Aufgeschnappt: Wann greifen endlich die Europäer ein?

Salhin sagt, es müsse jetzt bald eine Lösung geben. Nur eine zweite westliche Intervention könne uns retten. Der Westen müsse endlich auch unsere Vorstellungen berücksichtigen, sagt Ashour, falls sie kommen, müssten sie dauerhaft in Libyen bleiben und das Land von Grund auf reformieren. Nizar widerspricht: “Wir können uns nur selbst retten.”
“Die Europäer müssen irgendwann eingreifen,” argumentiere ich, “sonst steht das Tor nach Afrika Richtung Europa offen.” “Worauf warten sie dann?,” fragt Said Ahmed. “Darauf, dass wir alle tot sind?” — Farrah Schennib, “Eine Stadt unter dem IS-Terrorregime: Tagebuch aus dem Fegefeuer“, Eintrag vom Donnerstag, 4. Juni 2015.

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Das Phantom von Ouagadougou

von Peter Dörrie

Burkina Fasos Militär hat eine lange und nicht gerade ruhmreiche Geschichte der Einmischung in die politischen Angelegenheiten des westafrikanischen Landes. Mit der Ausnahme von Burkina Fasos erstem Präsidenten, Maurice Yaméogo, waren alle acht Staatsoberhäupter seit der Unabhängigkeit 1960 entweder selbst Armeeoffiziere, oder wurden von den Streitkräften ins Amt gebracht.

Paradebeispiel für diese besondere Spezies uniformierter Politiker ist Blaise Compaoré. Zweimal hat er eine Regierung weg geputscht: 1983, um den charismatischen Sozialisten, Freund und Waffenbruder Thomas Sankara an die Macht zu holen und dann nur wenige Jahre später, 1987, um sich selbst zum Präsidenten zu krönen.

Burkinabe soldiers of the 25th Regiment Parachutist Commando Counterterrorism Company learn reflexive firing techniques from trainers from U.S. Army Africa’s Regionally Aligned Force, 1st Battalion, 63rd Armor Regiment, 2nd Armored Brigade Combat Team, 1st Infantry Division in May 2014. Classroom and field exercised were featured during train and equip events. <a href=

USARAF and Special Operations Command Africa worked together to support the event that is part of the Trans Sahara Counterterrorism Partnership, known as TSCP (Photo: U.S. Army Africa).” width=”640″ height=”190″ class=”size-full wp-image-22746″ /> Burkinabe soldiers of the 25th Regiment Parachutist Commando Counterterrorism Company learn reflexive firing techniques from trainers from U.S. Army Africa’s Regionally Aligned Force, 1st Battalion, 63rd Armor Regiment, 2nd Armored Brigade Combat Team, 1st Infantry Division in May 2014. Classroom and field exercised were featured during train and equip events. USARAF and Special Operations Command Africa worked together to support the event that is part of the Trans Sahara Counterterrorism Partnership, known as TSCP (Photo: U.S. Army Africa).

27 Jahre blieb Compaoré an der Macht, bis ihn ein Volksaufstand im Oktober 2014 davon fegte. Wieder spielte dabei die Armee eine entscheidende Rolle. Die Demonstranten verlangten zu einem großen Teil nur den Verzicht Compaorés auf eine weitere Amtszeit, so wie es die Verfassung Burkina Fasos vorsieht. Doch die Militärführung fürchtete eine Eskalation und zwang Compaoré zum vorzeitigen Amtsverzicht und ins Exil. Bizarre interne Machtkämpfe blieben dabei nicht aus.

Zuerst erklärte sich Generalstabschef General Honoré Nabéré Traoré zum Interimspräsidenten im Nachgang zu Campaorés Rücktritt. Doch nur wenige Stunden später beanspruchte ein anderer Offizier, Oberstleutnant Yacouba Isaac Zida, stellvertretender Kommandeur der Präsidialgarde, den selben Posten. Trotz des offensichtlichen Unterschied im militärischen Rang konnte sich Zida am Ende durchsetzen und die militärische Führungsspitze, inklusive Traoré, erklärte am 1. November Zida zum Staatsoberhaupt.

“Es gab ein Kräftemessen,” erklärt Jean Baptiste Natama, ehemaliger Verteidigungsminister sowohl unter Sankara, als auch unter Compaoré und Präsidentschaftskandidat bei den kommenden Wahlen gegenüber Offiziere.ch die Vorgänge. “Die Seite mit dem besseren Equipment hat gewonnen.”

Palais Kossyam, official residence of the President of Burkina Faso.

Palais Kossyam, official residence of the President of Burkina Faso.

Zida musste unter dem Druck der Afrikanischen Union selbst einige Tage später weichen. Zusammen mit Vertretern politischer Parteien, der Zivilgesellschaft und Burkina Fasos traditioneller Könige einigte sich das Militär auf Michel Kafando als Übergangspräsidenten. Zida wurde unter dem ehemaligen UN-Botschafter Premierminister und die Interimsregierung bekam den Auftrag, bis zum kommenden Oktober Wahlen zu organisieren. Die wichtigsten Ministerien gingen an Vertreter des Militärs, wobei diese, genau wie Zida, offiziell den Dienst quittierten.

Seitdem befindet sich Burkina Faso in einer Art politischem Leerlauf. Präsidentschafts- und Parlamentswahlen sind für den 11. Oktober angesetzt. Und bis dahin scheint vielen Beobachtern ein erneuter Staatsstreich die größte Gefahr, die den Demokratisierungsprozess des Landes um Monate, wenn nicht Jahre, zurückwerfen könnte.

Insbesondere die Präsidialgarde, im Land unter ihrem französischen Akronym RSP bekannt, gibt dabei immer wieder Anlass zur Sorge. Das bestätigten Politiker, Journalisten, Analysten und Bürger gegenüber Offiziere.ch bei einem Aufenthalt des Autors Anfang August in Ouagadougou.

Das RSP ist, wie in vielen afrikanischen Ländern üblich, kein Teil der regulären Streitkräfte und deren Befehlskette. Stattdessen ist diese Elitetruppe direkt dem Präsidenten unterstellt, für dessen Sicherheit sie verantwortlich ist. Unter Compaoré wurde das RSP seine persönliche Miliz und privater Geheimdienst. Mit der Gefahr eines Putsches durch das Militär bestens vertraut, baute Compaoré die 1’500 Mann starke Einheit gezielt als Gegengewicht auf. Die Truppe bekam stets die beste Ausrüstung und die beste Ausbildung, während eine hervorragende Bezahlung und andere Vorzüge die Treue zum Präsidenten sichern sollte.

In den fast drei Jahrzehnten seiner Herrschaft wurde das RSP zum gefürchteten und verhassten Akteur der burkinischen Politik. Verantwortlich für den Tod mehrerer Regimegegner, war die Einheit auch am größten Skandal von Compaorés Amtszeit direkt beteiligt.

1998 wurden die kugeldurchsiebten und verbrannten Körper von Norbert Zongo, seinem Bruder und zwei Bekannten in Zongos Auto aufgefunden. Zongos Ermordung, von der Regierung zuerst als “Unfall” beschrieben, kam nachdem der investigative Journalist Recherchen zum Tod eines Chauffeurs von Blaise Compaorés jüngerem Bruder François begonnen hatte.

Die Hinrichtung Zongos führte zu den ersten Massenprotesten und der ersten Krise in Compaorés Herrschaft. Eine unter Druck der Straße eingesetzte Sonderkommission kam zu dem Ergebnis, dass mehrere Angehörige des RSP sowohl für den Tod des Chauffeurs, als auch Zongos und seiner Begleiter verantwortlich zeichneten. Es kam zu mehreren Anklagen, doch wurden die Verfahren entweder eingestellt, oder die angeklagten Soldaten freigesprochen.

Im Angesicht der massiven Proteste im Oktober 2014 hat das RSP Compaoré schließlich doch fallen gelassen. Ihre Privilegien wollen sich die Soldaten allerdings nicht so einfach nehmen lassen. Als Premierminister Zida auf öffentlichen Druck hin im Juni die Auflösung der Einheit ins Spiel brachte, drohten Offiziere des RSP offen mit einem Putsch gegen die Übergangsregierung. Diese stürzte daraufhin in eine politische Krise und stellte praktisch alle politischen Reformbemühungen bis zum Amtsantritt einer neuen Regierung zurück.

Gegenüber Offiziere.ch brachten verschiedene Quellen ihre Überzeugung zum Ausdruck, dass dem RSP primär am Erhalt ihrer hervorgehobenen sozialen Stellung, Straffreiheit für vergangene Verbrechen und ihrem finanziellen Wohlergehen gelegen ist. Und bis jetzt konnten die Elitesoldaten erfolgreich den Rest des Landes mit lautem Säbelrasseln bei der Kandare halten. Objektiv gesehen ist das jedoch eher das Ergebnis erfolgreicher Kriegspsychologie, als tatsächlicher Kräfteverhältnisse.

“Ich kann über [die Putschdrohungen des RSP] nur lachen,” sagt etwa Ralf Wittek. Der ehemalige deutsche Bundeswehroffizier ist heute Projektleiter für die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung, die in Westafrika in mehreren Ländern Projekte zur Reform des Sicherheitssektors durchführt.

Protesters pose with a police shield outside the parliament in Ouagadougou on October 30, 2014 as cars and documents burn outside (Photo: Issouf Sanogo).

Protesters pose with a police shield outside the parliament in Ouagadougou on October 30, 2014 as cars and documents burn outside (Photo: Issouf Sanogo).

“Diese Präsidentengarde hat realistischerweise 1’500 Mann. Das ist eine selbständige Einheit. Wenn sie eine selbständige Einheit von 1’500 Mann nehmen, dann kommen Sie maximal auf eine kämpfende, gut ausgebildete Einsatztruppe von vielleicht 500 Mann. Der Rest ist Logistik, Kommunikation, Transport. Und das ganze Land zittert vor dieser Präsidentengarde. Wie kann ein Land vor 500, auch gut ausgebildeten, Kämpfern zittern? Das ist völlig unrealistisch. Versuchen Sie doch mal mit 500 Soldaten, auch wenn sie gut geführt und ausgebildet sind, ein Land zu kontrollieren. Das ist doch völlig irre. Das kann gar nicht funktionieren.”

Angesichts der Tatsache, dass während der Revolution im vergangenen Oktober mehr als eine Millionen Menschen in Ouagadougou auf der Straße waren, habe das RSP keine Aussicht darauf, den Staat unter seine Kontrolle zu bringen, so Wittek.

Um den Einfluss des RSPs auf die burkinische Politik in Zukunft zu verringern, sollten die Verantwortlichen einen Deal machen, ist Witteks Meinung: “Wenn es uns gelingt den Jungs klarzumachen, pass mal auf, ihr werdet auch weiterhin eine Sonderrolle spielen, im Sinne von Eliteeinheit für Auslandseinsätze, UNO-Einsätze oder Peacekeeping. Ihr werdet auch einen Teil eurer Privilegien erhalten, aber ihr integriert euch bitte in den gesamten Sicherheitsapparat. Auf dieser Basis kann man mit den Jungs sicher reden, aber das hat bisher keiner gemacht.”

Die reguläre Armee ist aus Witteks Sicht eine mehr oder weniger kohärente Einheit, ohne größere politische Ambitionen. Sie sei von Compaoré systematisch geschwächt worden, sowohl im Sinne militärischer Kapazität, als auch im sozialen Ansehen. Nach einer Meuterei im Jahr 2011 habe Compaoré sogar alle Munition aus regulären Armeeeinheiten abziehen lassen.

Trotzdem kann auch die Putschdrohung einer militärischen Randgruppe Drohpotenzial aufbauen, besonders in Westafrika. 2012 eskalierte eine Demonstration meuternder Soldaten in Mali zu einem spontanen Putsch. Dieser führte zu einem Kollaps der Regierung und den Verlust des gesamten Nordteil des Landes an Tuaregs und islamistische Rebellen. Bis heute hat sich Mali nicht von diesem Schock erholt. Und in Guinea konnte sich 2008 nach dem Tod von Präsident Lansana Conté Hauptmann Moussa Dadis Camara aich an die Macht putschen, obwohl er nur geringen Rückhalt in den Streitkräften genoss. Camara profitierte dabei von Verwirrung und Streit innerhalb der politischen Klasse und der Armeeführung. Unter seiner Herrschaft kam es zu extremen Menschenrechtsverletzungen, darunter einer Massenvergewaltigung durch ihm treue Soldaten. Erst ein gescheitertes Attentat, bei dem er lebensgefährlich verletzt wurde zwang ihn ins Exil – ausgerechnet nach Burkina Faso.

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The U.S. Navy and Presidential Campaigns: Size Matters

by Brett Davis. He is a U.S. Navy Surface Warfare Officer, who also runs the blog ClearedHot and occasionally navigates Twitter. Brett holds an M.A. in International Relations from Northeastern University. His opinions are his own and do not represent the views of the U.S. Navy or Department of Defense.

The Nimitz-class aircraft carriers USS George Washington (CVN 73) and USS Ronald Reagan (CVN 76) are pierside at Naval Air Station North Island while conducting a hull-swap. The force structure change allows George Washington to undergo its mid-life refueling complex overhaul and Ronald Reagan to support the security and stability of the Indo-Asia-Pacific region (Photo: Mass Communication Specialist 2nd Class Daniel M. Young, August 18, 2015).

The Nimitz-class aircraft carriers USS George Washington (CVN 73) and USS Ronald Reagan (CVN 76) are pierside at Naval Air Station North Island while conducting a hull-swap. The force structure change allows George Washington to undergo its mid-life refueling complex overhaul and Ronald Reagan to support the security and stability of the Indo-Asia-Pacific region (Photo: Mass Communication Specialist 2nd Class Daniel M. Young, August 18, 2015).

Another Presidential election cycle is upon U.S. citizens, and the chorus of inputs regarding national security and naval policy has already started. New Jersey governor Chris Christie, Dr. Ben Carson, and former governor Mike Huckabee all advocated for an increase in naval assets as part of their potential national security strategy. And, as expected, critics point out the perceived uselessness of a large Navy. To summarize using the words of the current U.S. Commander-in-Chief, Barack Obama, “we also have less horses and bayonets […] It’s not a game of battleship where we’re counting ships, it’s ‘What are our capabilities?'”. However, these arguments miss the point entirely. A larger Navy is necessary to reduce the strain on already overworked assets and maintain presence around the world.

A common critical reply to the call for more ships falls in the capability category. Many critics point to technologically advanced weapons systems in today’s fleet, able to fight their way through any battle and emerge victorious. With hundreds of missile tubes, embarked helicopters, deck guns, and the like, all the U.S. have to do is to top-load the current fleet with the latest and greatest weapons systems and America’s Navy is ready for war. Not even close.

With regard to weapons systems, the U.S. Navy fields some of the world’s most outdated equipment and is being outpaced by its potential enemies. Outgoing Chief of Naval Operations Admiral Jonathan Greenert recently predicted a shortfall in weapons systems in just five years – including torpedoes and several types of missiles. Also, the U.S. Navy fields one of the oldest and irrelevant anti-ship missiles in service, the Harpoon. It’s limited range and antiquated guidance system pales in comparison to Chinese “carrier killer missiles” (Dong-Feng 21D) and several fielded by Iranian forces.

Of course, it all comes down to size: “The U.S. Navy is bigger than the next 13 navies combined! Why do we need more if we’re already the largest in the world by such a big margin?” This argument is flawed in several ways. For one, the naval size argument is based on gross tonnage; China’s navy is more numerous than the U.S. Navy, but with smaller and lighter ships. Also, most navies lack a requirement to defend national interests around the world like the United States, and their ships are not built for ocean transits or strong sea states that accompany these deployments. A large number of them are tasked with defending their nations’ littoral areas and coastlines – so there is no requirement for worldwide deployments and large numbers of heavy ships. The rest of the world may have smaller, lighter fleets, but they are built for different purposes than the U.S. Navy.

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The bottom line, however, is this: The Navy is stretched entirely too thin. The current fleet of roughly 285 ships conducts constant deployments to the South China Sea, Middle East, and Mediterranean. Deployments have already been extended for most Carrier Strike Group elements well beyond the normal 6-7 months, and extended and accelerated deployments put an added material strain on ships in desperate need of maintenance. Sequestration already forced the cancellation of two dozen ship availabilities, and these units continued to operate without the required upkeep. Advanced weaponry is definitely cool, but it doesn’t matter much when your unit is too broken to stay on station and use those weapons.

The Navy’s first responders, forward deployed forces in Japan, Europe, and the Middle East, fare the worst. Due to their high operational tempo in volatile regions, maintenance and upkeep are regularly pushed aside in order to add maritime security patrols. With limited numbers of ships in these locations, large numbers of ships with maintenance problems will create a gap in patrols in these locations – there is already a two month gap in aircraft carrier deployment in the Persian Gulf, severely hampering air operations against the terrorist organisation “Islamic State“. If forward deployed vessels in strategically vital areas are allowed to deploy until breakdown, what are the chances for the rest of the fleet?

“Doing more with less” is a shortsighted strategy that will only work in the short term. Very soon, the Navy will be forced to do less with less when skipped maintenance availabilities and rapid repeat deployments render the fleet non-mission capable due to degraded material condition. The fleet that is already stretched thin at 285 ships will be stretched even thinner when they are forced into emergent maintenance periods and endure long overdue repairs and upgrades. It’s time to shed the complacent attitude surrounding naval ship numbers – adding more vessels to the Naval Register is the only way to ensure constant naval presence in the world’s volatile regions.

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American Commandos Use Niger for Training and More

by Joseph Trevithick, a freelance journalist and researcher. He is also a regular contributing writer at War is Boring and a Fellow at GlobalSecurity.org.

Soldiers from the Nigerien Army train during Exercise Flintlock 2014 (Photo: U.S. Africa Command).

Soldiers from the Nigerien Army train during Exercise Flintlock 2014 (Photo: U.S. Africa Command).

The Pentagon is looking to open up a new gas station for its planes in southern Niger. As terrorists and militant groups have cropped up across North and West Africa, Washington has turned to Niger as an important hub for military activates in the region (see also “US Expands African Drone Aprons“, offiziere.ch, April 6, 2015; Joseph Trevithick, “Niger is the New Hub for American Ops in North, West Africa“, offiziere.ch, May 20, 2014).

On August 13, 2015, the Defense Logistics Agency (DLA) announced its intention to preposition jet fuel at “Zinger Airport” in Niger. This is the third site now available to American troops in the country.

In response to our query, DLA confirmed that U.S. Africa Command (AFRICOM) made the request and that this is an airfield also known as Zinder Airport. In turn, the Pentagon’s top headquarters for the region explained that American planes would be able to use the facility as a pit stop.

This single runway affair is less than 100 miles from the Nigerian border. The airstrip could end up supporting the fight against the Nigerian Islamist group Boko Haram … or just provide a stopover for troops on their way to practice sessions.

DG (16JUN15) Zinder Airport, Nigeria.

DG (16JUN15) Zinder Airport, Nigeria.

“Niger has proven to be willing, capable and stable, and is recognized as a linchpin for regional stability in the Sahel and a reliable counter-terrorism partner,” U.S. Navy Lt. Cdr. Anthony Falvo, the public relations branch chief for U.S. Africa Command, said in an Email. “On the front lines of some of the world’s most pressing security challenges, Niger continues to be a willing partner in the fight against violent extremist organizations and illegal trafficking.”

In February 2013, U.S. President Barack Obama announced his plans to set up a drone base in the country’s capital Niamey. Faster forward more than two years and the Pentagon has significantly expanded that facility and refurbished another airstrip in the fringe of the Sahara desert.

Niger’s strategic setting cannot be understated. The nation of nearly 20 million is sandwiched between conflict zones where militant groups such as Islamic State (IS), al-Qaeda and Boko Haram operate, often with near impunity because of weak governments and porous borders.

The Sahel region is a semi-arid zone that stretches across the continent, separating the Sahara desert from true sub-Saharan Africa. And there are no shortage of security concerns in the area.

Today, IS is the newest game in town and has brought their brutal brand of violence with them. In August 2015, IS extremists beheaded at least a dozen captives in the Libyan town of Sirte.

Also known by the acronyms ISIS or ISIL, the terrorist organization – or militants linked to it – had already claimed responsibility for two devastating attacks on western tourists in Tunisia earlier in the year. In March, terrorists killed nearly two dozen people at the Bardo National Museum in Tunis. Two months later, militants murdered nearly 40 vacationers on a beach in the Mediterranean city of Sousse.

DG (14JUL15) Niamey Airport, Niger.

DG (14JUL15) Niamey Airport, Niger.

The extremists jockeyed for space in a region full of other bad actors like al-Qaeda. The notoriously hard-to-kill Mokhtar Belmokhtar is now running al-Qaeada’s North African franchise. For nearly two decades now, Belmokhtar has had an on-again-off-again relationship with groups linked to the international terrorist organization in Algeria.

In January 2013, Belmokhtar’s fighters launched a spectacular raid on a French operated gas field in In Aménas in Algeria. Then calling themselves the “Those who Sign with Blood Brigade”, the group took more than 800 workers – including a number of foreign nationals – hostage. Algerian commandos eventually stormed the site, killing nearly 30 innocent civilians in the process. Belmokhtar’s men had already murdered nearly 40 hostages themselves.

To the south, Boko Haram militants continue their own reign of terror in Nigeria. Since 2009, the group has become infamous for decimating entire villages. When not killing innocents outright, the insurgents kidnapped women and children, threatening to sell them into slavery. The group briefly captured international attention after spiriting away more than 200 female students from the town of Chibok.

While Nigeria’s new president Muhammadu Buhari has given the military three months to finally end the insurgency, the country’s security forces generally suffer from poor morale after months of poor showings. One of Buhari’s first acts was to sack the country’s top officers over their poor performance (see Peter Dörrie, “Boko Haram is far from defeated“, offiziere.ch, July 20, 2015).

“Geographically, a quick look at the map shows that Niger is in an increasingly volatile area,” U.S. Army Lt. Col. Jason Nicholson, formerly the chief of the East Africa Regional Division in AFRICOM’s Strategy, Plans and Policy Directorate and now a Ph.D. candidate at the University of Utah, pointed out in an email.

A U.S. Air Force MC-130 sits on the flightline at Agadez (Photo courtesy Lt. Col. Jason Nicholson).

A U.S. Air Force MC-130 sits on the flightline at Agadez (Photo courtesy Lt. Col. Jason Nicholson).

But while these groups dominate headlines, this is hardly an exhaustive list. Splinter factions, militant nationalists, ethnic insurgencies and others all call the Sahel home.

“While surely al-Qaeda and ISIS are still a menace to the stability of the Sahel region and the Middle East, there are more localized examples of violent extremist groups operating in the region,” Sophien Ben-Achour, Sahel Team Leader at the non-profit “Search for Common Ground“, added in an email. “Unstable, disaffected zones of the Sahel are in fact vulnerable to violent groups, which may come in different form than those we are most familiar with.”

Seeing a reliable ally in a rough neighborhood, Washington has increasingly sent more military aid and other assistance to Niamey. American commandos and other troops make regular trips to train with Nigerien forces.

But this wasn’t always the case. The Pentagon has been helping countries in the region fight extremists for more than a decade. But Niger only came to the fore after violence in the Sahel flared up dramatically after the overthrow of Libyan dictator Muammar Gaddafi in 2011. After months of fighting and with the help of an American-led bombing campaign, rebels captured and executed Gaddafi, creating a dangerous power vacuum. The enigmatic leader had ruled the country for more than 40 years. In the months that followed, the situation quickly devolved into chaos. Refusing to disarm or join the nascent national military, militias instead fought each other and actively challenged the new government in Tripoli. Foreign dignities weren’t safe. Fighters kidnapped diplomats and held them for ransom. Most spectacularly, just over a year after the overthrow of Gaddafi, terrorists attacked the U.S. consulate in Benghazi and killed American Ambassador J. Christopher Stephens. Beyond Libya’s borders, terrorists and other militants that Gaddafi had harbored went on the offensive. Mali imploded. Al-Qaeda-linked groups surged in Algeria and Niger.

After treating the region like an unimportant backwater for years, the Pentagon completely shifted direction. At the same time, Niger appears to have jumped from one of the lowest priorities to the top of the list – and authorities in Niamey were fine with that. The United States and France both owed Niger and other countries in the region an “after–sales service” for the debacle in Libya, the country’s interior minister Hassoumi Massoudou told Radio France Internationale in February 2014. The next month, Niamey hosted a major practice session for American commandos and troops from almost 20 other countries. The Pentagon’s special operations task force for the region runs this exercise, nicknamed Flintlock, in a different Sahel nation each year.

Seven months after that, the Pentagon had set up a second drone base at the airport in the town of Agadez. While more than 500 miles from the Libya border, the small town is situated along the region’s few highways.

Niger Air Force Dornier Do-228 at Agadez (Photo courtesy Lt. Col. Jason Nicholson).

Niger Air Force Dornier Do-228 at Agadez (Photo courtesy Lt. Col. Jason Nicholson).

Washington doesn’t appear to be slowing down cooperation with the country either. In June 2015, the Pentagon renamed the commando unit responsible for the region as “Special Operations Command North and West Africa”. “The task force was renamed […] to represent more accurately the geographic area of responsibility for this command,” the public affairs officer for the group explained in an email.

And while Chad hosted the 2015 iteration of Flintlock March, American and African commandos trained in so-called “out stations” in Niger, among other locations.

According to a number of Pentagon contract announcements, American troops and private contractors will primarily use the sites in Niger for future training. But using funds set aside for fighting terrorists and stopping drug trafficking, the U.S. Navy has hired the AAR Airlift Group to be on call with small aircraft and helicopters in Niamey to search for downed planes or evacuate injured personnel in an emergency.

And technically, Washington refers to facilities in places like Agadez and Zinder as “temporary”, regardless of their obvious, long-term importance. Depending on their size, the Pentagon officially dubs the sites “forward operating locations,” “contingency operating locations,” or “cooperative security locations.”

But “the judicious use of the correct lever of military power at the right time and place can provide outsized returns towards achieving U.S. objectives,” noted Nicholson. “Bigger is not always better.” Of course, military power is only one part of the picture too. “Traditionally in these regions civilians do not have an entirely positive picture of armed soldiers,” Ben-Achour pointed out. “I think it is very important that the military approach […] puts community level partnership and development at the forefront of any engagement.”

In the end, Niger looks set to be an important hub in the region for Washington for the foreseeable future.

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Satellite Imagery Captures China’s Divine Eagle UAV

DG (22JUN15) Divine Eagle SAC

China’s enormous Divine Eagle UAV is larger than the U.S. Air Force’s Global Hawk, recently released satellite imagery suggests.

While China’s UAVs are getting better, if not bigger, little is known about one of its latest models.

Photos of China’s mysterious UAV appeared in May and June while a concept of operations along with payload specs was released earlier in February.

The Divine Eagle (or Shen Diao) is built by the Shenyang Aircraft Corporation’s 601 Institute and will operate as a high altitude long endurance surveillance drone helping defend China’s airspace against would-be adversaries.

China’s concept of operations suggests the drone will provide early warning against enemy aircraft and support the battle management mission directing friendly targeting of enemy carrier groups.

A recent space snapshot acquired by DigitalGlobe shows the twin-fuselage, single-engine drone parked on the south end of Shenyang’s runway, possibly indicative of pre-post flight activity.

Although, the activity could also suggest taxi trials, it was rumored that the aircraft’s first test flight occurred sometime in December, according to Chinese internet sources.

Imagery also confirmed details about the drone’s specific characteristics. Measurements taken in Google Earth would indicate a wingspan and length of approximately 40 and 15 meters, respectively.

With its large size and aft-mounted high aspect ratio wings, it’s suspected to have a take off weight over 15 tons, which would be larger than the Global Hawk, just over 14.5 tons.

SAC Divine Eagle

Divine Eagle at Shenyang released on the Chinese Internet in June 2015

Though little else can be confirmed, payload specs released in February of a similar variant appeared to suggest a variety of surveillance and targeting capabilities.

The graphic identified at least 5 radars integrated into the airframe including a 160 degree forward-looking X/UHF AMTI AESA radar, two 120 degree side-looking X/UHF AMTI/SAR/GMTI AESA and two rear-looking X/UHF AMTI AESA covering 152 degrees. In other words, the drone’s radars provide 360-degree coverage, identifying targets regardless of weather conditions and stealth characteristics.

Assuming the specs are correct, the Divine Eagle would represent a serious step forward for Chinese unmanned capabilities potentially bolstering China’s Anti Access/Area Denial strategy.

It’s this type of platform that would not only extend the reach of the country’s situation awareness but also help collect targeting information beyond the first island chain. Similarly in 2013, China began using UAVs to watch over the East China Sea with a previously renovated airfield.

Given China’s recent runway construction in the disputed Spratly Islands, it’s possible this drone may one day be deployed to watch over activity in the South China Sea.

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Aufbruch in ein Neues Nukleares Zeitalter? Modernisierungsprogramme der Neun Atomwaffenmächte

von Alexander Sami Lang, Politologe mit Fachgebieten Algerien, Naher/Mittlerer Osten und Massenvernichtungswaffen.

On 6 August 1945, during the final stages of World War II, the

On 6 August 1945, during the final stages of World War II, the “Enola Gay” became the first aircraft to drop an atomic bomb.

Vor 70 Jahren, am 6. und 9. August 1945 warfen amerikanische B-29 Langstreckenbomber die Atombomben “Little Boy” und “Fat Man” auf Hiroshima und Nagasaki ab. Über 200’000 Menschen kamen durch deren Explosion und Spätfolgen ums Leben. Für die USA gab es mehrere Beweggründe um die neuen Waffen einzusetzen: das Ziel der schnellen und bedingungslosen Kapitulation Japans, die Eindämmung eigener Verluste, eine Demonstration des Abschreckungspotentials gegenüber der Sowjetunion und die Möglichkeit beide Bombentypen (Uran/Plutonium) auf deren Auswirkungen im “Feld” zu testen. Jedoch gibt es bis heute keinen Konsens darüber, ob die Abwürfe tatsächlich ausschlaggebend für Japans Kapitulation am 15. August 1945 waren.

Fakt ist, dass nach den Abwürfen ein nukleares Zeitalter begann, in der die beiden neuen Großmächte, die USA und die Sowjetunion, durch eine Spirale der nuklearen Aufrüstung versuchten ein “Gleichgewicht des Schreckens” (Mutually Assured Destruction-MAD) herzustellen.

15’850 Kernwaffen weltweit
Auch nach dem Ende des Kalten Krieges haben Nuklearwaffen ihre sicherheitspolitische Rolle noch lange nicht eingebüßt. Mit den sich aktuell vermehrenden Krisen und kriegerischen Auseinandersetzungen in einer multipolaren Welt nimmt auch die nukleare Bedrohung wieder zu.

Dem aktuellen Jahresbericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts (Sipri) zufolge sind seit Januar 2015 15’850 Nuklearwaffen im Besitz von neun Staaten (dabei besitzen die USA und Russland ca. 90% aller Sprengköpfe). Etwa 1’800 befinden sich in ständiger Alarmbereitschaft. Zum Vergleich: In den Hochzeiten des Kalten Kriegs wurden die Arsenale auf mehr als 70’000 Kernwaffen geschätzt. 1991 gab es noch etwa 48’000 Kernwaffen weltweit, die bis 2010 (22’600) mehr als halbiert worden sind.

nuclear_warhead-001

Krise des Nichtverbreitungsvertrags
Trotz der signifikant gesunkenen Zahl der Atomsprengköpfe in den letzten Jahrzehnten und der erfolgsversprechenden Vereinbarung über Irans Atomprogramm stagniert das internationale nukleare Abrüstung- und Kontrollregime. So scheiterte im Mai 2015 die neunte Überprüfungskonferenz des 1968 geschlossenen Nichtverbreitungsvertrags (NVV) und führte zu keiner Verabschiedung eines Abschlussdokuments. Die zentralen Aufgaben des NVV setzen sich aus den sogenannten “drei Säulen” zusammen: nukleare Abrüstung, Stärkung der Nichtverbreitung und friedliche Nutzung der Kernenergie.

Obgleich auch in der Vergangenheit einige Konferenzen ergebnislos blieben, äußert sich aktuell ein zunehmender Unmut über den mangelnden Fortschritt bei den Nichtnuklearwaffenstaaten (NNWS), die unter der Regie Österreichs den offiziellen Kernwaffenstaaten (auch P-5 genannt) Bestrebungen zur Modernisierung und qualitativen Aufrüstung ihrer Arsenale vorwerfen. Unterstützt wird die sogenannte “Humanitäre Initiative” Österreichs durch kritische NGOs, die als Gefahr der vermeintlichen Modernisierungsprogramme eine Senkung der Hemmschwelle für den Einsatz nuklearer Sprengköpfe sehen.

Die Entwicklung von “smarten” und kleineren Gefechtsköpfen und ihren nuklearen Trägersystemen begünstige eine neue Form des nuklearen Wettrüstens. Moderne Nuklearwaffen hätten wieder Einzug in nationale Verteidigungsstrategien gefunden und deren Einsatzauswirkungen würden von Regierungsvertretern deutlich verharmlost. Die P-5 halten den Vorwürfen der NNWS ihre erzielten Erfolge entgegen: so hätten etwa die USA und Russland innerhalb der letzten zehn Jahre ein Drittel ihrer Bestände reduziert und sähen sich den Vereinbarungen und Zielen des NVV weiterhin zur Gänze verpflichtet. Statt die Errungenschaften und die Kohärenz des Vertrags zu unterminieren, solle man gemeinsam Schritt für Schritt dem Ziel “Global Zero” entgegen streben. Die erhöhten Ausgaben für die nächsten Jahre seien auf die Sicherung maroder Bestände, der Schließung gefährlicher Sicherheitslücken und den Erhalt von Arbeitsplätzen zurückzuführen. Zudem verlange die aktuelle Sicherheitslage, einen Mindestbestand nuklearer Waffen in Bereitschaft zu halten.

Undated handout graphic released by the US Air Force showing the X-51A Waverider, shown under the wing of a B-52 Stratobomber to demonstrate hypersonic flight.

Undated handout graphic released by the US Air Force showing the X-51A Waverider, shown under the wing of a B-52 Stratobomber to demonstrate hypersonic flight.

 
Weltweite Modernisierung der Arsenale
Entgegen der Beteuerungen auf Seiten der offiziellen Atommächte keine wirklich neuen Atomwaffen zu entwickeln, lässt sich ein eindeutiger Trend eines qualitativen Rüstungswettbewerbs ausmachen. Beispielsweise sollen die in Deutschland stationierten taktischen und luftgestützten B61-Atombomben der USA durch präzisere, lasergesteuerte B61-12 Modelle ersetzt werden.

Die modernisierte Bombe könnte den Unterschied zwischen taktischen (auf dem Gefechtsfeld) und strategischen (im Hinterland) Einsatzmöglichkeiten aufheben. Dabei steht auch die Frage im Raum, ob deutsche Tornados für das neue Modell umgerüstet werden müssen oder eine Nachrüstung für die neuen Eurofighters in Frage kommt (Deutschland hat eine “nukleare Teilhabe” und kann im Ernstfall seine Kampfflieger mit den Bomben bestücken).

Die technische Neu- und Weiterentwicklung der weltweiten Atomwaffenarsenale betrifft sowohl nukleare Sprengköpfe, als auch deren land-, luft- und seegestützte Trägersysteme, wie Interkontinental-, Mittel- und Kurzstreckenraketen, sowie Marschflugkörper, Bomber und U-Boote. Dabei kristallisiert sich ein intensiver Wettstreit um die Entwicklung moderner Hyperschallraketen und unabhängig zielfähiger Mehrfachsprengköpfe (Multiple Independently Targetable Reentry Vehicle-MIRV) heraus. Zu den Modernisierungsprogrammen kommen Ausgaben für Nutzungsdauerverlängerungen (life extension programs) alter Bestände und Infrastrukturprojekte (Fabriken, Forschungslabore etc.) hinzu.

Der finanzielle Aufwand für die Modernisierung und Instandhaltung geht hier in die Milliarden (in den USA wird für die nächsten dreißig Jahre sogar mit einer Billiarde US-Dollar gerechnet). Die Dynamik des qualitativen Aufrüstens betrifft keineswegs nur die offiziellen Kernwaffenstaaten, auch die restlichen vier Atomwaffenmächte (Israel, Indien, Pakistan und Nordkorea) halten an ihren Arsenalen fest und modernisieren diese.

Die Investitionen der Kernwaffenstaaten werden durch verschiedene Bedrohungen in unterschiedlicher Intensivität geprägt, wie etwa durch die Ukraine-Krise, das Wettstreben um die Vormachtstellung im Nahen und Mittleren Osten oder durch die neue Rolle Chinas und den indisch-pakistanischen Konfliktes im asiatischen Raum.

Ungefähre Anzahl der heutzutage bevorrateten Atomsprengköpfe

Ungefähre Anzahl der heutzutage bevorrateten Atomsprengköpfe

 
Machtpolitische Kalküle
Die Stärkung des eigenen Atomwaffenarsenals dient dabei unterschiedlichen Strategien, wie beispielsweise einer Veränderung der jeweiligen Mächtekonstellation oder der Bewahrung des Status-quo. Mittel zur Erreichung dieser Ziele sind z.B. rhetorische Abschreckung, der Ausbau der sogenannten Zweitschlagkapazität, die Simulation von Nuklearschlägen oder die Projektierung taktischer Nuklearwaffen.

Nukleare Risiken in Südasien
Letztendlich führen die Modernisierungs- und Instandhaltungsprogramme nicht zwangsläufig zu einer Erhöhung der Kernwaffenarsenale, da veraltete Systeme ersetzt werden. Dabei ist anzumerken, dass quantitative Abrüstung zum Etikettenschwindel werden kann, da Kapazitäten mit moderneren, vielseitigeren Bombern und anderer Trägermittel erhalten bleiben.

Die wahre Gefahr der Programme liegt in der Sicherung des Weiterbestehens von Atomwaffen für die nächsten Jahrzehnte. Durch eine Zunahme regionaler Konflikte besteht ferner das Risiko einer verstärkten Integration der Rolle nuklearer Waffen in nationale Militärstrategien. Als besorgniserregend ist in dieser Hinsicht insbesondere die Rüstungsdynamik Südasiens mit seinem “nuklearen Dreieck” (China, Indien Pakistan) zu betrachten. Dort ist keine Sicherheitsarchitektur etabliert, wie es sie zu Zeiten der Blockkonfrontation zwischen der Sowjetunion und den USA gab. Im Gegensatz zum weltweiten Trend ist hier ein eindeutiger Zuwachs an Nuklearwaffen zu verzeichnen.

Mittelfristig kein “Global Zero”
70 Jahre nach den Atombombenabwürfen in Japan finden außer in Nordkorea keine Atomtests mehr statt (wobei an dreidimensionalen Computer-Simulationen für Versuche gearbeitet wird), es wurden keine Kernwaffe mehr eingesetzt und es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Rüstungskontrollverträgen. Allerdings machen Modernisierungs- und Instandhaltungsprogramme eine komplette Aufgabe der Waffen in den nächsten Jahrzehnten so gut wie unmöglich. Für viele Staaten bleibt das Prinzip der nuklearen Abschreckung und der mögliche machtpolitische Gewinn durch den Besitz einer Bombe weiterhin attraktiv.

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Visualization of nuclear detonations from 1945 to present:

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Oil Will Be Expensive Again – The Future Of Oil Prices And How We Risk To Get It Wrong Again

by Prof. Dr. Jörn Richert, Assistant Professor for Energy Governance at the Institute of Political Science at the University of St. Gallen. This article was published first on Richert’s blog “Future and Politics“.

Many people comment on low oil prices nowadays. At the 2015 Spring Meeting of the World Bank and the International Monetary Fund too experts discussed the issue of falling prices and their implications (see video below). However, we should be wary of taking these discussions too seriously. Sure, oil prices are low and there are good reasons why they should stay low. However, if there is one proven fact of the history of oil prices forecasting then it is that such forecasting is almost always wrong. While oil prices are low at the moment, therefore, we should not take this for granted for the coming years.

At the 2015 Spring Meeting of the World Bank and International Monetary Fund as well as on many other occasions, experts, politicians and others have discussed falling oil prices. Indeed, the oil price has fallen tremendously throughout recent months (see chart below). Reading recent comments on the oil market, one might indeed get the impression that low oil prices might stay with us for a very long time. At the 2015 Spring Meeting, for example, the Kazakh Minister of National Economy Erbolat Dossaev expressed his hope that oil prices might stabilize at $US 60 by 2019. Low oil prices for many years!

Inflation-adjusted crude oil price

Inflation-adjusted crude oil price

 
Low oil prices are an important issue…
A lot of developments speak in favor of low prices. Apart from the already ample supply, for example, the lifting of sanctions targeting Iran might boost investment into the country’s oil industry, advances against the terror group “Islamic State” might help Iraqi production, and states such as Venezuela or Nigeria might opt to increase income by maximizing oil output. Moreover, the effects of falling oil prices are substantial. For oil exporters, falling prices mean decreasing state income. Particularly in oil states that are heavily reliant on such income to finance a variety of subsidies, this might put substantial pressure on governments. Importing economies, on the other hand, save money that might now be invested in other projects. Oil prices are also important for climate policy and renewable energy, since fossil energy prices are key to the opportunity costs of sustainable energy investments – in the case of oil this is particularly apparent in the area of electromobility. It is, in other words, legitimate and important to discuss falling oil prices and their effects.

…but they won’t last forever!
Nevertheless, we should not trust current price levels too much. History has proven that long-term oil price expectations are normally proven wrong by actual developments. Indeed, also at the IMF meeting, the President of Goldwyn Global Strategies, David L. Goldwyn, cautioned against low prices in the long term. “This is a price cycle”, so he argued, “and it will not last.” When thinking about rising oil prices over the coming two to five years, one should take into account some weak signals and wild cards that might send prices up. In the following, I have tried to collect some of these.

Weak Signals
We should be aware of taking low oil prices for granted in the medium or long term. We already see weak signals for future upward oil price pressure:

  • Low oil prices disincentivize energy efficiency measures, so future demand might grow faster than might be expected.
  • More importantly, low oil prices make investment in costlier production capacity less attractive. Much of today’s new capacity comes from costlier resources such as shale oil, oil sands, or deepwater drilling, for example in the Arctic region and at the Brazilian coast. In the calculation of products, project developers will have to prove the viability of their projects at much lower oil prices.
  • Oil companies are furthermore suffering from low oil prices, which substantially lower their profit margins. They need to cut cost, for example by reducing work force, reducing financing for education and research&development. Just as it happened in the early 2000s, we might soon encounter a situation in which demand picks up but supply response is hampered by severe bottlenecks in the value and production chain of the oil industry – including a lack of qualified engineers, exploration equipment and technology necessary for efficient production.
  • Moreover, economic sanctions against Russia and its main oil firm Rosneft have severely complicated the financing of future oil production in Russia. This will most likely have a mid-term effect on Russian oil production.
  • It also remains to be seen how the US shale gas sector, characterized by the activity of many small firms, responds to low oil prices. Small firms are much more dependent on external financing. Moreover, shale production normally has a lifetime much shorter than larger oil fields – one needs to drill more and more frequently. As a consequence, investment decisions need to be taken more frequently. Although the shale industry has significantly increased efficiency and lowered prices, it is not clear how it will react to low prices and the expectation of low prices in the long run (for an estimate of break even prices in the industry see chart below).
Oil profits are being tested. Crude prices have face-planted to their cheapest level since 2010, threatening the balance sheets of companies and the budgets of nations. Stocks of smaller oil companies, which tend to focus on supplies that are expensive to extract, are getting crushed. But maybe the biggest question remaining is whether the bounty of U.S. fracking, which made America the world’s biggest oil and gas producer, will wither in the field. Here’s a list of break-even points for some of America’s biggest shale-oil regions. The U.S. is producing unconventional oil with acceptable returns in the range of $70 a barrel -- but now the price is in the range of $50 a barrel!

Oil profits are being tested. Crude prices have face-planted to their cheapest level since 2010, threatening the balance sheets of companies and the budgets of nations. Stocks of smaller oil companies, which tend to focus on supplies that are expensive to extract, are getting crushed. But maybe the biggest question remaining is whether the bounty of U.S. fracking, which made America the world’s biggest oil and gas producer, will wither in the field. Here’s a list of break-even points for some of America’s biggest shale-oil regions. The U.S. is producing unconventional oil with acceptable returns in the range of $70 a barrel — but now the price is in the range of $50 a barrel!

 
Wild Cards
Wild cards are events that are less likely to happen, but would have tremendous effects on oil prices. They are low probability, high impact. Some wild cards remain possible that might send oil prices up much more rapidly in the future.

  • The most apparent wild card is a large scale conflict in the Middle East. Particularly the current situation in Yemen could lead to an increasing confrontation between Saudi-Arabia and Iran. While conflict has a much more extreme effect on oil prices when markets are tight, a large scale confrontation that involves Saudi-Arabia might have such effects even in the current situation.
  • Moreover, other producers might come under pressure when oil revenues and savings do not suffice anymore to uphold subsidies for their populations. It is less than unrealistic that such states might try to alleviate amounting domestic pressure by searching for new (or old) enemies in their neighborhood, thus provoking or fueling regional conflicts.
  • Another wild card concerns a rapid decline of the US-Dollar. Although there is not much talk about US economic problems at the moment, the problem of national debt is far from resolved. A debt crisis gone astray would probably result in a devaluation of the US-Dollar. Since most oil is still traded on the basis of the US-Dollar while being consumed in other regions, a significant Dollar devaluation would certainly result in a rise of oil prices.
  • Finally, a renewed global economic crisis remains a possibility. There has been recurrent talk, for example, about problems in the Chinese banking sector. The effect of such a Chinese banking crisis and its ripple on effects on oil prices would most likely be complicated. A prolonged economic crisis would result in reduced demand and thus falling prices. However, as we have seen in 2008, the initial effect of a financial crisis might be reverse. When the US housing bubble burst in 2007, economic turbulence might have been foreseen. In the short term, however, another effect of the burst was more important: Investors that anticipated falling notations for most investment products were searching for alternative investment opportunities. They found these opportunities in commodity markets and particularly in oil futures. Thus, even after (or more precisely: because) financial markets suffered substantial contraction and when economic performance began to slide, oil prices shot up to more than $US 140.

This list is by no means complete. One might add more arguments for medium- and long-term higher oil prices in the commentary below. Even in its incompleteness, however, it shows that low oil prices are not necessarily here to stay.

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Bombardiert von türkischen Kampfflugzeugen

von Vager Saadullah. Vager Saadullah (Twitter / Facebook) ist ein kurdischer Journalist und Editor in Dohuk, Irak. Er absolviert einen Masterstudiengang in Internationale Beziehungen an der Girne American University in Zypern. Übersetzung: offiziere.ch.

Durch türkische Luftangriffe zerstörtes Haus im Norden Iraks.

Durch türkische Luftangriffe zerstörtes Haus im Norden Iraks.

Die gebirgige Grenze zwischen der Autonome Region Kurdistan im Irak und der Türkei ist übersät mit verlassenen Dörfern, unterbevölkerten Städten und Stützpunkten der Untergrundorganisation “Arbeiterpartei Kurdistans“, auch PKK genannt. Die PKK wird von den USA, der EU und der Türkei — nicht jedoch von der Schweiz — als terroristische Organisation eingestuft.

Am 25. Juli bombardierten türkische Jets nach jahrelanger relativer Ruhe Dörfer und Stellungen der PKK im Norden Iraks. Während einer kürzlichen Reise des Autors zu mehreren betroffenen Dörfern, beschuldigten die Bewohner die PKK, die Angriffe provoziert und ihre Lebensgrundlage zerstört zu haben. In dem kleinen, malerischen Bergdorf Sergele haben türkische Luftangriffe Bauernhöfe und Felder in Brand gesetzt sowie für die Wasserversorgung des Dorfes wichtige Rohrleitungen zerstört, was Panik unter den Dorfbewohnern ausgelöst hatte.

“Wir haben die PKK wiederholt gebeten, ihre Stellungen nicht im Dorf oder in dessen Nähe zu bauen” erzählte uns Husni, das Oberhaupt des Dorfes, in einem Interview. “Aber sie hörten nicht auf uns und kamen immer näher.”

In den 1990er Jahren war Sergele der Schauplatz schwerer Kämpfe zwischen der PKK und dem türkischen Militär. Vor diesem Krieg hatte das Dorf etwa 160 Häuser, die fast alle zerstört oder verlassen wurden. Davon hat sich das Dorf nie vollständig erholt. Heute hat Sergele etwa 70 Häuser und eine, wenn auch kleine, PKK-Präsenz. Mehrere Bewohner haben die Kurdische Regionalregierung(KRG) gebeten dagegen vorzugehen.

Eine generelle Übersichtskarte zum PKK-Konflikt der Türkei (Stand Ende 2010 von Rosso Robot, Wikimedia Commons, Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported).

Eine generelle Übersichtskarte zum PKK-Konflikt der Türkei (Stand Ende 2010 von Rosso Robot, Wikimedia Commons, Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported).

“Wir möchten, dass die Kurdische Regionalregierung die PKK auffordert, weit ausserhalb unseres Dorfes zu bleiben. Wir selbst haben die PKK schon oft dazu aufgefordert, aber nie eine Antwort erhalten” sagte Husni. “Die Regierung kann das tun. Wir wollen nicht, dass Guerillas der PKK getötet werden — schließlich sind sie ja auch Kurden — aber wir wollen auch nicht, dass sie uns noch mehr Unheil bringen. Es ist wichtig, dass sie von uns fern bleiben.”

In den Nächten vom 28. und 29. Juli führten türkische Kampfflugzeuge auch Luftangriffe auf das Dorf Mje durch. Etwa 100 Meter vom Dorf entfernt befanden sich PKK-Stellungen. Um ihr Leben zu Retten, flohen rund 10 Familien aus dem Dorf. Hiro Ahmad Mji aus dem Dorf sagte, dass die Guerillas der PKK das Gebiet verlassen sollten. “Wir bitten die KRG, diese Stellungen der PKK weit von uns weg zu verlegen, weil jetzt landwirtschaftliche Arbeiten verrichtet werden müssen.” sagte Hiro. “Wir arbeiten schon seit dem Frühjahr und werden in diesem Monat die Ernte einholen.”

Nach Angaben von Zeugen haben sich PKK-Kämpfer während der türkischen Luftangriffe aus ihren Stellungen in das Dorf begeben. Die Dorfbewohner wurden gewissermaßen als menschliche Schutzschilder missbraucht. Ein weiterer Dorfbewohner, der seinen Namen nicht nennen wollte, war aufgebracht: “Die KRG, politische Parteien und Medien fühlen sich für uns nicht verantwortlich. Alle paar Jahre zünden sie unser Dorf an und alle schweigen.”

“Ein Journalist kam und sprach mit den Dorfbewohnern”, fügte er hinzu. “Nach ein paar Minuten kam die PKK und sie haben ihn gefangen genommen. Seit dieser Zeit wagt es niemand mehr, zu uns zu kommen und zu fragen, was passiert ist. Wir wollen, dass die Regierung eine Lösung für uns findet.”

Anfangs August 2015 haben PKK-Kämpfer im Osten der Türkei einen mit Sprengstoff befüllten Lastwagen in einen Aussenposten der türkischen Streitkräfte gefahren und zur Detonation gebracht. Dabei kamen zwei Personen ums Leben.

Anfangs August 2015 haben PKK-Kämpfer im Osten der Türkei einen mit Sprengstoff befüllten Lastwagen in einen Aussenposten der türkischen Streitkräfte gefahren und zur Detonation gebracht. Dabei kamen zwei Personen ums Leben.

Zagros Hiwa, ein Sprecher der PKK, dementierte, dass ihre Präsenz Zivilisten bedrohen würde. Er kritisierte die KRG, dass sie nicht härter gegen die Türkei vorgehe: “Falls die KRG Hoheitsgewalt hat und ihre Leute schützen will, dann muss sie zu den Angriffen der Türkei Stellung beziehen. Die KRG muss dieses Problem lösen, denn es handelt sich um einen Angriff auf die KRG und die Souveränität des Irak. Aber wir haben nicht gesehen, dass die KRG Stellung bezieht. Hauptziel der Türkei ist das kurdische Volk als Ganzes und die KRG sollte eine kurdische Haltung einnehmen.”

Zagros bestritt, dass die Dorfbewohner wegen der Anwesenheit der PKK aufgebracht wären. “Dies ist einfach nicht wahr” sagte er. “Manchmal zeigen Spionage- und Geheimdienste in den Medien Menschen aus den Dörfern und bringen sie dazu, solche Reden zu halten. Aber die Menschen in unseren Schutzgebieten sind der PKK dankbar und ihre Sicherheit ist in den Händen der PKK-Guerilla gut aufgehoben.”

Die KRG sieht das anders: “Die Existenz der PKK in den Grenzgebieten hat eine negative Auswirkung auf das Leben der Menschen”, so KRG-Sprecher Safin Dzay. “In den 1990er Jahren gab es einen bewaffneten Konflikt zwischen der PKK und der Peshmerga in diesen Gebieten, aber wir haben nie einen Krieg unterstützt, und wir haben die PKK aufgefordert, gegenüber den Menschen aus diesen Gebieten eine verantwortungsvolle Haltung einzunehmen, damit ihnen nichts zustößt. Es stimmt, dass es Menschen gibt, die unter den Angriffen der Türkei auf die PKK gelitten haben, doch wir bitten dringend darum, dass niemand zur Gewalt greift und wir unterstützen die Fortführung des Friedensprozesses.”

Die Bevölkerung aus den Dörfern argumentieren jedoch, dass die KRG nicht genug getan hat und dass sie den Rebellen befehlen sollte, das Gebiet zu verlassen. Eine Vertreibung der PKK unter Einsatz von Gewalt hat die KRG jedoch ausgeschlossen. “Wir haben es der PKK schon gesagt, und wir sagen es nun erneut: sie sollten ihre Stellungen nicht auf dem Eigentum der Bevölkerung oder in der Nähe von Häusern und Dörfern errichten” sagte Safin. “Aber wenn die PKK nicht auf uns hört, was können wir dann für die Dörfer und ihre Menschen tun? Die PKK bekämpfen?”

Die Antwort auf diese Frage lautet nein. Der Irakisch-Kurdische Präsidenten Masud Barzani hat einen solchen Schritt ausgeschlossen. Die kurdischen Peshmerga führen momentan einen brutalen Krieg gegen die Terrororganisation “Islamischen Staat” entlang einer 1’000 Kilometer langen Frontlinie. “Die Menschen warten darauf, dass sich die KRG für sie einsetzt, aber unser einziger Schritt ist politischer Druck auf die PKK” sagte der Sprecher.

Ein PKK-Kämpfer im Gebirge (Dezember 2008).

Ein PKK-Kämpfer im Gebirge (Dezember 2008).

Mehr als 300 verlassene Dörfer sind über die nördlichen Regionen des irakischen Kurdistan verstreut. Viele andere haben sich nie vollständig vom letzten Krieg zwischen der Türkei und der PKK erholt. Viele verlassene Dörfer liegen mehr als 60 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. Trotzdem bestreitet die PKK, dass ihre Anwesenheit die Leute vertreibt. “So etwas gibt es nicht,” sagt Zagros Hiwa, der PKK-Sprecher. “Die Menschen eines jeden Dorfes können in ihr Dorf gehen und die Guerrillas halten sich von ihnen fern und kommen nicht in die Nähe ihrer Orte. In dieser Situation liegt es an der KRG, die Türkei aufzufordern, nicht länger die PKK in Kurdistan zu bekämpfen. Falls die KRG Dienstleistungen für irgendein Gebiet in Süd-Kurdistan bereitstellen will, werden die Guerilla kein Hindernis dafür sein, selbst wenn die besagten Gebiete unter Kontrolle der PKK sind. Vielleicht sind einige politische Parteien nicht glücklich mit der PKK und provozieren uns deshalb.”

Safin Dzay, der KRG-Sprecher, sagte, die Lage wäre “das genaue Gegenteil — die PKK war das Hindernis zum Wiederaufbau dieser Dörfer. Sie lassen uns keine Einrichtungen, Krankenhäuser oder Polizeistationen in diese Gebiete bringen und haben dort ihre Kontrollpunkte errichtet und verlangen Steuern von den Bewohnern. Die Regierung hat viele Versuche unternommen, aber die PKK war das Hindernis.”

Ismail Cemil, ein Bewohner von Barwari Bala, beschuldigt die PKK, dass er seine gewohnte Lebensweise aufgeben musste: “Nach einem Waffenstillstand habe ich einen Brunnen unter einem Walnussbaum in meinem Dorf gebaut und ich bin oft dorthin gegangen und habe dort die Nacht verbracht. Aber dann kamen die PKK-Guerillas und errichteten dort ihre Stellung und hinderten mich darin, dorthin zu gehen.”

Türkische Kampfflugzeuge haben den Brunnen am 25. Juli bombardiert. “Ich bin froh, dass diejenigen, die mich daran gehindert haben, zu meinem Brunnen zu gehen, nicht länger davon profitieren”, sagte Ismail.

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Die PKK ist in der Schweiz nicht als terroristische Organisation eingestuft, doch sie ist unter Beobachtung des Nachrichtendienstes des Bundes. Im diesjährigen Lagebericht des Nachrichtendienstes des Bundes wird festgehalten, dass die PKK sich als dominierende Repräsentantin der Kurden versteht. In der Schweiz beschränken sich die Aktivitäten auf Propaganda und Kundgebungen, die überwiegend friedlich verlaufen. Daneben wird – teilweise unter Druck – Geld gesammelt, das der PKK zugute kommt. Gewalttätige Aktionen und Kundgebungen sind in der Schweiz zwar wenig wahrscheinlich, aber jederzeit möglich.

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New Armor Deployments in Iran’s Southeast

by Galen Wright.

Five T-72s pictured in Zahedan Iran, June 10 2015. (DigitalGlobe)

Five T-72s pictured in Zahedan Iran, April 10 2015. (DigitalGlobe)

Satellite imagery of an Iranian Army (NEZAJA) garrison shows a new deployment of T-72 tanks in the country’s southeast that may signal the first tangible steps in a long-overdue modernization program.

Headquartered in the provincial capital of Zahedan, just 30 km from the border with Pakistan, the NEZAJA’s 88th Armored Division has long occupied the low end of the procurement totem pole. Their six or so tank battalions are equipped with M47Ms, which date from the 1950s. To put this in perspective, they were already scheduled for retirement in 1979 before the pressures of the Iran-Iraq War forced them to remain in service.

The division may finally be getting new tanks though. DigitalGlobe imagery shows five T-72s joining the two existing tank battalions in December 2014. Continuing updates – the most recent from June 26 – confirm their presence through the first half of 2015. The T-72s can be recognized in overhead imagery by their large circular turrets, which contrasts with the M47’s narrower turret and its distinctive shadow. Their identity was confirmed in April 2015 when an example was photographed during the annual “Army Day” parade.

One T-72 was captured by photographers during the annual

One T-72 was captured by photographers during the annual “Army Day” parade held in April 2015 (Photo: IRNA).

Although the T-72s is not a cutting edge tank – it’s easily outmatched by neighboring countries’ inventories – it is the best the NEZAJA has access to and is only operated by a handful of their brigades. Therefore, the sudden appearance of this type is wholly unexpected. One explanation is that these T-72s are from one of the existing units that do operate them. For example, an unknown number were deployed to the region in December 2014 for the “Mohammed Rasool-Allah” exercise. However, the tanks’ continued presence in Zahedan well after the exercise makes this unlikely.

It is suspected that these five tanks are a conversion training platoon, indicating that the NEZAJA intends to ultimately swap out the rest of the division’s M47s for this type. If true, this may be part of a much larger procurement plan that had seen little actual progress until now. Although the NEZAJA has had to make do with sub-standard armor ever since Tehran fell out of favor with the West in 1979, they haven’t stopped thinking of themselves as an armor-centric force. In February 2013 they unveiled the completion of their flagship project – the Zulfiqar MBT. Since then they have also unveiled major upgrades for many of their other tanks, including the M47 and M60 (respectively, these are the Sabalan and Samsam upgrades).

Although it can be difficult navigating the bluster surrounding such unveilings, it’s clear that the NEZAJA intends to produce the Zulfiqar. [1] However, the parallel development of upgrades for existing tanks also suggests that they’re aware of budgetary constraints that will prevent them from producing the Zulfiqar in large enough numbers to completely replace existing tanks over the short term.

The NEZAJA is no stranger to such budgetary constraints. When they first planned to produce the Zulfiqar in the early-00s, one official was quoted as saying that they would purchase hundreds more if only they had the money. This continued through the 2000s when the ground forces played second fiddle to the missile and air defense forces, receiving only 10-15% of the defense budget. [2] More recently, the NEZAJA commander took advantage of the threat posed by ISIS to publicly draw attention to his force’s chronic underfunding, first in May, then again in July.

If the 88th Armored Division – a 2nd echelon combat unit – is indeed preparing to receive T-72s – heretofore the NEZAJA’s most capable tank – it may herald a much broader redistribution of equipment. Reallocating existing T-72s suggests that units currently operating this type will be the first to receive the as-yet-hypothetical Zulfiqars when they enter service. The most likely candidate for this is the 92nd Armored Division, which is garrisoned along Iran’s southwestern border with Iraq. This would be consistent with the area’s geostrategic importance, which has historically made the 92nd Armored Division the NEZAJA’s most well-equipped division.

No signs of increased activity at the NEZAJA's workshops in southwest Iran. Only a single M-60A1, marked by an arrow, is visible in this October 2014 imagery from DigitalGlobe.

No signs of increased activity at the NEZAJA’s workshops in southwest Iran. Only a single M-60A1, marked by an arrow, is visible in this October 2014 imagery from DigitalGlobe.

Meanwhile, the existing M47s would be upgraded to the Sabalan standard and most-likely re-issued to infantry divisions, which are currently the only other unit s operating M47s besides the 88th Armored Division. The existence of such a modernization program, let alone its details, cannot be confirmed at present (there is no signs of increased activity at the NEZAJA’s workshops in southwest Iran). Iran’s military rarely publishes information about such reorganizations, and the available evidence gleaned from open sources is far from conclusive. [3] Verification will require further evidence – such as increased activity around repair & maintenance facilities known to service M47s, or among units now operating T-72s – that as of yet remains elusive.

Notes
[1] Despite estimates to the contrary, their is no evidence to suggest that the Zulfiqar has reached serial production status.
[2] This statistic was featured in a now-defunct PressTV segment, which was uploaded to Youtube around 2012.
[3] For an example of this ambiguity, it’s even unclear whether the 88th Armored Division even still exists. Its constituent brigades were converted to independent brigades around 2011-2012, but references to the division still exist.

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Personal Theories of Power: Amphibious Power

by Brett Friedman. This article is part of the Personal Theories of Power series, a joint BridgeCIMSEC project which asked a group of national security professionals to provide their theory of power and its application. We hope this launches a long and insightful debate that may one day shape policy.

A Republic of Korea Amphibious Assualt vehicle during a mock amphibious assault conducted by the Marine and Naval forces of the Republic of Korea, Thailand and the US, at Hat Yao, Feb. 4. The event was part of Exercise Cobra Gold 2010 (Photo: Cpl. Uriel De Luna-Felix, U.S. Marine Corps).

A Republic of Korea Amphibious Assualt vehicle during a mock amphibious assault conducted by the Marine and Naval forces of the Republic of Korea, Thailand and the US, at Hat Yao, Feb. 4. The event was part of Exercise Cobra Gold 2010 (Photo: Cpl. Uriel De Luna-Felix, U.S. Marine Corps).

The two giants of sea power theory, Alfred Thayer Mahan and Sir Julian Corbett, both touched on amphibious operations but both are properly considered sea power theorists. Mahan disliked amphibious operations, declaring that they were “harder to sustain than to make“. He judged them dangerous to those forces extended ashore and that this danger outweighed their potential benefit. In Mahan’s cost-benefit analysis of amphibious operations, they were a waste of resources. Mahan viewed the sea power side of the equation as decisive.

Corbett, however, was more of a fan. Corbett thought that naval forces could rarely be decisive on their own and thus need the ability to project land forces ashore to achieve a decision. But, amphibious forces are dependent on naval forces for protection from enemy naval forces, supply and sustainment, and fire support. For Corbett, the land power side of the equation is decisive.

A little known theorist came down right in the middle. Lieutenant Colonel Earl “Pete” Ellis, USMC, wrote about naval and amphibious strategy in the early 20th Century, including the Marine Corps’ contribution to War Plan Orange, Advanced Base Operations in Micronesia. Ellis viewed amphibious power as a symbiotic relationship between land and sea power. Expeditionary land forces are dependent on naval forces for the necessary sea control, transport, sustainment, and fire support. Naval forces are dependent on those land forces to secure key littoral terrain for protection and to secure forward supply bases. In the course of this analysis, he identified the need for specialized, task-organized amphibious forces that could fill this niche, especially since amphibious assaults were becoming far more difficult in the face of modern artillery and machine guns. Since the focus of all of his writings was on those amphibious forces and their uses, he is perhaps the only amphibious power theorist in history. For Ellis, the mutually reinforcing symbiosis of land and sea power was decisive. He was proved correct during World War II: the US Navy could not strike at the heart of the Imperial Japan without seizing lodgments across the Pacific and Marine and Army forces could not seize those lodgments without Navy transportation, support, and sea control.

In Colin S. Gray’s Theory of War Taxonomy, this theory of amphibious power falls into a category along with Mahan, Douhet, and Schelling. It is clearly not a general theory nor is it a general theory of a domain as it exists at the confluence of land, sea, and air. It does explain “how a particular kind or use of a military power strategically affects the course of conflict as a whole”. A brief look at history illuminates this point.

Marines, operating amphibious assault vehicles prepare to debark the amphibious dock landing ship USS Gunston Hall (LSD 44) during Amphibious Southern Partnership Station 2011 (Photo: Pfc. Lorraine S. Mendoza).

Marines, operating amphibious assault vehicles prepare to debark the amphibious dock landing ship USS Gunston Hall (LSD 44) during Amphibious Southern Partnership Station 2011 (Photo: Pfc. Lorraine S. Mendoza).

 
The Influence of Amphibious Power on History
A few examples from history suffice to illustrate the timeless nature of amphibious power. The first occurred early in the Peloponnesian War. Sparta began the war dominant on land, while Athens was dominant at sea. While Spartan land power allowed her to ravage the fields before Athens herself, Athenian fleets plied the waters of the Mediterranean. In 425 BC, Thucydides landed a fleet at Pylos in Spartan-controlled territory. The fighting that occurred at Pylos and the offshore island of Sphacteria eventually led to the defeat and capture of about 300 Spartan hoplites by Athenian expeditionary forces. Land power and sea control did not lead directly to strategic effect, but the use of sea power to project land power to defeat and capture Spartan hoplites shocked the Greek world and led directly to the Peace of Nicias. The Athenians subsequently botched the peace and thus squandered the strategic effect garnered, but they would not have had the opportunity at all if not for the use of amphibious power.

The second example occurred during the Second Punic War. The sea control of the Mediterranean gained by the Romans after the First Punic War had profound strategic effects: it force Hannibal into a difficult march through the Alps which depleted the combat power he was able to bring to Italy and prevented significant reinforcement once he had gained a lodgment in Italy. His eventual defeat there, however, failed to end the war with Carthage. It was not until Scipio used sea control to project Roman land power across the sea to Carthage itself that decisive effects occurred and Carthage surrendered.

During the American Civil War, Union forces secured sea control early on and held it throughout the war as part of the Anaconda Plan. While the Anaconda Plan certainly produced strategic effects that choked the Confederacy off from reliable and consistent sources of supply, it did not have decisive effects by itself. In this case, amphibious power would not have decisive effects but the tactical level is interesting. Union General Ambrose Burnside was an amphibious visionary. As a Brigadier General, he formed an expeditionary force and developed radically new ship-to-shore tactics which allowed him to seize virtually all of coastal North Carolina for the Union.

Another waypoint in the history of amphibious operations occurred in 1915. During the Gallipoli campaign, British forces attempted to seize control of the Dardanelles from the Turks, allied with Germany. While the attempt failed, it is easy to see what kind of strategic effects victory could have produced. If British and French forces seize the Dardanelles, control of Constantinople could have easily followed, knocking Turkey out of the war entirely. Additionally, control of the Dardanelles would have allowed supplies from the Western allies to flow to the Eastern front, shoring up their Russian allies. The British and French had the sea power and the land power, but using both as amphibious power had great potential, if unrealized.

Lastly, World War II proved to be a high water mark for amphibious operations. In the Western theater, the Allies also largely secured sea control while Germany dominated the continent. That sea control granted the allies the ability to project power ashore in Africa, Italy, and eventually in France. In the Pacific Theater, the entire Allied strategy depended on amphibious power. A measure of sea control was gained by the U.S. after the Battle of Midway, but amphibious power was necessary to secure lodgments to allow the U.S. to project force across the Pacific Ocean. That sea control had to be translated into force projection ashore at dozens of islands, producing a credible threat of an amphibious assault on Japan herself and the ability to use air power to strike Japanese soil.

Admiral Porter's fleet running the rebel blockade of the Mississippi at Vicksburg, April 16th 1863

Admiral Porter’s fleet running the rebel blockade of the Mississippi at Vicksburg, April 16th 1863

 
Conclusions from Theory and Praxis
Sea power can enable land power, land power can enable sea power, and the projection of power ashore is now dependent on air power. The fusion of all of these capabilities is amphibious power.

Specialized troops are needed to wield credible and effective amphibious power. Burnside’s pick-up team of amphibious soldiers ran into daunting tactical problems in North Carolina. While U.S. Army troops drew on Marine tactics in the European theater, hard lessons had to be learned in North Africa and at Anzio and Salerno.

Despite the need for specialized troops to effectively conduct amphibious operations, amphibious operations are never solely the interest of marines. Navy forces and air support are essential to success and must train to the unique problems associated with projecting land power ashore. Armies are also concerned with amphibious operations. In a large scale conflict, there will not be enough Marines to conduct every assault. While the U.S. Army famously conducted more amphibious operations than the U.S. Marine Corps during World War II, they did so using doctrine developed by the Marines and capabilities already resident in the Navy.

Strategic Effects
There are numerous tactical lessons that can be learned from history as well. James Wolfe’s campaign in Quebec during the Seven Years War is illustrative as is MacArthur’s master stroke at Inchon in 1950. Both battles achieved far reaching strategic effects. Amphibious power provides options to the side that has it, and the mere threat of amphibious forces the opponent to expend resources to defend against it, constraining his options. During the Gulf War, U.S. Marine forces aboard ship in the Persian Gulf forced Iraqi forces to station seven infantry divisions along the Iraqi coast to prevent a landing, depleting their combat power in Kuwait. Amphibious power, in and of itself, will rarely be directly decisive at the strategic level. It does, however, indirectly contribute to strategic effects because of the options it grants to the joint force. It is usually necessary to establish beachheads through which ground forces can flow, it can extend the range and reach of air forces, and can control littoral chokepoints to ensure the safety of naval forces. Additionally, amphibious power forces the enemy to defend their shores everywhere an amphibious assault is possible, consuming their resources and tying down combat power. Shifting defenders from one shore to another simply opens up another opportunity for a successful assault. Thus, a theory of amphibious power explains how that particular capability can affect the course of conflicts.

More information
The Future of Amphibious Warfare by Vice News: Amphibious warfare is treacherous; moving a military force from sea to land can turn mistakes into disasters. As the U.S. military begins to focus its attention on the Asia-Pacific region, an area of increasing military tension and territorial disputes, the Marine Corps is being called upon to return to its roots in amphibious assault. VICE News visited RIMPAC 2014, the world’s largest maritime warfare exercise, to see how the Marine Corps is testing new technologies and tactics to face the new challenges of amphibious warfare and remain the world’s preeminent amphibious force in the future. By the way… for more about RIMPAC 2014 see following articles on offiziere.ch: Tested @ RIMPAC 2014: The “BigDog”, Tested @ RIMPAC 2014: the Ultra Heavy-Lift Amphibious Connector and Tested @ RIMPAC 2014: the Chinese participation and transparency.

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