Seit mehr als 30 Jahren steht sie leer – die ehemalige Botschaft der Republik Irak in der DDR. Lassen sich noch Spuren der vergangenen Tage finden? Wir sind auf Tour gegangen und haben uns umgeschaut …
Die ehemalige Botschaft liegt im Nordosten von Berlin-Pankow, im ehemaligen Diplomatenviertel der DDR. Nachdem der Irak 1969 als erstes nicht-sozialistisches Land diplomatische Beziehungen zur DDR aufgenommen hatte, wurde ein Neubau für die zukünftige Botschaft der Republik Irak auf einem 5000 Quadratmeter großem Grundstück in Auftrag gegeben.
Ein deutsch-irakisches Architektenteam hatte aus Plattenbaufertigelementen die Botschaft hochgezogen und mit gerasterten Klinkerwänden gestaltet. Auf 1174 Quadratmetern, in drei Stockwerken, konnten die Botschaftsangehörigen arbeiten. Gleich in unmittelbaren Nähe waren die Botschaften Australiens, Frankreichs und Italiens untergebracht. In typengleichen Häusern.
Die irakische Botschaft hatte schnell einen zweifelhaften Ruf erworben, denn sie diente nicht nur RAF-Flüchtlingen als Zufluchtsort, sondern immer wieder auch als Unterschlupf für arabische Terroristen.
Während der Kuwait-Krise kam das Botschaftspersonal unter verstärkte Beobachtung durch das Zentrale Kriminalamt der DDR, denn es hatte sich bestätigt, dass das irakische Personal ein Waffen- und Sprengstoffdepot im Botschaftsgebäude eingerichtet hatte. Nach der Wiedervereinigung wurden die irakischen Botschaftsmitarbeiter vom Verfassungsschutz beobachtet. Nachdem sich Hinweise verdichtet hatten, dass unter etlichen Botschaftsangehörigen Terroristen seien, wurden im Januar 1991 28 Botschaftsmitarbeiter umgehend ausgewiesen. Seitdem steht das Gebäude leer.
Das Personal ließ Unmengen von Akten, Dokumenten und die gesamte Bibliothek zurück, wovon noch heute viele Spuren zeugen. Nach Plänen der gesamtdeutschen irakischen Botschaft sollte das Gebäude in der Tschaikowskistrasse als Berliner Außenstelle genutzt werden. In den ersten Jahren wurde die Außenanlage noch gepflegt und bis 1998, so ist auf den Prüfplaketten zu erkennen, wurde die Heizungsanlage gewartet. Aber nach und nach verfiel das Gebäude zunehmend und es wurde ein Tummelplatz für Obdachlose, Partygänger und Urbexer.
Im Juni 2003 kam es zu einem Brand im leerstehenden Gebäude. Im Erdgeschoss sowie im ersten und zweiten Stockwerk sind die hölzernen Treppen und das Geländer in Brand geraten. Innerhalb von 40 Minuten konnten 43 Feuerwehrmänner zur Stelle eilen und den Brand unter Kontrolle bringen.
Anscheinend gibt es seitens der irakischen Botschaft in Berlin-Zehlendorf weiterhin das Bestreben das Gebäude irgendwann zu sanieren – irgendwann …


Auf der Folgeseite finden Sie Fotos, aus dem Innern der ehemaligen Botschaft…



























































