Der Timoschenko-Leak: “Wir sollten zu den Waffen greifen und diese verfluchten Russen töten”

von Seka Smith

timoschenko_twitter2Der Medienkrieg zwischen Russland und der Ukraine geht in die nächste Runde. Offensichtlich hat der russische Geheimdienst FSB die ehemalige Premierministerin Julia Timoschenko und Nestor Schufritsch, Vizesekretär der Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine a.D., belauscht und das Gespräch aufgezeichnet. Kurze Zeit später wurde das Telefonat anonym auf YouTube eingestellt.

Schufritsch zeigt sich im Gespräch kämpferisch und in Bewusstsein der für ihn schockierenden Lage durchaus rational. Timoschenko reagiert hingegen aufgebracht und äußerst wütend. Doch diesbezüglich muss man auch den Kontext sehen, in dem das Gespräch stattgefunden hat – und zwar kurz nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim durch Russland. Der Inhalt des Telefonats ist nun für die russischen Medien ein „gefundenes Fressen“.

Allen voran haben damit die regimetreuen Sender Russia Today und RIA Novosti die Position der russischen Regierung festigen können, die der ukrainischen Regierung Faschismus vorwirft. Die Präsidentschaftskandidatin Timoschenko hat das Telefonat inzwischen über ihren Twitter-Account bestätigt, aber auch gleichzeitig dem FSB Manipulation vorgeworfen. Über Twitter schreibt sie:

timoschenko_twitter„Das Gespräch fand statt, aber der Abschnitt „8 Millionen Russen in der Ukraine“ ist eine Manipulation. Tatsächlich sagte ich Russen in der Ukraine – sind Ukrainer. Hallo FSB 🙂 Tut mir leid für die Schimpfwörter.“

Das Telefonat stammt vom 18. März 2014, 23.17 Uhr ukrainischer Ortszeit.

Schufritsch: In Bezug zur Krim sage ich Dir: Ich bin schockiert! Ich bin schockiert! Ich habe heute mit unserem Bekannten gesprochen und er weinte beinahe darüber und ich fragte ihn, wie wir jetzt vorgehen werden.

Timoschenko: Weißt Du, ich selbst bin jetzt bereit ein Maschinengewehr in die Hände zu nehmen und ihm direkt in den Kopf zu schießen.

Schufritsch: Ich habe gestern gesagt, dass wenn es passieren sollte, Gott verbiete es, es einen militärischen Konflikt geben sollte … ganz deutlich … sollte, Gott verbiete es, einen militärischen Konflikt geben sollte … ich bin ein Reserveoffizier und mein ältester Sohn ist ein Reserveoffizier. Wir würden uns beide Waffen nehmen und unser Land verteidigen.

Timoschenko: Hör zu! Das ist jenseits aller denkbaren Grenzen. Verdammt … wir sollten zu den Waffen greifen und diese verfluchten Russen töten …  zusammen mit ihrem Anführer.

Schufritsch: Ich sage Dir …

Timoschenko: Ich wünschte, ich wäre dort gewesen und hätte all die Aktionen leiten können. Sie würden Scheiße fressen, aber nicht die Krim bekommen.

Schufritsch: Diesbezüglich, weißt Du, ich habe mir dazu auch Gedanken gemacht. Wenn Du an Ort und Stelle gewesen wärst, wäre das nicht passiert. Obwohl … wir verfügen nicht über das Militärpotential, sie aber. Weißt Du, was mich am meisten kränkt?

Timoschenko: Ich hätte einen Weg gefunden, wie man diese Arschlöcher tötet.

Ich hoffe, dass ich all meine Verbindungen einsetzen kann, damit ich die ganze Welt darüber aufklären kann, um Russland in ein verbranntes Feld zu verwandeln.

Schufritsch: Ich sage Dir, ich bin Dein Verbündeter und mehr als das. Ich sage Dir … ich habe heute morgen an der Sitzung der Vorsitzenden der Parteien teilgenommen und dann habe ich mit Viktor gesprochen. Viktor fragte, was wir mit den verbliebenen acht Millionen Russen machen sollen, die immer noch in der Ukraine leben. Sie sind jetzt die Geächteten!

Timoschenko: Verdammt, wir sollten Atomwaffen auf sie feuern!

Schufritsch: Da kann ich Dir nicht widersprechen, weil das, was passierte natürlich ein schreckliches Ding ist. Aber es ergibt sich folgende Alternative, weil heute Aktionen passieren, die zweifelsohne illegal sind. Diese illegalen Aktionen sollten vor einem internationalen Gericht behandelt werden.

Timoschenko: Also, wir gehen damit zum Internationalen Gerichtshof in Den Haag.

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=Te2E1R5YHBI]

 
 
 
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