Rezension: Spezial-Panzerfahrzeuge des deutschen Heeres

von Seka Smith

Walter Spielberger ist ein Experte auf dem Gebiet der Heeresmotorisierung und hat insgesamt 16 Bücher rund um die Panzerfahrzeug-Thematik veröffentlicht. Das vorliegende Buch behandelt ein spezielles und spannendes Thema, das in anderen Büchern in der Regel nur sehr oberflächlich behandelt wird: die Spezial-Panzerfahrzeuge der Wehrmacht.

Der Buchrücken verspricht Interessantes: “Abseits der bekannten Panzer- und Halbkettenfahrzeuge gab es eine Fülle an Sonderfahrzeugen und Spezialentwicklungen [...]. Die Autoren (sic!) dokumentieren, soweit diese noch zu rekonstruieren waren, jeden Entwicklungsschritt dieser Spezialfahrzeuge und stellen sie in Dokumenten, Fotos und Risszeichnungen vor.”

Inhaltlich geht das Buch auf insgesamt 136 verschiedene Panzerfahrzeuge und deren unterschiedliche Varianten ein. Untergliedert werden die Ausführungen in fünf Kapiteln:

  • 1. Kapitel: Spezial-Panzer-Fahrzeuge
  • 2. Kapitel: Panzerentwicklungen der Firma Dr.-Ing. h.c. F. Porsche KG
  • 3. Kapitel: Die “Entwicklungstypen” – (E-Typen) Baureihe 70
  • 4. Kapitel: Artillerie auf Selbstfahrlafetten
  • 5. Kapitel: Sonstige Entwicklungen

Auf 154 Seiten und mit sehr vielen, auch großformatigen Bildern, kann das Buch natürlich nicht jeden einzelnen Aspekt einer Panzervariante in der Tiefe behandeln. Die Lektüre zeigt aber deutlich auf, dass der Autor genau versteht, wovon er schreibt. Die technischen Details finden sich in dieser komprimierten Form kaum in einem anderen Buch. Technik-Laien hingegen werden mit der technischen Sprache und den Abkürzungen ihre Probleme haben.

Im Buch findet man durchgehend fundierte Informationen zu den eigenartigsten Konstruktionen, wie ferngesteuerten Minenräumwagen (z.B. Borgward B I), Ladungsträgern (z.B. Springer), überschweren Panzern (z.B. Panzerkampfwagen VIII Maus, Panzerkampfwagen E-100) oder zum Versuchsflakwagen.

Räumer S – Schweres Minenräumfahrzeug (oder Zugmaschine). Gewicht: 130 t

Ist das Buch inhaltlich noch so gut, weist es einige, nicht unwesentliche, Mängel auf. Die Typografie ist einfach nur schrecklich: die stocksteif wirkende Schriftart erschwert ganz besonders das Lesen, ebenso die Blocksetzung sowie die fehlenden Absätze: man liest zu einem Panzer, blättert die Seite um und plötzlich fängt ein anderes Thema an, ohne dass es typografisch eingeleitet wurde. Man muss sich beim Lesen sehr konzentrieren, um den Überblick nicht zu verlieren. Spaß macht das nicht.

Ebenso ergeht es mit den Beschriftungen der Bilder. Grauenhafte, fettgesetzte Schriftstärke. Manchmal erschließt sich die Logik der Beschriftung erst aus dem Zusammenhang der Bilder. Unter dem Bild des Goliaths auf S. 31 ist zu lesen: “Die geringe Höhe von nur 620 mm ist in diesem Bild gut zu erkennen”. Abgebildet ist nur das Fahrzeug. Keinerlei Referenzobjekte innerhalb des Bildes. Nur aus den weiteren Fotografien, die aber andere Bildunterschriften haben, ergibt sich die Feststellung der geringen Höhe.

Unbeantwortet bleibt auch die Frage, wieso der Autor durchgehend die veraltete Krafteinheit Kilopond (kp) benutzt, obwohl diese bereits seit 1978 nicht mehr in Gebrauch ist. Ebenso schreibt er jeden Firmennamen konsequent aus (z.B. Firma Dr.-Ing. h.c. F. Porsche KG), was ebenso das Lesen zu einem Kraftakt werden lässt.

Fazit

Insgesamt betrachtet, findet man mit dem vorliegenden Buch ein technisches Nachschlagewerk mit detaillierten Informationen über die verschiedensten Prototypen-Panzerfahrzeuge des deutschen Heeres. Aber leider ist die Makrotypografie des Buches eine einzige Katastrophe. Sehr zu loben sind hingegen die verwendeten Bilder sowie die detaillierte Anlage mit vielen interessanten technischen Daten, die es so kein zweites Mal gibt.

Spielberger, Walter (2012): Spezial-Panzerfahrzeuge des deutschen Heeres. Motorbuch-Verlag. 154 Seiten. 19,95 Euro.

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