Russlands Luftverteidigung & Flugabwehrsysteme in Syrien: Mehr Schein als Sein?

von Roger Näbig (Twitter / LinkedIn). Er arbeitet als Rechtsanwalt und freier Journalist in Berlin mit dem Fokus auf globalen Konflikten, Verteidigung, Sicherheit, Militärpolitik, Rüstungstechnik & Kriegsvölkerrecht. Darüber hinaus hält er Vorträge zu verteidigungspolitischen Themen.

Russland hat weder die militärischen Mittel noch die politische Absicht, in Syrien eine für Israel, die USA und ihre Verbündeten unüberwindliche Flugverbotszone zu errichten. Allerdings sind die im Syrien-Konflikt gewonnenen Erkenntnisse über die russische Luftverteidigung und die eingesetzten Flugabwehrsysteme nicht auf Russlands “A2AD”-Zonen in Europa direkt übertragbar.

Panzir-S1 auf dem Militärflugplatz Hmeimim (Syrien).

Panzir-S1 auf dem Militärflugplatz Hmeimim (Syrien).

Russland rüstet Syrien schon seit Sowjetzeiten exklusiv mit seinen Flugabwehrsystemen aus und schult deren Soldaten in ihrer Bedienung nach russischer Doktrin. Syriens Luftverteidigung besteht hauptsächlich aus modernisierten, aber dennoch veralteten S-200VE (NATO Code: SA-5 Gammon – Langstrecke) sowie moderneren 9K40 Buk-M2 (SA-17 Grizzly – Mittelstrecke), die durch Panzir-S1 (SA-22 Greyhound – Nahbereich) ergänzt wurden. Russland soll zudem die syrische Luftverteidigung komplett neu aufgebaut und mit ihren Flugabwehr- und Radaranlagen auf den Militärbasen in Hmeimim (Luftwaffe) und in Tartus (Marine) verknüpft haben. Die beiden russischen Stützpunkte an der syrischen Mittelmeerküste selbst werden nach offiziellen Verlautbarungen durch drei Luftverteidigungsschichten geschützt, wobei teilweise auch syrische Systeme mit eingebunden sind: Den äußeren Ring bilden S-400 Triumf (SA-21 Growler), S-300V4 (SA-23 Gladiator) und vermutlich syrische S-200VE, den mittleren seegestützte S-300FM (SA-N-20) sowie Buk-M2E, den inneren schließlich Osa-AKM (SA-8 Gecko), S-125 Petschora-2M (SA-3 Goa) nebst Tor-M1 (SA-15 Gauntlet) und Panzir-S2 für die unmittelbare Nahbereichsverteidigung (Mikhail Khodaryonok, “Three Layers of Russian Air Defense at Hmeymim Air Base in Syria“, TASS, 12.02.2016).

Trotz der Verknüpfung beider Luftverteidigungssysteme und intensiver Ausbildung syrischer Soldaten musste die syrische Flugabwehr mit ihren russischen Systemen seit 2014 einige Niederlagen hinnehmen. Israel hat in den letzten Jahren hauptsächlich mit Kampfflugzeugen der 4. Generation (F-15, F-16) mehr als 250 Luftangriffe auf Ziele in Syrien geflogen, bei denen nur eine eigene Maschine verloren ging.

Die USA führten 2017 Luftangriffe gegen einen syrischen Militärflugplatz sowie ein Jahr später zusammen mit Großbritannien und Frankreich gegen drei mutmaßliche Produktionsstätten für chemische Waffen aus (siehe dazu “Chemical Weapons in Syria: Red Lines or Proving Grounds“, offiziere.ch, 04.08.2018). Beim ersten Angriff im April 2017 wurden 59 Tomahawk Marschflugkörper, abgefeuert von den beiden US-Zerstörern USS Porter und USS Ross, gegen den Militärflugplatz asch-Schaʿirat (süd-östlich von Homs) in Westsyrien eingesetzt, von denen 58 Tomahawks ihr Ziel getroffen haben (“ISI First to Analyze Shayrat Airfield Missile Attack“, ImageSat International, 05.11.2017). Nachdem Russland immer wieder auf seine überragende Luftverteidigung in Syrien hingewiesen hatte und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Russland von den USA kurz vor dem Angriff vorgewarnt wurde, stellte dies eine blamable Leistung dar. Kurzerhand erklärte das russische Verteidigungsministerium, nur 23 der Marschflugkörper hätten ihr Ziel tatsächlich erreicht – eine Behauptung, die durch die Analyse von Satellitenbildern widerlegt werden kann (siehe unten). Vielmehr scheint es, dass Russland seine eigenen Flugabwehrsysteme gar nicht aktiviert hatte und nur die älteren syrischen Systeme zum Einsatz kamen. Warum also blieb Russland untätig, obwohl es die Mittel hatte und vorgewarnt war?

Trump’s bombardment of Syria’s Shayarat with 59 Tomahawk cruise missiles -- click on the image to enlarge (compiled by Louis Martin-Vézian of CIGeography).

Trump’s bombardment of Syria’s Shayarat with 59 Tomahawk cruise missiles — click on the image to enlarge (compiled by Louis Martin-Vézian of CIGeography (Facebook / Twitter).

Bevor diese Frage beantwortet werden kann, muss man sich zuerst mit dem häufig anzutreffenden Missverständnis über die angebliche Fähigkeit russischer Flugabwehrsysteme vom Typ S-400 und S-300V4 auseinandersetzen, dass diese eine undurchdringbare Flugverbotszone im Radius von bis zu 400km erschaffen können. Auf dem Papier sind die technischen Daten beider Systeme zwar beeindruckend, allerdings beeinflussen in der militärischen Realität bei der Bekämpfung feindlicher Kampfflugzeuge viele Faktoren deren tatsächliche Reichweite und Effizienz. So ist die für die S-400 vorgesehene 40N6 Rakete mit 380 km Reichweite gerade erst Ende Oktober 2018 zur Serienproduktion zugelassen worden (Franz-Stefan Gady, “New Long-Range Missile for Russia’s S-400 Air Defense System Accepted Into Service“, The Diplomat, 23.10.2018). Selbst wenn diese in größeren Stückzahlen verfügbar sein sollte, dann können auf diese Entfernung nur große Ziele, wie Tank-, Transport- und Frühwarnflugzeuge in einer Flughöhe von mehr als 10 km erfasst und bekämpft werden (Robert Dalsjö, Christofer Berglund und Michael Jonsson, “Bursting the Bubble – Russian A2/AD in the Baltic Sea Region: Capabilities, Countermeasures, and Implications“, Swedish Defence Research Agency Report, 04.03.2019). Die für den Einsatz von Flugabwehrraketen erforderliche genaue Zielerfassung von Kampfflugzeugen der 5. Generation mit Tarnkappenfähigkeiten (F-35, F-22) und tieffliegenden Marschflugkörpern stellt für russische Flugabwehrsysteme ein bislang wohl unüberwindliches technisches Problem dar (Guy Plopsky, “Russia‘s Air Defenses in Syria: More Politics than Punch“, BESA Center Perspectives Paper, No. 618, 18.10.2017). Aufgrund des sogenannten “Radarhorizontes” können selbst ältere Kampfflugzeuge der 4. Generation im Tiefflug erst in ca. 30-40 km Entfernung sowie Marschflugkörper bei einer Flughöhe von rund 50 m erst in ca. 25 km erkannt und erfasst werden (Roger McDermott, “Russian Air Defenses and the US Strike on Al-Shayrat“, Eurasia Daily Monitor, Volume 14, Issue 50, 11.04.2017), was durch A-50 AWACS Flugzeuge nur bedingt zu lösen ist. Schließlich kann die Radarerfassung durch luftgestützte elektronische Kampfführung, z.B. durch den Einsatz hierauf spezialisierter Kampfflugzeuge wie der EA-18G Growler, die bei dem Angriff auf den syrischen Militärflugplatz zum Einsatz kam, stark eingeschränkt werden.

Beim Luftangriff auf Damaskus und Homs im April 2018 auf drei mutmaßliche syrische Forschungs- und Produktionsstätten für Chemiewaffen wurden 105 US-amerikanische, britische sowie französische see- bzw. luftgestützte (Stealth-)Marschflugkörper eingesetzt, die aus unterschiedlichen Himmelsrichtungen anflogen. Nach Angaben des Pentagons erreichten alle abgeschossenen Lenkwaffen die vorgegebenen Ziele. Auch bei diesem Angriff wurde Russland vorgewarnt – und auch bei diesem Angriff durch die westliche Koalition auf dessen engsten Verbündeten im Nahen Osten blieben die russischen Flugabwehrsysteme inaktiv. Vielmehr behauptete das russische Verteidigungsministerium, die syrische Flugabwehr allein habe mit ihren S-200, S-125, Osa, Buk und Strela Flugabwehrsystemen 71 Marschflugkörper abgeschossen (am Internationalen Flughafen Damaskus, am Militärflugplatz asch-Schaʿirat und an weiteren Militärflugplätzen, eine Darstellung, die von der Koalition bestritten wird). Diese Aussage spiegelt deutlich die ambivalente Haltung Russlands wieder, denn zu keinem Zeitpunkt hat Russland bei Luftangriffen auf syrisches Gebiet seine eigenen Flugabwehrsysteme in den Dienst der syrischen Armee gestellt. Dafür gibt es zwei Erklärungen: Erstens will Russland nicht in einen eskalierenden Konflikt mit den USA oder Israel hineingezogen werden, was aus einem aktiven Einsatz seiner Luftverteidigungssysteme folgen könnte und zweitens gilt Russlands politisch-militärisches Interesse allein dem Schutz seiner beiden eigenen Militärbasen in Syrien (siehe auch Damien Sharkov, “Criticisms aside, was Russia Capable of Halting the U.S. Strike?“, Newsweek, 08.04.2017).

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Graphic compiled by Louis Martin-Vézian of CIGeography (Facebook / Twitter).

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Auch andere Indizien weisen auf diesen Erklärungsansatz hin. Im Juni 2017 wurde in einem Bericht des russischen Fernsehens erklärt, dass Russland keine Koalitionsflugzeuge im Kampf gegen die Terrororganisation “Islamischer Staat” (IS) angreifen werde, so lange diese einen Abstand von mehr als 60 km zum Militärflugplatz Hmeimim einhalten. Während syrische Kampfflugzeuge Begleitschutz für russische Kampfbomber flogen, wurde dies im Gegenzug von russischer Seite nicht getan. Als im Juni 2017 eine US-amerikanische F/A-18E Super Hornet eine syrische Su-22 abschoss, entschloss sich Russland auch aus politischen Gründen dazu, eine deutliche Warnung auszusprechen: In denjenigen syrischen Gebieten westlich des Euphrats, in denen die russische Luftwaffe Kampfeinsätze im syrischen Luftraum durchführt, würden alle bemannten oder unbemannten Flugobjekte, einschließlich derjenigen der internationalen Koalition gegen den IS, von der russischen Flugabwehr als Luftziele verfolgt (“Russian Missile Defense to Track US-Led Coalition Aircraft in Syria – MoD“, Sputnik, 19.06.2017). Es blieb bei der Warnung: Als im Februar 2018 bei Deir ez-Zor im Osten Syriens US Kampfflugzeuge den Euphrat auch zum Westufer hin überflogen, um einen Angriff syrischer Einheiten mit Unterstützung des privaten russischen Militärunternehmens “Gruppe Wagner” zurückzuschlagen, rührte sich weder die russische Flugabwehr noch die russische Luftwaffe, obwohl hier sogar das Leben eigener Staatsbürger auf dem Spiel stand.

Sometimes conflicts do arise, and we are naturally concerned about the possibility of military confrontation between the Iranian and Israeli forces in Syria. We do everything possible to prevent it. To prevent the escalation of the conflict. — Levan Dzhagaryan, russischer Botschafter in Teheran, zitiert in Anna Ahronheim, “Russia Concerned about Military Confrontation between Israel and Iran“, The Jerusalem Post, 19.07.2018.

Militärisch interveniert Russland auch nicht bei israelischen Luftangriffen u.a. auf iranische Militäreinrichtungen in Syrien. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Moskau den wachsenden Einfluss Teherans und der schiitischen Milizen in Syrien mit wachsenden Unbehagen und Misstrauen beobachtet. Russland sieht im Iran länger schon mehr den lästigen Konkurrenten, der mit ihm um die Vormacht in Syrien buhlt, als den willigen “Waffenbruder” im blutigen Bürgerkrieg. Syrien hingegen braucht den Iran als Verbündeten, der ihm die fehlenden, kampferprobten Bodentruppen zur Verfügung stellt. Daher ist es wenig überraschend, dass Russland tatenlos wegsieht, wenn Israel iranische Stellungen in Syrien bombardiert, solange keine russischen Soldaten oder Einrichtungen zu Schaden kommen (Amir Tibon, “Everyone Wants to Get Iran Out of Syria. But No One Knows How to Do It“, Haaretz, 26.08.2018). Russland hat zudem die Sorge, dass die israelisch-iranische Dauerfehde seinen syrischen Verbündeten mittelfristig in einen Krieg mit Israel hineinziehen könnte, der Russland selbst mehr schaden als nutzen würde. Gleichzeitig will Moskau Damaskus nicht zu sehr düpieren und Teheran nicht zu sehr verärgern, weshalb sich die syrische Luftverteidigung bei Angriffen auf iranische Waffenlager und Raketenfabriken mit der israelischen Luftwaffe messen darf (Lidia Averbukh und Margarete Klein,  “Russlands Annäherung an Israel im Zeichen des Syrien-Konflikts“, SWP-Aktuell 2018/A 45, August 2018). Dass dieser politische Spagat langfristig zu Problemen führen würde, war absehbar.

Was dann im September 2018 folgte, war für Russland der bislang größte politische Fehlschlag im syrischen Luftkrieg überhaupt: Der versehentliche Abschuss seines eigenen Il-20 Seeaufklärers mit einer fünfzehnköpfigen Besatzung über dem Mittelmeer durch eine syrische Flugabwehreinheit russischer Bauart (vermutlich S-200VE), die zuvor vergeblich versucht hatte, vier israelische F-16I im syrischen Luftraum zu bekämpfen. Nach diesem Debakel entschied sich Russland im Oktober 2018, Syrien die schon seit längerem zugesagten drei S-300 Batterien mit jeweils acht Startern auszuliefern. Ein Grund dafür dürfte wohl auch gewesen sein, dass der Vorfall Identifikations- und Kompatibilitätsprobleme der syrischen S-200 mit den moderneren russischen Systemen offenbarte, neben allgemeinen Mängeln bei der Koordination der Luftabwehr beider Länder untereinander. Russlands Verteidigungsminister Sergei Schoigu begründete die von Israel immer wieder scharf kritisierte Auslieferung mit dem Ziel, zukünftig eine eindeutige Identifikation russischer Flugzeuge durch die syrische Flugabwehr garantieren sowie weitere Verluste durch den versehentlichen Beschuss des Verbündeten vermeiden zu wollen. Für Syrien stellt diese Entscheidung eine wesentliche Steigerung und Verbesserung seiner Luftverteidigungsfähigkeiten dar, auch wenn die maximale Bekämpfungsreichweite der S-300 geringer ist, so sind doch die verwendeten Raketen wesentlich wirkungsvoller.

Sowjetische Boden-Luft-Rakete S-200 (Foto: Vitaly V. Kuzmin).

Sowjetische Boden-Luft-Rakete S-200 (Foto: Vitaly V. Kuzmin).

Die Luftangriffe Israels auf den Internationalen Flughafen von Damaskus und nahegelegene Waffenlager im Januar 2019 sind ein Indiz für die Fortschritte Syriens beim Ausbau seiner Luftverteidigung. Es gelang syrischen Buk-M2 und Panzir-S2 Flugabwehrbatterien immerhin einige israelische Raketen der ersten Angriffswelle abzufangen (Sebastien Roblin: „Israel Kamikaze Drones are Destroying Syria’s Air Defences“, The National Interest, 26.01.2019), doch dies konnte nicht verhindern, dass Israel letztlich militärisch die Oberhand behielt. Die syrischen Systeme waren dem israelischen “Sättigungsangriff” mit mehreren weiteren Wellen an Raketen, gelenkten Bomben, Marschflugkörpern und sogenannten Selbstmord-Drohnen “Harop” gegen die ursprünglichen Ziele und zusätzlich gegen die syrischen Flugabwehreinheiten nicht gewachsen. Neben den iranischen Waffenlagern wurden u.a. zwei syrische Panzir-S2 getroffen und zerstört. Ein Video (siehe unten), das den Endanflug einer israelischen Lenkwaffe auf das moderne russische SHORAD System zeigt, verbreitete sich im Internet wie ein Lauffeuer.

Der jüngste Schlagabtausch zeigt deutlich, dass Russland aus politischen Gründen weiterhin nicht selbst mit seinen eigenen, moderneren Flugabwehrsystemen in den Konflikt eingreifen will und es Israel daher wohl auch in Zukunft gelingen wird, die syrische Luftabwehr zu überwinden, wenn auch mit anderen Einsatzmethoden sowie unter Verwendung von mehr und besseren Waffensystemen. Zwar waren die an Syrien ausgelieferten S-300 Flugabwehrbatterien im Januar 2019 wahrscheinlich noch gar nicht voll einsatzbereit und vermutlich mangelte es den syrischen Soldaten auch an entsprechender Ausbildung, Moral bzw. Einsatzbereitschaft, doch Russland dürfte Syrien bislang auch eher ältere, weniger leistungsfähigere Exportversionen seiner Flugabwehrsysteme ausgeliefert haben. Ausserdem kamen die syrischen S-300 Flugabwehrbatterien auch bei späteren israelischen Luftschlägen – beispielsweise Mitte April 2019 – nicht zum Einsatz, was vermuten lässt, dass Russland ein für den Einsatz ausschlaggebendes Mitspracherecht hat (Sebastien Roblin, “Israeli F-16s Smashed a Syrian Missile Complex (And Russia Held Its Fire)“, The National Interest, 24.06.2019). Ob dies in Zukunft so bleibt, wird entscheidend davon abhängen, wie sich der Nahostkonflikt weiterentwickelt. Von daher sollte man mit Rückschlüssen für vergleichbare “A2AD”-Zonen in Europa, z.B. in Kaliningrad oder auf der Halbinsel Krim, vorsichtig sein. Auf jeden Fall kann Russland mit seinen teils älteren, im Dienste Syriens stehenden Flugabwehrsystemen wertvolle Einsatzerfahrungen sammeln, die es zur fortlaufenden Modernisierung der eigenen Systeme nutzen wird.

Dennoch belegen vor allem die langjährigen Einsatzerfahrungen Israels und der USA im Luftkrieg über Syrien, dass Russland auch in Osteuropa keine unüberwindbaren “A2AD”-Zonen aufbauen kann. Die Gesetze der Physik (Radarhorizont), elektronische Kriegsführung und Tarnkappenfähigkeiten bei Kampfflugzeugen der 5./6. Generation (F-35, FCAS) zeigen der russischen Luftverteidigung auch in Zukunft ihre Grenzen auf. Erwähnenswert sind auch die israelischen Erfolge bei der Bekämpfung russischer Flugabwehrsysteme durch Drohnen sowie die Anwendung der ehemals sowjetischen Taktik des “Sättigungsangriffes” aus den Zeiten des Kalten Krieges. Aber nur wenn die europäischen Staaten auch in Zukunft bereit und willens sind, mehr Geld für die Anschaffung moderner Kampfflugzeuge, Raketen, Marschflugkörper und Drohnen auszugeben, dann werden sie auch russische Flugabwehrsysteme im Konfliktfall wirkungsvoll stören bzw. bekämpfen können. Für Deutschland sollte dies ein Weckruf sein, sich hierbei nicht nur auf die NATO-Partner zu verlassen, sondern endlich die Nachfolge des fast 40 Jahre alten Tornado Kampfbombers zu klären, der u.a. in der ECR Version Einsätze zur Unterdrückung feindlicher Luftabwehr (“SEAD“) fliegt und vor allem die Entwicklung des Future Combat Air System mit Frankreich nunmehr zügig voranzutreiben.

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