Blackwater USA

Blackwater USAEnde März strahlte Democracy Now in zwei Sendungen ein interessantes Interview mit Jeremy Scahill, dem Autor des Buches “Blackwater” (siehe Bild) aus in dem er zum Teil recht detaillierte Informationen über die private Sicherheits- und Militärfirma. Beide Sendungen befinden sich am Ende dieses Artikels.

Erinnern wir uns zurück, 2004 gingen Bilder um die Welt von 4 US-Amerikanern in Falludscha, die in ihrem Fahrzeug erschossen und das Fahrzeug mit den toten Insassen in Brand gesteckt wurden. Danach zerstückelte die Menge unter Gejohle von Kindern und Jugendlichen die verkohlten Leichen, hing Teile an Stromleitungen und Brücken auf und schleifte andere an einem Eselskarren in die Stadt. Das waren zwei Mitarbeiter (oder sollte man eher Söldner sagen) von Blackwater. Die Angehörigen haben nun Blackwater verklagt, mit der Begründung, die Firma habe zu wenig für die Sicherheit des eingesetzten Peronal getan.

Blackwater TrainingsgeländeDie US Armee outsourced gewisse sicherheitsrelevante bzw. militärische Aufgaben schon seit 1997. Blackwater hat zu dieser Zeit begonnen US Soldaten auf ihren Ausbildungsanlagen zu trainieren. Das derzeitige Blackwater Training Center ist nach eigenen Angaben die grösste, private Schiesstrainingsanlage der USA. Es liegt in North Carolina und umfasst 24 km² (siehe Bild rechts). Angestellte von Blackwater kamen auch in Afghanistan und im Irak zum Einsatz. Schlimm genug, dass ein Staat militärische Aufgaben einer privaten Firma übergibt, gibt es je länger desto mehr Hinweise auf “Kriegsverbrechen” die von Mittarbeitern solcher Firmen verübt wurden.

So soll ein betrunkener Angestellter der Firma Blackwater einen irakischen Bodyguard an einem Checkpoint der Bagdader Green Zone erschossen haben. Obwohl Soldaten der US-Armee Zeugen wurden, ergriffen Offiziere bisher kaum Massnahmen, um den betreffenden Contractor zu sanktionieren, da Unklarheit über die Jurisdiktion herrschte. Hätte hingegen ein Soldat die Schüsse abgefeuert, wäre eine Untersuchung bzw. eine Anklage vor einem amerikanischen Kriegsgericht die Folge gewesen. — Telepolis (Quelle nicht mehr online)

J. Cofer Black, früher Koordinator der Terrorismusbekämpfung im US-Außenministerium, ist seit Februar 2005 Vize-Präsident von Blackwater, einem grossen US-amerikanischen militärischen Privatdienstleister.

At a joint hearing of the House and Senate intelligence committees in September, Cofer Black, then head of the CIA Counterterrorist Centre, spoke cryptically about the agency’s new forms of “operational flexibility” in dealing with suspected terrorists. “All you need to know is that there was a before 9/11, and there was an after 9/11,” Mr Black said. “After 9/11 the gloves come off.” — Dana Priest und Barton Gellman, “US turns to torture to crack prisoners of war“, The Washington Post, 27.12.2002.

In Amman pries Black die Armeen der Zukunft an: Kampftruppen, von Privatfirmen organisiert zu einem “Bruchteil der Kosten von NATO-Operationen”. Künftig können also nicht nur Söldner angeheuert, sondern ganze Heere geleast werden – nicht nur von Regierungen, sondern von jedem, der sie bezahlen kann. Ausserdem will Blackwater nun mit einer Firma namens “Total Intelligence Solutions” auch in den Bereich der Informationsbeschaffung einsteigen.

Weiterführende Informationen
Der Privatsektor als neuer Akteur der Sicherheitspolitik, CSS-Analysen, Januar 2007, Nr 6.
Outside the law, wie DynCorp – Angestellte, die für die US Regierung und die UN in Bosnien arbeiteten, mit der Organisierten Kriminalität (Prostitution) verwickelt waren und nie vor Gericht gestellt wurden.

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3 Responses to Blackwater USA

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