F-35: Hightech Kampfjet oder 1,5 Billionen US$ Desaster?

von Roger Näbig (Twitter / LinkedIn). Er arbeitet als Rechtsanwalt und freier Journalist in Berlin mit dem Fokus auf globalen Konflikten, Verteidigung, Sicherheit, Militärpolitik, Rüstungstechnik & Kriegsvölkerrecht. Darüber hinaus hält er Vorträge zu verteidigungspolitischen Themen. For an English version see here.

F-35A off the coast of Northwest Florida (photo: U.S. Air Force by Master Sgt. Donald R. Allen [Public domain]).

F-35A off the coast of Northwest Florida (photo: U.S. Air Force by Master Sgt. Donald R. Allen [Public domain]).

Es ist das teuerste Beschaffungsprogramm für Kampfflugzeuge in der Militärgeschichte: F-35 Lightning II, so der offizielle Name, ist das von der Firma Lockheed Martin für die US Air Force (USAF), US Navy (USN) und das US Marine Corps (USMC), im Zuge des Joint Strike Fighter Programms, gemeinsam entwickelte Tarnkappen-Mehrzweckkampfflugzeug der 5. Generation, das die F-16 Falcon, F-18 Hornet, AV-8B Harrier II und A-10 Warthog in den US Luftstreitkräften ablösen soll. Während die ‘A’ Version der USAF konventionell startet und landet (CTOL: Conventional Take-Off and Landing), handelt es sich bei der ‘B’ um eine für das USMC und deren amphibische Angriffsschiffe eigens entwickelte, kurzstartende und vertikal landende Variante (STOVL: Short Take-Off and Vertical Landing) während die ‘C’ Version von Flugzeugträgern der USN aus eingesetzt wird (CV: Carrier Variant). Bis zum Jahr 2070 wird die Beschaffung, der Betrieb und die Wartung der rund 2.400 Kampfflugzeuge Kosten in Höhe von ca. 1,5 Billionen US$ verschlingen.

Die F-35 soll zum Exportschlager werden
Im Gegensatz zum Stealth-Luftüberlegenheitsjäger F-22 Raptor war und ist die F-35 von Anfang an für den Export vorgesehen gewesen. Acht weitere Länder kaufen nicht nur die F-35, sondern beteiligen sich zudem aktiv an der Gesamtfinanzierung des Projekts sowie am Bau des Kampfflugzeuges: Großbritannien, Italien, Australien, Kanada, Norwegen, Dänemark, Niederlande und die Türkei. Israel verfügt bei dem Projekt über eine Sonderstellung, weil es die F-35 als einziges Land mit eigener Avionik und Software ausrüsten darf und die Wartung selbst übernimmt. Japan und Korea schließlich sind reine Käuferländer. Trotz dieser internationalen Kooperation ist das Projekt sieben Jahre im Verzug und bislang mit $163 Mrd. über dem ürsprünglich veranschlagten Budget. Jeder Kampfjet der Version ‘A’ kostet aktuell ca. $95 Mio., die ‘B’ und ‘C’ sogar rund $120 Mio. Während bei Beginn der Entwicklungsphase die Planer noch eine 80%ige Übereinstimmung der Bauteile für die ‘A’, ‘B und ‘C’ Varianten zur Reduzierung der Wartungskosten vorgesehen hatten, verblieben davon schließlich versionsabhängig nur noch 27 bis 43%. Gründe dafür waren u.a. die Wünsche des USMC nach einer STOVL-Fähigkeit, um auch die veralteten, senkrechtstartenden AV-8B Kampfjets zu ersetzen, sowie der USN nach größeren, anklappbaren Tragflächen mit mehr Treibstoffzuladung und einem verstärkten Fahrwerk für den Einsatz auf Flugzeugträgern. Die USAF war da anfangs etwas genügsamer: Sie wollte zunächst lediglich ihre F-16 und A-10 ersetzen, wobei da noch die Beschaffung einer größeren Zahl von F-22 geplant war, die sich dann später aus Kostengründen nicht realisieren ließ. Die hierdurch entstandene Lücke bei Luftüberlegenheitsjägern soll die F-35 für die USAF nun auch noch schließen.

U.S. Government [Public domain]

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Die deutsche Luftwaffe wünscht sich die F-35 als Ersatz für Tornado
Ende letzten Jahres plädierte der ehemalige Inspekteur der Luftwaffe Karl Müllner indirekt für die F-35 als Ersatz für die überalterten 85 deutschen Tornado Mehrzweckkampfflugzeuge. Die Luftwaffe benötige nach den Worten Müllners ein Kampfflugzeug, das bei geringer Radarsignatur feindliche Ziele aus großer Entfernung bekämpfen könne. Für eine gänzliche Neuentwicklung sei es schon zu spät. Das Verteidigungsministerium erklärte im Gegensatz hierzu, einen weiterentwickelten Eurofighter Typhoon als Ersatz für die Tornado zu präferieren und prüft wohl nur nachrangig auch die Beschaffung der F-35, F-15 oder F/A-18 (“‘F-35’ für die Bundeswehr?: Luftwaffe benennt Anforderungen an ‘Tornado’-Nachfolger“, Spiegel Online, 08.11.2017). General Müllner wurde am 29.5.2018 vorzeitig in den Ruhestand geschickt. Politisch und militärisch heikel ist die Beschaffung schon deshalb, weil die deutschen Tornados u.a. für die sogenannte “nukleare Teilhabe” vorgesehen sind. Während die US Kampfflugzeuge allesamt eine Freigabe zum Abwurf der entsprechenden B61 Atombomben besitzen (F-15, F-18) oder bald besitzen werden (F-35 vermutlich ab 2020), müsste der Eurofighter, abgesehen von den noch zu schaffenden technischen Voraussetzungen, eine entsprechende Freigabe von der US-Regierung überhaupt erst einmal bekommen. Dafür würden die USA Einblick in die technischen Spezifikationen und Unterlagen des Eurofighters verlangen, was den europäischen Partnern des Projektes allein schon aus Wettbewerbsgründen kaum recht sein dürfte.

Eurofighter Typhoon EF2000 (reg. 30+68) of the German Air Force (Deutsche Luftwaffe, Taktisches Luftwaffengeschwader 74) at ILA Berlin Air Show 2016 (photo: Julian Herzog [GFDL or CC BY 4.0].

Eurofighter Typhoon EF2000 (reg. 30+68) of the German Air Force (Deutsche Luftwaffe, Taktisches Luftwaffengeschwader 74) at ILA Berlin Air Show 2016 (photo: Julian Herzog [GFDL or CC BY 4.0].


Ist die F-35 das richtige Flugzeug für die deutsche Luftwaffe?
Aber wäre die F-35A, die von Fachleuten auch gern etwas spöttisch als “fliegender Computer” bezeichnet wird, wirklich ein geeigneter Nachfolger für die Tornado der Bundesluftwaffe? Sollte das Verteidigungsministerium nicht eher auf einen für die “nukleare Teilhabe” modifizierten Eurofighter setzen oder besser noch die erprobte F-18 Super Hornet anschaffen? Natürlich melden sich bei einem Rüstungsprojekt dieser Größenordnung sofort die Kritiker zu Wort. Bei der F-35 entzünden sich die Meinungen vor allem an dem Versuch des Herstellers Lockheed Martin, nicht nur ein Kampfflugzeug für drei unterschiedliche Teilstreitkräfte und deren spezifische Anforderungen zu entwickeln, sondern gleich noch eine Vielzahl älterer Flugzeugtypen für die Aufgaben Luftüberlegenheit (F-15), Mehrzweck (F-16), Luftnahunterstützung (A-10), als Senkrechtstarter (AV-8B) sowie Bomber und Elektronische Kampfführung (F/A-18) zu ersetzen. Ein Projekt, das wegen seiner Komplexität von Anfang an zum Scheitern verurteilt sein musste, nun aber zu groß und zu teuer geworden ist, um es wirklich noch scheitern zu lassen? Ungewöhnlich ist es, dass dem Hersteller Lockheed Martin bei der Auftragserteilung zugestanden wurde, schon in der Test- und Erprobungsphase eine Vielzahl von “Vorserienmodellen” zu produzieren (sog. “Concurrency“) und diese an die US Streitkräfte auszuliefern (Stand Juli 2018: 305+ Stück), anstatt die Produktion erst nach der Serienreife einer kleineren Anzahl von Prototypen aufzunehmen (“fly before you buy”).

Bericht der internen Revision des Pentagon zur F-35 ist ernüchternd
Der Director Operational Test & Evaluation (DOT&E – interne Revisionsbehörde) im US Verteidigungsministerium überwacht bei Beschaffungsmaßnahmen der US Army die Einhaltung der vertraglich festgelegten technischen und sicherheitsrelevanten Anforderungen für Waffensysteme aller Art. Dessen Berichte und Beurteilungen über den Fortgang und den aktuellen Status des F-35 Projektes durch die Entwicklungsabteilung Joint Program Office (JPO) für die Fiskaljahre 2016 und 2017 sind – zurückhaltend ausgedrückt – sehr ernüchternd: im aktuellen Prüfbericht 2017 stellt der DOT&E fest, dass die operative Eignung der F-35 hinter den Anforderungen zurückbleibe und die Erwartungen der Streitkräfte bisher nicht erfülle. Einsätze könnten teilweise nur durch technisch nicht vorgesehene Problemumgehungen geflogen werden. Das Beschaffungsprogramm liefere zur Zeit F-35 mit fehlenden Fähigkeiten aus, die im Kampf gegen aktuelle Bedrohungen eigentlich benötigt werden. Die landesweite Verfügbarkeitsrate der F-35 Flotte verharre seit Oktober 2014 bei inakzeptablen 50%, obwohl seitdem immer mehr Maschinen in Dienst gestellt wurden. Auch die technische Zuverlässigkeit der ausgelieferten Flugzeuge stagniere, so dass eine akzeptable Schwelle für die durchschnittliche Flugzeit bis zum Auftreten eines kritischen Fehlers eigentlich nur noch durch die gänzliche Neuentwicklung fehlerhafter Flugzeugkomponenten in der Zukunft erreichbar sei.

JSF maintainer (photo: Chrissy Cuttita / U.S. Air Force [Public domain])

JSF maintainer (photo: Chrissy Cuttita / U.S. Air Force [Public domain])

Der DOT&E hat in seinem Bericht insgesamt 301 schwerwiegende (Software-)Fehler u.a. in den Bereichen Zielbekämpfung, Waffenintegration, Überlebensfähigkeit, Missionsplanung, Cyber-Sicherheit, ALIS-Software und Wartungsfähigkeit festgestellt. Davon sind zumindestens 88 in der “Bearbeitung”, die restlichen 213 Fehler bleiben erst einmal ungelöst. Diese schwerwiegenden Mängel lassen die für den Beginn der Serienfertigung der F-35 notwendige Bestätigung der bedingten bzw. grundsätzlichen Einsatzbereitschaft durch den DOT&E nicht zu. Um dennoch den Bau weiterer, nicht vollständig einsatzreifer F-35 fortsetzen zu können, möchte die JPO nun dennoch die Entwicklungsphase offiziell abschließen und in eine “kontinuierliche Fähigkeitsfortentwicklungs- und Lieferphase” übergehen. An dieser Vorgehensweise meldet die interne Revision in ihrem 2017er Bericht aber ernsthafte Bedenken an. Wohl auch deswegen, weil durch gleichzeitige Entwicklung, Prototypentests und Vorserienproduktion eine beträchtliche Anzahl von F-35 mit unterschiedlichen Ausstattungen existieren. Die bereits erwähnte Einsatzprüfung zur Aufnahme der Serienproduktion wird wohl erst Ende 2019 möglich sein. Bis dahin sind dann aber bereits mehr als 600 Flugzeuge gebaut und ausgeliefert worden. Diese müssen später allesamt nachgerüstet werden, was wiederum erhebliche Kosten auslösen wird. Die USAF hatte deswegen bereits ernsthaft in Erwägung gezogen, 108 ausgelieferte, voll bezahlte F-35A Vorserienmodelle erst gar nicht mehr zu aktualisieren (sog. “Concurrency Orphans”), was nun jedoch wieder verworfen wurde.

Software ist die “Achillesferse” der F-35
Die Fähigkeiten der F-35 werden einerseits durch ihre technische Ausstattung und verbaute Elektronik bestimmt (u.a. 31 PowerPC Prozessoren von IBM mit 75.000 MIPS), andererseits ist die darunterliegende Software zur Steuerung und Bedienung ein wesentliches Fähigkeitsmerkmal. Einzelne Entwicklungsstufen werden in Blöcken zusammengefasst, die je nach Teilstreitkraft auch Unterteilungen aufweisen können. Block 1 beschreibt Flugzeuge “der ersten Stunde”, die zu Trainings- und Erprobungszwecken gebaut wurden, Block 2 gewährte darüber hinaus schon grundlegende Waffenfunktionen, während Block 3F den zur Zeit aktuellen Softwarestand darstellt. Die interne Programmierung der F-35 umfasst mehr als 8 Mio. Zeilen Softwarecode, mehr als vier Mal soviel wie bei der F-22. Berücksichtigt man die Faustregel, dass selbst bei sensiblen Rüstungsaufträgen pro 1.000 Zeilen Code ein Programmierfehler auftritt, dann ist es wenig überraschend, dass für die aktuelle, als bedingt einsatzfähig deklarierte Version der Block 3F R6 Software mittlerweile die 31. Aktualisierung vorliegt, der noch weitere folgen werden. Die Block 3F Software war anfangs selbst für erste Testflüge viel zu unzuverlässig. Auch bei der aktuellen Version 3F R6.32 werden zur Zeit immer noch Programmierfehler entdeckt und beseitigt.

The mission systems software blocks being developed for the program, the percentage of test points completed by block, and the build-up to full warfighting capability with Block 3F (Source: U.S. Government Accountability Office [Public domain]).

The mission systems software blocks being developed for the program, the percentage of test points completed by block, and the build-up to full warfighting capability with Block 3F (Source: U.S. Government Accountability Office [Public domain]).

Wesentlich schwerwiegender ist aber das Fehlen der einsatzrelevanten Missionsdateien (Mission Data Loads – MDL). Sie enthalten umfangreiche Informationen z.B. über potentielle Ziele, gegnerische Kampfflugzeuge und sonstige mögliche Bedrohungen, wie etwa Flugabwehrstellungen, jeweils mit ihren elektronischen und/oder infraroten Signaturen, die vor jedem Einsatz in den Bordcomputer der F-35 geladen und nach jedem Einsatz aktualisiert werden müssen. Ohne diese MDL kann die F-35 weder ihre Ziele finden noch möglichen Bedrohungen entgehen. Ihre Tarnkappenfähigkeit hängt maßgeblich von den MDL ab, um optimale Flugrouten abseits gegnerischer Flugabwehr und Abfangjäger zu berechnen. Für jedes Einsatzgebiet muss ein gesondertes MDL mit einsatzspezifischen Informationen erstellt werden. Insgesamt werden für den weltweiten Einsatz und für den Abschluss der Test- und Erprobungsphase mindestens sechs solcher MDL gebraucht. Zumindestens das erste MDL für die anstehenden Serienreifetests in den USA soll im Laufe dieses Jahres fertiggestellt sein. Nur ein Standort in den USA ist zur Zeit in der Lage, die MDL für alle F-35 zu programmieren: das US Reprogramming Laboratory (USRL) auf der Eglin Air Force Base in Florida. Allerdings benötigt dieses “Labor” alleine für ein MDL 15 Monate, die Erstellung der erforderlichen sechs MDL würde somit theoretisch siebeneinhalb Jahre in Anspruch nehmen. Nicht einberechnet sind hierbei die erforderlichen Aktualisierungen bereits erstellter MDL durch die nach jedem Einsatz einer F-35 erlangten neuen Informationen über vorhandene bzw. zusätzliche Ziele und Bedrohungen, zu denen das USRL bislang gar nicht in der Lage ist, weil es mit unzureichender Software und veralteter bzw. unvollständiger Hardware arbeitet. Um die erstellten MDL auch eingehend testen zu können, benötigt das USRL zusätzlich spezielle Elektronik, sogenannte Bedrohungsemitter, die identische Signale erzeugen wie die zu erwartenen feindlichen Abfangjäger, Radarstellungen und Flugabwehrraketen in der potenziellen Kampfzone. Dem USRL fehlt aber laut Bericht des DOT&E bislang die erforderliche Anzahl an Emittern, um eine ausreichend bestückte elektronische Testumgebung zu schaffen, die den aktuell vorherrschenden globalen Bedrohungsszenarien auch nur annähernd entsprechen würde.

Ein weiterer wesentlicher Schwachpunkt des F-35 Projektes ist das ‘Autonomic Logistics Information System’ (ALIS), das im Eigentum der Herstellerfirma Lookheed Martin verbleibt und von dieser weltweit betrieben wird. Es handelt sich hierbei um ein komplexes Computersystem, bestehend aus 65 Einzelprogrammen mit 16 Mio. Zeilen Softwarecode, das fortlaufend Flugzeugdaten sammelt und analysiert. Es dient u.a. für die Einsatzplanung, Bedrohungsanalysen, Wartungsdiagnosen nebst -planung und für die Bestellung von Ersatzteilen. Alle F-35, auch die von Partnerländern bzw. Käufern außerhalb der USA, müssen ihre Missionsdateien nebst ALIS-Profilen vor und nach jedem Flug auf den neuesten Stand bringen. Hierfür werden die Daten aus jeder F-35 ausgelesen, danach über das Internet zunächst zum ALIS Mainframe nach Fort Worth in Texas geschickt, der diese dann u.a. an das USRL und Lockheed Martin weiterleitet. Von dort sollen dann zukünftig die aktualisierten Daten über den Mainframe zurück zu allen F-35, auch in Übersee, gelangen. Sollte die Internetverbindung aus den USA z.B. nach Europa durch Hackerangriffe auf Netzwerkknoten oder Sabotage der Unterseekabel unterbrochen werden, dann bleiben die vom ALIS ‘abgenabelten’ F-35 z.B. in Großbritannien, Italien und in der Türkei bis auf weiteres am Boden (Giovanni de Briganti, “US Software Stranglehold Threatens F-35 Foreign Operations“, Defense-Aerospace.com, 04.11.2015). Denn eine Datenübertragung via Satellit ist schon wegen des hohen Datenvolumens nur einer einzigen F-35 Staffel kaum möglich, wie Tests an Bord des Flugzeugträgers USS George Washington im August 2016 zeigten. Es dauerte zwei ganze Tage, bedingt u.a. auch durch einsatztaktische “Funkstille”, eingeschränkte Bandbreiten und schlechte Satellitenverbindungen, um eine nur 200 MB große ALIS-Datei zu versenden. Wie diese Übertragungsprobleme zukünftig bei der Stationierung ganzer Staffeln von F-35 ‘B’/’C’ Modellen auf Flugzeug- und amphibischen Angriffsträgern gelöst werden sollen, bleibt abzuwarten. Der DOT&E forderte die USN insoweit zu weiteren Untersuchungen auf.

Portable maintenance device loaded with joint technical data and plugged into an F-35 (photo: Maj. Karen Roganov / U.S. Air Force [Public domain]).

Portable maintenance device loaded with joint technical data and plugged into an F-35 (photo: Maj. Karen Roganov / U.S. Air Force [Public domain]).

Der DOT&E weist in seinem Revisionsbericht aber noch auf weitere ALIS-Mängel hin. Nach dem letzten Update der Software musste die USMC Basis Yuma in Arizona im Juni 2017 den Flugbetrieb mit allen dort stationierten F-35 komplett einstellen, weil u.a. die Triebwerksdaten nicht ordnungsgemäß aufgezeichnet wurden. Darüber hinaus gibt ALIS fortlaufend falsche Werte über die Wartungs- bzw. Reparaturbedürftigkeit von Komponenten aus, die dann zu Flugzeugstilllegungen, Bestellungen nicht benötigter Ersatzteile und zeitaufwändigen aber sinnlosen Technikereinätzen führen. Manuelle Problemumgehungen und Eingriffe durch ALIS-Administratoren, die mittlerweile zum Wartungsalltag der Mechaniker gehören, sind für Vorgänge erforderlich, die eigentlich längst automatisiert ablaufen sollten. Schon in früheren Berichten bemängelte der DOT&E zudem die unzureichende Cybersicherheit der Soft- und Hardware gegenüber Hackerangriffen, sie sowohl das ALIS als auch die F-35 selbst betreffen. Diese längst bekannten Schwachstellen wurden auch im Berichtsjahr 2017 nicht beseitigt. Nunmehr empfiehlt der Revisor angesichts aktueller Cyberbedrohungen, ALIS z.B. bei Testflügen für den erlaubten Zeitraum von bis zu 30 Tagen besser ganz abzuschalten, was aber grundsätzlich nicht dem oben beschriebenen, notwendigen Zusammenwirken von ALIS und der F-35 entspricht, um effektive (Kampf-)Einsätze zu fliegen. Wohl auch aus diesen Gründen hat sich Israel vertraglich das Recht ausbedungen, wie bereits erwähnt, die Wartung ihrer F-35I Adir selbst zu übernehmen. Es herrscht dort die berechtigte Sorge, mitten in einem Konflikt keine F-35 mehr einsetzen zu können, weil ALIS durch Cyberangriffe kompromittiert wurde. Ob Israel deswegen mit ALIS außerhalb des globalen Netzwerkes bleibt oder gleich eine ganz eigene Wartungssoftware installiert hat, bleibt verständlicherweise geheim.

ALIS ist aber nicht nur Cyberbedrohungen im Internet ausgesetzt, es übermittelt auch selbst nach Auffassung einiger JSF-Partnerländer zu viele operative Daten nach jedem Flug einer F-35 an die U.S. Army sowie an die nichtstaatliche Herstellerfirma Lockheed-Martin und verletzt damit die Souveränität der am Projekt beteiligten Länder. Daher haben sich z.B. Italien, Norwegen und Australien entschieden, softwareseitig die Menge an sensiblen Daten, die zukünftig über ALIS in die USA übertragen werden sollen, zu beschränken. Darüber hinaus bauen Italien und Norwegen in den USA ein gemeinsames Software-Labor für die Programmierung von länderspezifischen Missionsdateien auf. Das ALIS-Netzwerk gewährt den USA bei Bedarf aber auch eine aktive Kontrolle über die bei den Partnerländern stationierten F-35 mit Hilfe der Verteilung von Updates und Patches der internen wie externen F-35 Software. ALIS könnte von den USA zukünftig zudem als “trojanisches Pferd” genutzt werden, um darüber Schadsoftware in die F-35 u.U. missliebig gewordener Partnerländer einzuspielen und diese softwareseitig lahmzulegen.

The F-35I Adir (accompanied by a F-16I Sufa) on its debut flight in Israel, December 2016 (photo: Major Ofer / Israeli Air Force [CC BY 4.0])

The F-35I Adir (accompanied by a F-16I Sufa) on its debut flight in Israel, December 2016 (photo: Major Ofer / Israeli Air Force [CC BY 4.0])


Die Zielerfassungs- und  Waffensysteme funktionieren nur eingeschränkt
Das “Electro-Optical Targeting System” (EOTS) ist ein Zielsystem auf Basis des bereits für die F-16 entwickelten Sniper Advanced Targeting Pod. Um die Tarnkappeneigenschaften zu bewahren, wurde auf einen externen Behälter verzichtet und das EOTS am Bug der F-35 in einer Kanzel aus Saphirglas in den unteren Flugzeugrumpf integriert. Es liefert über die Verbindung zum Zentralrechner mit Hilfe einer Videokamera, eines Infrarotsuch-/Verfolgungssystems (FLIR) und eines Entfernungs-/Zielbeleuchtungslasers die für die Bordwaffen erforderlichen Zielerfassungskoordinaten beim Luft- und Bodenkampf. Die so ermittelten Daten erhält der Pilot direkt auf das Visier seines Helmes übertragen. Ein Head-Up-Display (HUD – Frontscheibenprojektor) gibt es im Cockpit der F-35 nicht mehr. Laut Bericht des DOT&E aus dem Jahr 2016 erklärten die Testpiloten übereinstimmend, dass das integrierte EOTS leistungsschwächer sei, als das bei älteren Kampfjets der 4. Generation in einem externen Behälter mitgeführte. Gegner könnten in einer taktisch sinnvollen Entfernung nicht erkannt und identifiziert, Ziele während der Angriffsphase nicht dauerhaft mit dem Laser markiert werden. Umwelteinflüsse, wie z.B. hohe Luftfeuchtigkeit, würden die Piloten zwingen, dichter an potentielle Ziele heranzufliegen, als es eigentlich militärisch geboten wäre. Dies nehme der F-35 den Überraschungseffekt, warne mögliche Gegner unnötig vor, verlangsame den Feuerprozess und setze die F-35 zusätzlichen Bedrohungen im Zielgebiet aus. Im 2017er DOT&E Bericht wird weiter festgestellt, dass bewegliche Bodenziele mit dem EOTS nicht ausreichend zu erfassen sind. Die Piloten müssten beim Anvisieren mittels “Faustformeln” technische Defizite des EOTS ausgleichen, was unter realen Kampfbedingungen weder effektiv noch erlaubt sei. Aufgrund der bislang verbauten Elektronik werden sich diese Defizite des EOTS auch nicht mehr allein durch Software-Verbesserungen beheben lassen. Es überrascht daher nicht, dass Hersteller Lockheed Martin im September 2015 für die kommenden Block 4 Modelle der F-35 ein “Advanced EOTS” mit verbesserter Technik angekündigt hat, das jedoch erst ab 2020 verbaut werden kann.

Electro-optical target sensor (EOTS) on a mock-up of the F-35. Photo taken at RIAT 2007 (Source: Dammit, Wikimedia Commons, Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Netherlands license)

Electro-optical target sensor (EOTS) on a mock-up of the F-35. Photo taken at RIAT 2007 (Source: Dammit, Wikimedia Commons, Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Netherlands license)

Bei den Waffensystemen sieht es nicht unbedingt besser aus. Die F-35A ist für ihre vorgesehene Luftnahunterstützungsrolle u.a. mit einer internen, vierläufigen 25mm Gatlingkanone ausgerüstet. Bei den Waffentests im Jahr 2017 stellte sich heraus, dass diese zu weit und auch zu weit nach rechts feuert. Bei den in gesonderten Waffenbehältern der ‘B’ und ‘C’ Modelle mitgeführten Bordkanonen traten ebenfalls Trefferungenauigkeiten auf, wenn auch nicht so eklatant wie bei der ‘A’ Version. Die Fehler sind bislang bei keiner Version behoben.

Bei der AIM-120 Luft-/Luftrakete großer Reichweite (hinter dem Sichthorizont) ergaben die Waffentests Probleme mit der technischen Eingliederung und den Kontrollanzeigen in der F-35, die allesamt der Geheimhaltung unterliegen. Das veröffentliche Protokoll der Waffentests zeigt aber, dass Probeabschüsse der AIM-120 AMRAAM entweder ganz oder teilweise fehlschlugen bzw. die Bewertung der Ergebnisse noch andauert, was immer das heißen mag.

Weapons bay of a mock-up of the F-35. PPhoto taken at RIAT 2007 (Source: Dammit, Wikimedia Commons, Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Netherlands license)

Weapons bay of a mock-up of the F-35. Photo taken at RIAT 2007 (Source: Dammit, Wikimedia Commons, Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Netherlands license)

Bei den Tests der Luft-/Bodenwaffen wurden in Verbindung mit dem EOTS Defizite festgestellt, die den vollständigen und erfolgreichen Durchlauf der sogenannten “Bekämpfungsschleife”, bestehend aus Finden, Fixieren, Verfolgen, Zielen, Feuern und Bewerten verhindern und somit einen Waffeneinsatz erschweren, wenn nicht sogar unmöglich machen. So konnten die F-35 Piloten z.B. bei präzisionsgelenkten Bomben (JDAM) zwar die übermittelten, nicht aber die tatsächlich in der Bombe gespeicherten Zieldaten überprüfen. Die Einsatzregeln in Kampfzonen erfordern es in der Regel aber, dass der Pilot dem Fliegerleitoffizier (FAC) am Boden vor dem Waffeneinsatz die korrekten, in der Präzisionswaffe gespeicherten Zieldaten noch einmal ausdrücklich bestätigt.

Warnsystem “DAS” ist technisch veraltet und kämpft mit Produktionsfehlern
Für die Überwachung des Luftraumes um die F-35 herum wird ein aus sechs Infrarotkameras bestehendes, auf dem vorderen Flugzeugrumpf verteiltes “Distributed Aperture System” (DAS) eingesetzt (auf dem Bild unten ist eine DAS-Kamera direkt vor der Pilotenkanzel auf dem Bug zu erkennen). Es gewährt dem Piloten über ein auf das Helmvisier projiziertes Bild bei Tag und Nacht ein situatives Bewusstsein mittels eines sphärischen Rundumblicks, sogar bei einer Blickrichtung durch den Rumpf der F-35 hindurch nach unten, mit dem auch ein Navigieren bei völliger Dunkelheit mit Hilfe einer zusätzlich am Helm montierten Nachtsichtkamera möglich ist. Darüber hinaus erkennt/erfasst/bekämpft das DAS gegnerische Flugabwehr-/Radarstellungen, anfliegende Feindflugzeuge, gibt dem Piloten im Luftnahkampf eine permanente  Freund/Feind-Unterscheidung und leitet selbständig gegen erkannte Bedrohungen entsprechende Verteidigungsmaßnahmen ein (Infrarot-Täuschkörper, Düppel, elektronische Störung/Abwehr).

Beschädigte Glasabdeckungen bei den DAS-Kameras waren 2017 einer der Gründe, warum F-35 Kampfjets wiederholt von der USAF als nicht einsatzbereit eingestuft wurden, während sie bei der USN und dem USMC wenigstens noch als flugtauglich galten. Bei Nachtlandungen wurde dann aber zusätzlich festgestellt, dass in Verbindung mit der am Helm befindlichen Nachtsichtkamera bei völliger Dunkelheit (Neumond, kein Sternenlicht wegen starker Bewölkung, kein Zivilisationslicht) die Piloten das situative Bewusstsein aufgrund der schlechten Bild-/Auflösungsqualität der verbauten Infrarotkameras verloren, so dass ein sicheres Fliegen bzw. Landen für die Piloten mittels der von DAS/Helmkamera auf das Helmvisier übertragenen Außensicht nicht mehr möglich war.

F-35A front profile in flight. The doors are opened to expose the aerial refueling inlet valve (photo: MSgt John Nimmo Sr. [Public domain])

F-35A front profile in flight. The doors are opened to expose the aerial refueling inlet valve (photo: MSgt John Nimmo Sr. [Public domain])

Hier manifestieren sich gleich mehrere weitere Probleme bei der F-35: Neben immer wieder auch in anderen Bereichen auftretenden qualitativen Mängeln bei der Fertigung selbst (fehlerhafte DAS-Glasabdeckungen, technisch unzureichende Nachtsichtkamera, zu schnell verschleißende Reifen, mangelnder Korrosionsschutz, mechanisch labile Tanksonde), ist das aktuell verbaute DAS aufgrund der überlangen Erprobungsphase nebst Vorserienproduktion mehr als 10 Jahre im Einsatz und gilt nun als technisch veraltet, ähnlich wie bei dem oben bereits erwähnten EOTS. Hersteller Lockheed Martin kündigte im Juni 2018 an, ab 2023 für das Baulos 15 ein wesentlich verbessertes, leistungsstärkeres und billigeres DAS der Firma Raytheon zu verbauen. Da bis dahin aber die Serienproduktion bereits angelaufen sein dürfte, wird die F-35, u.a. durch den Einbau des verbesserten EOTS bzw. DAS, ab den 2020er Jahren in signifikant unterschiedlichen Hard- und Softwarekonfigurationen bei den fliegenden U.S. Teilstreitkräften im Einsatz sein. Ob auch die neuen elektronischen Bauteile ohne zusätzliche technische und softwarespezifische Probleme nahtlos in die F-35 integriert werden können, dürfte im Hinblick auf die bislang aufgetretenen Fehler zumindestens zweifelhaft sein. Auf jeden Fall aber wird ein Austausch von elektronischen Bauteilen alter und neuer Generation wegen der verschiedenen Softwareversionen innerhalb der F-35 Flotte nur sehr schwer, vermutlich aber gar nicht möglich sein.

VSI Helmet-mounted display system for the F-35 [Public domain]

VSI Helmet-mounted display system for the F-35 [Public domain]


Einsatzerfahrungen mit der F-35 zeichnen ein gänzlich anderes Bild
Aufsichts- und Kontrollbehörden im Allgemeinen, aber auch einige der schärfsten Kritiker im Besonderen, müssen sich entgegen halten lassen, “vom grünen Tisch” aus Urteile anhand umfangreicher Testprotokolle zu fällen, ohne selbst mit dem Gegenstand ihrer Prüfung bzw. Kritik eigene Erfahrungen gesammelt zu haben. Major Morten Hanche der Norwegische Luftstreitkräfte, Leiter der dortigen F-35 Test-/Evaluierungsabteilung, hat im Jahr 2016 mehrere interessante Blogbeiträge über seine Erfahrungen als ehemaliger F-16 und nunmehr aktueller F-35 Pilot veröffentlicht, denen die sonst übliche, entweder übertrieben positive oder negative Aufgeregtheit fehlen (siehe unter “Literaturverzeichnis”). Basierend auf seinen eigenen Erfahrungen mit der F-35A empfindet er die zumeist negativen Interpretationen der DOT&E Berichte durch die Medien als überzogen, weil sie gänzlich von unrealistischen Erwartungen ausgehen würden. Für ihn sei ein Mangel an Perfektion bei der F-35 kein Desaster. Er ist der Auffassung, dass gerade bei der Entwicklung und Erprobung eines so hochkomplexen Flugzeuges wie der F-35 immer Kompromisse eingegangen werden müssten. Für fast jeden auftretenden Fehler gebe es unter Einsatzbedingungen entweder eine Problemumgehung oder man lerne im Missionsalltag damit zu leben. Die F-35 funktioniere gut, selbst wenn sie (noch) nicht alle Spezifikationen erfülle. Er selbst sei beeindruckt von der F-35, vor allem in den Bereichen Geschwindigkeit, Dienstgipfelhöhe, Reichweite und Manövrierbarkeit, denn diese Eigenschaften könnten in Zukunft, im Gegensatz zu anderen Mängeln, nicht einfach durch Softwareupdates verbessert werden. Gegenüber der F/A-18 Hornet habe man das Gefühl “mit vier Triebwerken zu fliegen”. Auch könne er die Tarnkappenfähigkeiten der F-35 bestätigen, die im Gegensatz zur F-16 nicht schon aus größerer Entfernung zu orten sei. Ein Vergleich mit ausgereiften Kampfflugzeugen der 4. Generation sei nicht sachgerecht, weil diese bereits eine 40-jährige Fortentwicklungs- und Verbesserungsphase hinter sich hätten, um überhaupt auf den jetzigen Leistungsstand zu kommen, eine “Reifezeit”, die der F-35 bislang fehlen würde. Die F-16 sei bei ihrer Einführung in den 1970er Jahren fortdauernd von Fehlern und Defiziten geplagt gewesen, dennoch kann sie als eines der erfolgreichsten Kampfflugzeuge angesehen werden. Selbst heute noch würden die moderneren F-16 der Norwegische Luftstreitkräfte mit Mängeln bei der Avionik, Software und Logistik kämpfen, die nicht behoben werden, weil man deren Ursache bislang nicht ermitteln konnte oder bekannte Probleme aufgrund des fehlenden Kosten-/Nutzenverhältnisses gar ich nicht beseitigen will. Tatsächlich übererfülle die F-35 die an sie gestellten Erwartungen im Einsatz und besitze zudem eine hohe Wahrscheinlichkeit, im Ernstfall Kampfeinsätze auch zu “überleben”, ganz im Gegensatz zu Kampfjets der 4. Generation wie der F-16.

Lt. Col. Christine Mau, 33rd Operations Group deputy commander, puts on her helmet before taking her first flight in the F-35A on Eglin Air Force Base, Fla., May 5, 2015. Mau, who previously flew F-15E Strike Eagles, made history as the first female F-35 pilot in the program (photo: Staff Sgt. Marleah Robertson / U.S. Air Force)

Lt. Col. Christine Mau, 33rd Operations Group deputy commander, puts on her helmet before taking her first flight in the F-35A on Eglin Air Force Base, Fla., May 5, 2015. Mau, who previously flew F-15E Strike Eagles, made history as the first female F-35 pilot in the program (photo: Staff Sgt. Marleah Robertson / U.S. Air Force)

Ist die F-35 für die Luftwaffe das richtige Flugzeug?
Jedes größere Rüstungsprojekt im militärischen Flugzeugbau hatte bislang mit technischen Problemen, langen Verzögerungen, erheblichen Budgetüberschreitungen und harscher Kritik der Öffentlichkeit zu kämpfen, seien es nun F-15, F-16, F/A-18 auf amerikanischer oder Tornado, A-400 oder Eurofighter auf europäischer Seite. So darf es dann auch nicht überraschen, dass es bei einem so hochkomplexen Waffensystem wie der F-35 nicht anders kommen konnte. Als die F/A-18 bei der USN eingeführt wurde, fehlten ihr die Reichweite und Zuladung der A-7 Corsair sowie die Beschleunigung und Steigrate der F-4 Phantom. Heute ist die F/A-18 das Rückgrat der USN. Liest man beim letzten Bericht des DOT&E aus 2017 auch mal “zwischen den Zeilen”, ist selbst bei einer sehr pessimistischen Prognose davon auszugehen, dass spätestens ab 2025 die F-35 nicht nur die endgültige Serienreife längst erlangt hat, sondern – Dank des Austausches ganzer (elektronischer) Baugruppen und weiterer Software-Updates – auch einen Großteil ihrer technischen Probleme hinter sich gelassen haben dürfte. Dann besitzen die USA einen Kampfjet für das 21. Jahrhundert, mit dem die digitale und vernetzte Kriegsführung nicht nur ein Schlagwort, sondern Realität geworden ist. Auch im Hinblick auf den vermehrten Einsatz von (Letalen) Autonomen Waffensystemen (LAWS) im Verbund mit bemannten Kampfjets ist die F-35 die ideale Einsatzplattform zur Steuerung und Überwachung. Natürlich ist sie nicht unsichtbar (“stealth”), aber wahrscheinlich doch für die integrierte russische Flugabwehr schwerer zu orten (“stealthy”) als eine F/A-18 oder ein modernisierter Eurofighter. Und natürlich wird man mit der F-35 als Mehrzweckkampfflugzeug bei den Einzelaufgaben Luftnahunterstützung, -überlegenheit und -angriff Kompromisse eingehen müssen, aber das ist schon seit der Tornado eigentlich nichts wirklich Neues. Schließlich wird der Preis für die F-35 bis 2025 auf unter 80 Mio. US$ gefallen sein, was sicherlich kein “Schnäppchen” ist, aber doch deutlich günstiger als die aktuellen 95 Mio. US$. Da viele europäische NATO-Staaten ebenfalls die F-35 angeschafft haben oder anschaffen wollen, wäre erstmals seit langem wenigstens im Bereich der NATO Luftwaffen eine teilweise Harmonisierung beim verwendeten Militärgerät zu verzeichnen, wenn auch zu Lasten der angestrebten Unabhängigkeit Europas von den USA im Verteidigungsbereich.

Wie immer bei großen Rüstungsprojekten gibt es bei der Beschaffung eines solch teueren, technisch komplexen Waffensystems kein einfaches “ja” oder “nein”. Deutschland wird mit seiner Entscheidung in dieser Frage weder die USA noch Frankreich außen- wie militärpolitisch brüskieren wollen, sind sie doch beide wichtige Bündnispartner innerhalb der NATO und EU. Frankreich hatte bereits angekündigt, beim Kauf der F-35 durch Deutschland die Planung des zukünftigen gemeinsamen europäischen Jagdflugzeuges sofort zu beenden. Andererseits würde der geplante deutsch-französische Kampfjet der 5./6. Generation vermutlich viel zu spät seine Einsatzreife erlangen, um die Tornados der Luftwaffe bis 2025 rechtzeitig abzulösen. Die USA wiederum könnten eine Freigabe des Eurofighters für die nukleare Teilhabe auf 7-10 Jahre hinauszögern, um Deutschland zum Kauf der F-35A zu drängen, mit dem berechtigten Argument, selbst ein modifizierter Eurofighter wäre kein taugliches Trägersystem für amerikanische Atombomben, da er den modernen russischen Flugabwehrsystemen S-400/S-500 nicht gewachsen sei. Das gleiche Problem besteht beim Tornado aber mittlerweile wohl auch. Am besten also gleich ganz auf die nukleare Teilhabe mit den USA verzichten und mit Frankreich einen gemeinsamen Kampfjet bauen, der dann für Deutschland französische Atombomben ins Ziel tragen würde? Eine Variante, die im Hinblick auf die europäische bzw. deutsche Abhängigkeit vom US Atomschirm für eine glaubhafte nukleare Abschreckung in Europa eher unwahrscheinlich ist.

U.S. Government [Public domain]

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Dann besser doch dem Beispiel der Briten, Dänen, Norweger, Niederländer und Italiener in Europa folgen und eine technisch (bislang noch nicht) ausgereifte F-35 kaufen, die  zudem mit hohen Folgekosten für Wartung und Flugbetrieb daher kommt? Oder vielleicht eher eine “salomonische Lösung”, bei der Deutschland für eine geschätzte Übergangszeit von ca. 15 bis 20 Jahren bis zur Serien-/Einsatzreife des geplanten deutsch-französischen Kampfflugzeuges die amerikanische F/A-18 Super Hornet beschafft? Keine einfache politische Entscheidung, die das Verteidigungsministerium in naher Zukunft wird treffen müssen.

Die F-35 ist wohl kein rüstungspolitisches Desaster, auch wenn sie bislang noch nicht alle die in sie gestellten Erwartungen erfüllen kann. Sie ist teuer, dafür aber ein (fast) einsatzbereites Stealth-Mehrzweckkampfflugzeug der 5. Generation, das bis 2025 seine “Kinderkrankheiten” hinter sich gelassen haben dürfte und der Luftwaffe dann einen erheblichen militärischen Mehrwert liefern könnte. Ich für meinen Teil muss gestehen, dass mein Herz in dieser rüstungspolitischen Frage mehr transatlantisch für die F-35 schlägt als paneuropäisch für einen modifizierten Eurofighter bzw. das Future Combat Air System (FCAS).

Weitere Informationen
Lockheed Martin, “F-35 Lightning II program status and fast facts“, 11.09.2018

Literaturverzeichnis

This entry was posted in Armed Forces, International, Roger Näbig, Technology.

40 Responses to F-35: Hightech Kampfjet oder 1,5 Billionen US$ Desaster?

  1. Adrian Heid says:

    Die Frage die zuerst beantwortet werden muss ist, was die Schweiz wirklich braucht. Meines Erachtens braucht sie als Priorität 1 ein Flugzeug für die Luftpolizei, also ein Abfang/Luftüberlegenheitsjäger und dieser Kampfjet sollte als Priorität 2 auch Erdkampffähigkeiten haben. Um den Luftraum sicher zu schützen, sollte der Kampfjet auch Flughöhen bis ca. 20.000m erreichen können, damit der Gegner diese Lufthöhe nicht alleine für seine Angriffe oder Aufklärung nutzen kann.

    Aus den Katalogen der westlichen Staaten käme daher aktuell nur Eurofighter Typhoon (Tr 3b) und McDonnell Douglas F-15E Silent Eagle (ev. mit ACTIVE-S/MTD-3D Schubvektorsteurung, die aktuell von der NASA getestet wird) in Frage.
    Der aktuell modernste Luftüberlegenheitsjäger F-22 ist nicht für Bodenkampf ausgerichtet, obwohl es nun Diskussionen seitens den USA gibt, dies nachzuholen. Da der F-22 aktuell nicht exportiert wird, erübrigt sich die Diskussion.

    Die Mehrzweckkampfjets Boing F/A-18, Boing F/A-18F Advanced Super Hornet, Dassault Rafale C (F3R) und Saab JAS 39 /D/NG sind m.E. eher als Jagdbomber gegen Erdziele ausgerichtet und haben einige Luft-Luftraketen für Eigenschutz an Bord. Der aktuelle Mirage Radar für den Rafale ist zu schlecht für Luftüberlegenheit, wobei man nun einen AESA-Radar einbauen will und man mit der Version F4 alles neu prüfen sollte.

    Der gar noch nicht existierende Gripen NG könnte man am besten mit dem Jagdbomber F-16 vergleichen, wobei der Gripen auf dem Papier die bessere Manövrierbarkeit haben wird – sollte er je gebaut werden.
    Der F-35 ist auch eher als Jagdflugzeug konzipiert und hat weder die Geschwindigkeit und Wendigkeit eines Luftüberlegenheitsjägers. Zudem braucht man für Luftpolizei nicht wirklich ein Stealthkampfjet, zumal modernste russische Radare Tarnkappenflugzeuge wie normale Flugzeuge sehen können.

    Leider hat der von den Leistungsdaten her hervorragende Eurofighter Typhoon in einigen Länder mit so vielen Problemen zu kämpfen, so dass ich heute einen modernisierten F-15E Silent Eagle favorisiere. Wobei der Eurofighter die Möglichkeit bietet, alternative Luftabwehrraketen wie IRIS-T und MBDA Meteor einzusetzen. Womit die eher lästige Abhängigkeit zu den Amis reduziert würde. Der F-15 steht leider übrigens nicht auf der Einkaufsliste der Armee.

    • Sehr geehrter Herr Heid,
      vielen Dank für Ihren Kommentar. Der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, Bundesrat Guy Parmelin, hat am 23. März dieses Jahres die Anforderungen an die Beschaffung eines neuen Kampfflugzeugs (NKF) und eines neuen Systems der bodengestützten Luftverteidigung (Bodluv) definiert. Es geht dabei jedoch weniger um technische Merkmale, sondern um die zu erfüllende Fähigkeiten der Gesamtflotte, welche…

      • zusammen mit dem Ausbildungs- und Trainingsbetrieb den alltäglichen Luftpolizeidienst rund um die Uhr zu leisten und Einschränkungen in der Benutzung des Luftraums in der Schweiz durchzusetzen vermag;
      • im Falle erhöhter Spannungen im gesamten Schweizer Luftraum innerhalb von Minuten mit Kampfflugzeugen gegen Luftraumverletzungen durch nicht kooperative Zivilflugzeuge, militärische Transportflugzeuge, Drohnen und einzelne in den Luftraum eindringende Kampfflugzeuge zu intervenieren vermag (während mindestens vier Wochen permanent mindestens vier Flugzeuge in der Luft);
      • in der Verteidigung zusammen mit der bodengestützten Luftverteidigung einem Gegner während einer beschränkten Zeit die Erlangung der Luftüberlegenheit zu verunmöglichen und gleichzeitig die Armee mit operativem Feuer ausserhalb der Reichweite der eigenen Artillerie und mit Luftaufklärung zu unterstützen vermag.

      In Verbindung mit obigen Artikel scheint mir insbesondere die Anforderung an das Logistikpaket relevant zu sein, so dass…

      • bei offenen Grenzen und sichergestellter Ersatzteilbewirtschaftung vom und ins Ausland der Flugbetrieb permanent gewährleistet werden kann;
      • bei geschlossenen Grenzen und nicht sichergestellter Ersatzteilbewirtschaftung vom und ins Ausland während rund sechs Monaten die Lufthoheit gewahrt und der Ausbildungs- und Trainingsbetrieb gewährleistet werden kann.

      Mit allen vier Kampfflugzeuge in der Evaluierungsliste (Eurofighter (Airbus), F/A-18 Super Hornet (Boeing), F-35A (Lockheed-Martin), Gripen E (Saab) und Rafale (Dassault)) und mit entsprechendem Aufrüstpaket auch mit dem momentan eingesetzten F/A-18C/D (Boeing) lassen sich Luftaufklärung und Erdkampffähigkeiten realisieren.

      • Adrian Heid says:

        Was Logistik betrifft, bietet der F-15 neben F-16 die höchste Versorgungssicherheit von Ersatzteilen, weil sehr viele Modelle produziert wurden.
        Saudi-Arabien hat übrigens neue F-15 bestellt.

        […] bei geschlossenen Grenzen und nicht sichergestellter Ersatzteilbewirtschaftung vom und ins Ausland während rund sechs Monaten die Lufthoheit gewahrt und der Ausbildungs- und Trainingsbetrieb gewährleistet werden kann. […]

        Wenn man über 6 Monate die Lufthoheit z.B. gegen Russland wahren will, muss man Flugzeuge haben, die gleichwertig oder besser sind als die russischen (oder wer auch immer uns irgendwann angreifen könnte). Die in der Liste aufgezählten Flugzeuge können als Luftüberlegenheitsjäger mit russischen Pendants schlicht nicht mithalten, außer eben dem Eurofighter. Und man muss deutlich mehr haben als die anvisierte Stückzahl, weil man auch schwere Verluste einberechnen muss. Da der Eurofighter nicht sehr zuverlässig und Wartungsfreundlich ist, sollte man dringend auch den F-15 auch ins Programm aufnehmen.

        Die Flugzeuge sind immer nur eine Komponente, wichtig sind eigentlich die Luft-Luftraketen. Die Russen haben Luft-Luft Raketen mit einer höheren Reichweite. Die Wympel R37 erreicht eine Reichweite von 150-398km. Die KS-172-AAM-L hat gar eine Reichweite von 400km. China hat Luft-Luft-Raketen wie die PL-15 mit einer Reichweite von etwa 300km entwickelt. Eine amerikanische AIM-120D AMRAAM hat eine Reichweite von 180km. Die französische MBDA Meteor kommt auf etwa 200km, sie könnte auch 250km erreichen.
        Dies bedeutet, dass man die Luftüberlegenheitstaktik dringend anpassen muss und das man neue Raketen mit einer größeren Reichweite entwickelt. Es findet gerade eine Machtverschiebung im Luftraum statt und der Westen scheint ihn zu verlieren.

  2. Roos Gregor says:

    Herzlichen Dank für diese umfassende Beurteilung der neuen Kampfflugzeuge. Eine Veröffentlichung in der ASMZ wäre ratsam.
    Mit kameradschaftlichen Grüssen.
    Oberst a D Gregor Anton Roos
    ehemaliger VA in Wien Belgrad und Prag
    Stellimattweg 9
    3360 Herzogenbuchsee

  3. Karl Rieder says:

    Der F-35 müsste in der Schweiz eine hohe Hürde nehmen: Unterhalt bei der RUAG. Es ist fraglich, ob die US Regierung das zulässt. Für den Unterhalt sind nämlich bereits gewisse europäische Staaten definiert, wie Italien und Holland, aber auch (vorläufig noch) die Türkei.

    M.E. wird Lockheed Martin ohne Zusage der US Regierung für den Unterhalt bei RUAG gar nicht offerieren.

    Weitere Hürden sind dann noch ALIS (Logistiksystem), neutralitätspolitisch relevant, und die Operationsplanung, die heute für alle Europäer in den USA stattfindet.

  4. Andreas Gehrig says:

    Schade dass hier ein Autor schreibt, der keine Ahnung hat, was Stealth für den Kampf überhaupt bedeutet. Schwer entdeckbar zu sein, heisst immer zuerst schiessen zu können, heisst immer selber der Kampf aufnehmen oder verweigern zu können, heisst überlebensfähig zu sein. Letzteres ist doch kaum mehr möglich mit den inferioren europäischen Konstruktionen die alle auf 100km und mehr leicht zu entdecken sind.

    Wenn man selber schwer entdeckt werden kann, sind die Waffen des Gegners schlicht nichts mehr Wert. Eine Rakete die vorher auf 150km ein Kampfflugzeug abschiessen konnte, hat nur noch eine Reichweite von 15km. Es ist natürlich nicht so wie im Beitrag suggeriert wird, dass die Hornet oder EF ein wenig auffälliger sind, wir reden hier von Klassenunterschieden, die sich mit externer Bewaffnung noch vervielfachen.

    Und nicht wirklich befriedigend, ist die Ahnungslosigkeit bezüglich Sensorfusion, LPI-Radar und Elektro-optischer Sensoren. All dies ergibt das Delta dass die F-35 allen anderen Jets um Klassen überlegen ist. Es kann doch weder eine Annäherung geben, wenn man EF-Pilot ja nicht mal den Gegner, wie will man Vorteile ausspielen, wenn man so viel später sehen und dementsprechend erst vil später sinnvoll reagieren kann? Es gibt kein Szenario wo ein Legacy-Kampfjet einen Stealthjet matchen könnte. Es scheitert schon im Ansatz, weil der Stealthjet alle taktischen Vorteile auf seiner Seite hat. Heute noch Legacy-Jets zu kaufen wäre eine nicht zu überbietende Dummheit. Da kauft man gescheiter Jettrainer die überschallfähig sind, das ist für die Luftpolizei ausreichend und ist viel billiger als die untaugliche Ware aus Europa.

    • THW says:

      Werter Herr Gehrig,
      wie will denn ein 5th Gen. Fighter seine Target aquisision durchführen?
      Auf, meinetwegen, 200 km?
      Doch wohl per RADAR, odr?
      Und ich wage zu behauptern: Wer sich traut, gegen einen optimal ausgestatteten EF, das RADAR einzuschalten, bekommt umgehend eine Lankwaffe auf den Pelz gebraten.
      So sieht’s nämlich aus: Wer gegen kompetente Opponenten heutzutage das eigene RADAR einschaltet, hat sich umgehend selbst kompromittiert!
      Wo bleibt da der Vorteil von (RADAR-)Stealth?
      Mit RADAR-Stealth diskutieren sie eine Thematik von vorgestern.
      Die Musik spielt mittlerweile bei passiven Sensoriken, wie EOTS/IRST/OSF/OLS-35 , deren Qualität den Unterschied ausmacht!

      • Gehrig says:

        Mit dem LPS-Radar, müssen Sie halt mal nachlesen. Ein Radar welches sich verschleiert, in dem es extrem schnell die Frequenzen wechselt und so nicht lokalisiert werden kann. Die F-35 ist in allen Bereichen auf geringe Erfassbarkeit optimiert. Da gehört selbstverständlich die gesamte Palette an Sensorik dazu. Die ist das Herzstück der F-35 und absolut konkurrenzlos unter allen Kampfflugzeugen. Sensorfusion ist das “Zauberwort”, der Computer fusioniert aus allen Sensorquellen die Zielinformation. Nicht wie herkömmlich, der Pilot interpretiert aufgrund von 2-3 verschiedenen Sensorquellen, wo etwas sein könnte. Das geschieht alles automatisch und behebt somit auch die grösste Baustelle bei Legacy-Kampfflugzeugen, die nun mal gegenüber dem Boden nahezu blind sind. Mit der Sensorfusion und der reduzierten Signatur des Flugzeugs, haben Sie immer die Gewähr, als erster schiessen zu können, oder den Kampf nach belieben aufnehmen oder verweigern zu können. Das ist echter Fortschritt, nicht ob ein Flugzeug ein paar Grad mehr kurven kann, die leichte Rakete übertrumpft das Dickschiff Kampfflugzeug bezüglich Physik easy. Momentan gibt es nur einen Weg wie man überleben kann, später gesehen werden.

        • THW says:

          Werter Herr Gehrig,
          wurde den Gen. 4+++ Fightern per Ordre verboten, die selbe Sensorik zu nutzen, wie eine F-35? AESA- und LPI-Radare, integrierte Antennen rundum, die RWR und ECM dienen, EOTS bzw. PIRATE und die von ihnen so herausgestrichene «Sensorfusion» ebenfalls zu praktizieren? Die geht übrigens über das einzelne Flugi hinaus und schließt auch AWACS etc., ein, die übrigens, wegen der verwendeten Radar-Frequenzen, in der Lage sind, aktuelle Stealth-Flugi auf größere Entfernungen zu orten.
          Vielleicht sollten sie sich besser informieren, was bei passiven Sensoren aktuell Standard ist und warum aktive Sensorik rein prinzipiell von Nachteil ist.
          Nicht umsonst setzen viele Hersteller so auf ihre Versionen: F-35: EOTS, SU-35: OLS-35, Rafale: OSF, EF: IRST/PIRATE.
          Nicht umsonst gibt’s im EF einen EMCON-Modus.
          Und die Position eines Gegners mit LPI-Radar erkennt ein EF innert 10 sec. (wg. 3D-Tracking).
          Und Stealth? Nice to have.
          Apropos Stealth: Nur weil die RF ihre SU-57 «Stealth» nennt, ist noch lange nicht «Stealth» drin. Nach aktuellen Informationen liegt deren rcs in der Größenordnung eines EF, aber immerhin bei 1/30 einer SU-35. Reschpekt!
          Aber was red i?
          Wegen mir darf jeder glauben, wenn man ein Flugi «Stealth» bezeichnet, wird’s augenblicklich unsichtbar!
          LoL

  5. Adrian Köppel says:

    Guten Tag Zusammen

    Ich befasse mich seit über einem halben Jahr intensiv mit dem Thema. Ich habe bald alle offiziellen Berichte durchgelesen, welche ich finden konnte.
    Deshalb möchte ich gerne zur allerersten Frage von Herr Heid zurückkommen. Weil seine Kern-Frage oben ist nicht beantwortet worden?! Auch z.B. in der Präsentation vom Kdt Luftwaffe Div. Müller beantwortet diese elementare Frage nicht ausreichend (Lilienberg, 30.5.18)?!
    -> Was braucht die Schweiz für ein Flugzeug um die Aufgaben und Anforderungen zu erfüllen?
    -> Wo ist das Bindeglied zwischen den Aufgaben und den Anforderungen an das NKF und der aktuellen Typenauswahl (die fünf Kanditaten)?
    -> Wie kam es zu dieser Typenwahl und wo ist die vorgegebene Vorevaluation, welche im Expertenbericht 48448 festgehalten/empfohlen wurde?
    -> Wieso sind nicht alle potentiellen Flugzeuge in der Evaluation?

    Herr Heid scheint Fan der F-15 zu sein. Auch wenn sie leistungsmässig das zweitbeste Flugi (hinter Su-27 Family) ist, passt sie nicht zur Schweiz. Sie wurde bereits in der Evaluation 1985-1987 als zu gross und teuer eingestuft. Grundsätzlich ein hervoragendes Flugzeug, aber bei dem Preis gäbe es vermutlich zu wenige Maschinen, um die geforderte Durchhaltefähigkeit zu gewährleisten. Stellen Sie sich die Kosten pro Ausbildungs- und Trainings-Flugstunde vor.

    Ich tendiere mehr zur F-16. Die modernsten und fortschrittlichsten Block 70 ist betreffend der Avionik auf dem neusten Stand der Technik. Absolut vergleichbar mit dem Gripen oder F-35.
    Entgegen der Notiz oben, wurde die F-16 als Luftüberlegenheits-Jäger entwickelt, nicht als Bomber; sie ist flink, enorm Leistungsstark, kompakt und gilt als erfolgreichstes Muster weltweit. Auch Lockheed Martin sagt, es sei der beste Multi-Role-Fighter-Jet in dieser Klasse (Bulgarien, 21.11.2018).
    Das wichtigste ist jedoch: Sie hat die Evaluation bereits einmal bestanden! Sie kam als Block 30 in die engste Auswahl (1988/89). Sie würde die Evaluation diesmal locker wieder bestehen. Sie ist leistungsfähiger als Gripen E und viel wendiger als die Lightning II.

    Wo ist also die Analyse, z.B. SWAT oder Nutzwert/Leistung/Preis-Dreieck usw., in der geschrieben steht, was die Schweiz braucht und welches Flugzeug dazu passt?
    Wo ist die Analyse, in der steht, dass z.B. eine F-35 (notabene als Tarnkappenbomber konstruiert) evaluiert, ein F-16 Fighter aber ignoriert wird?

    Betrachtet man die wichtigsten Kontaktgruppen (oft auch ‘interne und externe Kunden’ genannt), so hat die F-16 auch hier sehr gute Karten:
    – Militärisch: Die F-16 Block 70 wird die Evaluation mit Bravour bestehen. Schweizer Piloten haben sie gerne geflogen. Zuverlässig, bewährt, erprobt, am meisten Erfahrung und Einsätze, etc…
    – Finanziell: Gilt als günstigstes Muster in Beschaffung und Unterhalt. Bewaffnung von Tiger und Hornet können übernommen werden. Es können mehr Flugzeuge zu tieferen Kosten beschafft werden.
    – Politisch: Sehr gute Übereinstimmung mit Vorgabe. Keine Vorbelastung (z.B. Gripen “Nein”). Es kann sogar die höhere Variante 2 bis 3 in Betracht gezogen werden 45 – 55 Flugzeuge.
    – Medial: Hatte nur positive Berichterstattung in der vorletzten Evaluation. Wenig Angriffsfläche.
    Hervorragende Bilanz und Image weltweit.

    Auf der anderen Seite fliegt die F-35. Wenn ich den ganzen Text oben lese, sehe ich nur eine enorm-mega-riesige WARNTAFEL!!! Vielleicht, eventuell, möglicherweise könnte die 2025er F-35 in einer komplett überarbeiteten Version viele Probleme und Kinderkrankheiten in den Griff bekommen. Aber die Evaluation in der Schweiz beginnt dieses Jahr! Also sind die 2025er-Visionen nichts anderes als ein Papierflieger…!
    Was zählt, ist das aktuelle Flugzeug. Und dies ist eine grosse Gefahr resp. Risiko.
    Die Anforderungen an den luftpolizeilichen Dienst wird klar beschrieben: hohen Manövrierbarkeit und gute Eigenschaften im Sichtluftkampf. Diesen Punkt erfüllt die F-35 nicht zureichend gem. Text oben.
    Dazu die Wartungsvorgabe mit mind. 85 % Wartung in der Schweiz? Hohe Folgekosten wegen der Hülle? Rund 38 % höhere Wartungskosten als bei F-16 und rund 20 % teurer in der Anschaffung?
    Was diskutiert ihr oben über Raketen-Reichweiten und Stealth? Es geht um die Luftpolizei auf Sichtweite. Und auch bei der Verteidigung über Staatsgebiet ist der Dogfight wichtiger (wir verteitigen wohl kaum die Schweizer Grenze mit einer Raketen-Reichweite bis nach Mailand oder München). Und sonst kann die Bodluv hier sicher aushelfen, die sieht hoffentlich dann die Stealth-Flugis kommen.

    PS: F-35 soll’s übrigends nur als Einsitzer geben, ist das noch niemandem aufgefallen?

    Grüsse

  6. Adrian says:

    Danke für das Feedback; aber…

    -> Das ‘IST’ beantwortet nicht die Frage nach dem ‘WARUM’.

    Den Link/Bericht kannte ich schon. Ebenso die Anforderung an das NKF vom 23.3.19. Keines der beiden Dokumente beinhalten eine umfassende Aufzählung oder Detailanalyse der potenziellen Flugzeugtypen.

    Hier ein sehr guter Bericht/Link:
    https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/48444.pdf
    Das ist der ‘Bericht der Expertengruppe zum neuen Kampfflugzeug, 48444’. Auf Seite 18 und den Seiten 156-157 können Sie nachlesen:
    «…Neben militärischen und technischen Kriterien müssen dabei stets auch finanzielle Faktoren berücksichtig werden, in der späteren Phase insbesondere auch politische Aspekte, die für die Typenwahl mitentscheidend sind. … Vielmehr sollen zu Beginn der Evaluation verbindliche Informationen zu allen grundsätzlichen in Frage kommenden Kandidaten eingeholt und diese, sofern sie die militärische Grobanforderungen erfüllen, im weiteren Verlauf eingehend evaluiert werden. …»
    Die F-16 Block 70 erfüllt/übertrifft die militärischen Grobanforderungen (…das hat sie schon einmal bewiesen) und müsste deshalb eigentlich auch dabei sein.

    Grüsse

    • Karl Rieder says:

      Das neue Schweizer Kampfflugzeug soll bis ca. 2060 im Einsatz sein. Um den Jet à jour zu halten, werden immer wieder updates benötigt. Die Schweiz will daher einen Flugzeugtyp kaufen, der etwa gleichzeitig auch im Produktionsland eingeführt wird. Das sind:

      Eurofighter Tranche 3b/4 (Deutschland)
      F-35A (US Air Force)
      F/A-18 E/F Block III (US Navy)
      Gripen E (Schweden)
      Rafale F4 (Frankreich)

      Der F-16 wird von der US Air Force voraussichtlich nicht mehr beschafft. D.h. die Amerikaner werden für ihre F-16 auch nicht mehr lange upgrades entwickeln. Die Schweiz müsste solche allein bezahlen, mit entsprechend hohen Kosten. Bei arabischen Ländern steht die Allianz mit dem Herkunftsland im Vordergrund, wenn sie Kampfjets kaufen. Das sind kaum Partner für upgrades. Falls Indien den F-16 kauft, wird übrigens die gesamte Produktion nach Indien verlagert. Und sonst wird sie wohl bald eingestellt.

      • Adrian Köppel says:

        Hallo Zusammen
        Ich möchte nochmals das Thema F-16 Block 70/72 aufnehmen und antworten:
        Es ist eigentlich egal, ob die USAF neue F-16 bestellt. Es gibt genügend Länder, welche die F-16 Block 70 bestellt haben: Die Produktion wird auf Jahre hinaus ausgelastet sein. Beispiele: nach Bahrain (16 Stück), Slowenien (14), Bulgarien (16), kamen dieses Jahr noch Taiwan (70) und Marokko (25) hinzu. Der Entscheid in Österreich steht noch aus. Griechenland wird vermutlich entweder ältere Maschinen auf die 16V erneuern oder gleich neue Machinen kaufen. In Indien ist die F-21 im Gespräch; es wird vorraussichtlich in beide Richtungen Technologietransfers geben (z.B. Flügel von Tata für beide Versionen).
        Solange Lockheed Martin die F-16 produziert, wird sie ausserhalb der USA mehr Bestellungen erhalten, als für die F-35. Besonders wenn die Probleme bei der F-35 weitergehen. Die Versorgung/upgrades der F-16 ist für die nächsten 30 Jahre sicherlich gewährleistet, wahrscheinlich sogar noch weit länger.

        Die Idee der SP mit leichten Flugzeugen (Leonardo, KAI) ist gut und sollte dringlich vom VBS/BR geprüft werden. Der Preisunterschiede dieser leichten Jets plus zusätzliche Bewaffnung (Verstärkungen, Zielerfassungssysteme etc…) ist dann aber auch nur noch leicht unter einer gut ausgestatteten F-16. Die F-16V Block 70 ist aber in allen Belangen voll tauglich. Also High Performance für einen low Price.

        Weiss jemand den konkreten Preis für die aktuelle F-16? Ich habe von 2017 den US Preis von 27 Mio USD gefunden. Für den Export ist dies traditioniell x2 – also rund 54 Mio. Dann stimmt meine Kalkulation von 100 bis 110 Mio USD Systempreis für die Schweiz. Also 48 Flugzeuge für knapp 5 Mrd CHF oder ca. 55 Flugzeuge bei den budgetierten 6 Mrd. CHF. Kann das jemand etwa bestätigen?
        Dank & Gruss

  7. peter says:

    The F-35 is in deep trouble for over 10 years. Highly cost inefficient. As example Tires can’t be used in more then 10 Starts and Landing (GAO Report Page 44) meaning in War-time. Every Second Day the Airplane is not available.

    Productions Quantity based on the GAO Report is by 77 Airplane a year till 2026. Estimate Aircrafts for USA: 2450 after 2852 in 2001.

    In Total are 3300 missing Test points (GAO Report Page 10), Test flights should have done in Total 200’000 hours but test flights are in range of 95’000 hours. Missing at least 50% of the Test Programm. Scrap-work and repairs (near Production status in 2012 over 20’000 hours per Airplane.
    In 2017 over 6000 hours per Airplane. (GAO Report Page 19)
    At the Moment in 2018 all F-35 Strike Fighter are “Evaluation” Airplanes based on US Standards.

    -Stealth is widely overrated as Russian S-300/400/500 Systems will hit the F-35 down. Israeli Airforce reduced their flights to Syria by 97% after S-300 Installation.

    I agree with another User that F-15SE and maybe a Raffaele Version would be far the better choice. None of them can compete with Russian SU-35 and above Fighters.

    GAO Report F-35 Joint Strike Fighter – Version: 13th June 2018

    • Dıplex says:

      Peter. İsrail is bombing syria on regular basis. Rendering the S300 and even S-400 radars useless. None of these russian wonders have been able to detect F35 s.

  8. Noch zur Vollständigkeit: Ende Januar schloss das deutsche Bundesministerium der Verteidigung den F-35 Joint Strike Fighter als Ersatz für seine alternde Tornado-Flotte aus. Sie sollen stattdessen durch den Eurofighter oder den F/A-18 Super Hornet ersetzt werden.

    Gemäss Thomas Wiegold von “Augen Geradeaus!” soll die deutsche Luftwaffe “unabhängig von der Entscheidung über einen Nachfolger für den Tornado […] auf jeden Fall neue Eurofighter bekommen: Die 33 ältesten Eurofighter der so genannten Tranche 1 sollen in den nächsten Jahren sukzessive ausgemustert und durch eine neue Tranche 4 ersetzt werden, die dann den modernsten Stand des europäischen Kampfjets darstellen.”

    Die öffentliche Erklärung aus dem Ministerium wurde dann erst Mitte Februar auf eine entsprechende Frage des FDP-Abgeordneten Marcus Faber geliefert:

    Das Nutzungsdauerende des Kampfflugzeuges Tornado und die damit zusammenhängenden Betrachtungen geeigneter Nachfolgemuster zur Übernahme der Aufgaben und Rollen des Kampfflugzeuges Tornado werden aktuell untersucht. Wesentliche Kriterien bei der Betrachtung sind die Harmonisierung zum binationalen Zukunftsprojekt Next Generation Weapon System/Future Combat Air System, der mögliche Einführungszeitpunkt eines Nachfolgers sowie der bruchfreie Fähigkeitserhalt einschließlich der Sonderrolle nuklearer Teilhabe. Vor diesem Hintergrund wurde am 31. Januar 2019 entschieden, die beiden Waffensysteme Eurofighter und F/A-18 im Weiteren als Lösungsoptionen zu untersuchen. — “Plenarprotokoll 19/79“, Deutscher Bundestag, 13.02.2019, S. 9271f).

    Quelle: Thomas Wiegold, “Fürs Archiv: Jetzt Offiziell – Keine Beschaffung Der F-35“, Augen Geradeaus!, 14.02.2019.

  9. THW says:

    Für die Schweiz halte ich entweder eine F-16 Block 70 oder eine Gripen-E in «no frills» Ausstattung für ausreichend.
    Also das nakte Flugi mit billig-Radar, Bordkanone und je 4 AA’s.
    Keine ausgefeilte Sensorik für das gesamte EM-Spektrum, keine CM (inkl. ECM), kein Selbstschutz.
    Weil DIE heutige Kampfjets so sauteuer machen.
    Schließlich will die Schweiz doch nicht ernsthaft Krieg spielen, odr?

    Btw.: Denkt in der Schweiz jemand ernsthaft an eine F-35 für Luftpolizeiaufgaben? LoL!!!

  10. Gehrig says:

    @THW
    Sie sind mir echt ein Schlaumeier, für Luftpolizei 100 Mio. $ pro Stück für einen Gripen auszugeben, ist so ziemlich das dämlichste Geschäft welches sie abwickeln können. Für Luftpolizei reicht ein Jettrainer die es auch in überschallfähiger Version gibt. Sie kapieren offensichtlich nicht, dass Sie hier 70 Mio. pro Stück für nichts nach Schweden überweisen / (zweitklassiger US-Legobaukasten / viele Teile stammen aus den USA, die in Legacy-Jets verwendet werden).

    Entweder sie machen nur Luftpolizei und dann ist der Jettrainer die richtige Lösung, oder sie kaufen etwas für den Kriegsfall / die Armee, dann brauchen Sie etwas was das andere Gerät besiegen kann. Für Letzteres zweitklassige Ware zu kaufen, macht absolut keinen Sinn. Wenn man jetzt etwas kauft muss es zumindest bei der Halbzeit noch mindestens auf dem Niveau der Gegner sein, heisst jetzt müssen sie was kaufen was substanzielle Vorteile gegenüber den Gegnern hat. Sonst können sie es gleich sein lassen, weil mit Quantität kann man sich als Schweiz niemals durchsetzen.

    Und nur für Luftpolizei ist jedes dieser Flugzeuge in der Auswahl der totale Overkill und riesen Geldverschwendung. Diese Flugzeug darf man auf keinen Fall kaufen, wenn man sich nur für Luftpolizei entscheidet. Weil der Gripen ist selbstverständlich kein Schnäppchen wie sie es darstellen, der ist nur eine bisschen weniger schweineteuer! 70% des Geldes wäre für Luftpolizei zum Fenster rausgeworfen, bei ihrer Lösung. Es geht hier nicht kostenmässig um Fiat vs Mercedes. Sie fordern den Mercedes mit einem Extra weniger zum Pizzaausliefern.

    • CDF says:

      Für die Luftpolizeieinsätze hätten wir doch schon ein Überschall-Flugzeug. Man nennt es F-5 Tiger und man hat es entwaffnet, weil die Munition zu teuer schien. Jetzt ist es noch als sogenanntes Serviceflugzeug im Einsatz und wir fliegen die Luftpolizeieinsätze mit den F/A-18, welche immer näher an ihre Flugstundenobergrenze kommen.

      • Gedacht als Bullshit-Bremse:
        Die 54 F-5 Tiger wurde mit der Rüstungsbotschaft 1975 und und dem Rüstungsprogramm 1981 beschafft, die Technologie stammt jedoch aus den Sechzigerjahren und genügt den heutigen Anforderungen für den Luftpolizeidienst und die Luftverteidigung nicht mehr. Der F-5 Tiger kann wegen seines veralteten Radars weder bei Nacht noch bei allen Wetterlagen eingesetzt werden, das Bordradar erfasst tiefer fliegende Objekte nicht, er hat bei der Bekämpfung von modernen Flugzeug und Lenkwaffen keine Überlebenschance und an der Flugzeugzelle treten vermehrt Strukturschäden auf.

        • CDF says:

          Es geht um Luftpolizeidienst und nicht um Luftverteidigung! Bitte nicht durcheinander bringen!
          Die Airliner fliegen heute nicht schneller und nicht höher als vor 30 Jahren. Die Nächte sind nicht dunkler und das Wetter nicht schlechter. Wir haben zu wenig Flugzeuge und zu wenig Geld. Die F/A-18 sind langsam ausgeleiert. Sie sind, im Gegensatz zum F-5, auf 6‘000 Stunden begrenzt. Es gibt immer wieder Tage, da stehen von den verbleibenden 30 F/A-18 nur ein halbes Dutzend zur Verfügung und wir müssen Auslandskampagnen Hals über Kopf verlassen. In Durchschnitt sind maximal 1/3 der F/A-18 einsatzbereit.
          Die Engpässe, die sich jetzt, während den sich verzögernden F/A-18 Upgrades, verschärfen sind alle hausgemacht. Man hätte sie vermeiden können, wenn man in die übernächste Geländekammer gedacht hätte.
          Es gibt jedoch auch noch eine politische Dimension: Mit der unnötigen Entwaffnung der F-5 hat man bewiesen, dass es auch mit 30 Kampfjets geht. Demnach werden wir für 6 Mia genau so viele erhalten! 30! Somit ist das Thema eh gegessen!

          • Beim Luftpolizeidienst geht es nicht nur um die Kontrolle von “Airlinern”, sondern um die Kontrolle des Luftraumes. Darunter gehört auch das Eingreifen bei einem nicht autorisierten Überflug von Kampfjets. Beispielsweise hatten am 05. Oktober 2018 drei Kampfjets aus Polen die Schweiz überflogen und damit einen Einsatz der schweizerischen Luftpolizei ausgelöst. Solche Einsätze kommen zwar nicht täglich vor, sind aber kein Einzelfall. Und noch einmal: Der F-5 Tiger kann weder bei Nacht noch bei allen Wetterlagen eingesetzt werden. Das ist insbesondere deshalb wichtig, weil ab Ende 2020 — wie von der Politik beauftragt — der Luftpolizeidienst wieder 24/365 durchgeführt werden soll. Last but not least haben die Piloten ein Anrecht nach einem Einsatz wieder heil zur Air Base zurückzukehren zu können, ohne dass ihnen ein Stück des Flugzeugs wegbricht. Insbesondere der Luftpolizeidienst in der Schweiz belastet die Kampfflugzeuge strukturell stark — viel stärker als dies beispielsweise bei der U.S. Navy der Fall ist.

            Die F/A-18 sind nicht “langsam augeleiert” sondern wurden im Rahmen der Armeebotschaft 2017 für eine Verlängerung der Nutzungsdauer um fünf Jahre bis 2030 bzw von 5000 auf neu 6000 Stunden überholt. Diese Nutzungsverlängerung und die bekannten Probleme bei der Lieferung von Ersatzteilen sind unter anderem dafür verantwortlich, dass viele der F/A-18 nicht mehr einsetzbar waren. Gemäss Armasuisse-Sprecher Kaj-Gunnar Sievert werde der Ersatzteilbeschaffung bei der Beschaffung des neuen Kampfflugzeuges “ein hoher Stellenwert beigemessen“.

  11. CDF says:

    Bitte reden Sie doch einmal mit einem F-5 Piloten und mit Technikern der RUAG, bevor Sie solche Weisheiten publizieren! Das Risiko, dass bei einem F-5 etwas „wegbricht“ ist nicht grösser als bei einem F/A-18. Von den F-5 haben wir noch genug Ersatzteile, sie haben auch keine Stundenbegrenzung. Hoffentlich werden wir mit der Lebensdauerverlängerung der F/A-18 Flotte fertig, bevor sie ausser Dienst gestellt wird. Das wünschen wir doch beide!

    Und ja…, auch ich hoffe sehr, man denkt an die Ersatzteile beim NKF und man hat dann auch das Geld dafür. Und sicher beschaffen wir ein Flugzeug, welches wir noch in der Schweiz warten dürfen…! Dies ist jedoch Zukunft und hat jedoch keinen Einfluss auf die heutige desolate Situation! Die heutige Situation ist Folge der unsinnigen Entscheide der Vergangenheit.

    Investieren wir unsere Energie doch lieber in die Zukunft und sorgen dafür, dass nicht die gleichen Fehler wieder gemacht werden!

  12. Andreas Gehrig says:

    @CDF
    Das Kriterium, dass man hier “Warten” muss, kann ja nicht das Ausschlaggebende sein. Die Frage ist, bis zu welchem Punkt man noch warten kann / das technische Verständnis noch ausreicht. Selbst bei der Hornet reicht das manchmal nur zum Komponenten-Austausch, mehr müssen ja die Leute auch gar nicht verstehen. Blackbox tauschen reicht, alles andere ist eine Selbstüberschätzung im XXL-Stil.

    Die Schweiz hat in vielen Bereichen einen technologisch derart grossen Rückstand in der Wehrtechnik, dass es gar nicht ohne Komponentenaustausch gehen kann. Die Flugzeuge und Waffen werden immer ausgefeilter, damit man in einem Kriegsfall den Gegner auch deutlich besiegen kann. Es nützt ja nichts, wenn Sie ein Durchschnittsflugzeug kaufen, welches Sie komplett selber warten können, aber dann in jedem Duell unterliegt und nichts Substanzielles im Kriegsfall, beitragen kann. Dann können Sie sich das Geld sparen, Durchschnittslösung bringen doch der Schweiz nichts. Das was oben in der Nahrungskette (Kausalkette / Flugzeug) steht, muss möglichst lang besser sein, als das was beim Nachbar steht.

    Es führt kein Weg dran vorbei, dass wir in Zukunft mehr Wartungsanteile abgeben müssen. Ist das nicht gegeben, kaufen sie sowieso nur nutzlose, teure und nicht konkurrenzfähige Flugzeuge. Diese Forderung alles hier warten zu können, kommt mir so vor, wie wenn sie ihr Smartphone selber reparieren wollen. Wenn man sich dumm und dämlich zahlen möchte ja, wenn sie den ältesten Schrott kaufen wollen ja, denn nur dann werden Sie den kompletten Einblick in die Technik erhalten.

    Kein Hersteller der technologisch an der Spitze ist und die anderen schlägt, stellt seine Technik frei zur Verfügung, da wäre er ja komplett verrückt. Der technologische Vorsprung muss doch bewahrt werden und das kann nur so gelingen, wenn man dem Betreiber die überlegene Technik zur Nutzung freigibt, aber sicher nicht den tiefen Einblick dazu gewährt. Denn jeder Nutzer ist auch eine potenzielle Gefahr, dass Geheimnisse mit dem die Differenz erzeugt wird, durch Freigabe dieser Informationen oder Hardware, den Vorteil von allen Betreibern gefährdet. Es ist ein MUSS, dass es Geheimnisse vor dem Betreiber(Schweiz) gibt, sonst schenken Sie die Vorteile früh ab, wofür Sie 100 Mio. $ und mehr pro Stück bezahlen.

    Die Hersteller die nicht konkurrenzfähige Produkte am Markt anbieten, werden Ihnen den gesamten Zugang zur Technik ermöglichen. Weil man mit dem Zeugs keinen Blumentopf mehr gewinnen kann. Aber es wäre der Wahnsinn, wenn wir solche Flugzeuge kaufen würden, das bringt militärisch rein gar nichts, wir würden in keinem einzigen Szenario militärisch mit diesen Geräten bestehen können. Wir haben bezüglich Quantität immer einen Nachteil, sie müssen also wie Israel bei der Luftwaffe einen qualitativen Vorteil gegenüber den Gegnern haben, damit sie a) die Quantität der Gegner ausgleichen und b) die Abschreckung glaubhaft aufrecht erhalten können.

    Wenn Sie nur die gleiche Qualität und das in viel geringerer Stückzahl kaufen, können Sie auch gleich den Jettrainer für Luftpolizei bestellen, da haben die Armeegegner wirklich recht. Das ist komplett nutzlos wenn man Flugzeuge a la Gripen, einkauft, weitere Namen spar ich mir jetzt.

  13. CDF says:

    Wir haben nicht unterschiedliche Ansichten. Sie öffnen hier lediglich eine andere “Wurmbüchse”. Bei der ganzen NKF-Diskussion ist die Form der Ausgestaltung unserer Neutralität sehr zentral. Alle Hersteller haben Black Boxes und schon heute haben die Amerikaner “Custodians” in der Schweiz, welche laufend kontrollieren, ob wir alle vertraulich klassifizierten Komponenten und Waffen unter Kontrolle haben. Wenn mit einer unserer Lenkwaffen ein Testschuss gemacht wird, dann muss vorgängig angemeldet werden, welche Seriennummer wir verschiessen wollen.
    Niemand traut sich jedoch das Kind beim Namen zu nennen! Es geht um folgende Fragen: Was wollen wir noch autonom tun können? Zu welchem Preis (siehe die desolate Ersatzteilversorgung in der Bundesluftwaffe für die Eurofighter)? Mit welchen technischen Auflagen? Was will eigentlich die Politik?
    Falls wir – wie es zu erwarten ist – nur noch etwa 30 Flugzeuge beschaffen werden, können wir unseren Luftraum eh nicht mehr länger als vielleicht einen Monat schliessen. Dann erübrigt sich grösstenteils auch die Ersatzteildiskussion.

  14. Adrian Köppel says:

    Guten Tag Zusammen

    Ich habe eine Frage und finde keine Antwort: Nach dem Bericht von Herr Nicollier mit 40 Flugzeugen und dem Budgetrahmen von 6 Mrd.CHF gab es einen grossen Aufschrei: “…das Geld reiche nicht. Es müsse nun 8 Mrd. CHF geben…” etc.pp.
    Wieso kostet heute ein Kampfflugzeug 200 Mio.CHF? Kann mir dies jemand mit einfachen Worten erklären? So, als würden Sie es einem 6-Jährigen erklären?
    Und zwar nicht “…weil es so ist…” und auch nicht “…weil es so auf dem Preisschild steht…” oder ähnliches. Sondern klar und realistisch gerechnet. So als würden Sie privat einen Computer, ein Haushaltsgerät oder ein Auto kaufen und dazu die Preise hinterfragen und vergleichen.

    Im Rüstungsplan 92 hat die Schweiz 34 MDD F/A-18C Hornet für 3.4 Mrd.CHF gekauft. Das sind 100 Mio.CHF pro Flugzeug. Damals war der Dollar-Wechselkurs bei 1.50 CHF/USD. Also kostete eine F/A-18 rund 67 Mio.USD. Jetzt kommts: Diese 67 Mio. USD sind der SYSTEMPREIS!!! Inkl. Lieferung, Initialausbildung für Techniker & Piloten, Ausrüstung, Simulatoren, Ersatzteile, Gegengeschäften und sogar einem Waffenkontingent. Alles dabei.
    Also nochmals: Warum soll etwas, das damals weniger als 70 Mio. USD gekostet hat, heute fast drei Mal so viel kosten? Der Gripen ist mit deutlich schwächerer Kampfkraft doppelt so teuer. Warum?
    Die Initialausbildungen werden wohl kaum viel teurer sein, vielleicht + 30 %. Die Ersatzteile – ausgenommen F-35 – werden vielleicht auch + 20-30 % teurer sein. Bewaffnung? Annahme eine Sidewinder kostete damals 80’000 USD, mit heute 100’000 USD wären dies + 25 %, bei 104’000 USD sind wir bereits bei + 30 %. Eine Sidewinder wir heute aber kaum 200’000 bis 240’000 USD kosten?
    Elektronik? Wohl kaum: Die F/A-18 hatte für die damalige Zeit ein gutes Radar = teuer. Nun haben die heutigen Jets auch wieder ein für die heutige Zeit gutes Radar = ähnlich teuer.
    Klar, die Flugzeuge können vielleicht heute mehr Funktionen ausführen. Aber jedes iPhone kann heute Dinge, die vor 20 Jahre noch Fiktion waren. Trotzem: Ist es nicht immer gleich das neuste Natel, so ist es nur ca. 50 % teurer als vor 5 oder 10 Jahren (z.B. von 500.- auf 750.-).
    Egal wie ich es drehe und wende: Selbst mit einem Aufschlag von enormen 100 % (!) komme ich auf die rund 150 Mio.CHF, die nun das Budget sind. (70 Mio.USD x 2 x Wechselkurs)
    Wieso soll das nicht reichen?

    Wieder zu meinen Vorschlag mit der F-16V Block 70: Bahrain kauft 16 Stück für 1.12 Mrd.USD. Modernste Version, komplette Top-Ausstattung, geliefert. Ohne weitere Komponenten.
    Multiplizieren wir dies Mal 3: 48 F-16 für 3.36 Mrd.USD, also etwa 3.4 Mio.CHF bei gutem Wechselkurs. Nehmen wir das Budget von 6 Mrd. CHF und ziehen einfach mal 15 % ab; dann kommen wir auf rund 5 Mrd. CHF. Diese 5 Mrd.CHF – 3.4 Mrd.CHF = 1.6 Mrd.CHF für Ausbildung, Zubehör, Teile, Waffen etc. Also 1’600’000’000 FRANKEN!
    Angenommen wir nehmen davon 100 Mio für Raketten und eine Rakette kostet ca. 100’000 CHF. Dann gäbe dies bereits 1’000 Raketten?! Das Spiel kann ich mit jeder Position machen. Selbst mit tausenden von Ausbildungsstunden und Ersatzteilen von über 20 Mio.CHF pro Flugzeug. Die 5 Mrd.CHF reichen für 48 F-16V Block 70. Und wenn das VBS noch 500 AMRAAM extra möchte, dann sind wir bei vielleicht 5.1 Mrd.CHF.

    Für was sind dann die übrigen 3’000’000’000 Franken, die es angeblich brauchen sollte?

    Dank & Gruss

  15. Pasci says:

    Lieber Sechsjähriger

    Deine Frage, wieso ein Kampfflugzeug CHF 200 Mio. kosten soll, lässt sich leicht beantworten, dafür sind aber drei Antworten nötig:
    – CHF 6 Milliarden für 40 Flugzeuge sind dann CHF 150 Millionen pro Stück;
    – Im Kaufpreis enthalten ist nicht nur das Flugzeug, sondern auch Waffen, Simulatoren, Ausbildung und ganz viele Ersatzteile für die nächsten Jahre – und alle diese Dinge kosten darum mehr als 1992, weil sie heutzutage viel mehr können – Deine Nintendo Switch kann auch viel mehr als mein Gameboy, den ich 1989 zu Weihnachten bekommen habe. Aber anders als bei tragbaren elektronischen Spielgeräten werden Kampfflugzeuge heutzutage in viel kleineren Stückzahlen produziert, als damals im kalten Krieg. Deshalb sind die Kosten pro Flugzeug also gestiegen;
    – Zu guter Letzt ist das ganze einfach eine Sache von Angebot und Nachfrage. Wenn das Schoggistängeli in der Migros für CHF 1.- angeschrieben ist, kannst Du noch zum Coop und zum Kiosk gehen. Aber wenn es dann überall gleich viel kostet, sogar bei Aldi und Lidl, musst Du Dich einfach entscheiden, ob Du ein Schoggistängeli kaufen willst oder ob Du es sein lässt. Natürlich kannst Du auch selber Schoggistängeli herstellen, dazu musst Du aber zuerst Kakao anpflanzen, Kühe melken usw. Nun ist es aber so, dass Kampfflugzeuge nur von ganz wenigen Herstellern produziert werden. Die Auswahl ist also viel kleiner, als bei Schoggistängeli. Und da wir in der Schweiz nicht selber Kampfflugzeuge herstellen, müssen wir die halt im Ausland kaufen.

    Alles klar?

  16. Adrian Köppel says:

    @Pasci
    Aus Deiner Antwort entnehme ich, dass es offensichtlich an Respekt und Fachkenntnissen mangelt. Ich habe um eine realistische Einschätzung, um eine kompetente Antwort gebeten und erhalte Vergleiche mit Schoggistängeli und Gameboy? Ist das alles?
    (Wie soll ein 6-jähriger einem 3-jährigen die Welt erklären??)
    Also fangen wir vorne an:
    – Ich hatte als Jugendlicher nie einen Gameboy. Aber dafür die gesamte Enzyklopädie vom Aeroplane (14 Ordner voll mit mega viel Info über die Flugis und so).
    – Zum Thema Schoggistängeli; eine kleine historische Denksportaufgabe: Was haben einige Schweizer Süsswarenhersteller gemacht, als der Cacao schwer verfügbar und teuer wurde, z.B. während dem 2. Weltkrieg?
    Sie haben Alternativen gesucht: Am Beispiel von Ragusa hat man Nüsse als Basis verwendet und somit Cacao eingespart.
    Hast du den Wink verstanden? (Wenn ja, kommst Du in das nächste Level…)

    Es gibt immer Alternativen. Aber man muss dafür die vorhandenen Informationen hinterfragen und andere Lösungsansätze suchen…
    In der Tat gibt es nur eine begrenzte Anzahl Hersteller. Aber Lockheed Martin hat zwei Flugzeuge in der Grössenordnung: Die F-35A und die F-16 Block 70. Die F-15SE lassen wir mal weg, die ist zwei Nummern zu Gross. Die F-16 ist gegenüber der F-35A rund 25 % günstiger und hat rund 38 % tiefere Betriebs-/Wartungskosten.
    Also spielen wir das nochmals sachlich und mit neuen, absolut realistischen Zahlen durch:
    -> 48 F-16 Block 70/72 in kompletter
    Ausstattung: 48 Jets à 70 Mio. CHF = 3’360 Mio. CHF
    -> Ausbildungsmittel (Simulatoren, Initial-
    Ausbildung für Piloten & Technik), Logistik: = 1’200 Mio. CHF
    -> Zusatzausrüstung (Lenkwaffenträger,
    Treibstoffbehälter, Kameras): = 140 Mio.CHF
    -> Ersatzteile pro Jet à 15 Mio. CHF = 720 Mio. CHF
    -> Bewaffnung (pauschal) = 400 Mio. CHF

    -> Abdeckung Währungsrisiko: = 180 Mio. CHF

    48 modernste F-16 Block 70/72 = 6’000 Mio. CHF

    So! Mit einer einfachen Milchbüchlein-Rechnung gibt es für das Budget von 6 Mrd. CHF ohne Probleme 48 top moderne F-16 Block 70 auf dem neusten Stand der Technik: Leistungsfähiger als der ausgeschiedene Gripen, agiler und erprobter als die F-35A und viel günstiger als alle tauglichen, “westlichen” Jets im Kauf und Betrieb.

    Nun, Pasci, alles klar?
    Und übrigens; ich finde die Rafale oder die Su-27/35 auch viel cooler als die F-16. Aber darum geht es nicht! Es geht um die Sicherheit der Schweiz. Da braucht es ein gutes Flugzeug, welches im Budget in genügender Anzahl beschafft werden kann. Die Schweiz ist klein und nimmt nicht an internationalen Einsätzen teil, also braucht es ein weniges, kompaktes Flugzeug. Und das ist bleibt die F-16.

    • Mike says:

      Hallo Herr Köppel
      Sry wenn ich auf diesen alten Beitrag anwtorte, aber darin steckt ein derberer Fehler:
      die Schweiz nimmt – im Zuge des unsäglichen Nato Partnership for Peace – an internationalen Einsätzen Teil. So patrouillierten 2015 und 16 schweizer F-18 an der lithauischen Grenze! Schweizer Piloten fliegen in Eurofightern und Rafales zwecks “Austausch-Trainings” und ähnliches.
      …wir sind ein kleines Land, und die PfP gefährdet uns (wir sind nicht mehr Neutral, sondern Teil des kalten Krieges). Nichollier’s 40 Flugzeuge sind das absolute Minimum.
      Nicht nur um die Einsatzfähigkeit des 7/24 LuPo sicherzustellen.
      (mMn: weg mit der PfP (Wiederherstellung der Neutralität), und dringender Ersatz; am Besten mit Gripen E (politischer Punkt: nicht von einem Land kaufen, das die CH in den letzten 10 Jahren unter Druck setzte!), und Anmieten von Mirage 2000 5F als Sofortersatz F5/Entsatz F-18C, dafür die Kohle für die Kampfwertsteigerung des schon 1995 für die CH untauglichen Flugzeugs sparen (zu schwer, nicht für Dogfights gebaut – wie im andere Bericht diskutiert)
      …wir müssen bez. der Landessicherheit viel höher ansetzen als nur bei der Armeeausrüstung. Zu viel “überal dabei sein” hat uns verwundbarer gemacht, als man weithin zu glauben scheint (wenn der kalte Krieg heiss wird – bei dem “Gezündel” gerade kann’s sofort passieren); die “10 Jahre Vorwarnfrist bis zum Krieg” wurde schon 2000 ad absurdum geführt, und läuft seit 2014 (Ukraine-Kriese)). Entweder wir rüsten massiv auf, oder wir besinnen uns auf etwas realistischeres…

  17. Pasci says:

    Hallo Adrian Köppel

    Es tut mir leid, wenn Sie sich wegen der Erklärung an den imaginären 6-Jährigen beleidigt fühlen. Ich war nicht der Ansicht, dass Sie 6 Jahre alt sind, sondern dass es um eine hypothetische Erklärung geht. Aus meiner Sicht war meine Erklärung nämlich auf einem solchen Niveau gar nicht so schlecht. Und respektlos gegenüber einem 6-Jährigen erst recht nicht. Und man soll nicht fragen, wenn man die Antwort nicht hören will.

    Es kann durchaus sein, dass ich wenig Fachverständnis habe. Ich möchte einfach anmerken, dass die F-16 seit 1976 produziert wird. Das Flugzeug an und für sich basiert also auf einer Technologie, die sogar noch wenige Jahre älter ist, als die F/A-18, die derzeit im Einsatz ist.

    Ich meine, dass der Ansatz mit dem ausgeschriebenen Leistungsprofil sehr gut ist. Die Anzahl der Flugzeuge soll dabei nicht entscheidend sein. Ob es jetzt 30 oder 50 Flugzeuge sind, kann der Lieferant sicher am besten einschätzen. Schlussendlich gibt es dann eine Auswahl, die vom Fachgremium getroffen wird. Und es kann dabei durchaus sein, dass nicht das “beste” Flugzeug ausgewählt wird – weil es schlussendlich ein politischer Entscheid ist.

    Die Aufzählung von Preisen für Materialgruppen finde ich übrigens nicht sehr hilfreich. Was wird denn nun unter “Bewaffnung” für pauschal CHF 400 Mio. verstanden? Welche Waffen sollen da inklusive sein? Luft-Luft (Radar und/oder IR), Luft-Boden (Einsatzzweck? Luftnahunterstützung, operatives Feuer, gelenkt, smart, dumm?). Und welche Anzahl von welcher Waffe ist da dabei? Und so könnte man das für jede Kategorie weiterführen.

    Nach meiner Ansicht ist die Evaluation des neuen Kampfflugzeugs auf sehr gutem Weg und ich finde es angebracht, nun einfach die Experten ihre Arbeit machen zu lassen.

  18. Adrian Köppel says:

    Hallo Pasci

    Ich vermute, wir sind etwa gleich alt (ref. Gameboy). Also nehme ich an, Sie wären auch beleidigt, wenn jemand Sie mit “Lieber Sechsjähriger” begrüsst?!
    …und Sie sollten nicht antworten, wenn Sie die Frage nicht verstehen.

    Zum Thema:
    Die F-16 (YF-16) hat genau die gleiche Geburtsstunde wie die NonthropYF-17 (heute MDD F/A-18): Beide Flugzeuge gehen auf die USAF Ausschreibung für einen leichten Mulitrole Fighter Jet zurück. Die F-16 hatte damals die Ausschreibung gegen die YF-17 gewonnen. Ende der 70iger Jahre wurde sie in Dienst gestellt.
    Die Prototypen des Gripen, der Rafale und des Eurofighter Typhoon kamen ab Mitte der 80er Jahre bis Anfang 90er Jahre.
    Alle Jets gehören zu vierten Jet-Generation. Und alle vier Jets wurden in den Jahren stehts weiterentwickelt:
    Die F-16 A/B zur C/D, dann der Block 30 (Evaluation 1986-1989), zum Millennium hin kam die neue Block 50 mit der neuen Systemen und Waffenfähigkeiten (nun vergleichbar F/A-18E).

    Ab diesem Herbst wird die neuste und modernste F-16 Block 70/72 hergestellt. Dies F-16 erhält das AESA Radar, die integrierte Kommunikation (Vernetzung), neues virtuelles Cockpit, Anti-Kollisions-Autopilot usw. usw.
    Die neue F-16 ist technisch auf dem Stand der Gripen E, Super Hornet Block III und F-35A (jedoch ohne Tarnkappen-Eigenschaften).
    Gehen Sie doch einfach einmal auf die Lockheed Martin F-16 – Seite und sehen sich die neue Product Card 2019 an… (Das nennt sich Recherche…)

    Die F-16 Block 70/72 bietet die modernste Technik, aber zu einem Vergleichsweis günstigen Preis. Insbesondere, da der Gripen ausgeschieden ist, fehlt ein Flugzeug in dieser Preisklasse.

    Was für ein Leistungsprofil? Es gibt kein minimales Leistungsprofil! Lesen Sie den neusten Bericht (Botschaft Planungsbeschluss) durch. Es gibt bezüglich Kampfkraft und Durchhaltevermögen pro Jet keine Vorgaben!
    Die Verantwortung für die Sicherheit der Schweiz in die ehrlichen und uneigennützigen Hände der Waffenhersteller legen? Da haben Sie sehr viel Vertrauen!

    Alle – und ich meine damit ALLE – früheren Berichte von Bundesräten, Expertengruppen, Armee bis hin zur aktuellen Einschätzung von Herr Nicollier zeigen auf, dass es für die angestrebten Ziele mind. 40 bis optimalerweise 55 Jets braucht. Und nun wo das Budget plötzlich “nur” noch 6 Mrd. Fr. hoch ist, sollen schlagartig auch 30 Jets reichen?!
    Sie sollten mehr Geschichte lesen: Die Armee hat in Ihren Botschaften (N°66/Rüstungsplan ’92) mehrmals erwähnt, dass 34 F/A-18C/D ausreichen. Der höhere Preis sei mit der 15 % höheren Kampfkraft gerechtfertigt. Aber kaum waren die Hornets im und die Mirage & Hunter ausser Dienst, waren die 34 Hornets zu wenig. Man wollte 11 weitere Jets kaufen, aber die “C/D” wurde nicht mehr gebaut, nur noch die neue “E”.

    Gemäss Zitat von Herr Dr. Catrina soll es “nicht das Beste, sondern ein gutes Flugzeug, von dem genügend Jets im Budget beschafft werden können”.
    Aber genau das ist das PROBLEM: Es hat keine “guten Jets” mehr in der Evaluation!!! Es sind nur noch die vier “Besten”, “Grössten/Schwersten”, Teuersten oder 5 Gen. F-35 mit dabei.

    Die F-16 ist eben genau der “gute” Jet. Die F-16 ist nicht mehr und nicht weniger als ein grund-solides, kompaktes und agiles Kampfflugzeug. Es passt optimal zur Grösse der Schweiz. Hat rund 85 % der Kampfkraft der heutigen F/A-18C/D. Es gibt gem. o.g. Kalkulation min. 48 Jets für 6 Mrd. Fr., und dies auf dem aktuellen Stand der Technik.

    Auf das Thema “Bewaffnung” gehe ich nicht näher ein, es ist bereits genug Text.

    Welcher der Experten?
    Wenn die Experten-Gruppe (48444, S.18 und 156/157) sagt, “es müssen alle in Frage kommenden Kampfflugzeuge evaluiert werden”, aber die Armee/Air2030/Armasuisse sich nicht daran hält, wer sind dann die besseren Experten?? Die Experten-Gruppe oder Air2030/Armasuisse? Beide können nicht recht haben?!
    Und wenn der Experte Claude Nicollier sagt, es bracht 40 Flugzeuge und das Militär sagt, es genügen 30; wer ist dann der bessere Experte? Beide können nicht recht haben?!
    So viel dazu.

    • Karl Rieder says:

      Es wird keine F-16 geben. Das VBS argumentiert schlüssig: “[M]ehrere der Länder, die als erste F-16 beschafften (Niederlande, Dänemark, Norwegen), lösen diesen nun mit dem F-35 ab.”

      Etwas ausführlicher:
      … “Darüber hinaus werden US-amerikanische Kampfflugzeuge von den Herstellern Boeing und Lockheed-Martin evaluiert. Sowohl Boeing (mit F/A-18 Super Hornet und F-15) als auch Lockheed-Martin (mit F-35A und F-16) haben zwei Kampfflugzeuge in ihrem Portfolio. Im Hinblick auf die Evaluation hat das VBS sich für jeweils nur einen Typ der jeweiligen Firma entschieden. Folgende Überlegungen haben zur Kandidaten-Wahl der Flugzeuge F/A-18 Super Hornet (Boeing) und F-35A (Lockheed-Martin) geführt:

      Beim F/A-18 Super Hornet von Boeing handelt es sich um eine Weiterentwicklung des F/A-18C/D Hornet, wie er seit zwanzig Jahren von der Schweizer Luftwaffe eingesetzt wird. Die Schweiz hat bei der Beschaffung und beim Betrieb der Vorgängerversion gute Erfahrungen gemacht. Der F/A-18 Super Hornet wird voraussichtlich noch längere Zeit bei der United States Navy im Einsatz stehen.
      Der F-35A der Firma Lockheed-Martin gehört potentiell zu den modernsten Kampfflugzeugen und ist unter den aktuell produzierten westlichen Kampfflugzeugen dasjenige, das voraussichtlich in den grössten Stückzahlen produziert bzw. noch lange im Einsatz stehen wird.

      In Europa betreibt keine Luftwaffe den F-15, und mehrere der Länder, die als erste F-16 beschafften (Niederlande, Dänemark, Norwegen), lösen diesen nun mit dem F-35 ab.”

      https://www.vbs.admin.ch/de/verteidigung/schutz-des-luftraumes/faq.html#nkf-kriterien-evaluation

  19. Adrian Köppel says:

    Guten Tag Herr Rieder

    Das ist richtig, die Aussagen sind korrekt. Jedoch ist es eine sehr fokussierte Sichtweise. So zu sagen eine Halbwahrheit.
    -> Niederlande, Dänemark und Norwegen (auch Italien, Grossbritannien, Türkei etc.) sind Partnerländer in der Entwicklung der F-35 (gleich wie damals bei der F-16). Entsprechend ist es logisch, dass sie gemäss diesen Verträgen die F-35 kaufen. Es ist ebenfalls möglich, dass die Partnerländer die F-35 günstiger erhalten.

    Aber wir müssen die Situation aus Sicht der Schweiz betrachten!
    Was hat sich bei uns in den letzten paar Wochen verändert:
    – Zweitmeinung, Experte Claude Nicollier: Es sollen nicht weniger als 40 Jets beschafft werden. Dies bestätig den Expertenbericht 48444 sowie Bericht BR in Beantwortung Postulat Galladé. Also ist die Spannweite gemäss aller Experten zwischen 40 bis 55 Kampfflugzeugen.
    – Budget nur noch für Kampfjets (ohne Bodluv) von Frau BR Amherd: Das Budget ist auf 6 Mrd. CHF definiert.
    – Kandidaten: Der Gripen ist ausgeschieden. Er war 2014 mit 141 Mio. CHF bewertet (Systempreis)
    – Aussage Interview Herr Dr. Catrina, Air2030: Es soll nicht das beste Flugzeug sein, sondern ein gutes Flugzeug, welches in genügender Stückzahl beschafft werden kann.

    Auf Grund dieser Punkte wurden die Vorgaben an die Ausschreibung verändert. Die neuen Vorgaben von mind. 40 Flugzeuge bei 6 Mrd. CHF konnte vermutlich nur von der Saab JAS Gripen erfüllt werden. Da dieser Typ nicht mehr dabei ist, muss bei einer seriösen Evaluation eine Alternative gesucht werden.

    Es ist eigentlich selbsterklärend: Kann keiner der verbliebenen vier Kandidaten die neuen Vorgaben im Budgetrahmen erfüllen, muss bei einer professionellen Ausschreibung eine Standortbestimmung durchgeführt werden. Es ist somit logisch, das Kandidatenfeld nochmals zu hinterfragen. Ohne den Saab Gripen ist die Lockheed Martin F-16 Block 70/72 der einzige “westliche”, moderne Kampfjet, welcher die militärischen und finanziellen Anforderungen erfüllt.
    Unabhängig von früheren Auslegeordnungen: Werden die Vorgaben angepasst, muss eine neue Auslegeordnung gemacht werden, um das Ziel zu erreichen.

    Die einzige Alternative ist es, sämtliche Expertenberichte zu ignorieren und weiterhin auf die 200 Mio. CHF pro Jet zu bestehen. Dann gibt’s viel zu wenig Flugzeuge.
    Und bitte verweisen Sie nicht auf die Berechnungen in der neuen Botschaft zum Planungsbeschluss, Seite 21: Diese Berechnung ist noch ein Entwurf. Ausserdem ist sie falsch. Es werden diverse Zahlen nicht gerechnet. Beispiel: 12 Maschinen für Patrouillen, 4 in Bereitschaft = 16 Maschinen in Rotation. Bei 50 % Einsatzbereit und 50 % in Wartung also Faktor 2 = bereits 32 Flugzeuge. Dazu kommen die Ausbildungs-/Trainingsflüge (Luft-Luft-Kampf- und Erdkampftraining); Annahme 4 Jets, ebenfalls 50%/50%: also 8 Jets. Dazu noch ein kalkulierter Verlust an Flugzeugen (Beisp. 4 Jets in 20 Jahren) und am Ende noch der Mehrbedarf, wenn der Gegner unsere Bereitschaft testet oder für Aufklärungsflüge.
    -> Korrekt sind also 32 Patrouille, 8 Training, 4 Verluste = 44 Jets.
    -> Plus ca. 4-8 Jets in Reserve z.B. für Abwehr bei gegnerischen Tests des Abwehrschild, Eskorten, bessere Lastverteilung, Ersatzteileengpass, Wartungsverzögerungen, Aufklärung usw. = 48 – 52 Jets.

  20. Andreas Gehrig says:

    @Köppel
    Was bitte ist das für eine Milchbuchrechnung. 30 F-35 fegen ihre 40 Gripen mit Links vom Himmel. Diese Anzahl ist doch nicht in Stein gemeisselt. Es ist der Kampfwert jeder Einheit die zählt. Klar braucht man eine adäquate Stückzahl. Aber diese 40 Stück als sakrosankt darzustellen, kann doch nur einem Beamten in den Sinn kommen.

    Wir müssen etwas beschaffen was im Kriegsfall nützt und im Zivilen für eine passable Abschreckung sorgt, wenn sich die politische Situation verschlechtert. Für die Luftpolizei sind 20 Maschinen locker ausreichend. Sowieso wenn es wie im Fall der F-35, so viele Maschinen auch in Europa gibt, werden wir uns einem Wartungspool anschliessen können. Wir können das Auslagern wenn Bedarf da ist, die ganze Logistik wird hier auch in Europa sein (USAFE, GB, Norwegen, Holland, Belgien, Dänemark, …). Polen wird auch die F-35 kaufen, Finnland vermutlich ja auch.

  21. Adrian Köppel says:

    Guten Tag Herr Gehrig
    Keine Ahnung, der Gripen ist sowieso nicht mehr dabei.
    Die F-35 hat noch gar niemand vom Himmel gefegt. Das Geschütz schiesst irgendwohin, nur nicht ins Ziel. Und die AMRAAM hat in Dänemark auch zwei Mal daneben geballert. Im Dog Fight gegen eine F-16 hatte die F-35 absolut keine Chance.
    Und wie die Pilotenausbildung ohne Doppelcockpit oder einem Trainings-Jet aussehen soll, konnte mir auch noch niemand erklären.

    Ja, für den Luftpolizeidienst sollten 20 Maschinen ausreichen. Da gehe ich mit Ihnen einig.
    Dazu braucht es übrigens keine Stealth-Eigenschaften, da die Luftpolizei (fast) immer auf Sichtweite operiert.
    Prädestiniert ist für diese Aufgabe auch wieder die F-16 Block 70.

    Sehen Sie aber den neuen Entwurf: “Botschaft zu einem Planungsbeschluss über die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge”, Seite 20/21, Abs. 3.3.5.:
    “Der alltägliche Luftpolizeidienst kann nicht Massstab sein, weil die Schweiz damit keinen genügenden Schutz bei Spannungen und im Fall eines bewaffneten Konflikts hätte. Die Hauptaufgabe der Luftwaffe ist nicht der Luftpolizeidienst, sondern Schutz und Verteidigung vor Angriffen im und aus dem Luftraum.”
    Also sind wir beim Expertenbericht “Luftverteidigung der Zukunft” (48444), bei der Option 2 “mit Mehrzweckkampfflugzeugen, mittlere Durchhaltefähigkeit” und der Einschätzung von Herr Nicollier, dass es nicht weniger als 40 Flugzeuge sein sollen.
    Wenn Sie den einzigen Schweizer Astronauten, welcher 4x im All war, einen erfahrenen Linien- und Kampfjetpilot, Erlaubnis für Trägerlandungen etc. etc., als einen ‘Beamten’ bezeichnen, verliert dies etwas die Aussagekraft?!
    Die Milchbüchleinrechnung hat also ein gutes, begründetes Fundament und ist gar nicht so verkehrt.
    Und die 40 Jets sind nicht sakrosankt, mit einem günstigeren Flugzeug gibt es sogar einige mehr…

    Der internationale Wartungspool ist eine sehr gute Idee.
    Sie hat nur zwei Ungereimtheiten: Gemäss früherer Botschaft (noch bei Herr Parmelin) sollten 85 % der Wartung in der Schweiz durchgeführt werden (Arbeitsplätze). Zweitens: Es ist eine autonome Versorgung/Wartung in Konfliktzeiten vorgegeben.
    Bei diesem Punkt bietet nebenbei Frankreich / die Dassault Rafale die besten Zusatzleistungen.

    Übrigens:
    Wenn 32 Flugzeuge ausreichen würden, warum haben wir dann 2014 über 22 Gripen abgestimmt?? Es ist seltsam: Noch vor einigen Jahren hat das Militär geschrien, wir müssen den Tiger ersetzen, es reiche sonst nicht! Und heute, nur ein paar Jährchen später, reichen plötzlich 30 Jets für die gleichen Aufgaben aus??

  22. Andreas Gehrig says:

    Die relevanten Luftkriegs-Übungen sind Red Flag, dort haben die F-35 Abschussquoten gegen Flugzeuge wie F-16/EF und Konsorten von 20:1. Sie glauben ja tatsächlich noch, dass sich die Flugzeuge auf Dogfight-Distanz nähern können. Abgesehen davon, dass die von Ihnen vertretenen Flugzeuge die F-35 ja gar nicht finden können. Wie stellen Sie sich das eigentlich vor? Die Flugzeuge der 4.Generation können gegen 5. Generation ja ihrem Auftrag gar nicht mehr nachkommen. Ein Abfangjäger muss ja was sehen und dann Abfangen, und wenn es schon an Ersterem scheitert, schmeisst man das Geld wirklich zum Fenster raus.

    Und haben Sie sich mal die Frage gestellt, wieso sich so viele Nationen die auch nicht an der Produktion beteiligt sind, dieses Flugzeug zulegen. Die wollen sich alle selbst bestrafen, müsste es ja dann nach Ihrer Logik heissen. Die F-35 ist übrigens aus gleichem Haus wie die F-16. Dass die gleiche Firma die nun wirklich der Massstab für militärische Kampfflugzeuge ist, extra einen schlechteren Nachfolger für die F-16 konstruiert. Könnte es sein, dass Sie eine komplett falsche Prioritätenliste / Kausalkette im Luftkampf vertreten?

    Zum Luftkampf: Selbst wenn man von einer Trefferquote von nur 50% der AMRAAM ausgeht, wird kein Legacy-Jet gegen eine F-35 mit 4 AAMs eine Begegnung überleben können. Sie checken leider das elementare Problem des “Nichtsehens” nicht. Bevor Sie in diesen Jets was sehen, schlägt bei Ihnen die Rakete ein. Dass Sie von Ihrem Dogfight träumen, sei Ihnen gegönnt, aber selbst da gibt es keine substanziellen Vorteile mehr, da ja die F-35 damals software-beschränkter Flight Envelope unterwegs war. Wissen Sie, die Piloten turnen alle gerne rum, aber für den Krieg ist das komplett unwichtig. Selbst auf die Nahdistanz wird man nie mehr Herumkurven, da haben Sie mit AIM-9X und Konsorten Lenkwaffen für die Kurzdistanz, die Winkel schliessen können, die ein Kampfflugzeug um ein x-faches überfordern. Es geht nur drum, sich optimal zu positionieren um dann sicher den ersten oder halt zweiten Schuss zu setzen.

    Herumkurven ist die absolute Ausnahme. Und selbst da gewinnt meist das Flugzeug mit den grösseren Spritreserven (F-35 sehr grosses internes Spritvolumen / aerodynamisch besser). Sie sehen ja selbst, dass der Ofen an einer Flugshow nach 5-10 Minuten aus ist. Und hier ist ja der Hin- und Rückflug nicht mal mit drin. Diese Nachbrenner-Einsätze kann man sich eigentlich gar nicht leisten, wenn nicht eine Armada von Tankern im Hintergrund steht oder Sie ständig wieder auf den Boden müssen.

    Auch die F-22 ist ein Kompromiss der sicher nicht von den Ingenieuren favorisiert wurde. Es sind die Piloten die komplett unvernünftig Ihre Dogfight/Schwanzvergleiche fordern. Viele Ex-Piloten die in den Entscheidungsgremien sitzen, blasen die Flugzeuge zu solchen eindimensionalen Monstern auf. Dieser Luftkrieg wo man die 2 Triebwerke und das bessere Schub-/Gewichtsverhältnis und grosse Flügelfläche wirklich nutzen könnte, können vielleicht in 2% aller Einsätze einen Nutzen bringen. Sonst sind das nur Nachteile, zu hoher Spritkonsum weil übermotorisert, zu hoher Wartungsaufwand weil 2 Triebwerke, zu teuer in der Anschaffung, zu hoher Luftwiderstand, zu kleine Reichweite weil mehr Triebwerk statt Tankvolumen, und natürlich absolut chancenlos bezüglich der ganzen Elektronik (elektrooptische Sensorik), fehlende Bodenangriffsfähigkeit, wo man sich jede Menge Grossgerät (Panzer) einsparen kann.

  23. Adrian Köppel says:

    Hallo Zusammen

    Ich habe da wieder etwas Interessantes festgestellt! Das wird spannend! Ich nenne es “Dreiecks-Vergleich der verfügbaren einstrahligen Kampfflugzeuge”. Dazu verwende ich die aktuelle, die letzte und die vorletztes Kampfjet Evaluation und vergleichen die verschiedenen Aussagen…

    Als Basis dient der Bericht auf offiziere.ch vom 12.02.2012: “Aufgeschnappt: Saab Gripen im Sturzflug” (https://www.offiziere.ch/?p=7344). (weitere Quellen erwähnt)

    Hier wird sehr viel Kritik am Saab JAS Gripen E beschrieben. Dies aus verschiedenen Quellen: u.a. Armasuisse und Militärangehörige. Einige der wichtigsten Kritikpunkte gegen den Gripen sind:
    – Kein Schweizer flog jemals den Gripen E!
    – Der Gripen E hat keine praktischen Erfahrungen in einem ersten Kampfeinsatz!
    – Der Gripen bietet eine viel zu geringe Durchhaltefähigkeit!
    – Der Saab schneidet im Punkt ‘Luftpolizei’ deutlich schlechter ab als die F/A-18 C/D.
    und
    – “Entgegen den ursprünglichen Plänen soll es nur noch einen Einsitzer geben (Gripen E)” (Quelle: “Argument Contra”, 12.085, 2014)

    Nun nehmen wir die F-35A aus der aktuellen Evaluation und legen die genau gleichen Kriterien auf den neusten und modernsten Jet um. Das Ergebnis verblüfft! Die einzelnen Punkte kommen zum genau gleichen Schluss:
    – Kein Schweizer flog jemals die F-35A!
    – Die F-35A hatte bisher noch nie einen ernsten Kampfeinsatz!
    – Die Lightning II hat mit Abstand die geringste Durchhaltefähigkeit. Wird sie von modernen Sensoren geortet, hat sie eine unterlegene Durchhaltefähigkeit und Kampfkraft.
    – Auf Grund der Berichte aus den USA und anderen Ländern ist zu erwarten, dass die F/A-18 C/D sich besser für den Luftpolizeidienst eignet als die träge F-35A. Die definitiven Ergebnisse aus der Evaluation sind noch nicht bekannt.
    und
    – Die F-35A gibt es auch nur als Einsitzer.

    Als drittes nehmen wir erneut die genau gleichen Kriterien und wenden sie für die F-16 Block 70/72 an. Stellvertretend die Version Block 30 aus der vorletzten Evaluation:
    – Die Schweizer Piloten waren von der F-16 begeistert: “Die Füge mit der F-16 lösten auf Grund der aussergewöhnlichen Leistung dieses Flugzeugs eine Euphorie unter den Schweizer Piloten aus”. Mehrmals wird die hervorragende Agilität/Manövrierfähigkeit, enorme Leistung und sehr gute Sicht hervorgehoben.
    – Die Fighting Falcon ist der meist-gebaute und -verkaufte Kampfjet ab der 4. Generation. Seit drei Jahrzenten ist sie das Rückgrat jeder Militäraktion der USAF. Selbst heute ist jeder sechste Kampfjet auf der Welt eine F-16! Entsprechend einmalig ist seine Einsatzstatistik. Kein anderes Flugzeug der USAF hatte in den letzten Jahrzehnten mehr erfolgreiche Einsätze.
    – Die Druchhaltefähigkeit wurde für die praktische Erprobung mit 2 Kurz- und 6 Mittelstrecken-Raketen definiert. Diese Vorgabe erfüllte/übertraf die F-16 (Kapazität: 2 Sidewinder & 8 AMRAAM + Tragflächen-Zusatztanks).
    (PS Die F-35 hatte eine bis maximal drei Raketen in der Evaluation dabei?! Die minimale Durchhaltefähigkeit wurde also nicht getestet oder rapide heruntergesetzt?!)
    – Die F-16 hat im Testpunkt Luftpolizei besser abgeschlossen als die F/A-18 C/D.
    – In der damaligen Evaluation hatte die Block 30 jedoch Probleme mit dem Radar. Die Darstellung war ungenügend und die neusten Raketen waren noch nicht kompatibel. All diese Punkte sind mit der Block 50 aus der Welt geschafft worden. Die neuste Block 70 geht noch weiter und hat das modernste Radar (AESA) und die neusten Sensoren (Infrarot etc.).
    und
    – gibt es als Einzel- und Zweisitzer.
    (Quelle: 80_112-BiG-Schriftenreihe-No66.pdf)

    Fazit: Die Gripen wurde 2012 mit einigen sehr relevanten Kriterien geradezu zerlegt. Die genau gleichen Kriterien treffen auch auf die F-35A zu! Nur scheint die Kritik 7 Jahre später nicht mehr zu zählen?! Aus offener Kritik wird überraschend “alles kein Problem…”?! Offensichtlich geniest die F-35A einen so hoher Prestige-Faktor.
    Dagegen wird das Flugzeug, welches die Schweizer Elitepiloten begeistert hat und diese Kritikpunkte nicht bietet, ignoriert.

  24. Adrian Köppel says:

    Nochmals herzlichen Dank für den tollen Bericht «Was kostet ein Kampfjet».

    Der Bericht führt zu einer logischen, weiteren Frage:

    ‘Was braucht die Schweiz für ein Kampfflugzeug?’

    -> Herr Dr. Catrina (Air2030) hat im Interview gesagt: «Wir brauchen nicht den besten Jet, sondern einen guten Jet, von dem wir genügend beschaffen können.» (www.nau.ch, 9. April 2019)
    -> Kommentar Aviatik-Experte Herr Hansjörg Bürgi: «Wenn man die 6 Mrd. Franken durch 40 teilt, ergibt das 150 Mio. Systempreis. Für dieses Geld bekommt man das Mittel (Flugzeug), das die Schweiz braucht.» (SRF Tagesschau vom 21.05.2019)

    Aber was bedeutet das? Was ist ein guter Jet? Was muss dieser mindestens erfüllen?

    In den verschiedenen Berichten sind die Anforderungen an die Luftwaffe sehr exakt beschrieben. Insbesondere die drei Hauptaufgaben: In der normalen Lage der Luftpolizeidienst, bei erhöhten Spannungen die Wahrung der Lufthoheit und im Ernstfall den Schutz resp. Verteidigung der Bevölkerung & Infrastrukturen.

    Aber was braucht es dazu in der kleinen, hügeligen Schweiz für ein Flugzeug? Wir sprechen immer von der neutralen Schweiz mit rund 41’300 km2 und nicht von der Teilnahme an internationalen Missionen & Einsätzen.

    Weder der Experten-Bericht “Luftverteidigung der Zukunft” 48444, oder der Präsentation von Divisionär Bernhard Müller, noch der Bericht «Herausforderung neues Kampfflugzeug für die Schweiz» (Lilienberg-Stiftung) geben klare Informationen, was die Schweiz für ein Flugzeug braucht?!

    Lediglich einige grobe Soll- und Muss-Kriterien sind umschrieben:

    Kernaufgabe Luftpolizeidienst -> Muss-Kriterium: “hoher Manövrierbarkeit und guten Eigenschaften im Sichtluftkampf”.
    “Botschaft zu einem Planungsbeschluss über die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge” (Entwurf vom 29.06.19): «hohe Steigleistung, Überschallgeschwindigkeit, allwettertauglich, leistungsfähiges Radar und passive Sensoren, weitreichenden Luft-Luft-Lenkwaffen, wirksames Selbstschutzsystemen und eine zuverlässige Freund-Feind/Erkennung. Dazu: Aufklärung und Luft-Boden-Fähigkeit.»

    Grundsätzlich sind damit alle «leichten Kampfjets» oder Hubschrauber ausgeschlossen (z.B. Vorstoss der SP).
    Das Leistungsspektrum beginnt also bei der KAI F/A-50 (etwa das Niveau der F-5 Tiger II). Für die Luftpolizei noch knapp ausreichend, genügt die Radarreichweite sowie Kampf- resp. Durchhaltefähigkeit in der erhöhten Spannung bereits nicht mehr aus.
    Also, und da sind sicherlich alle einig mit mir, beginnt die Antwort der Frage eine Leistungsstufe darüber. Also etwa ab der Performance des Gripen E/F.
    Des Weiteren basieren die in Frage kommenden Flugzeugen auf westlicher Technologie. Damit sind MIG-35 und (leider) die Suchoi SU-29 bis SU-37 sowie chinesische J-10 / J-16 usw. auch kein Thema.

    Erste Kategorie: einstrahlig:
    Saab JAS 39 Gripen E/F (ausgeschieden)
    Lockheed Martin F-35A
    Lockheed Martin F-16 Block 70 (i.V. für Indien: F-21)

    Zweite Kategorie: zweistrahlig:
    Airbus Eurofighter Typhoon
    Dassault Rafale
    Lockheed Martin F-15 E / SE
    Lockheed Martin F-22 (keine Exportfreigabe!)
    Boeing F/A-18 E/F Block III

    Es gibt nun nur zwei Wege:
    1.) Das Militär resp. die Armasuisse oder die Politik definiert, was die Schweiz für ein Flugzeug braucht.
    Dazu legt sie Minimum-Kriterien fest. z.B. in der vorletzten Evaluation: Die Kampf- resp. Durchhaltekraft wurde mit 2 Kurz- und 6 Mittelstrecken-Raketen definiert. Mit dieser Bewaffnung wurden ‘Luftgefechte’ gegen Hunter und Mirage geflogen.
    In der aktuellen Evaluation wurden diese Vorgaben nicht mehr gemacht?! Vermutlich, da sonst die F-35A nicht hätte teilnehmen können? Oder hat schon mal jemand eine F-35A mit dieser Bewaffnung fliegen sehen? (Im Prospekt sieht es vielleicht super aus, aber effektiv sind viele Konfigurationen noch nicht frei gegeben. Ausserdem wären dann die Tarnkappen-Eigenschaften und die Aerodynamik beeinträchtigt/vermindert.)

    2.) Wir nehmen das aktuelle Teilnehmerfeld und gehen einfach Flugzeug für Flugzeug die wichtigsten Punkte durch. Dazu nehmen wir das Budget von 6 Mrd. CHF und den Zielwert von 40 Flugzeuge.
    Gemäss dem sehr guten Bericht oben geraten drei Flugzeugtypen bereits in die Defensive: Die Rafale, der Typhoon und auch die F-15SE sind vermutlich über 200 Mio. CHF/Stück Systempreis. Da stellt sich die entscheidende Frage; Braucht die Schweiz tatsächlich ein (über) 200 Mio. CHF teures Flugzeug? Insbesondere, wenn es dann zu wenig Jets gibt und die Ziel-Vorgaben unterschritten werden?

    Dann sind nur noch die Super Hornet und die F-35A preislich realisierbar. Diese beiden Jets unterscheiden sich aber wesentlich von einander. Sie verfolgen grundsätzlich unterschiedliche Konzepte:
    Die Super Hornet ist eine klassische Weiterentwicklung der F/A-18 C/D. Sie hat ein Startgewicht von über 20 Tonnen (!) und eine enorme Kampf- und Durchhaltekraft. Dafür ist sie aber auch 30 % grösser, schwerer und stärker als die heutige Hornet. Der Preis der Block III dürfte höher sein, als die oben genannten Vergleichskosten. Braucht die Schweiz ein nochmal 30 % grösseres & schwereres Flugzeug, als die bereits gewaltige Hornet C/D?

    Die F-35A ist viel kompakter. Statt auf Agilität oder Kampfkraft setzt sie einzig und alleine auf die Tarnkappeneigenschaften. Ansonsten ist sie aerodynamisch, leistungsmässig und bezüglich Durchhaltevermögen den anderen Kandidaten unterlegen. Es gibt viele offene Fragen: Tauglichkeit, Serienreife, Systemzuverlässigkeit, Updates, Spionage/Black Boxes etc. etc.
    Die gleichen Kritikpunkte die 2014 dem Gripen angelastet wurden, treffen 1:1 auch auf die F-35 zu: Kein Schweizer Pilot flog jemals die F-35, keine (ernsten) Kampfeinsätze, geringe Kampf- und Durchhaltekraft, es gibt nur ein Einzel-Cockpit, vermutlich weniger geeignet für den Luftpolizeidienst als die F/A-18C/D. (Siehe Bericht über die Gripen, 12.02.2012: http://www.offiziere.ch/?p=7344)

    Zwischenstand: Alle erwähnten Jets sind sehr (zu) teuer, enorm gross/schwer/stark oder haben sehr grosse Fragezeichen in Bezug auf die militärische Eignung für die Schweiz.

    Gehen wir die Liste der Flugzeugtypen nochmals durch, fehlt noch ein einziger Jet: Die F-16 Block 70.
    Die F-16 ist nicht in dieser Evaluation dabei. In der vorletzten Evaluation hat sie jedoch bestanden und wurde von der Armasuisse zum Kauf empfohlen! Zusammen mit der stärkeren F/A-18C/D. Sie ist ein kleines, wendiges Kampfflugzeug der Generation 4 resp. 4+.
    Die F-16 Block 70 wird ab Herbst mit den neusten Systemen wieder gebaut und entspricht somit dem technologischen Stand der Gripen E/F, Super Hornet usw.
    Im Gegensatz zur F-35A ist sie günstiger, grundlegend erprobt in zehntausenden von Einsätzen und gibt es mit Doppel-Cockpit. Und die Schweizer Elite-Piloten waren begeistert von der Leistungsfähigkeit dieses Flugzeug. (80_112-BiG-Schriftenreihe-No66)

    Entgegen der Aussage oben ist die F-16 kein Nischenprodukt: Mit 4’600 Stück ist sie der mit grossem Abstand meist gebaute und in 28 Länder verkaufte Jet ab der 4. Generation.
    Es ist zu erwarten, dass Lockheed Martin bis in 10-15 Jahren mehr F-16 verkauft, als Saab den Gripen E/F. Entscheidet sich Indien für die F-21 wird dies einen weiteren Schub geben.

    Fazit: Trotz der vielen sehr guten Experten- und Fachberichten scheint die Frage, was die Schweiz für ein Flugzeug braucht, noch offen zu sein?! Hierzu wäre es sehr interessant zu wissen, was die verschiedenen Nutzen-Kosten-Kriterien in der Evaluation sind? Schliesslich geht es um den Nutzen der erreicht werden muss, nicht um die maximale Leistung.

    Wie in der vorletzten Evaluation würde die F-16 Block 70 den militärischen Nutzen erneut erfüllen und dies zum tiefsten Preis. Die F-16 ist ein ‘gutes’ Flugzeug, von dem wir genügend beschaffen könnten.

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