wenn die Kisten zu teuer im Betrieb sein sollten, kann man ja schon mal Sparen weil man ja 11 der 33 Flieger kanibalisieren kann. Man bekommt ja quasi fürs gleiche Geld 150% der Triebwerke (also ein Spare pro Maschien z.B. im Vergleich zum Gripenkauf). Und bei der Überlegung “alte” Eurofighter oder “neue” Gripen sollte man nicht vergessen, das eine Nachrüstung der Eurofighter technisch möglich ist und die Maschinen wenigstens theoretisch bis 2015 in der Schweiz einsatzbereit sind. Die Gripen siehe den obigen Artikel wohl eher nicht.

        Hinweis: der Administrator hat zur besseren Lesbarkeit einige Rechtschreibfehler korrigiert – inhaltlich wurde nichts verändert.

  4. Beda Düggelin says:

    Danke Roland Keller für deine Antwort. Du hast Glück,einen Roland Keller gibt es in der Schweiz einige Male, damit bleibst du anonym, was du ja auch beabsichtigst. Meinen Namen gibt es nur 1x, dazu stehe ich. Dem Administrator muss ich antworten, dass zwar dieser Blog offenbar so ausgelegt ist, er leider in dieser Form nicht viel wert ist! Es geht eben nicht nur um Inhalte, sondern es geht in erster Linie um Zivilcourage! Der Blog ist in dieser Hinsicht wertlos. Was soll damit erreicht werden, sollen wir nun die Suchoi Su-35BM in unser Evaluationsverfahren miteinbeziehen. Daraus geht sofort hervor, dass die Meinungen dieses Blogs zwar vielfältig sind, aber zur Problemlösung nichts beitragen können! Ich freue mich, wenn sich der Administrator mit Namen und Adresse und E-Mail Adresse bei mir meldet!

  5. Roland Keller says:

    Lieber Beda Düggeln, Danke! Um einen Satz aus Deinem Kommentar heraus zupacken: …es geht in erster Linie um Zivilcourage! Man muss zu dem was man vertritt, auch stehen. Auch wenn man dabei Gefahr läuft ans Schienbein getreten zu werden.

  6. Beda Düggelin says:

    Lieber Roland Keller, mit deinem Namen gibts rund 130 Personen in der Schweiz.
    Man kann sehr wohl zu seinen Ideen und Gedanken stehen, aber sie sollten einen Realitätsbezug aufweisen. Nun werden wohl 129 Roland Keller zu Unrecht verdächtigt. Also überlege dir gut, bevor du zur Feder greifst! Glaubst du wirklich, dass du der ganzen Sache dienen kannst?

  7. Roland Keller says:

    hmm gutes Argument

  8. Ben says:

    Das wahrscheinlichste ist sowieso, dass die Schweiz ein paar Gripen mietet, und die Kaufentscheidung der nächsten Regierung überlässt. So alt sind die Gripen ja auch nicht. Das könnte ohne weiteres zu einer Dauerlösung werden, wenn das mit dem E/F nicht klappt. Eine Einführung eines neuen Jets kostet schließlich auch Geld.

    Die EF 3b Tranche wird nicht kommen, daher dürften das höchsten 559 und keine 700 EF mehr werden. Man muss auch höchstens sagen, dass Spanien gerade versucht, die Lieferung zu verzögern. Das könnten am Ende auch sehr viel weniger werden. Sehr viel weiterentwicklung beim EF über 3a hinaus kann man auch nicht erwarten.

  9. Danke Ben für Deine Informationen.

    In der Tat ist eine Tranche 3B höchst unwahrscheinlich. Im Oktober 2011 hat Deutschland entschlossen auf die 37 Eurofighter der Tranche 3B zu verzichten (vgl.: Robert Wall, “Germany Joins U.S. In Exiting MEADS“, Aviation Week, Ares, 21.10.2011). Grossbritannien sprach sich bereits früher gegen die Beschaffung von “Tranche 3B – Eurofighter” aus und auch Spanien sowie Italien werden höchst wahrscheinlich auf die Tranche 3B verzichten. Mit dem Ausscheiden in Indien konnte kein grosser Käufer für die Tranche 3B neu ins Boot geholt werden (Quelle: “Eurofighter’s Future: Tranche 3, and Beyond“, Defense Industry Daily, 06.08.2012). Ich habe deshalb die Zahlen im Artikel angepasst: “559 Eurofighter bestellt und über 300 bereits ausgeliefert”.

    Deutschland kaufte 44 Eurofighter der Tranche 1 und verkaufte davon 11 an Österreich weiter (6 gebrauchte und 5 ungebrauchte). Die 33 Eurofighter, die Deutschland der Schweiz verkaufen will sind also aus der Tranche 1, wie dies auch “Der Sonntag” in seinem Artikel bestätigt. Deutschland bot bereits im Januar 2012 8 “Tranche 1 – Eurofighter” Bulgarien an (vgl.: Gerhard Hegmann und Thomas Steinmann, “Berlin bietet gebrauchte Kampfjets an“, Financial Times Deutschland, 04.01.2012). “Der Sonntag” schreibt in seinem Artikel, das während der Evaluation Flugzeuge der Tranche 1 getestet wurden. Da jedoch die Auslieferung der Tranche 2 2008 startete, ist es viel wahrscheinlicher, dass während der Evaluation in der Schweiz im Herbst 2008 die besseren “Tranche 2 – Eurofighter” getestet wurden (offeriert wurde der Schweiz Kampfflugzeuge aus der Tranche 3A).

    Was ist der Unterschied zwischen einem Eurofighter der Tranche 1 und der Tranche 2? Die Presse berichtete am 03.06.2004 in “Analyse: Heeresjets sollen Bodenangriffe fliegen” von Werner Beninger:

    Der Unterschied zwischen den beiden Tranchen: Die erste Tranche eignet sich für Luftverteidigung, Training und verfügt für den Luft-Boden-Kampf nur über Grundfähigkeiten. Die zweite Tranche ist für Luft-Boden-Einsätze optimiert. Für eine Luftraumüberwachung würden Flugzeuge der ersten Tranche ausreichen […].

    Die Frage stellt sich also nach der Leistung der deutschen Occasion-Eurofighter und ob die Schweiz bereit ist auf die Erdkampffähigkeit und Luftaufklärung zu verzichten (vgl.: Kommentar von K.B. auf Augen Geradeaus!).

  10. Um die Diskussion etwas zu fokussieren: wie der Name Tiger Teilersatz schon sagt, geht es um einen Ersatz der 54 F-5 Tiger, denn der F-5 Tiger kann weder bei Nacht noch bei allen Wetterlagen eingesetzt werden. Es hat auch noch personelle Gründe, doch momentan kann die Schweiz im Gegensatz zum restlichen Europa (ausgenommen Österreich) Interventionen mit Kampfflugzeugen nur während den Bürozeiten durchführen. Es geht also um ein System der Luftwaffe. Ob wir am Boden Guerillataktiken ausbilden oder nicht hat damit absolut nichts zu tun.

    Über mögliche Varianten nebst der Beschaffung von Kampfflugzeugen steht im Faktenblatt TTE des Generalsekretariat VBS vom November 2011 folgendes:

    Drohnen. Drohnen haben einige Vorteile. Sie sind leise, können lange in der Luft bleiben und präzise Informationen liefern. Ein Nachteil ist: Sie fliegen nicht schnell genug. Das heisst, man kann sie nur zur Aufklärung oder, wenn sie gross genug sind, allenfalls für den Waffeneinsatz brauchen. Heute existierende Kampfdrohnen liegen kostenmässig im Bereich von Kampfflugzeugen. Für Luftpolizeidienst- und Luftkampfeinsätze sind Drohnen heute und auch in absehbarer Zukunft nicht oder nur bedingt geeignet.

    Kampfhelikopter. Bewaffnete Helikopter wären zu langsam; sie könnten zivilen JetPassagierflugzeugen nicht folgen. Sie könnten auch nicht genügend hoch eingesetzt werden, weil sie keine Druckkabine haben. Schliesslich sind sie auch nicht mit Luft-Luft-Radar ausgestattet.

    Boden-Luft-Raketen. Solche könnten aber nur eingesetzt werden, um Flugobjekte abzuschiessen, nicht aber, um sie vor Ort zu identifizieren, zu warnen, abzudrängen oder zur Landung zu zwingen. Sie sind damit für den Luftpolizeidienst unbrauchbar. Ein unkooperatives Flugobjekts einfach abzuschiessen, wäre – ausser im Krieg – keine akzeptable Option

    Es macht also Sinn ein technologisch veraltetes Kampfflugzeug durch ein neues Kampfflugzeug zu ersetzen.

    Vor 3,5 Jahren hat sich die Armasuisse hinsichtlich der Evaluation auf 4 Anbieter eingeschränkt, weil deren Kampfjets damals den technologischen Bedürfnissen entsprachen, tatsächlich produziert wurden und keine zusätzlichen Risiken eingegangen werden mussten (@Roland Keller: bezüglich den Gegenargumenten zu den russischen Kampfjets sollten Sie ihnen nicht nur bekannt sein, sondern Sie sollten diese in ihrer Lagebeurteilung auch ernsthaft berücksichtigen 😉 ). Der Bundesrat hat sich aus finanziellen Gründen für den Gripen E/F entschieden und hat damit bewusst ein tieferes technologisches Niveau und (auch bewusst?) ein höheres Risiko bei der Beschaffung gewählt. Wenn das Parlament dem nicht zustimmen will, d.h.: ein höheres technologisches Niveau oder weniger Risiken bei der Beschaffung erzielen will, dann kommt nur einer der anderen beiden vollständig evaluierten Kampfflugzeuge in Frage: der Eurofighter Tranche 3A oder die Dassault Rafale. Es ist kein Geheimnis, dass letztere der Wunschkandidat der Schweizer Luftwaffe ist.

    • Roland Keller says:

      Vielen Dank, das ist eine gute Argumentationskette.
      Klar wären Eurofighter und Rafale eine Toplösung. Nur – unser Land wäre dann wieder in der ungünstigen Lage weiter erpresst zu werden. Und die wichtigste Frage zur autonomen Nutzung der im EU-Raum eingekaufter Flugzeuge:
      – hätten wir auch die Oberhoheit über die in den Flugzeugen verwendete Software?
      – Und eine weitere Frage wäre ob die Maschinen NEMP geschützt sind. Zu Nuklearem elektromagnetischer Impuls (NEMP): Die US Präsidentenmaschine ist mit zu einem grossen Teil mit “alter” Röhrentechnik ausgerüstet. Russische Flugzeuge auch. Wahrscheinlich nicht ohne Grund.
      Für mich ist es ohnehin fraglich ob wir unseren Luftraum überhaupt schützen können ohne vom NATO-Vorwarnsystem abhängig zu sein.
      Wir haben sicherlich Spezialisten in unserem Kreis die eine Antwort auf diese Fragen haben

  11. Und noch einmal zu den angebotenen Occasion-Eurofighter: Der Gesamtbundesrat hat das bisher geheim gehaltene Angebot schon im Juni in einem Antwortbrief an EADS in den Wind geschlagen, wie es in Bern heisst: Die Schweiz sei generell nicht an Occasions-Fliegern interessiert, so die Landesregierung (Quelle: Lorenz Honegger, “Absage per Brief: Bundesrat will keine Occasions-Kampfjets“, Aargauer Zeitung, 27.08.2012).

  12. Froschn says:

    ..oder aber es gibt halt am Ende dann gar kein neues Kampfflugzeug. Beim derzeitigen Chaos würde mich wirklich gar nichts mehr überraschen. Damit wären dann die Weichen für Zukunft der Luftwaffe auch gestellt. Wir wollen nicht vergessen, dass die Luftwaffe neben dem Flieger ja auch noch grosse Investitionen in die Flab vorhat. Vielleicht muss sie sich dann halt dem Diktat der Politik fügen und auf das eine oder andere verzichten. Die ewigen Armeeabschaffer wären damit sicher zufrieden, weil die Armee so natürlich stückweise abgeschafft wird.
    Aber wenn sich selbst bürgeriche Parteien dermassen unredlich aufführen wie im Moment gerade die FDP, dann wundert mich gar nichts mehr.

    • AW says:

      Nicht zu vergessen ist auch der Ersatz der Drohnen druch den ADS15 (Hermes oder Heron Drohne). Genau weil es noch andere Investitionen gibt (Luftwaffe und Heer), ist der Gripen die richtige Wahl. Ich hoffe deshalb, dass auch jene für neue Jets sind, welche Angst haben das andere Teile der Armee vernachlässigt werden.

      • Danke für Deinen Kommentar.

        Wer nun mehr über die anstehende Drohnenbeschaffung wissen möchte, findet hier einen Artikel dazu.

      • Froschn says:

        Christoph Blocher hat in seiner Sendung Teleblocher Vorwürfe gegen den FDP Parteipräsidenten Müller erhoben, weil dieser den Gripen-Deal abwürgen möchte da er mit der Agentur Farner verbandelt sei, welche in der Schweiz Dassault mit dem Rafale vertreten habe. Von FDP Seite verteidigt man sich lautstark gegen die Vorwürfe (http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Ein-Ablenkungsmanoever-unter-der-Guertellinie/story/23544429), was durchaus darauf schliessen lassen könnte, dass da jemand dem Hund auf den Schwanz gestanden ist. …… Die Nähe von FDP und Farner ist ja kein Staatsgeheimnis und wer etwas in der Geschichte der Schweizer Armee blättert, der stösst bald auf Episoden in der Farner und die Nähe zur FDP eine gewisse Rolle gespielt haben.
        Dass die Kritik jetzt ausgerechnet von Blocher kommt ist vielleicht etwas unglücklich und natürlich wird (gerade in den Kommentaren zum Artikel) mehr auf den Mann Blocher gespielt als auf die Sache (Dassault / Farner). Aber bevor jetzt wieder alle mit dem üblichen Blocher-Bashing anfangen sollte man zuerst den angesprochenen Herren vielleicht noch einmal ein paar Fragen stellen… und Antworten verlangen.
        Klar ist auf jeden Fall eines: das Ausscheren der FDP mit welchem Motiv auch immer schadet dem Projekt Flugzeugbeschaffung und der Armee insgesamt.

  13. Froschn says:

    Neueste Meldung: Fixpreis für Flugzeuge wird garantiert, der Liefertermin soll eingehalten werden, aber die Entwicklung des Doppelsitzers entfällt. In der Zwischenzeit werden wie berichtet 11 Flugzeuge angemietet (8 ES/ 3 DS).
    Das heisst aber auch, dass es bei der Ausbildung in der Zukunft wohl eine enge Kooperation zwischen Schweden und der Schweiz geben wird.

    http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/schweden-garantiert-fixpreis-inklusiv-entwicklungskosten-1.17533614

  14. Danke Froschn für die News. Der Vollständigkeitshalber übernehme ich hier den Text der NZZ:

    Bundesrat Ueli Maurer hat an einem Kasernengespräch Details über die Rahmenvereinbarung mit Schweden zum Kauf von 22 Kampfjets präsentiert. Der schwedische Staat garantiert demnach, dass sich der Preis für die Gripen-Flugzeuge inklusiv Entwicklungskosten auf 3,126 Milliarden Franken beläuft. Maurer sagte vor den Medien in Thun: «Die schwedische Regierung garantiert die Technologie, den Preis und die Lieferfrist.» Der Vertrag ist eine Premiere. Noch nie habe die Schweiz in einem Rüstungsgeschäft einen Staat als Vertragspartner gehabt, so Maurer.

    Weiter garantiert Schweden, dass der Gripen E die spezifizierten Funktionalitäten und Leistungen erreichen wird, operationell wirksam sein wird und spätere Weiterentwicklungen nur nötig sein werden, um neue operationelle Anforderungen zu erfüllen. Der Gripen E soll gemäss Zeitplan, also ab 2018, geliefert werden.

    Als Übergangslösung will das VBS in den Jahren 2016 bis 2020 8 Gripen des Typs C und drei Gripen des Typs D mieten. Dadurch erhofft sich das Verteidigungsdepartement eine effiziente Einführung des Gripen E. Pro Jahr betragen die Kosten für die Mietstaffel 44 Millionen Franken, laut VBS rund 10 Millionen mehr als der Betrieb der F-5 Tiger. Für den Kauf des Gripen E ist für 2014 eine erste Anzahlung von 300 Millionen Franken vorgesehen.

    Neben allen Vorteilen, die das VBS in der Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Schweden sieht, erwähnt das Verteidigungsdepartement auch einen Negativpunkt: den Gripen F, das Doppelsitzer-Modell, wird es nicht geben. Luftwaffenchef Markus Gygax sagte dazu jedoch, der Verzicht auf den Doppelsitzer sei «kein schmerzhafter Verzicht», da sich unter den Mietflugzeugen drei Doppelsitzer befänden. Tatsache bleibt allerdings, dass nach Ende der Mietzeit der Luftwaffe zur Ausbildung auf dem Gripen keine Doppelsitzer mehr zur Verfügung stehen.

    Ueli Maurer macht indes aus dem Nach- einen Vorteil. Er erinnerte vor den Medien daran, dass der Doppelsitzer gegenüber der Standardausführung auch Nachteile habe. So verfüge der Gripen F über einer geringere Reichweite und habe eine Bordkanone weniger.

    Quelle: “Schweden garantiert Fixpreis für den Gripen“, NZZ, 28.08.2012.

  15. Beda Düggelin says:

    Es gibt nicht viele Politiker welche Klartext sprechen, Christoph Blocher tut es, damit bleibt er glaubwürdig! Deshalb sollte auch in einem Blog Klartext gesprochen werden, im Interesse an der Sache! Es freut mich, wenn sich Froschn, der nicht im “Directories” zu finden ist, sich bei mir meldet!

  16. Beda Düggelin says:

    Kritische Artikel in der NZZ am Sonntag: Die Zeitung trägt mit diesen Artikeln nichts zur Flugzeugbeschaffung bei! Ich habe bereits im Februar mit Felix Müller einen Briefwechsel geführt und die Berichterstattung zur Objektivität aufgerufen. Der Briefwechsel ist bei mir einsehbar.

  17. Zunehmend ein unglaubwürdiges Trauerspiel: Die Schweiz erhält umgebaute Occasions-Gripen – der Entwurf zur Botschaft des Bundesrats über die Beschaffung des Gripen enthält einige Überraschungen. Für eine Beurteilung warten ich jedoch auf die fertiggestellte Botschaft.

  18. Rund 7’000 Zuschauer verfolgten das Fliegerschiessen der Schweizer Luftwaffe auf der Axalp. Ebenfalls vorgeführt wurde der Saab Gripen F Demonstrator.



    Bildquelle: The Brigade. Auf der Website des VBS sind weitere Fotos von der Vorführung des Gripen F Demonstrator zu finden.

  19. Pingback: Sessionsrückblick | Offiziere.ch

  20. Pingback: Η Σουηδία προχωρά στην προμήθεια 60 μαχητικών Jas 39 Gripen-E, 22 για την Ελβετία « defencegreece

  21. Pingback: Rüstungsprogramm 2012: Kampfflugzeug Gripen E | Offiziere.ch

  22. apocalypse says:

    Keiner hat Interesse daran, die Schweiz zu erobern – weil die Schweiz das ärmste Land der Welt ist und wirklich nichts zu bieten hat (ausser Wald und Wasser).
    Darum lebt die Schweiz schon seit Jahrtausenden ohne Kriege – weil niemand hier wirklich leben will, wo es ja ausser Bergen (Wald, Wasser) nichts gibt…
    Im Gegensatz zu Afrika, das natürlich alle ausbeuten wollen, weil Afrika das reichste Land der Welt ist: die meiste Sonne, die meisten Bodenschätze, die grösste Vielfalt an Natur und Sprachen, die glücklichsten Menschen, etc. etc.
    Kein Wunder, dass Europa regelmässig ausstirbt (Klimawandel, Selbstzerstörung) und dann von Afrika immer wieder neu besiedelt werden muss – vor 2 Mio Jahren, vor 150000 Jahren, vor 10000 Jahren, heute (afrikanische Einwanderer)…

  23. pm says:

    Für den Gripen spricht absolut gesehen wenig. In einem absolut chaotischen Prozess über 5 Jahre hat man aus einer einfachen Beschafftung von ursprünglich 33 Kampfflieger eine politisches Fiasko veranstaltet.
    Der simpelste Prozess wäre gewesen 33 oder 22 F/18 zu kaufen. Simulatoren, Ausbildung alles vorhanden.Der F/A wird wie die F-16 bis gegen 2050 gewartet werden. Es gibt dermassen viele im Einsatz.
    Eine richtig gute Option wäre der Suchoi-30 gewesen. Etwa 25-30% günstiger als der Gripen mit einem mehrfachen an Leistung. Indien, China und Russland bewesien, dass dies kein Zufallsflieger ist.
    Dei AESA Radare werden entgegen dem was 2007 bekannt war seit 2008 in die F/A 18 eingebaut und ebenso in die Suchoi-30. (Indische Nachrüstung) Finland hatte seit Anfangs 1960 über 25 jahrelang Mig-21 im Einsatz, die akuelle polnische Armee besteht zu 75 % aus Russischen Fliegern – NATO kompatibel versteht sich.
    Die Schweizer Ar mee muss sich stellen und Russische Geräe in die Evaluation einbeziehen. Bis 2030 wird es nur noch 4-5 Lieferanten geben. 2 aus USA und Russland sowie 1 Chinese.
    Der Beschaffungsbericht über den Gripen war also seit 2010 allerspätenstens komplett überholt.
    Ich muss ehrlich sagen, ob ich ein Nein einlege oder JA ist noch umstritten. Es ist richtig, dass UNO und auch die Wirtschaft angemessen Schutz brauchen sowie die Tiger F-5 ausgemustert werden müssen – aber aus meiner Sicht eben nicht mit dem leistungsschwächsten Flugzeug.

    • Der obige Artikel stammt aus dem August 2012. Seit dem ist viel gelaufen und es zeigt sich langsam, dass der Gripen E die Manko des Gripen C/D beheben kann. Ein Artikel der Aviation Week Mitte März 2014 unterstreicht noch einmal die Vorzüge des Gripen E. Der Staatsvertrag zwischen der Schweiz und Schweden über die Gripenbeschaffung reduziert das Risiko der Schweiz auf ein Minimum. Für den Gripen spricht ausserdem das hervorragende Kosten-Leistung-Verhältnis und das mit ihm verbundene Gesamtpaket. Anschaffung und Betrieb über die nächsten 30 Jahre sind beim Gripen rund eine Milliarde günstiger als bei seinen Mitbewerbern.

      Die Zeit der Typendiskussion und der Suche nach möglichen Alternativen ist vorbei. Am 18. Mai wird entschieden, ob wir für die nächsten 15-20 Jahre eine glaubwürdige Luftwaffe haben oder nicht. Wenn Sie der Meinung sind, dass der Schweizer Luftraum geschützt werden muss, dann sollten Sie das Gripen-Fonds-Gesetz unterstützen. Finden Sie sich damit ab, dass keine russische Kampfflugzeuge evaluiert wurden – es gibt dafür handfeste Gründe (Zuverlässigkeit, Ersatzteilmanagement, Betriebskosten usw.). Der F/A-18E/F ist nicht vergleichbar mit dem F/A-18C/D und erzeugt keine Synergieeffekte. Im Gegenteil ist die Super-Hornet bedeutend wuchtiger als der F/A-18C/D, was womöglich umfangreiche Anpassungen an den Kavernen zur Folge hätte. Abgesehen davon hat sich Boeing aus dem Evaluierungsverfahren schon relativ früh zurückgezogen. Auch F/A-18C/D kommen nicht in Frage, weil sie nicht zu kaufen sind (und abgesehen davon kommt dieses Kampfflugzeug auch langsam in’s Alter).

      Sollten Sie das Gripen-Fonds-Gesetz ablehnen, so werden nicht andere Alternativen evaluiert werden, sondern es wird die nächsten 15-20 Jahre kein neues Kampfflugzeug geben. Es gibt im VBS kein Plan B!

      Alle Ihre Punkte und Fragen werden mit dem frisch veröffentlichten Artikel “Beschaffung Kampfflugzeug Saab Gripen E” beantwortet.

Leave a Reply